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Montag den 19. Juni.
1876.
— Der „R.- u. St.-A." Nr. 141 enthält: 1) Gesetz, betreffend; die Aufhebung der Parochialexemtionen, vom 3. Juni 1876; 2) Gesetz,' betreffend den Ankauf und den Ausbau der Bahnstrecken Halle-Cassel und Nordhausen-Nixei, vom 7. Juni 1876.
— Der „R.- u. St.°A." enthält folgende Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 13. Juni 1876: Auf Grund des Artikels 6 der Verfassung ist von Sr. Majestät dem Kaiser, Könige von Preußen der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats»Minister Hofmann, an Stelle des aus dem Reichs dienfte geschiedenen Präsidenten des Reichskanzler-Amts, Staats-Ministers Dr. Delbrück, zum Bevollmächtigten zum Bundesrath ernannt worden.
— Berlin, 17. Juni. Das Herrenhaus hat heute nach den Ferien seine erste Sitzung gehalten und sich zunächst mit dem Ansiede- lungkgesetz beschäftigt. Herr v. Kleist-Retzow machte bei dieser Gelegenheit den Versuch, die Debatte über die vom Abgeordnetenhause im Competenzgesetz geschaffene Einrichtung der eximirten Städte zu anitci» Piren. In §. 22 des Ansiedelungsgesetzes ist nämlich von Städten die Rede, welche nach Maßgabe ergehender Gesetze von der Zuständigkeit des Kreisausschusses in Angelegenheiten der allgemeinen Landesverwal- tung ausgenommen werden. Herr v. Kleist beantragte Streichung des Paragraphen, fiel jedoch damit durch. Die Vorlage wurde mit einigen redaktionellen Aenderungen in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen. Alsdann trat man in die Berathung des Gesetzes über die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst ein.
— Berlin, 18. Juni. Eine große Anzahl von Landtagsmitgliedern, namentlich von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses, war gestern schon hier eingetroffen. Dre Rechnungskommission des letztern hatte bereits am Donnerstag den Bericht über die allgemeinen Rechnungen pro 1873 festgestellt. Man ist allgemein der Ansicht, daß dieser letzte Theil der parlamentarischen Arbeiten der laufenden Campagne, die nun schon seit 27. Oktober v. J. währt, nicht über 14 Tage dauern, und daß die Session also spätestens am 1. Juli schließen wird. Jedenfalls gehört diese Session zu den längsten in unserer bisherigen parlamentarischen Geschichte. Für den 1. Juli haben übrigens bereits mehrere Minister um Urlaub nachgesucht und erhalten, Grund genug für die Annahme, das die Sessionsdauer schon längst nur bis zu diesem Ter-
mm angenommen war.
Ctrib.)
— Der Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten hat unterm 19. d. Mts. die Instruktion zur Ausführung der §§. 17—27 des die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen betreffenden Gesetzes erlassen. Dieselbe zerfällt in 128 Paragraphen und enthält im ersten Abschnitte die Schutzmaßregeln gegen die einzelnen Seuchen, und zwar: Milzbrand, Maul- und Klauen- (Aphthen-) Seuche des Rindviehs, der Schafe, Ziegen und Schweine, Lungenseuche des Rindviehs, Rotzkrynk- heit, Pockenseuche der Schafe, Beschälseuche der Pferde, Bläschenausschlag der Pferde und des Rindviehs, Räude der Pferde und Schafe, Tollwuth der Hausthiere. Diese Abtheilung ist wegen der namentlich der Hunden anzuwendenden Schutzmaßregeln wichtig. Der zweite Abschnitt enthält allgemeine Bestimmungen. Beigegeben ist eine Anweisung über das Desinfektionsverfahren und eine Anweisung für das Verfahren bei Obduktionen.
— Zur Ergänzung der drei großen Justizgesetze für das deutsche Reich sollen, wie die „Voss. Ztg." wissen will, in Vorbereitung sein: ein Gesetzentwurf, betreffend die Formen der öffentlichen Beurkundung in Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, und ein Gesetzentwurf, be- tr.ffend die Amtsstellung der Notare. Außerdem ist ein Anwalts- Kammer-Gesetz in Aussicht genommen worden, welches dem Reichstag so zeitig zugehen wird, daß es gleichzeitig mit den übrigen Justizgesetzen wird ins Leben treten können. Dieses Gesetz wird den Anwalts- kammern vornehmlich folgende Funktionen zuweisen: Handhabung der Disziplinargewalt über die Advokaten, Zuweisung der Armen-Vertreter, Erstattung von Anträgen auf Erlassung neuer oder Abänderung bestehender Gesetze, Mittheilung wahrgenommener Mängel in der Rechts
pflege an die Regierung, Begutachtung vorgelegter Gesetzentwürfe und so weiter.
— Stettin, Sonnabend, 17. Juni, Nachmittags. Die auf der Werft des „Vulkan" für die demsche Kriegsmarine gebaute neue ge« deckte Korvette ist heute Mittag 12^2 Uhr glücklich vom Stapel gelaufen und erhielt bei der im Auftrag des Kaisers durch den Contre-Admiral Henk vollzogenen Taufe, in Erinnerung an die bezüglichen glorreichen Waffenthaten des deutschen Heeres, den Namen „Seban".
— El berfeld, 10. Juni. Das Neueste im Jndustrieritterthum , hat ohne Zweifel ein fein gekleideter Herr erfunden, der dieser Tage mit zerrissener Hose bei mehreren Hundebesitzern erschien und ihnen klagte, er sei von ihrem Hunde angefallen und ihm dabei seine h-lle Sommer» i böse zerrissen worden. Die Hundebesitzer erschraken ob dieser Unthat ; und ließen sich, da der Angefallene mit Klage drohte, gern bereit finden, : demselben ein Schmerzensgeld zu zahlen. Hinterher aber stellte sich heraus, daß Alles Alles Schwindel und der feine Herr mit keinem ein« • zigen Hundegebrß in Berührung gekommen war.
i — Bremen, 14. Juni. Eduard Mohr hat heute nach be: »Wes. Ztg." Bremen verlassen, um seine Erforschungsreise im Innern Afrikas von der Westküste aus anzutreten. Am 19. v. wird er sich rn Hamburg auf der Vandalia nach Lissabon einstigsten und von dort Anfangs Juli mit einem portugiesischen Dampfer nach St. Paulo de Lo- anda gehen. Von Loanda aus wird Mohr mit einem Dampfer bett . Koanza, so weck er schiffbar ist, tzinauffahren und dann b-absichüat er, . seine Wanderung zunächst nach Malange zu richten. Die besten Wünsche begleiten den Reisenden, der zum dritten Male in das Innere des geheimnißvollen Kontinents eindringt.
— München, 15. Juni. Vom Wetter begünstigt zog heute die Fronleichnamsprozession durch die geschmückten Straßen der Stadt, in denen die Garnison Spalier gebildet hatte. Der kirchliche Pomp war der althergebrachte, der Glanz der Feierlichkeit aber bedeutend beeinträchtigt dadurch, daß der König seine Theilnahme versagt und auch mit seiner Stellvertretung Niemand beauftragt hatt... So mangelte denn der Hof und die offizielle Begleitung des Umzugs durch die Würdenträger des Staats und es mag dies die Ursache sein, daß in den letzten Jahren weit weniger als in früherer Zeit Schaaren von Fremden aus der Nähe und Ferne zu dem immerhin imposanten Schauspiel hierher gekommen sind. (Schw. Werk.)
— Bayreuth, 15. Juni. Die mitwirkenden Kunstgenossu sind nunmehr vollzählig um den Meister geschaart und täglich mehrmals finden Proben statt, denen Richard Wagner meist persönlich an« wohnt. Vom 1 bis 10. Juni wurden die Proben für die erste Abtheilung des Festspieles: „Rheingold" gehalten, seit 12. d. ist die zweite Slötheilung: „SSJaifüre" in Vorbereitung. Da zu den Proben selbstverständlich kein Unbetheiligtcr Zutritt hat, verlautet nur wenig über den Verlauf; soviel man aber von den mitwirkenden Künstlern erfährt, ist deren Begeisterung für die neueste Schöpfung Wagners eine ganz außerordentliche; die Anstrengung für dre glückliche Durchführung des Werkes auf Seite aller Betheiligten eine so hingebungsvolle und ausdauernde, daß schon jetzt ein freudiges Swgesbewußtsem Meister und Jünger beseelt. — Während auf der Bühne und im Orchesterraum die Künstler beschäftigt sind, den inneren Ausbau des Werks zu vollenden, sind vor und nach den Proben noch Hunderte von Händen beschäftigt, an der äußeren Ausstattung zu arbeiten. Die dekorative Seite des Zuschauerraums ist vollendet, an Maschinerie und Szenerie wird noch fleißig gearbeitet. Dieser Tage ist die großartige Beleuchtungs» und Dampfmaschineneinrichtung fertig gestellt worden, ein Riesenwerk, wel ches die F.rma Emil Staubt & Cie. in Frankfurt a. Main hergestellt hat. Die Bühne wird durch 3246 Flammen beleuchtet, der Zuichauer- raum durch 157 Flammen. Zur Beleuchtung der sonstigen Räume int Innern des Hauses sind 220 Flammen bestimmt, zur äußeren Beleuchtung noch 30 Flammen hinzuzurechnen, so daß zur GesaWmtbeleuchtunq 3660 Flammen in Verwendung treten. DaS Orchester ist durch 115 an den Pulten angebrachte Oellampen beleuchtet. Für den zu szeni-