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— Es freut unS hiermit die bestimmte Meldung machen zu können, daß der Zweck unseres erstrebten Unternehmens vollständig sichergestellt ist. Dank der allgemeinen Betheiligung der Anlieger, worunter eS uns besonders freut eines jährlichen Beitrages von 5 Mark von Seiten ei­nes Arbeiters Erwähnung thun zu können, wird nach dem Beschlusse der Commission die Begießung ausgeführt von der Nicolay'schen Bier­brauerei, dem Auheimerweg, Leipzigerstraße, N ue Anlage, Steinheimer Weg und Weg nach dem Badeplatz, Schlachthaus, Mainkanal, PhilippS- ruher Allee, bis zur Hellerbrücke, zurück um die Nußallee, Vorstadt bis zur Diamantenschlerserei Houy und von da zurück in die Haingasse.

Ihre Reservoirs haben zur Verfügung gestellt die Herren Bier­brauer Nicolay, Koch, Herr C. Winkler, Herr Döring und Herr Houy und in Aussicht steht die Erlaubniß der Hess. Ludwigs­bahn ihre Krahnen benutzen zu dürfen.

DaS anzufchaffende Faß, größter bis jetzt existirender Dimension, ist neuester Construktion, mit vollkommenster Technik ausgestattet und soll nach Beschluß der Commission mit Einrichtungen versehen werden, daß es auch Zwecken der Feuerwehr bei ausbrechendem Brande zur Verfügung geftrüt werden kann.

Wir fordern hierdurch alle Pferdebesitzer auf, Anerbietungen zur Uebernahme der betreffenden Fuhrleistungen entweder für jedes gefüllte Faß gerechnet, oder per Tag, bei Herrn Weißbrod (WaisenhauSbuch- druckerei) einzureichen; bemerken dabei, daß die Zeit Morgens von 6 bis 9 Uhr und Abends von 4 bis 7 Uhr wahrscheinlich vollständig ge­nügt, iiicl. Füllung, zur Beziehung der 5000 Meter langen Strecke. W.

— Heute Morgen trafen 4 Wagen Dynamit von Mainz nach Nürnberg bestimmt hier dn und wurden mit den nöthigen Vorsichts­maßregeln über die Gemarkungs-Grenze geschafft. An dem einen Wa­gen wurde beim Dörnigheimer ■ Walde die Achsen heiß, dieser Unfall aber glücklicherweise noch rechtzeitig entdeckt, und mußten die Räder aus dem Wagen herausgenommen werden.

— Seit einigen Tagen ist am Ch. I. Lossow'schen Geschäfte dahier, welche Firma zum Hoflieferanten Sr. Kgl. Hoheit des Herrn Landgrafen zu Hessen ernannt wurde, das Wappen des hohen Herrn in ansehnlicher Größe angebracht,

— Selbst die begeistertsten Verehrer des Lamboifestes dürften in diesem Jahre (durch das Fallen des 13. Juni auf einen Dienstag) schließlich festmüde werden und sich nach Ruhe sehnen, denn drei Lam- boiwaldstage hinter einander sind sowohl für den physischen Zustand des Körpers als auch für die Anforderungen an den Geldbeutel starke Zumuthungen. — Gestern schon war der Wald mit Besuchern angefüllt und alles das, was dem Charakter unseres Volksfestes eigen, vertreten. Heute gegen Abend wird bei einigermaßen günstiger Witterung der Fest­ort gewiß belebt sein, und das um so mehr, weil, wie man hört, ver­schiedene Gesangvereine in corpore sich zum Walde begeben und sicher dann auch ihre Chöre erschallen lassen. Morgen ist dann naturgemäß der Tag, an dem Hanau bei annehmbarem Wetter so ziemlich das Bild einer verlassenen Stadt darbietet, weil die weitaus größere Zahl seiner Einwohner mit Kind und Kegel zum Walde hinauspilgert und auf ei­nige Stunden dort die Hütte aufschlägt. — In dankenswerther Weise wird auch dieses Jahr eine Abtheilung der freiw. Feuerwehr den Sicher­heitsdienst in der Stadt übernehmen, so daß ein Jeder sich beruhigt den Freuden des Tages im Walde hingeben kann.

— Für heute und morgen. Heute: Vorfeier des Lamboi­festes ; — Sum.: Abends 7 Uhr Versammlung im Lamboiwald. — Morgen: Nachmittags: Hanauer Volksfest im Lamboiwalde, das den getroffenen Einrichtungen nach seinen Vorgängern nicht nachzustehen scheint. — Centralhalle: Abends von 8 Uhr an Großes Concert in der Halle sowie Ball in den oberen Sälen; großer Festball in den Sälen der Reichskrone und bei ungünstiger Witterung Concert und Ball in den Sälen der großen Krone.

Versteigernngs- und Verpachtungs-Kaleuder für Mittwoch den 14. Juni.

Vormittags 9 Uhr kommt das Heugras in dem Altstädter Schloß­garten zu öffentlicher Versteigerung (s. Nr. 134 „Han. Anz"). — Nachm. 4 Uhr wird im Gasthaus „zum Adler" zu Langenselsold die der dortigen Gemeinde zustehende Jagd, 11000 Casieler Acker haltend, auf weitere 6 Jahre, vom 1. August 1877 an, öffentlich verpachtet (s. Nr. 134 „Han. Anz.").

» 4 — Jmpfun g. Den 14. Juni, Morgens 8 Uhr, Jmpftermine zu Bruchköbel und Vormittags 11 Uhr zu Roßdorf; Nachmittags 2 Uhr zu Bockenheim: Revision der am 7. Juni Geimpften und Impfung der Knaben der Volksschule und der katholischen Schule; Nachmittags 3 Uhr zu Hanau: Jmpfang der 1875 und früher geborenen Kinder, wenn letztere früher ohne Erfolg geimpft wurden oder wegen Krankheit nicht geimpft werden konnten.

— Den Regierungen des preußisches Staats ist nach der „Fr. Ztg." ein Reskript des Finanzminister Camphausen zugegangen, das allen in der Presse lautgewordenen Beschwerden, betreffend daS Verfahren der Einziehungskassen, Abhülfe schafft. Der Finanzminister hat nämlich die vom Reiche getroffene Anweisung dahin erweitert, daß

die preußischen EinlösungSkaflen nicht nur die preußischen Silbermünzen der Thalerwährung, der in der Bekanntmachung bezeichneter Art zum Umtausch anzunehmen haben, und die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausch nur auf durchlöcherte und anders als durch den gewöhn­lichen Umlauf im Gewicht verringerte, ingleichen auf falsche Münzstücke keine Anwendung finden soll. Unerhebliche Beschädigungen sind selbst dann, wenn sie anscheinend nicht blos durch den gewöhnlichen Umlauf entstanden sind, als ein Hinderniß des Umtausches nicht anzusehen. Durch den gewöhnlichen Umlauf abgegriffene Münzen dürfen nicht zu­rückgewiesen werden, sobald nach den vorhandenen Spuren des Geprä­ges oder nach dem ganzen Zustande der Münzen, wenn auch nur bei genauer Prüfung erkannt werden kann, daß sie deutsche Münzen der einzulösenden Art sind. — Um ferner auch den über die Kürze der den Einlösungskassen zum Umtausch bewilligten täglichen Geschäftszeit laut gewordenen berechtigten Beschwerden abzuhelfen, sind die betreffenden Kassen angewiesen, sich unter voller Anstrengung ihres Personals, wenn nöthig, auch über die gewöhnlichen Kassenstunden hinaus mit größtem Entgegenkommen dem Einlösungsgeschäft zu unterziehen. Es wird nun Sache des Publikums sein, den Beamten das Einlösungsgeschäft da­durch zu erleichtern, daß es die noch zirkulirendm Scheidemünzen in nicht zu kleinen Beträgen zum Umtausch präsentirt.

— Marburg, 9. Juni. Die in unserer Gegend selten? Todes­ursache in Fo ge eines Insektenstiches traf gestern die erwachsene Tochter einer hiesigen Bürgerfamilie. Vor drei Tagen klagte das Mädchen über Schmerz unterm Auge, alsbald trat h-ftige Geschwulst ein; allen angewandten ärztlichen Mitteln gelang es nicht, der Patientin zu hel­fen, und nur der Tod konnte sie von ihren Leiden erlösen. Dieser Todesfall ist um so beklagenswerther, da er den betagten Eltern noch das einzige Kind, eine geschickte und fleißige Tochter entreißt. Gr. H-ff-^Ltg.)

— Marburg, 10. Juni. Die, wie bereits gestern gemeldet, in unserer Jrrenheilanjtalt eingekehrten Kranken, dem Vernehmen nach 22 an der Zahl, haben sich, wie Kasseler Blätter mittheilen, seither im dortigen Landkrankenhause befunden.

— Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 10. Juni aus Frankfurt am Main: Die Frankfurter Rudergesellschaft wird mit dem berühmten „London-Rowing-Club“ am 24. d. M. einen Wlltkampf in Putney bei London bestehen und wird ine diesseitige Race-Mannschaft nächste Woche Frankfurt verlassen. Vor der Abreise derselben wird morgen Abend um 5 Uhr eine gemeinschaftliche Auffahrt stattfinden, dieselbe geht vom Holzmagazin aus bis an die neue Brücke und zurück. — Sämmtliche Hunde der Stadt müssen, da ein wuthverdächtiger Hund unter ihnen war, 6 Wochen lang eingesperrt gehalten werden. Zuwi­derhandlungen werden, wie das eben publizirte Polizeiplakat sagt, bis zu 150 Mk. bestraft. — Ein Eisenbahnkondukteur wurde, da er sich in ungeziemender Weise gegen eine im Zuge befindliche Dame Ausschrei­tungen erlaubte, sofort seines Dienstes entlassen. — Verflossenen Mor­gen um 2 Uhr brach in einer Dachwohnung des dichtbevölkerten Knob- lauch'schen Hauses in der Fahrgass; Nr. 36 ein großes Feuer aus, welches den Dachstuhl einäscherte. Die Familie des Taglöhuers SchmUt, welcher die Flucht durch die brennende Treppe unmöglich war, mußte durch die Fenster des Dachstockes nach dem dritten Stock gerettet wer­den. Das schwierige Werk gelang nur durch den Opfermuth einiger beherzter Männer, welch; die in Verzweiflung befindliche Schmitt'sche Familie dadurch, daß sie vom dritten Stöcke aus, auf dem Feusterkreuz stehend, die der brennenden Wohnung entkletterten Personen, welche sich in die Diese zu stürzen im Begriff standen, in Empfang nahmen und zu sich heran- und hineinzogen. Bis jetzt sind die Namen der wackeren Männer noch nicht festgestellt, da sie sich nach vollbrachter That beschei­den zurückzogm. Hohe Anerkennung und öffentlicher Dank gebührt ihnen jedenfalls. — Zwei Namen Derjenigen, welche sich bei der Ret­tung von Menschen bei dem in voriger Naht stattgehabten Brandun­glück auszeichneten, haben wir ermittelt. Der Eine ist daS frühere Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und in turnerischen Kreisen als Preisturner wohlbekannte Fritz Becker, der Andere ein Hr. Hänel.

AM- Morgen den 13. Juni erscheint kein „Hanauer Anzeiger", was unsere verehrlichen Abonnenten um so mehr entschuldigen werden, weil dem größten Theck derselben doch keine Zeit zum Lesen übrig blei­ben würde und auch für das Setzerpersonal der Lamboiwald an diesem Tage ein allzugroßer Anziehungspunkt ist.

Thermometerstand.

10. Juni: Höchster Stand + 17s/?, Abends 7 Uhr + 14°, 11. Juni: Morgens 7 Uhr + 11”, Vormittags 10 Uhr 4- 12«, höchster Stand + 15«, Abends 7 Uhr + 14«; 12. Juni: Mor­gens 7 Uhr + 14 Vs«, Vormittags 10 Uhr + 13«.

— Mamwasierwärme Morgens 7 Uhr 16 Grad.