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Bi-rteljiihrlich * Mark 2b Ps». ßür auäroärtige Avonnenten Mit dem betreffe»» den Postaufschla». Me einzelne Num­mer 10 Psg.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, rud Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Mittwoch den 12. Juli

1876

Nicht geringes Aufsehen erregt die soeben erschienene Bekannt- i machung, durch welche vom 12. Juli ab der Postvorschußverkchr zwi- : scheu Deutschland und Oesterreich-Ungarn bis auf Weiteres aufgesetzt ' und der PostanweisungSverkehr beschränkt wird. Diese Maßregel hat, -

wie zugleich angedeutet wird, in Folge einer Benachrichtigung des Han­delsministeriums zu Wien getroffen werden müssen. Derartige aus­nahmsweise Anordnungen pflegen nur in Zeiten vollendeter Kriegsge­fahr und dergleichen erlassen zu werden. Die Bekanntmachung steht also mit den aus Oesterreich vorliegenden Nachrichten über das günstige Ergebniß der Reichstädter Monarchenbegegnung einig« Waffen im Wider- 'pruch. Man kann nur wünschen, derselbe möge sich dahin auftiäreu, daß das österreichische Handelsministerium dem Impulse einer allzu ängstuchen Vorsicht gefolgt sei. (Trib.)

In den deutschen Münzstätten sind bis zum 1. Juli 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,082 085,960 Mark Doppel- krönen, 325,045,080 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 171,113,805 Mk.; an Silbermünzen: 56,398,305 Mark b-Markstücke, 725 994 Mk. 2-Markstücke, 140,427,960 Mark 1-Markstücke, 29.150,611 Mark 50 Pf. 50-Pfennigstücke, 27,703,846 Mark 80 Pf. 20-Pfennig° stücke; an Nickelmünzen: 17,788,250 Mark 40 Pf. 10-Pfennigstücke, 10,149,645 Mk. 60 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,591,459 Mark 52 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,113,341 Mark 60 Pfennige 1-Pfennig. stücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,407,131,040 Mark; an Silbermünzen: 254,397,717 Mark 30 Pf.; an Nickelmünzen: 27,937,896 Mark Pfennige; an Kupfermünzen: 8,704,837 Mark 12 Pf.

Das Sendschreiben, das der noch in seinem kirchlichen Amte befindliche, nicht allkatholische, aber staatstreue Domherr Dr. Künzer in Breslau bezüglich der bevorstehenden Wahlen an seine kathol. Glau­bensgenossen in Schlesien gerichtet hat, verdient, wenn es auch vielleicht wenig praktischen Erfolg hat, doch schon als ein Zeichen von unge- : wöhnlicher Charakterstärke auf jener Seite rühmlich hervorgehoben zu werden. Künzer sagt der auch von ihm ersehnte Fnedens'schluß von Kirche und Staat hänge von denen ab, welche mit der Küche betraut -I sind. Wenn die Kirche durch Gesetze in den letzten Jahren wirklich > geschädigt sei, so trage die unkluge, unpolitische und herausfordernde! Haltung des Zentrums und seiner Partei in der Presse und im Lande einen großen Theil der Schuld daran. Die Katholiken sollen daher bei den bevorstehenden Neuwahlen das Verschulden dadurch gut zu wachen versuchen, daß sie bei der Wahl ihrer Abgeordneten nicht mehr | das Zentrum oder sonst eine Partei für Sonderinteressen das Losungs- i Wort sein lassen, sondern daß sie mit ihrem Vertrauen Männer beehren, : die nicht nur durch ihre politische oder partikularistiscke Haltung die Interessen des Vaterlandes und der Religion gleichmäßig gefährden, die vielmehr, fern von allen Sonderbestrebungen, mit den Edelsten und Besten der Nation im Bunde, ohne Unterschied der religiösen und po­litischen Bekenntnisse, in der Sorge für die fortschreitende Bildung und : für das materielle wie geistige Wohl unseres Volkes wetteifern und in ' unentwegter Treue gegen Kaiser und Reich an dem Ausbau eines großen, einigen mächtigen Deutschlands in deutscher Freisinnigkeit mit- i arbeiten. Durch eine solche Haltung der kath. Abgeordneten werden i auch die berechtigten religiösen und kirchlichen Interessen der Katholiken i am Besten gewahrt bleiben; denn ihre Kränkung wolle weder die Re- ' grerung noch die Volksvertretung, und ihre Förderung entspreche der Ehre und Größe unseres Vaterlandes. Jetzt sei die Gelegenheit, wenn M besonnen und mit Umsicht wählen, ohne sich durch Einflüsterungen Semen zu lassen, alle Fanatiker los zu werden und zu geordneten Zu- standen zmüüzukommen. Man möchte einem solchen Programm, das den Frieden nicht blos heuchlerisch im Munde führt, in der That in

^Ä^ten Vaterlande mehr Erfolg wünschen als ihm voraus­sichtlich beschieden sein wird. eschw. M.rw

~ nationale Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich schwindet wenigstens aus dem neutralen Gebiete der Wissenschaft mehr i

und mehr. Die gelehrten Gesellschaften beider Länder sind wieder zu der früheren unbefangenen Würdigung der beiderseitigen V rdier ste zu­rückgekehrt, wie aus wiederholten Beispiel-n der jüngsten Vergangenheit sich ergab. Soeben hat wieder die kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin Gercinde Tassy in Paris zum Korrespondenten eknannt. Gar- cinde Tassy ist ein namhafter Orientalist.

Breslau, 8. 3kü. Der Bresl. Z. zufolge soll der : 5. Kongreß der Altkatholik n vom 22. bis 24. Srpt. in Breslau statt- i finden.

Prof. Kiepert schreibt der Nat.°Z.: Die Wiener Drpesche vom 7. Juli meldet Unsinn, wenn sie die Montenegriner in einem Tage von ihrer Landesgrenze bis Niwrsinj marschiren läßt und die Reihe der ZwisLenstationen durcheinander wirft. Der herzegowinische Grenzort (nördlich der äußersten Westspitze montenegrinischen Geb'.etk) heißt We- lknilje (nicht VU mija) uns liegt im Distrckr Banjani; von da nach Korilo sind in gerader Linie 4, auf dem nächsten passirbaren Wege 6 d. Meilen, weiter zur Gatzko Ebene 2, weiter nach Newesinj 5 Meilen, zusammen 13 d. Meilen, größtentheils allerschwierigsten, steinigen, zer- nssenen Gebirgsweges, den schon der einzelne Reiter nicht unter 20 Stunden, ein Heeresthstl, wenn er seiest solche Felswege zu klettern von Jugend auf gewohnt ist, sicher nicht unter 4 bis 5 Tagen zurück- legt, selbst wenn er keinen W.derstand unterwegs finden .oUte, was allerdings nach der angeblichen Räumung von Gatzko durch die türki­schen Truppen denkbar ist. Das türkische Haup quartier in der Herze­gowina, die Hauptstadt Mostar, welche nach Newesinj nur noch 4 Mei­len leidlich guten Weges (6-7 Reilstunden) entfernt liegt, ist also noch nicht unmittelbar bedroht.

München, 9. Just. Die drei Jury's derKunst- und kunstgewerblichen Ausstellung" werden ihre umfassenden Arbeiten schon im Laufe dieser Woche vollenden und dann die Beschlüsse derselben so­fort bekannt g-geben werden. Die zu verleihenden Prämien- und An­erkennung-zeichen bestehen: 1) in silbernen und vergoldeten Medaillen an snberveegolderen Ehrenketten; 2) in ehernen, vergoldeten und silber- oxydieren Medaillen und 3) in Ehrendiplomm. Die Mitglieder des Direktoriums rc. der Ausstellung hatten die Ehre, für spute Nachmit­tag von Sr. kgl. Hoh. dem Prinzen Luitpold zur Tafel geladen zu werden. e«ugsb. Abdzt,.,

Würzbur g, 8. Juli. Zu Beginn des Frühjahrs erschien in hiesigen Zeitungen eine Mittheilung, wonach in dem benachbarten Frickcnhausen ein Oekonom beim Abfüllen von Most durch das p.ötz- liche Einwirken von Gasen betäubt worden und sofort todt geblieben sein sollte; hieran wurde eine Mahnung zur Vorsicht bei der Behand­lung der jungen Weine geknüpft. Es wurde jedoch alsbald ein Ver­dacht der Vergiftung des Verstorbenen ruchbar, seine Leiche wurde aus- gegraben, es ergab sich, daß in der That eine Arsenikverg.fiung vorlag, und die der Vergiftung verdächtige Ehefrau des Verstorbenen wurde gefänglich eingezogen. Inzwischen erhob sich gegen dieselbe der Ver­dacht, deß sie auch ihren ersten Ehemann und dessen erste Ehefrau und noch eine andere Familienangehörige vergiftet habe. Die Luchen aller dieser Personen wurden auSgegraben, und die Untersuchung soll ergeben haben, daß alle durch Arsenik vergiftet wurden! Die Lelchenbeschau hatte seiner Zeit zu keiner Anzeige geführt. (Mannh. xagbi.)

Würzburg, 10. Juli. Heute Mittag 1 Uhr ist Fürst Bismarck von Kissingen hier einzetroffen. Eine große Menge empfing ihn unter großem Jubel am Bahnhof. Mit sehr freundlicher Miene und sichtbar überrascht fuhr er an der Seite seines Sohnes zum Hotel Kronprinz", wo er Se. Maj. den deutschen Kaiser erwartete, welcher um 2 Uhr 10 Min. mit Extrazug von Aschaffenburg hier eintraf. Regierungspräsident Graf Luxburg erwartete den Kaiser am Bahnhof. Endloser Jubel empfing Se. Majestät. Mit freundlicher, doch ernster Miene dankte er nach beiden Seiten. Die ganze Stadt ist beflaggt und besonders das Hotel Kronprinz sinnig geschmückt. Zweimal zeigte sich Se. Maj. auf dem Balkon und dankte der ihm zurufenden Volksmenge. Abends veranstalteten die Bürger Würzburgs, Studenten, Gejangver--