Einzelbild herunterladen
 

WS»»«e»k»tK-

Brets:

KLHrlich 9 Watt yawj. 4 M. 50®. Bikrteljährlich

* «nt 96 Pfg. Wr auswärtige Abonnenten mit dein betreffen­den Postsufschiag. Me einzelne Rum- mer 10 Pfg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, md Samstags mit der Berliner Provinziab-Korrespondenz.

M 147.

Dienstag den 27. Juni.

S»feni«t«- $«»t

Die lipaingt Garmondzetle * deren Keine

10 PK-

Die Sipalt. B*& 90 Pfg.

BiebfpaMgeLeü, so ®f«.

1876.

Tsge-scha m

Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Herrenhauses am 24. d. M. gelangte als letzter Gegenstand der Tagesordnung der Kommis- sionsbericht über den Gesetzen Wurf, betreffend die Zuständigkeit der Ver- Waltungs- und VerwaltungSgerichtsbehörden im Geltungsbereiche der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 zur Erledigung und fand der Gesetzentwurf in der Fassung der Kommission en bloc Annahme.

Ja der heutigen (24.) Sitzung des He-renhauses trat das Haus zunächst in die einmalige Schlußberathung über den Gesetzentwurf, be­treffend die Ablösung der Servituten, die Theilung der Gemeinschaften und die Zusammenlegung der Grundstücke für die Provinz Schleswig- Holstein. Auf Antrag des Referenten genehmigte das Haus ohne jede Debatte den Gesetzentwurf en bloc in der vom Abgeordnetenhause ange-- Kommenen Fassung.

Der zweite Gegenstand der Tagesordnung war die einmalige Schlußberathung über den Gesetzentwurf, betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung der durch die Hochwasser im Frühjahr 1876 herbeigeführten Verheerungen und gemeingefährlichen Zustände. Der Referent, Herr Dr. Baumstark, beantragte, dem Gesetzentwürfe in Uebereinstimmung mit dem Abgeordnetenhause die verfassungsmäßige Zustimmung zu ertheilen; wurde angenommen.

Es folgte als dritter Gegenstand der Tagesordnung der zweite Be­richt der Matrikel-Kommission; ohne Diskussion genehmigte das Haus die Einträge des Referenten Grafen zur Lippe.

Der vierte Gegenstand der Tagesordnung war der mündliche Be­richt der Budget-Kommission über die allgemeine Rechnung über den Staatshaushalt des Jahres 1873. Ohne Debatte wurde der betreffende Antrag des Referenten Grafen v. d. Schulenburg-Angeru genehmigt. Den Schluß der Tagesordnung bildete der n ündliche Bericht der Bud­getkommission über die Uebersicht von den Staatseinnahmen und Aus­gaben des Jahres 1874. Der Referent Graf v. d. Schulenburg-Angeru beantragte in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des Hauses cer Abgeordneten vorbehaltlich der bei der Prüfung der Rechnung sich er­gebenden Erinnerungen die nachgewiesenen Etatsüberschreituncen für das Jahr 1874 mit 13,844,488 Tylr. 8 Sgr. 8 Pf. und die außeretats- mäßigen Ausgaben mit 2,588,413 Thir. 19 Sgr. 2 Pf., zusammen 16.432,901 Thlr. 27 Tgr. 10 Pf. nachträglich zu genehmigen, und das Haus trat diesem Anträge ohne Debatte bei, worauf der Präsident die Sitzung um 2 Uhr schloß.

Berlin, 26. Juni. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (74) Sitzung wurde ohne Debatte in erster und zweiter Berathung der Gesetzentwurf, betreffend die Erhöhung des Maximal- untelstützungssatzes für die hülfsbedürftigen ehemaligen Krieger aus den wahren 1813/15 angenommen.

Ebenso wurden die in veränderter Fassung vom Herrenhaus« zurück- Eangten Gesetzentwürfe wegen Ergänzung der Verordnung vom 13. Mai 1867, betreffend die Ablösung der Servituten, die Theilung der Gemeinheiten und die Zusammenlegung der Grundstücke für das vor- mallge Kurfürstenthum Hessen und betreffend d:e Verwaltung der den Gemeinden und öffentlichen Anstaltungen gehörigen Holzungen in den Plvvlnzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien und wachsen angenommen. Dann wurde die in voriger Sitzung unter- brochene Berathung der Petitionen aus Ober hausen und Jserlohn, be­rstend die durch den Bergbau verursachten Bodensenkungen fortgesetzt. Nachdem der Referent der Gemeindekommission Abg. Knebel, seinen ein- tuenden Bortrag vervollständigt, wendete sich Abg. Dr. Hammacher Segen den Antrag der Kommission, welcher die Revision der Bergaesetz- gebung m Bezug auf den Rechtsschutz gegen die gemeingefährlichen Ein- Wukungen des Bergbaues bezweckt, mit der Erwägung, daß man trotz dieser unvermeidlichen Folgen den Bergbau, die Quelle des Volk, wohl- Gegenden, nicht als g meingefährüch einschränken dürfe. Schlüsse des Blattes hatte der Äbg. Schluper das Wort, o (Fortsetzung folgt.) ' ' <$. a St .-A.)

Zeitungen haben sich in den letzten Tagen mehrfach mit

der Thatsache beschäftigt, daß in der Organisation der Vertretung der deutschen Kommission bei der Weltausstellung in Philadelph'a kürzlich eine Aenderung stattgefunden hat. Bedauerlicher Weise sind hierbei Nachrichten verbreitet worden, welche der Wahrheit nicht entsprechen. ; Man ist soweit gegangen, die persönliche Ehrenhaftigkeit der in Phila- ; delphia bestellten deutschen Kommissare völlig grundloser Weise in Zwei- : fei zu ziehen. Richtig ist nur, daß, nachdem eine einheitlichere Orga- ; nisation unserer Vertretung in Philadelphia als wünschenswerth sich er» : geben hatte, der Kaiserliche Gesandte in Washington auf seinen Antrag die Ermächtigung erhielt, einen deutschen Generalbevollmächtigten für , die Ausstellung zu ernennen. Von dieser Ermächtigung hat denn auch ! der Kaiserliche Gesandte, einem in diesen Tagen hier eingetroffenen Be- ; richt zufolge, durch Einsetzung eines General Kommissärs Gebrauch ge­macht.

Das deutsche Mittelmeer- Geschwader ist am 25. Juni in Sa- lonichi angekommen. Alles wohl.

: München, 25. Juni. Mit dem heutigen Augsburger

; Morgenschnellzuge verließ eine aus 16 Herren bestehende Kommission Seitens der Generaldirektion der Verkehrsanstalten, hierunter die Her- !en v. Hocheder, Badtzauser, Röckl, v. Schamberger, Kichles, Pailler, i Seidel, Trient, Hettich, Hößling den hiesigen Bahnhof, um sich , nach Nördlingen zu begeben und, wie bereits mitgetheilt, die technische Erprobung für die am 1. k. Mts. stattfinbenbe Betriebseröffnung der i von da nach Dinkelsbühl erbauten Bahnlinie vorzunehmen. Die Kom­mission kehrt heute Abend wieder hierher zurück.

Wien, 21. Juni. F.M.L. Graf Bylandt, Reichskriegs- . minister, F.M L. Baron Schönfeld, Generalstabschef der Arm e in , diesen post tot discrimina rerum zu Stande gekommenen Neubesetzun­gen der durch den Rücktritt Kollers und den Tod John's erledigten beiden höchsten militärischen Stellungen drückt sich der Sieg desjenigen . Systems aus, welches Kriegsminister und Generalstabschef einander koordinirt wissen will und dem Minister nur die eigentliche Admini­stration sammt der parlamentarischen Vertretung zumeist, während der Generalstabschef die belebende Seele, der leitende Geist des HeereSganzen : ist. Eben deshalb hat es so viele Schwierigkeiten gehabt, speziell für den Ministerposten einen Mann zu finden, der bereit war, noch für das eine Verantwortlichkeit zu übernehmen, was im Grunde außerhalb sei­ner Entscheidung lag. Die Zusammenkunft der Kaiser Franz Josef und Alexander erhält diesmal nach derKarlsr. Ztg.", abgesehen da­von, daß sie länger dauert als sonst, noch eine besondere Bedeutung dadurch, daß der Erstere, dem ausdrücklichen Wunsche seines Gastes nachkommend, auch seinen Sohn, den Kronprinzen, nach Reichstadt bringt. Ob der König von Sachsen kommt, wie ein Gerücht wissen will, vermag ich nicht zu sagen. Mit Serbien ist neuestens wieder ein ernstes Wort gesprochen. Es ist in Belgrad in förmlicher Weise eröffnet worden, man verzichte fortan darauf, irgend welche Rathschläge ; zu ertheilen und irgend welche Vrrmittiung anzubieten; man habe viel- , mehr einfach zu erklären, daß Serbien, was es thue, ganz auf eigene ' Verantwortlichkeit und Gefahr hin thue und daß sich keine Hand regen werde, eintreterden Falls den Arm der zur Aufrechterhaltung ihres traktatmäßlgen Rechts sich erhebenden suzeränen Macht aufzuhalten.

Aus Wien telegraphier man derNat. Ztg.": In Belgrad sind die englischen Einflüsse in lebhafter Thätigkeit, um Serbien von ? kriegerischen Entschlüssen abzuhalten. Wenn es England gelingt, die Pforte zu einer, auch noch so geringen, Gebietsabtretung an Serbien, ; beispielsweise die Abtretung der Festung Groß-Zwornik zu vermögen, dann ist jede Gefahr eines Ausbruchs der Feindseligkeiten beschworen. Auch ist, so lange die Pforte in dieser Beziehung noch nicht das letzte Wort gesprochen, die Kriegsgefahr keineswegs so drohend, wie hier einige offiziöse Blätter es darstellerr; dagegen scheint es, daß wegen des / Zusammenhanges, in welchem ungarische Serben mit der Kriegsagita- tron in Serbien getreten sind, Sicherheitsmaßregeln in einigen un ari­schen, von Serb.n und Kroaten bevölkerten Grenzkomilaten bevvrftehett.-