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sehr geringem Maße der Fall gewesen sein wird. Vielmehr muß die Abnahme gegen 1873 hauptsächlich auf Rechnung der ungünstigen wirthschaftlichen Verhältnisse gesetzt werden. (s^ M-r«.)

Aus Schlesien bringt die Prot. Zeitung für Schlesien Mittheilungen über daS Verhältniß der Taufen und Trauungen zum Zivilstandsregister. Darnach wurden seit Einführung dieser Register in den 6 evangel. Kirchen zu Breslau nur 31 Proz. getauft, dagegen 61 Proz. getraut. Eigenthümlich ist das Ueberwiegen der Trauungen. Beerdigungen ohne Begleitung der Geistlichen kamen schon vor Ein­führung der Zivitstandesbeamtung vielfach vor. Die kath. Geistlichen in Breslau haben keine Angaben gemacht, wie sich die Verhältnisse bei ihrer Konfession gestaltet haben. Auf dem Lande ist, es zwar bei wei­tem besser als in der Stadt; doch wird auch hier über mehrfache Unter­lassung der kirchlichen Handlungen geklagt.

B. Von der Ostsee, Anfang Juli. Trotzdem der Sommer wie allerwärts in diesem Jahre sehr spät bei uns eingezogen ist und noch manche frostige Nachzügler sich spüren ließen, welche die Vegetation hinderten, haben sich unsere Erndte-Anssichten doch noch ziemlich gut gestaltet. Von allen Seiten hört man, daß eine mittlere Erndte zu er­warten ist und bei der jetzt hier herrschenden wirklich fruchtbaren Witte- rnng ist ein reicher Ertrag an Hülsenfrüchten und Kartoffeln voraus zu bestimmen. Die an unserer Küste so angsterregende Prophezeihung einer Springfluth, welche Ende vor. Monats kommen sollte, hat sich, Gott sei Dank auch nicht erfüllt und so genießen wir zufrieden die' Freuden des herrlichen Sommers und erfreuen uns an dem bunten Ge­triebe der jetzt überall ankommenden Badegäste, deren zahlreiches Er­scheinen von nichts weniger als von einem Darniederliegen der Ge­schäfte zeugt.

Jugenheim, 5. Juli. Der Großfürst Michael von Ruß­land ist hier eingetroffen und der Großherzog von Weimar von hier abgereist.

München, 5. Juli. Die Deputirtenkammer hat heute nach längerer Debatte die Abgeordnetenwahlen in Zweibrücken, wo drei libe­rale Abgeordnete gewählt waren, mit 73 gegen 62 Stimmen für un­gültig erklärt.

Ein Telegramm derPresse" aus Konstantin opel meldet, daß das Petersburger Kabinet seine Mißbilligung über das Vorgehen Serbiens offen ausgesprochen habe. Man könnte diese Haltung Ruß­lands einigermaßen überraschend finden, wenn ein Artikel desGolos" nicht bereits darauf vorbereitet hätte, daß Rußland, im Falle die ser­bischen Dinge schief gehen, gewillt ist, den Fürsten Milan fallen zu lassen.

Southampton, 5. Juli. Das Postdampfschiff des Nordd. LloydMosel", Kapitän H. A. F. Neynaber, welches am 24. Juni von New Iork abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimm­ten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr Abends die Reise nach Bre­men fortgesetzt. DieMosel" überbringt 274 Passagiere und volle Ladung.

Washington, 5. Juli. Der deutsche Gesandte überreichte dem Präsidenten Grant gestern ein Handschreiben des Kaisers Wilhelm, welches zur Jubelfeier der Union Glück wünscht und die Hoffnung auf das fortwährende Wachsen der Wohlfahrt und der Freundschaft zwischen der amerikanischen und der deutschen Nation ausdrückt. Präsident Grant nahm das Handschreiben mit den lebhaftesten Ausdrücken des Dankes entgegen, und fügte hinzu: die Wünsche des Kaisers würden von der Nation hoch ausgenommen werden und im ganzen Lande den lautesten Widerhall finden.

New- Iork, 5. Juli. Der Dampfer der Hamburg-Ameri­kanischen CompagnieFrisia" ist gestern Morgen 9 Uhr hier einge­troffen.

Vom Kriegsschauplatze. Wie dem WienerTelegraphen- Korrespondenz-Bureau" aus Belgrad vom 6. Juli berichtet wird, haben die serbischen Truppen Belina nach zweitägigen heftigen Kämpfen genommen. Einer Meldung desselben Bureaus zufolge ist ein Sturm der türkischen Truppen auf Saitchar zurückgeschlagen worden und hätten die Türken hierbei sehr bedeutende Verluste erlitten. General Tscherna« jeff ist auf dem Vormärsche gegen Pirot begriffen.

Ueber die Vertheilung b:r serbischen und montenegrinischen Trup­pen insoweit sich dies nach den vorliegenden mangelhaften Nachrichten feststellen läßt entnehmen wir derN. fr. Pr." Folgendes: Die serbische Hauptarmee unter General Tschernajeff, welche sich gegen Sü­den auf Pirot in Bulgarien zu bewegt, besteht aus drei Miliz-Divi­sionen (3. Süd-Morawa, 5. Donau, 6. Sumadija) und der kleinen stehenden Armee, in Summe 43 Infanterie-Bataillone und 20 Esca­dronen, zusammen 37,400 Mann mit 120 Geschützen. Von den übri­gen drei Divisionen, welche die serbische Miliz-Armee zählt, befindet sich die 4. Timok-Division unter Oberst Besjanin an der Ostgrenze, unter Oberst Marco Alimpits an der Drina und die 2. West'Morawa-Division unter Oberst Zach an der Südwestgrenze.

(Inzwischen sind die letzteren Divisionen zum Theil schon mit den Tür­ken zusammengestoßen und nach serbischen Nachrichten bereits auf türki­sches Gebiet vorgerückt.) Jede dieser zu selbstständiger Aktion berufe­nen Divisionen besteht aus 13 Bataillonen, 5 Escadronen und 24 bis 28 Geschützen.

Die türkische Hauptarmee unter Abdul Kerim Pascha lagerte bei der Festung Nisch. In Bosnien und in der Herzegowina sind 32,000 Mann unter Mukhtar Pascha konzentrirt. Der türkischen Armee bei Nisch und den Truppen in Nord-Albanien wird die Aufgabe zufallen, die Hauptoperation gegen Serbien und Montenegro auszuführen. Von dem Erfolge dieser Operationen wird denn auch das Schicksal der Pro­vinzen Bosnien und Herzegowina abhängen. Die 1865 in Marseille gebauten drei Donau MonitorsFethul-Jslam",Vekverdilen" und Semendria" haben nur fünf Schuh Tiefgang und können daher bei dem gegenwärtigen hohen Wasserstande aller Wahrscheinlichkeit nach die Stromschnellen ungehindert passirm. Gegen Montenegro hat die Tür­kei ebenfalls eine nicht unbeträchtliche Streitmacht, man spricht von 12,000 Mann, unter Ali Pascha bei Podgorizza und Skutari, aufge­boten. ' Dieselbe wird auf dem See von Skutari von zwei Panzer- Kanonenbooten,Skodra" undPodgorizza", unterstützt. Fürst Nikita ist mit seiner Hauptmacht (15,000 Mann) nach der Herzegowina aus- gezogen.

Einer Meldung desH. T. B." aus Konstantinopel vom 5. Juli zufolge weisen türkische Verlustlisten nach, daß die Armee seit Beginn des Aufstandes einen Verlust von 33,984 Mann an Todten, Verwun­deten und Vermißten erlitten hat.

DemStandard" vom 4. wird aus Konstantinopel telegraphirt: Hobart Pascha ist mit 8 Panzerschiffen 1. Klasse, 4 Holzfregatten und 4 Avisobooten, ausschließlich mit türkischen Matrosen und Maschinisten bemannt, ausgelaufen. Seine Bestimmung war, nach kurzem Aufent­halt in der Besika Bai, nach Salonica zu segeln; im letzten Augenblick jedoch erhielt er Befehl, nach Smyrna zu gehen. Man vermuthet des­halb, weil die Regierung in Kreta einen Aufstand befürchtet und die Flotte aus diesem Grunde in dessen Nähe haben will. Diese Besorgniß ist grundlos. Es läßt sich mit Bestimmtheit behaupten, daß die Kre- tenser ohne Hülfe Griechenlands keine Hand rühren werden und daß des letzteren Regierung das Aeußerste zur Aufrechthaltung der Neutra­lität thun wird."

Bukarest, 5. Juli. In Folge des Ausbruchs des serbiich- türkischen Krieges ist das rumänische Observationskorps an der serbi­schen Grenze verstärkt worden. (st ». ®uw

Ce ttinje, 5. Juli. Der Fürst von Montenegro hat den Befehl gegeben, Medun zu beschießen und zu stürmen. Medun ist ein bedeutender befestigter Punkt auf einem Hügel unweit Podgorizza.

Lokales von hier und Umgegend, sowie Provinzielles.

Hauan, 7. Juli 1876.

Damit der Verbreitung epidemischer Krankheiten vorgebeugt werde, soll nunmehr, wie aus der, landräthlichen Bekanntmachung in Nr. 152 desHan. Anz." ersichtlich, bei den Scharlach- und Masernkranken sofortige Absperrung erfolgen, auch soll der Schulbesuch von den zum Haushalte gehörigen Kindern unterbleiben.

Der zur Besprengung der Anlagen rc. angeschaffte Gießapparat durchlief gestern Abend zum ersten Male die vorgeschriebene Route und wird nunmehr, so oft es nöthig, die zur Annehmlichkeit und zur Er­haltung der Gesundheit des verehr!. Publikums dienende Arbeit ver­richten. Wenn auch mit dem einen Sprengwagen noch nicht so sehr viel zu erreichen ist, der Anfang ist wenigstens gemacht und hoffentlich wird die weitere Ausdehnung dieses Unternehmens nicht ausbleiben.

Versteigernngs« und Verpachtungs-Kalender für Samstag den 8. Juli.

Nachmittags 2 Uhr kommen im Hofe des Neustädter Waagege­bäudes eine gut erhaltene Seile, eine Anzahl Fenster, mehrere Thüren und 8 Gefäße von Kupfer zum öffentlichen Verkauf auf'S Meistgebot (s. Nr. 155Han. Anz."). Nachmittags 5 Uhr versteigert Herr Taxator W. Seiffert die diesjährige Gras- und Obsterndte im Bölker- schen Garten am Wilhelmsbader Weg (s. heut. Nr.).

Auszug aus dem Central-Handelsregister.

Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, erste Abtheiung, Hanau.

Zufolge Verfügung vom 30. Juni 1876 ist auf Anzeige vom 29. Juni d. I. am 3. Juni in daL Handelsregister eingetragen worden, daß die Inhaber des unter der FirmaHeintz und Kreiß" betriebenen Handels­geschäftes die bisherigen Geschäftsprokuristen Ferdinand Heintz und AlphonS Kreiß als Geschäftstheilhaber ausgenommen haben.

Ein bei der Einführung des neuen Telegraphentarifs nicht vor­gesehener Umstand, der auf die Einnahmen der Telegraphen-Verwaltung großen Einfluß ausüben wird, beginnt sich jetzt bemerklich zu machen, ohne daß dagegen der Telegraphen-Verwaltung ein Mittel zur Abhülfe gewährt ist. Zahlreiche Geschäftshäuser telegraphiren an ihre Corre- spondenten in sehr abgekürzter Form, die ersichtlich vorher für die lau« i sende telegraphische Correspondenz verabredet ist und die Chiffreschrift