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WschMt tSglich mit AxSnahsre der Sons- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, md Samstage mit der Berliner Provmzial-Eorrespoxdenz.

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M 112.

Samstag den 13. Mai.

1876

Bekr»«tmach»«-e» Königl. LardrathSemt» dahin.

Gefnnde«: Ein kleiner runde» Portemonnaie. Eine Peitsche.

Ein größere- und 3 kleine Semüse-Mähnchen, nebst Wage mit Gewicht uk 1 Söckchen mit Bohnen.

Entlaufen: Ein schwarz und weiß gescheckter Huhn.

Hnnan, am 13. Mai 1876.

lttundscha«.

H. H. C. Die Augen Europa» sind jetzt auf Be. li« gerichtet, W» nicht nur der deutsche und der russische Kaiser, sondern auch die Kanzler der 3 Ostmächte eine Zusammenkunft haben, um Vereinbarungen über die möglichst rasche und zweckmäßigste Beseitigung der balkanischen Wirren zu treffen. ®n f Andrassy sollte schon am 9. Mai nach Berlin kommen, allein ein leichtes Unwohlsein erlaubte ihm erst am 9. oder 10. d. Mir. die Reise anzutreten. Der Czar in Begleitung bei Fürsten Gortschakoff ist am 11. in der deutschen Hauptstadt angelangt. Hie deiden Kaiser verlassen Berlin schon am 13. Mai, die Kanzler aber werden ihre Berathungen noch über diesen Termin hinaus fortsetzen. Der Kaiser hat da» Ernennungtdekret, welches den Hess. Ministerpräsi­denten Hofmann mit dem ReichSkanzleramtSpräsidiu« betraut, unter­zeichnet und wird dasselbe in den nächst.« Tagen imReich». Anzeiger" publizirt werden. Wer glaubt, Präsident Delbrück werde nun dem politischen und gesetzgeberischen Wirken gänzlich entsagen, der irrt. DieBreSlauer Ztg." berichtet, daß die liberale Partei der zweitgrößten Stadt Preußen'» (BreSlau) Herrn Delbrück sowohl in da» Abg.-Hau» nl» auch in den Reichstag zu wählen entschlossen ist; und von anderer Seite hört man bereit», daß Delbrück nicht abgeneigt sei, ei» solche» Mandat anzunehmen. Der bisherige Abgeordnete BreSlau'S, Präsident von Kirchmann, der gelehrte Philosoph, ist den dortigen Liberalen zu radikal und oppositionel, weßhalb er nicht wieder gewählt werden soll. Räch endgültiger Annahme der Eisenbahnvorlage und bei Synodal- gesetze» und Erledigung verschiedener Petitionen und kleinerer Vorlagen, verwies das preuß. Abg.-Haus den Entwurf betreff» Verlegung des EtatSjahreS an die Budgetkommission und erledigte eS die zweite und dritte Lesung bei AnsicdrlungSgesetzeS. In der bayerischen Abg.- Kammer wurden die Anträge, die Wahlen im Wahlbezirk München II für gültig zu erklären, dagegen die Emtheilung der Ur Wahlbezirke im Wahlbezirke München II als gesetzwidrig zu erachten und deshalb zu vernichten, angenommen, re»p. von der ultramontanen Mehrheit geneh­migt gegen die liberale Minorität, welche zwar dem ersten aber nicht dem zweiten Anträge zustimmte. Der LandeSauSschuß von Elsaß- Lothringen wurde für den 17. Mai zu einer Session einberufen.

Im Schweizer Kanton St. Gallen fanden die GroßrathSwahlen statt, wobei die Lrberalen siegten.

DaS ungarische Kabinet TiSza wird in diesen Tagen im Pester Unterhaufe heftige Angriffe auSzuhalten haben, sowohl von Seiten der äußersten Rechten als auch von Seiten der äußersten Linken und selbst der Liberalen, wegen deS am 2. Mai mit der andern Reichshälfte end­lich vereinbarten AuSgleichS. Die Ungarn sind eben immer der Mei­nung, daß sie übervortheilt worden seien. Ttsza hat aber eine wirk­same Waffe gegen diese Angriffe, indem er darauf hin weist, daß eS an­gesichts der polit. Lage unbedingt nothwendig gewesen sei, die innere Einigkeit zwischen Wien und Pest wieder herzustellen, damit die Mo­narchie bei den gegenwärtigen wichtigen Verhandlungen in Berlin ihr ganzes Gewicht in die Wagschale werfen könne. Und das wird ziehen. Haben doch die Ungarn eine erschreckliche Furcht vor der Realisirung der südslawischen Wünsche und wissen sie doch, daß Graf Andrassy in Berlin alles aufbieten wird, um die beiden befreundeten Kabinete ab« zrrhalten, für die Bosnier mehr zu erstreben als die Herstellung eines verbesserten Status quo. Die g>oßen Wiener Blätter' hegen übrigens ebenfalls nicht wenig Besorgnisse, daß Deutschland und Rußland mehr im Schilde führen könnten, als Oesterreichs Inieriff: zuläßt. Ein tür- kenfresserischer Artikel derNordd. allgem. Ztg." hat dieses Mßtrauen hervorgerufen.

Der franz. Minister deS Innern, R card, scheint sich die Gunst ber Republikaner wieder erwerben zu wollen. Er hat 2 Rundschreiben

an die Präfekten erlassen, von denen bat eine für alle Zeitungen den Straßenverkauf wieder frei gibt und die genannte« Beamten eindring­lich darauf aufmerksam macht, daß sie Beamte der Republik sind, und da» andere ihnen aufgibt, die von den früheren Ministerien eingesetzten MaireS, die von außerhalb der Gemeinderäthe genommen wurden, so­fort zu ersetze«. Der franz. Minister bei Aeußern, Herzog von Decaze», scheint nicht mehr festzusitzen. Man spricht davon, daß er bald von Casimir Pürier, dem Freunde Thier»', ersetzt werden würde. Auch der franz. Botschafter in Madrid, der fromme Graf Chaudorly, scheint nicht mehr lange spanische Luft athmen zu sollen. Der Budget- auSschuß der 2ten Kammer hat 100,000 FrcS. zur Abfindung franz. Arbeiter zur Weltausstellung in Philadelphia bewilligt. In genannter Kommission ist Gambetta für Beibehaltung bei Botschafterposten im Vatikan eingetreten, doch will er denselben durch einen Geistlichen be­setzt wissen, um anzudenten, daß el sich dabei nur um geistliche und nicht um staatliche Dinge handle. Der offiziöseMoniteur" theilt je­doch den Standpunkt bei ExdiktatorS nicht.

Wenn die spanische Regierung auch durch Annahme bei §. 11 des VerfüssungSentwurfS, welcher die Religionsfreiheit gewährleistet, durch die Körte» einen Triumph errang, so ist ihre Lage doch noch immer keine beneidenSwerthe. Der Finanzbericht ist e», der einem großen Theile der Kongreßmitglieder gar nicht gefällt, und soeben erst hielten 106 derselben, die man der Regierungspartei zuzählte, eine Konferenz ab, in der sie ziemlich oppositionelle Beschlüsse faßten. Auch haben sich die Delegirten der batkischen Provinzen dahin ausgesprochen, daß sie der Regierung auf keinen Fall die Hand dazu bieten würden, die Fueros abzuschaffen.

. Viel Aufsehen erregt die vor einigen Tagen vom englischen Pre- miermintner Siiraeb, auf eine Interpellation hin, abgegebene Erklärung, Beziehungen zwischen Rußland und England niemals freund- ichaftlicher gewesen seien all jetzt, daß Rußland eine asiatische Mission, dasselbe Recht habe, bte Tartarer zu erobern und zu zivilisiren, wie England Jndren erobert und zivilisirt habe; Rußlands Vorgehen in Centralaften sei für England kein Grund zur Beunruhigung. Alle Engländer denken übrigens nicht so sanguin wie Disraeli.

9lid&t nur die Türken, sondern auch die Herzegowinischen Jnsur- genten können lügen. Daran, daß die Türken in den letzten Kämpfen mit fprenstkugeln geschossen hätten, ist nämlich kein wahres Wort. SDloutbtar Jßaf^a soll eine neue Expedition zur Verproviantirung von 9iiffic norbereiten. 3» Konstantinopel fand schon wieder einmal ein allgemeiner Mlnisterwechsel statt. In vielen Gegenden des türkischen RIetnaften es Unruhen und stellt die Bevölkerung der militärischen Aushebung Widerstand entgegen. Vornehme Bulgaren haben eine Pe- tition an die Pforte gerichtet, in welcher sie um nichts weniger als um eine neue konstitutionelle Verfassung bitten, um dem We tergreifen des bort ebenfalls ausgebrochenen Aufstandes vorzubeugen. Das neue ser­bische Kabinet Ristic hat nach eintägiger Regierung wieder seine Ent­lassung verlangt, das rumänische Kabinet soeben nach erst 14tägiger Existenz. Die wahren Ursachen werden wohl erst in den nächsten Tagen bekannt werden.

Tagesschsu.

DerR. u. St.-A." Nr. 112 enthält: Verordnung, betreffend die Erneuerungswahlen für die Bezirks Vertretungen und die Kreisvertre­tungen in Elsaß Lothringen. Vom 8. Mai 1876.

Berlin, 12. Mai. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung wurde die Spezialberathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Vermögensverwaltung der katholischen Diözesen, fortgesetzt und die übrige» Paragraphen, eine kleine vom Abg. Miguel beantragte und genehmigte Einschaltung zu §. 5 abgerechnet, nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen.

In der heutigen (53.) Sitzung wurde nach einigen geschäftlichen Mittheilungen des Präsidenten die am 9. d. Mts. unterbrochene dritte Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Vertheilung der öffentlichen Lasten bei Grundstückstheilnngen und die Gründung neuer Ansiedelungen in den Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien