Einzelbild herunterladen
 

@5«!aie®tai3« «rei«;

SHrti* 9 Mark «albj. 4 M. 50 P.

Lierteljährlich t Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten Mit dem betreffen, »m Postsufschlag. Ste einzelne Num­mer 10 B!g.

Hmiancr Anreißer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, md Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Ins erbt»»» Irr»,

Die lipalS«« »armondzeUb *. deren Kau«

W W

Die -tpall. S*

20 Sffr

Dierspallig-S-ae

80 W

M 155. Donnerstag den 6. Jnli. 1876.

BekauuLWKchuusM Kömgl. Zandrathsamts dahier.

Auf der Straße von Rückingen nach Langenselbold ist eine Holz­axt gefunden und an die Bürgermeisterei Rückingen abgeliefert.

Hanau, am 4. Juli 1876.

$ K Z k K s ch K N-

— Berlin, 5. Juli. Die aus ausländischen Blättern auch in hiesige Zeitungen übergezangene Notiz, wonach der Kaiserliche General- Konsul in Belgrad, Graf Bray, bei dem Abschieds des Fürsten Milan erschienen sei, um demselben eine siegreiche Rückkehr zu wünschen, ist nach dem „R.- u. St.-A." unrichtig. Graf Bray befand sich inmitten einer zahlreichen Zuschauermenge am Donau-Ufer, um der Einschiffung des Fürsten zuzusehen und hat bei dieser Gelegenheit kein Wort mit dem Fürsten Milan gewechselt.

— Nach der vom Reichseisenbahn-Amt herausgegebenen Nachwei- sung wurden im Monat Mai d. J. auf den unter 64 verschiedenen Verwaltungen stehenden Eisenbahnen Deutschlands exkl. Bayerns mit einer Gesammtlänge von 24,636,9 Kilometern befördert:

an sah Planmäßigen Zügen 11,716 Courier- und Schnell-, 76,849 Personen-, 33,894 gemischte und 67.772 Güterzüge;

an außerfahrplanmäßigen Zügen 1699 Personen- und gemischte und 27,738 Güterzüge.

Im Ganzen wurden 593,157,485 Achskilometer bewegt, von denen 166,996.705 Achskslometer auf die fahrplanmäßigen Züge mit Personenbeförderung entfallen.

Es verspäteten von 122.459 fahrplanmäßigen Courier- und Schnell-, Personen- und gemischten Zügen 673 Züge oder 05» P ozent. Von diesen Verspätungen wurden jedoch 276 durch das Abwarten ver­späteter Anschlußzüge hervorgerufen, so daß durch im eigenen Betriebe der Bahnen liegende Ursachen 397 Verspätungen bei 0,32 Prozent der beförderten Züge entstanden.

In Folge der Verspätungen wurden 101 Anschlüsse versäumt.

In demselben Monate des Vorjahres verspäteten auf 54 Bahnen durch im eigenen Betriebe liegende Ursachen 1171 Züge, gleich 1,M Prozent der beförderten Züge, wobei zu berücksichtigen ist, daß das Pfingstfest in den Monat Mai fiel.

— Die gerichtliche Vereidigung eines Schreibverständigen (Sach­verständigen) hat zwar gesetzlich vor seiner Vernehmung zu erfolgen; das gerichtliche Verfahren wird jedoch nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals, Sen. f. Straff., vom 15. Juni d. I., dadurch nicht ungültig, wenn der Richter aus Versehen die Ableistung des Eides erst nach der Vernehmung erfolgen läßt.

— Die Briefscnduugen für S. M. S. „Victoria" gehen vom 4. Juli cr. ab bis auf Weiteres nach Rio de Janeiro.

— Düsseldorf, 1. Juli. (Versammlung des deutschen Ver­eins für öffentliche Gesundheitspflege.) Eine lange und lebhafte De- datte veranlaßte heute die Frage bezüglich der berechtigten Ansprüche an städtische Wasserversorgungen vom Hygienischen und technischen Stand- Punkte aus. Der Vortrag des Ingenieurs Grahn (Essen) gipfelte in dem Satze: Die zwiefache Aufgabe der öffentlichen Gesundheitspflege, Reinhaltung der menschlichen Wohnplätze und Versorgung derselben mit gesundem Trinkwasser sei, namentlich für Städte, nur mittelst allge- meiner Wasserleitungen zu lösen. In diesem Sinne wurden auch Re- solutionen gefaßt. Bezüglich des letzten Themas: „Der Einfluß der heutigen Unterrichtsgrundsätze in den Schulen auf die Gesundheit des Heranwachsenden Geschlechtes" hatten die Ref. Prof. Dr. Finklenburg (-Öonn) unb Sanitätsrath Dr. Märklin (Wiesbaden) folgende Thesen vorgeschlagen: „1) Die gegenwärtige Bemessung des Unterrichts, nach

'st einer gedeihlichen körperlichen Ausbildung Hinder- n^sun g ^ Inanspruchnahme des jugendlichen Gehirns bei ^erJ?»a« ^ Niederhaltung der Muskelthätigkeit setzt Gleichge- Wichtsstörungen in der Entwicklung des Blut- und Nervenlebens. £ £ ^berfuHe bei Lehrgegenstände, sowohl in der Volksschule wie rn den höheren Lehranstalten beider Geschlechter, beeinträchtigt eine

i normale Entwickelung der geistigen Leistungsfähigkeit und schädigt ins- s besondere die mittelbegabten Schüler, welche überall die weitaus größte Mehrzahl bilden. 4) Anzustreben sind daher: a) Eine Beschränkung der täglichen Unterrichtszeit, wobei eine Kompensation durch Abkürzung der Ferien keinem hygiönischen Bedenken unterliegen würde; b) eine Beschränkung der in den höheren Lehranstalten gegenwärtig geforderten häuslichen Arbeiten; c) eine Verminderung der Lehrfächer in den höhe­ren Schulen, insbesondere den Realschulen unter möglichster So ge für frühzeitige Berücksichtigung der speziellen BerufSbedürfnisse, Fachschulen einerseits, Gymnasien andererseits. 5) Die mangelnde Unterweisung in den Grundsätzen der Gesundheitslehre setzt die Heranwachsende Generation manchen Schädlichkeiten aus, gegen welche sie durch geeignete Belehrung in der Volksschule sowohl wie in den höheren Lehranstalten geschützt werden sollte." Der zu weit vorgerückten Zeit wegen wurde jedoch beschlossen: das Thema zu vertagen, dasselbe als ersten Verhandlungs- gegenstand auf die Tagesordnung der nächstjährigen Vereinsversammlung ; zu setzen und ferner: die Referenten zu ersuchen, sich noch durch einen praktischen Schulmann behufs Erörterung dieser Angelegenheit zu ver­stärken. (Schw. Merl.)

— Am 6. Juli wird in Königsberg (Franken) der 400jährige Todestag des daselbst geborenen berühmten Mathematikers Johannes Müller, genannt Regiomontanus, feierlich begangen werden. Außer einer Schulfeier, einer Ovation am Denkmal des genannten Gelehrten wird am Geburtshause desselben eine Gedenktafel enthüllt. Zufolge Einladung wird der Nürnberger Magistrat eine Deputation zu dieser Feier abordnen, da bekanntlich Regiomontanus lange Zeit hier lebte.

— Wien, 4. Juli. Nach einer Meldung der „Polit. Korre­spondenz" aus der Herzegowina wird berichtet, es seien gestern bei Podgorttza die montenegrinischen Vorposten von den Türken überfallen worden; nach blutigem Kampfe hätten beide Theile ihre resp. Stellungen behauptet.

— Lemberg, 3. Juli. Der „N. Fr. Pc." wird von hier telegraphirt: In Folge wiederholt vorzekommener Waffendurchfuhr nach Rumänien und Serbien wurden die galizischen Bahnverwaltungen an­gewiesen, die Weiterbeförderung verdächtiger Sendungen bis nach einer bei den politischen Behörden erfolgten Anfrage zu verzögern und sodann instruktionsgemäß vorzugehen.

— St. Petersburg, 29. Juni. Die russische Presse bewährt sich in dieser Zeit der wieder ausgelebten orientalischen Frage als be­sonnen, taktvoll und überzeugungStreu. Sie ist im Ganzen für ihre Glaubens- und Stammesgenoffen, die christlich slavischen Unterthanen der Türkei, doch unterstützt sie die friedenfreundlichen Maßregeln der Regierung, verhält sich lobmd und vertrauensvoll (mit Ausnahme na­türlich) gegen die Bundesgenossen, macht England Opposition, ohne die Grenze Der Klugheit und Mäßigung zu überschreiten. Der Kriegsfall zwischen Serbien und der Türkei unterliegt allerdings einer sehr ver­schiedenen Beurtheilung seitens der Haupttagesbiätter. Golos, die Der* breitetste und angesehenste russische Zeitung, glaubte schon am 15. l. M. an den serbische türkischen Krieg und machte für die kriegerische Schwen­kung Serbiens die englische Politik verantwortlich. GoloS ironisirt den Lord Derby, der bei seiner den Kontinentalmächten abgewandten Politik gewiß ganz andere Resultate bezweckt habe, als daS erreichte, Serbien zum Kriege gedrängt zu haben. Im weiteren Verlauf seiner dem Orient geweihten Leitartikel behauptet das Blatt die Friedfertigkeit der russi­schen Gesellschaft und das Friedensbedürfniß des russischen StaateS, verwahrt sich gegen den Vorwurf des Optimismus und glaubt nur, daß alle Staaten Europas gleich interessirt seien, die Leiden der Christen in der Türkei beendigt zu sehen. Am heutigen Tage widmet die Ge- sammtpresse dem Beginn des serbisch-türkischen Krieges ihre Sympathie oder wenigstens ihre Kritik. Herold, ein achtbares neues Organ deut­scher Sprache in Petersburg, hat wenig Sympathie für die serbische Politik und Kriegsinitiative, ebensowenig die alte deutsche St. Peters­burger Zeitung, welche fälschlicherweise im Auslande für offiziös gilt. Die Neue Zeit verspricht Serbien die heißen Wünsche der ganzen sla-