Einzelbild herunterladen
 

2 »v.-KtoteeiB«

P«i»:

»r»mq 9 M^s $t»i. «M. w »j z«t-rt«Mr»ch g Satt 86$(£.

g «r<m*»teti«e ateimwitee

jH bon Settefl«* 9« SiMnlfÄIia, $ttttm*lneKam>

Ä« 10 W,,

Hamuer Ameizer.

ZAgleich NMÜiches Orgem für Kreis mrd Stadt Hauau.

Mschsstä SKgUch mit Ausnahme der Ton«- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

SaierKr-» * $»«.;

Die IftaMjf 4armon»jetl( leren Rm .

10 Sfa

>is SfOalt. ^ SO P!e

-3iä8f)>elttgH<>8is

*0 »f?,

U 108

Dienstag den 9. Mai.

1876.

Bekanntmachungen König!. Landrathsamts dahier.

Gefunden: 'Ein biblisches Historienbuch mit der InschriftAnna Schwind". Ein Rückkauf^zettel. Zwei Hundemaulkörbe. Ein ver­schiedenfarbiges Halstuch. Ein weißer Kinderstrumpf. Ein rother desgl. nebst wollenem Schuh. Ein seidenes HalStüchelchen.

Hanau am 9 Mai 1876.

L a g e s f ch a «.

Berlin, 8. Mai. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlauf der Sitzung am 6. d. M. wurden die ferneren Para­graphen des Ansiedelung? gesetzes meist nach den Vorschlägen der Kom­mission angenommen. Nur wurden nach dem Antrags des Abg. Stengel, welchen der Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten Dr. Friedenthal befürwortete, die von de? Kommission gestrich-nen §§ 19 und 20 der Regierungsvorlage wieder hergestellt, und ein §. 22a. auf Antrag deS Abg. Dr. Hänel:In denjenigen Städten, welche noch Maßgabe ergehender Gesetze von der Zuständigkeit des Kreisausschi ss-s in Angelegenheiten der allgemeinen Landesverwaltung ausgenomm n werden, weiden die in diesem Gesetze dem KreisauSjchusse überwiesmen Obliegenheiten von dem Bezirksverwaltungsgerichte wahrgenommen" ein­geschaltet. Ander Debatte betheiligten sich außer dem Staats Min ster Dr. Friedenthal und dem RegierungSkommissar, Geheimen RegierungS« Rath Rathe, der Referent Abg. Kümmert, ferner die Abg. Kall nbach, Psrsius, Schlüter, Dr Hammacher, Frhr. v. Heereman, v. Beut«, Lipke, Dr. Freiherr v. d. Goltz, Dr. Hänel und Köhler (Göttingen). Schluß 4^2 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 10 Uhr.

(Fortsetzung folgt.) (8t u. St.-A.)

Der Finanz Minister hat die Bezirksregierungen beauftragt, sämmtliche Kassen ihres Ressorts anzuweisen, die unter ihren Beständen befindlichen, sowie die bei ihnen ferner eingehenden noch coure fähigen LandeS-Kupfermünzen (also die auf Grund der Zwölftheilung des Groschens geprägten Einpfennigstücke und die auf Grund der Zehntheilung des GroschenS geprägten Landes-Kupfermünz-n) nicht wieder zu verausgaben, sondern anzufammeln und an das Münzmetall-Depot des Reichs bei der Berliner Königlichen Münz-Direktion abzulstfern. Ebenso sollen Scheide­münzen der Thalerwähruug an das Münzmetall-Depot des Reichs ab­geliefert werden. Auch haben die Kassen,« insoweit es der Geschäftsver­kehr derselben gestattet, bereits vor dem 1. Juni d. Js. auf die An­träge solcher Personen einzugehen, welche die vorbezeichneten Silber- und Kupfer-Scheidemünzen umzuwechseln wünschen.

Berlin, 8. Mai. Dem Auswärtigen Amte ist gestern die Meldung eines höchst bedauerliche« Vorganges zugegangen, der sich am 6. d. M. in Salonichi ereignet hat. Bei einem St-aßentumult, über dessen V ranlassong und Hergang die genaueren Nachrichten abzuwarten sein werden, sind die Konsuln von Deutschland und Frankreich von der muhamedaniscben Bevölkerung der Stadt erschlagen worden. Nach Ein­gang dieser Nachricht in Korstantinopel haben die Botschafter von Deutschland und Frankceich, in Gemeinschaft mit den übrigen Vertretern, sofort die nöthigen Schritte bei der Pforte für den Schutz der Christen in Salonichi und Einle tung einer strengen Untersuchung gethan. Der Großvezier hat sich bereit erklärt, alle geforderten Maßregeln zu er- greifen. Se.- Majstät der Sultan hat sofort durch seinen ersten Ad­jutanten den Botschaftern von Deutschland und Frankreich sein innigstes Bedauern über den Borfall und die Zusage der strengsten Bestrafung der Schuldigen aussprechen lassen. Ein türkisches Kriegssch ff ist be­reits von Konstantinopel nach Salonichi abgegangen, mit Eschief Pascha und Vahan Effmdi als außerordentlichen Kommissaren, denen deutsaer Seits der Konsul in Pera, Gillet, und von der französischen Vertretung der zweite BotschaftsDragoman Robert beigegeben sind. Außerdem fit noch ein türkisches Panzerschiff und Verstärkung der Garnison nach Salonichi gesendet worden.

Der deutsche Konsul, Henry Abbot, war im Jahre 1871 zu seiner Stellung in Salonichi berufen worden. Er gehörte einer seit Jahren dort ansässigen, angesehenen Familie an. Den Pflichten seines Amtes mit Eifer ergeben, hat er in der Zeit seiner Wirksamkeit nützt ehe Dienste geleistet, und sich die volle Anerkennung der Reichsregierung er­worben. (8t u Sl^Anz.

Ueber die Persönlichkeit Edhem Paschas, des neuernannten

Botschafters am Berliner Hofe, eines der achtbarsten und begabtesten Staatsmänner der Pforte, wird der Polit. Korr. geschrieben: Edhem ist von Geburt ein Chiote, griechischer Nationalität. Seine noch jetzt lebende Mutter spricht nur griechisch und gkhört der griech. Kirche an. Edhem kam als Kind nach Konßantinopel, wo er von einem vornehmen Türken im mahomedanischen Glauben erzogen wurde. Schon als Knabe verrieth er Talent und Geist und wurde später zu seiner Ausbildung nach Paris geschickt. Nach seiner Rückkehr von Paris wurde er vom Sultan Abdul Medjid zum Chef seiner militärischen Suite ernannt und auf diesem Posten übte er großen Einfluß aus, so daß ihm der ver­storbene Sultan die Erziehung seines ältesten Sohnes, des Prinzen Murad Effendi, des präsumtiven Thronerben, übertrug. Während und nach dem Kriege zählte Edhem zu den Gegnern Rußlands. Seit den Jahren 1868 und 1869 jedoch, wo er vom Sultan wiederholt zur Be­grüßung des Kaisers Alexander nach Livadia geschickt wurde und Ge­legenheit fand, die Ansichten des Zaren über die orientalischen Ange­legenheiten kennen zu lernen, wurde Edhem freundlicher für Rußland gestimmt. Ais sicher dürfte anzunehmen sein, daß die Weisungen Edhem Pascha's einem Eingehen der Pforte auf etwaige Wünsche her Mächte zu Gunsten einer beschleunigten Prz'fikation der aufständischen Gebiete nicht zuwiderlausen.

Der Abg. v. Kirchmann, Vertreter BreSlau's im Reichstage, hat sich durch seine philosophischen und politischen Theorien für die kommenden Wahlen als Kandidat dort unmöglich gemacht. Das Or­gan der Fortschrittspartei, die Bre^l. Z., empfiehlt schon sitzt den zu­rücktretenden Präsidenten Delbrück als Wahlkandidaten für den nächsten Reichstag, indem sie u. a. schreibt:Keine Kandidatur dürfte mehr Anspruch auf die allgemeine Zustimmung sämmtlicher Parteien haben, als diese. Von der Linken der Fortschrittspartei bis zu der Rechten der nat.-lib. Pmtei fand das Bedauern allgemeinen, tiefgefühlten Aus­druck, daß ein Mann von solcher Bedeutung und Tüchtigkeit uns in zukünftigen Tagen fehlen werde. Die zweitgrößte Stadt Preußens würde eine ihrer politischen Vergangenheit wür-ige That begehen, wenn sie, wie nicht zu bezweifeln stände, Delbrück mit einer imposanten Ma­jorität in den nächsten Reichstag wählen würde. Es gibt keine größere Kapazität in den wirthschaftlichen Fragen, mit denen sich der "nächste Reichstag zu be chäftigen haben wird, die wir in Breslau wählen könn­ten, als Delbrück. Es gibt aber auch nur wenige Männer von so eminenter Arbeitskraft, von so makelloser Charakterreinheit und lauterer liberaler Gesinnung im ganzen Vaterlande, als Delbrück." Von einer Parteistellung Delbrücks (bemerkt dazu die Tribüne) ist bekanntlich bis- her noch nie gesprochen worden. Er wußte selbst nicht, welcher Partei er angehöre; denn er hatte, wie er selbst einmal einem Frager erwi­derte,keine Zeit, darüber nachzudenken."

München, 7 Mai. Der Herr Erzbischof Schreiber von Bamberg ist auf ein Einberufungsschrerben des Präsidenten der Reichs­rathskammer zu den Sitzungen der l-tzteren hierher gekommen und hat, einer speziellen Einladung des hiesigen Erzbischofs folgend, in dessen Palais sein Absteigequartier genommen. Man deutet diese Gastfreund­schaft allgemein als eine Demonstration der höheren klerikalen Kreise zu Gunst-n des Bamberger Erzbischofs entgegen der Beschuldigungen desselben als Denunzianten in der Lutz Senestrey-Affaire von Seite der KaplanSpresse.

Bochum, 4. Mai. Wie dieWests. Volksztg." vernimmt, haben auf der hiesigen Gußstahlfabrik über hundert Echienenwälzer wegen einer bevorstehenden Lohnreduzirung die A-beit gekündigt.

In Perleberg ist ein Streck der Zimmergesellen ausge­brochen. Es handelt sich von Seiten der Gesellen um die Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit, welche die Meister hartnäck g verweigern.

Darmstadt, 7. Mai. Gestern Abends VslÖ Uhr ermor­dete nach derOffenb. Z." der in b r Soderstraße wohnende Fabrik- a bester H. feine Fiau durch einen Messerstich. Vielfache eheliche Zwisrigketten und zuletzt der Verlust eines kleinen Capitals, welches H. seinem Schwager dargeliehen, sollen das Motiv der That fein. Des Verbrechers konnte die Polizei, trotz sofortiger umfassendster Maßregeln bis jetzt nicht habhaft we-den und hört man vielfach die Vermuthung ausgesprochen, Derselbe habe nach vollbrachter That seinem Leben im großen Woog ein Ende gemacht.