A»,«,k»ent»- »»c«:
SLHrlich 9 Wart Hawj. 4 R. 50 *. BirrteljShrlich
* R»rl 25 P^.
>ür aultoärtiflt Hiennenten
Mit bei« betreffe«, len thftniifWM. Weeinjctatlhiw met 19 Pjg.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, »nd Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
gxfetti»»*- V«U:
Die Islams« Karsumd-^lr *, beten Sean
io W
Sie 21» alt 8e»
* Pl^
SteSfpaBigeSeOe » W
M 149
Donnerstag den 29. Juni
1876.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Der Herr Ober-Präsident hat durch Erlaß vom 16. d. M. genehmigt, daß für die durch die Feuersbrunst am 31. v. Mts. schwer geschädigten Einwohner der Gemeinde Salden, Kreis Hofgeismar, eine Hauseolleete im Regierungsbezirk Cassel abgehalten werde.
Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorstände werden veranlaßt, wegen Erhebung der GoUfCte in ihren Bezirken sofort die weitere Anordnungen zu treffen und dies zu veröffentlichen.
Die eingehenden Gelder sind an die Königlichen Steuerkassen und von diesen an die Regierungs-Hauptkasse abzuführen.
Durch daS Brandunglück sind in Salden 47 Wohnstätten mit Zubehör zerstört und dadurch 266 Personen obdachlos geworden.
Für die mitverbrannten Mobilien steht nur vier Personen, welche Versicherungen abgeschlossen laben, eine Entschädigung in Aussicht.
Hanau, am 25. Juni 1876.
Der Landrath.
Die Dienstgeschäfte des nach Kassel versetzten Herrn Kreisbaumeisters Schuchard sind auf den Herrn Bau-Inspektor Grau übergegangen.
Hanau, am 26. Juni 1876.
Verloren: Ein Zwanzig-Markstück. Ein goldene Brille.
Entlausen: Ein großer röthlicher Doggenhund.
Zugelaufen: Ein Pinscher.
Gesunden: Ein weißes Taschentuch, E. S. 6 gez. Ein Paar weiße Manschetten. Ein silbernes Armband mit der Aufschrift „Gott schütze Dich". Ein Portemonnaie.
Hanau am 29. Juni 1876.
R a e B s ch s u.
DE Der „Reichs- und Etaats-Anzetger" war bis Schluß der Redaktion noch nicht eingetroffen.
— St. Johann, 22. Juni. Heute Morgen 6^/. Uhr ist, wie der „St. Joh. Ztg." mitgetheilt wird, die Pulverfabrik in Bous in die Luft geflogen; drei Personen sind um's Leben gekommen.
— Oppenheim, 26. Juni. Hunderte von Arbeitern der Lud- wigSbahn waren gestern beschäftigt die gefährlichen Stellen des Eisen« bahndammeS durch Legen von Faschinen und Herbeischaffen von Sand und Geröll auszubessern. Nur so war es möglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Am Nachmittag konnte nur noch daS Landgeleise befahren werden.
— Darmstadt, 27. Juni. Die „Darmstädter Zeitung" meldet nach der „Offenb. Ztg." die Ernennung des Ministerialraths Neid- Hard zum Gesandten in Berlin. — In heutiger Sitzung der zweiten Kammer beantwortete die Regierung die Interpellation Edinger in Betreff der Reichsbahnen dahin: Sie sei zur Zeit nicht in der Lage, sich über ihre künftige Stellung zu dem Projekte auszusprechen, da ohne Kenntniß der Bedingungen und künftigen Verwaltungseinrichtungen, unter den für daS Reich ein größerer Complex von Eisenbahnen dem Eigenthum und der Verwaltung nach übertragen werden soll, die Prüfung deS Projekts weder vom Standpunkte der Reichsverfassung aus, noch aus dem Gesichtspunkte der Interessen des Reichs und der bethei- ligten Bundesstaaten ermöglicht ist.
— In Ludwigshafen wurden am Samstag zwei Männer erstochen.
— München, 25. Juni. Nachdem der König erst kürzlich Anlaß genommen, die Minister v. Pfeufer und v. Pfretzschner, jenen zu seiner silbernen Hochzeit, diesen zu seinem Namenstage zu beglückwünschen und sie ausdrücklich der Fortdauer seines vollen Vertrauens zu versichern, hat gestern auch der Kultusminister Johann v. Lutz ein ähnliches Gratulationsschreiben mit dem wiederholten Ausdruck des Vertrauens und der Zufriedenheit erhalten. Solche Kundgebungen sind nach Lage der Dinge gewiß von Bedeutung.
— Guntersblum, 25. Juni. Heute Abend wurde unsere
Gemeinde von einem schweren Unglück betroffen. Mehrere der Arbeiter, welche damit beschäftigt waren, an einem Abhänge Erde für einen Nothdamm zu graben, wurden, weil dieser Abhang allzusehr untergraben wurde, von der sich plötzlich loslösenden Erdmass« verschüttet. Durch schnelle Hülfe gelang es, dieselben bald hervorzuziehen, allein drei junge Burschen im Alter von 18 Jahren waren todt und ein armer Familienvater liegt hoffnungslos darnieder.
— Volkswirthschaftlicher Kongreß. In Bremen findet in diesem Jahre der siebzehnte volkswirthschaftliche Congreß vom 25. bis 28. | September 1876 statt. Auf der Tagesordnung des Congresses stehen: a) Entgegennahme etwaiger neuer Anträge von Mitgliedern, dergleichen statutenmäßig nur vor oder bei Eröffnung des Congresses gestellt werden können: b) Berathungen über folgende Gegenstände: I) Der Ankauf der deutschen Eisenbahnen durch das Reich. Referenten: Dr. Alex. Meyer (Breslau), Dr. Böhmert (Dresden). II) Werth- oder Gewichtszölle. Referenten: Seyffardt (Crefeld), Dr. Hertzka (Wien). III) Die Erneuerung der bestehenden und die Abschließung neuer Handelsverträge. Referenten: LammerS (Bremen), Dr. Weigert (Berlin), Dr. Hammacher (Berlin). IV) Die gesetzliche Regelung des Feingehalts von Gold- und Silberwaaren. Referent: v. Studnitz (London). V) Die volkswirthschaftliche Bedeutung deS Verhältnisses zwischen den Bau- und Betriebskosten der Eisenbahnen. Referenten: v. Kübeck (Wien), Dr. Faucher (Berlin), Dr. Rentzsch (Berlin), c) Wahl der ständigen Deputation zur Geschäftsführung für das folgende Jahr von neun Mitgliedern mit dem Rechte der Cooptation.
— Die N. Zür. Ztg. bringt folgende Auslastung gegen die vielen Festlichkeiten in der Schweiz: „Jedes Jahr, sobald der Schnee Platz gemacht hat, fängt es in unserem Vaterlande an wirbeln wie von Schmetterlingen, so von Ankündigungen von internationalen, eidgenössischen, kantonalen, Bezirks-, Gemeinde- und Klub-Festen aller erdenklichen Gattungen; Schützen-, Sänger-, Musik-, Jugend-, Schul-, Turn-, Schwing-, Kadetten-, Osfiziers-, Unteroffiziers-, Fahnen-, Winzer-Feste, Fastnacht-, Fritschi-, Sechseläuten- und historische Umzüge, an denen die todeSmuthigen Thaten eines ^eldengeschlechtes von den Epigonen „„in butzenwys"" vorgestellt werden; Regatten, Pferderennen, Käs- grännet, Schaskegelt, Sackgumpeten, Schulreifen, VergnügungSzüge u. s. w. u. s. w. mehren sich in rasender Progression, so daß Du bald seltener einem Schmetterlinge, als einer „„Lustigmachete"" begegnen wirst. Für das Jahr 1876 waren freilich die Aspekten trübe. Millionen aus der Tasche des Staates und der Privaten in rettungslosen Unternehmungen verloren, Hunderte von Familien in offene oder geheim gehaltene Nothlage gestürzt, ein Fehljahr in ziemlich gewisse Aussicht und endlich die entsetzlichen Zerstörungen in einem ansehnlichen Theile unseres Vaterlandes, welche die Betroffenen zur Verzweiflung treiben und der Schweiz viele kostbaren Säfte abzapfen werden. Aber sollten die Schmetterlinge darum aufhören flattern? So geht auch unter den unbeschwingten Schmetterlingen die gewohnte Wirtschaft, die bereits zum Lebensbedürfnisse geworden ist, so lustig fort, als wäre lauter Sonnenschein!"
— In Wi en verlautet nach einem Telegramm der Post gerücht- weise, Fürst Gortschakoff werde wegen deS nahe bevorstehenden serbisch- türkischen KriegeS seinen Urlaub nicht antreten und den Czar auch ferner begleiten; in diesem Falle würde sich auch Graf Andraffy zur Kaiser-Entrevue nach Reichstadt begeben. <^->
— Rotterdam, 24. Juni. DaS Land erfreut sich wieder der obligatoren, regelmäßig von 2 zu 2 Jahren periodisch eintretenden Ministerkrise, denn Heemskerk hat mit dem gesammten Kabinet dem König die Ministerportefeuilles zur Verfügung gestellt. Unerwartet kam die Katastophe gerade nicht, denn schon bei seinem Auftreten stand daS Ministerium mit einem Fuße im Grabe, es lebte so zu sagen von der Hand in den Mund, und sobald die liberale Mehrheit in der 2. Kammer einmal in geschlossener Phalanx auftrat, war auch sein Schicksal unwiderruflich entschieden. Dieses ist aber ein wohlverdientes, denn statt sich ehrlich auf die Mehrheit zu stützen, vergeudete Heemskerk seine