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AB-rmsMM-As »«18: Jährlich 9 Mark, holbj. 4 M. «> P- Vierteljährlich * Marl 25 Pf». Für auswärtige Ldontieuien mit dem betreffen- den Postaufschlag. Sie einzelne Num­mer 10 Psg.

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Hananer Anjcigtr.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, md Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.

Freitag den 16. Juni.

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20 Psg.

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1876-

BekauutmachuugLR Kömgl. Laudrathsamts dahier.

Gefunden: Ein Coupon. Eine neue blaue Brille. Ein baum­wollener Sonnenschirm. Ein schwarz-seidener Regenschirm. Ein braun« seidener Regenschirm. Ein Rechnenbuch mit der InschriftKönig." Ein Arbeitsbuch, auf den Namen August Deller, Bäckergeselle, lautend. Ein Notizbuch. Ein Portemonnaie mit etwas Geld nebst einem Gas­brenner. Ein Militair-Ehrenzeichen von 1870/71. Eine Moir6schürze. Zwei weiße Taschentücher. Zwei Kinderhüte. Eine Knabenmütze. Zwei Hundcmaulkörbe.

Verloren: Ein grün und weiß gestreiftes Band. Ein Porte­monnaie, enthaltend 1,76 Mark.

Hanau, am 16. Juni 1876.

TsgesschLU.

Se. Majestät der Kaiser haben auf Grund des §. 26 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 für die Dauer der Abwesenheit des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck zum Stellvertreter desselben in der Leitung der Reichsbank den Präsidenten des Reichskanzler-Amts, Staats« Minister Hofmann, zu ernennen geruht.

Berlin, 15. Juni. Der Reichskanzler Fürst Bismarck ist laut telegraphischer Meldung gestern Abend um 91/* Uhr in Kissingen eingetroffen.

Berlin, 13. Juni. Das in diesen Tagen ausgegebene Ver- zeichniß der in den beiden Häusern des Landtags noch restirenden Vor­lagen weist, wenn man nur die Zahl der Gegenstände berücksichtigt, ein sehr bedeutendes Pensum auf. Die zu Ostern veröffentlichte Zusam­menstellung der unerledigten Gegenstände des Abgeordnetenhauses zählte 52 Nummern, die jetzige hat nur 12 Nummern weniger. Aber anders gestaltet sich das Verhältniß, wenn man den Inhalt der Nummern ins Auge faßt. An bedeutenderen Gesetzentwürfen sind im Abg.-Hause nur zwei zurück, die Wegeordnung und die Vorlage über die Provinz Ber­lin. Beide werden voraussichtlich auch diesmal unerledigt bleiben. Die sogenannte Nothstandsvorlage, sowie die Gesetzentwürfe, betr. die Reise­kosten und Diäten der Mitglieder des Abgeordnetenhauses (bloße Um­rechnung in die Markwährung) und betr. die Ablösung der Servituten rc. in Schleswig-Holstein, werden kaum nennenswerthe Schwierigkeiten verursachen. Der Gesetzentwu f betr. die Umzugskosten der Staatsbe- amten ist nur noch in 3. Lesung zu erledigen. Ob die Vorlage wegen Umwandlung des Zeughauses zu Berlin in eine Ruhmeshalle noch aus der Budgetkommission an das Plenum zurückgelangen wird, ist zweifel­haft. Außer einigen aus der Mitte des ^auses, vorwiegend ton ul- tramontaner Seite, hervorgegangenen Anträgen ist sodann noch eine große Anzahl von Petitionen im Rückstände. Die wichtigsten dieser Gegenstände werden noch rasch erledigt werden können; das Uebrige wird dembeihlehemitischen Kindermord" anheimfallen. Man sieht also, daß das Restpensum des Abgeordnetenhauses allein die neuerdings aus­gesprochene Befürchtung, als könnte sich die Session noch tief in den Juli hinein erstrecken, nicht rechtfertigen würde. Alles kömmt darauf an, in welchem Tempo und mit welchem Grade von Mäßigung das Herrenhaus seine Arbeiten zum Abschluß bringt. Ihm liegt freilich noch eine ganze Reihe mehr oder minder wichtiger im Abgeordneten­hause beschlossener Gesetzentwürfe vor. Manche von denselben werden indeß sicher, wie dies z. B. betreffs des Sprachengesctzes von der Kom­mission bereits beantragt ist, einfach genehmigt werden; von anderen ist dies wenigstens zu hoffen. Der Schwerpunkt liegt bei dem Kompetenz­gesetz und der Städteordnung. Was die letztere anlangt, so hat die betr. Kommission des Herrenhauses alle Erwartungen übertroffen. Sie t in 3 Tagen das schwierige Gesetz durchberathen und es kann nun­mehr der Bericht an das Plenum so frühzeitig fertiggestellt werden, daß k -ete !"fE nach der Wiederaufnahme seiner Sitzungen am 16.

in hie Berathung eintreten kann. Ueber das Materielle der Beschlüsse der Kommission hört man, daß dieselben sich im Wesentlichen auf der Linie der von dem Minister des Innern bei der 3. Lesung im Abgeordnetenhause entwickelten Anschauungen halten. Kommt die Kom-

I petenzgesetz- Kommission zu einem gleichen Resultat, und läßt man es dann im Plenum an dem nöthigen Nachdruck nicht fehlen, so erscheint die Möglichkeit einer Verständigung zwischen den beiden Häusern über die beiden wichtigsten Vorlagen der Session noch vor dem Ende deS Monats nicht ausgeschlossen. Was den schon erwähnten Gesetz-Entw. wegen der Ruhmeshalle betrifft, so gilt für gewiß, daß derselbe in die­ser Session nicht mehr zur Erledigung gelangen könne. Es ist übrigens noch von Interesse, zu konstatiren, daß das in Abgeordnetenkreisen ver­breitete Gerücht, als ob der dem Gesetzentwurf zu Grunde liegende Gedanke eines Umbaues des Zeughauses zu dem bezeichneten Zwecke aus dem kronprinzlichen Pa ais stamme, ein falsches ist. Der Kron­prinz, welchem jenes Gerücht zu Ohren gekommen, hat entschieden gegen diese Unterstellung rrotestirt. Auch die Kronprinzessin soll geäußert haben, es sei ihr unbegreiflich, wie man daran denken könne, ein künst­lerisch in sich abgeschlossenes Bauwerk, wie das Zeughaus, welches übrigens in der Presse irrthümlich als eine Schöpfung Schlüter's be­zeichnet wird (nur einen Theil des architektonischen Schmuckes verdan­ken wir Schlüter) durch einen Kuppelbau, wie dem von H. Hitzig ge­planten, zu verunzieren.

Berlin, 13. Juni. Von der Abtretung Helgolands an Deutschland ist in unterrichteten Kreisen nichts bekannt. Die Nachricht wird stark bezweifelt und bedarf jedenfalls der Bestätigung.

S. M. Knbt.Comet" hat am 3. Juni c. Nachmittags Lis­sabon verlassen, ankerte am 5. Juni auf der Rhede von Gibraltar und beabsichtigte am 6. Juni die Reise fortzusetzen. S. M. S.Elisa­beth" ist am 12. Juni er. in Kiel außer Dienst gestellt. Briefsen­dungen für S. M. S.Medusa" und S. M. Knbt.Comet" sind bis auf Weiteres nach Konstantinopel, per Adresse des deutschen Konsulats, zu dirigiren.

DerDaily Telegraph" freut sich zu bemerken, daß auf dem Festlande und namentlich in Deutschland seit den letzten Schritten der englischen Regierung sich eine entschiedene Annäherung zwischen Deutsch­land und England erkennen lasse.

Der Kaiser von Rußland verläßt Ems, wie programmmäßig festgestcllt war, am Sonntag, den 18. d. M. In der darauf folgenden Woche wird der türkische Botschafter Edhem Paschah in Ems dem Kai­ser seine neuen Accreditive überreichen. Der S'.aats-Secretär von Bülow wird bei diesem Act den Reichskanzler vertreten. (Trib.)

Dresden, Donnerstag, 15. Juni, Nachmittags. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer gab der Minister des Innern, v. Rostig Wallwitz, in Beantwortung einer an ihn gerichteten bezüg­lichen Interpellation, die Erklärung ab, daß die Einführung der Lei- chenverbrennung auch der fakultativen, ohne eine vorherige Revision und Ergänzung der bestehenden Gesetzgebung unthunlich sei, die Regie­rung aber nicht beabsichtige, dem Landtage noch weitere legislatorische Vorlagen zu machen. c».«. s^Anza

München, 14. Juni. Die Eröffnung der Kunst- und Kunstindustrieaus st. llung hat heute Vormittags 11 Uhr unter glänzen­der Betheiligung und großem Andrangs stattgefunden. Der Direktor der Ausstellung, Hr. v. Miller, betonte in einer Ansprache an den Prinzen Luilpold die hohe Bedeutung der Kunst für die Entwicklung der Gewerbe und hob die starke Betheiligung der Aussteller aller deut­schen Länder, Oesterreichs und der Schweiz mit freudiger Anerkennung hervor. Prinz Luitpold erklärte sodann die Ausstellung im Namen Sr. Maj. des Königs für eröffnet. Hr. v. Miller brächte ein dreifaches Hoch auf den König aus, worauf die Ausstellung eröffnet wurde. An­wesend waren, außer dem Prinzen Luitpold, die Prinzen Ludwig und Arnulf und Herzog Ludwig in Bayern, die Prinzessinnen Gisela, Lud­wig und Therese. Die Ausstellung gewährt einen prachtvollen Anblick. Nur einen Blick durch das imposante, goldene Thor, welches den Ein­gang zu der Abtheilung der Alterthümer bildet. Da entwickelt sich eine Pracht, wie sie wohl nie gesehen wurde und das Auge weiß kaum, wo es den ersten Anhaltspunkt finden soll, um von ihm aus eine ruhige Betrachtung der Dinge zu beginnen. Gleich beim Eingänge steht der