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Samstag den 6, Mai

1876.

Rundschau.

H. H. C. Der deutsck-e Kaiser befindet sich überaus wohl in Wiesbaden und hat dort vor einigen Tagen den Besuch der belgischen Königsfamilie erhalten. Bald wird er nun nach Berlin zurückkehren, um dort den Kaiser von Rußland zu empfangen. In des Czaren Be­gleitung wird sich der russische Reichskanzler, Fürst Gortschakoff, befin­den, woraus hervorgeht, daß der diesmalige kaiserl. russische Besuch in Deutschland auch eine politische Bedeutung hat. Die Wahrscheinlichkeit dieser Annahme wird dadurch erhöht, daß auch der österreichisch-unga­rische Kanzler, Graf Andrassy. um dieselbe Zelt nau, Berlin kommen wird. Natürlich kann nur die orientalische F>a-e den Gegenstand der deSfallsigen Verhandlungen bilden. Es kann jetzt als sicher betrachtet werden, daß der hessische Ministerpräsident Hoffmann der Nachfolger Delbrück's im Reichsksnzlerpräsidium sein wird. An Geschäftskenntniß, Vielseitigkeit und amtlicher Leistungsfähigkeit überhaupt, wird er schwer, lich seinen Vorgänger übertreffen, wogegen man aus seinen als Bun­desbevollmächtigter im Reichslage gehaltenen Reden vielfach den Schluß zieht, daß er, mehr als Delbrück geneigt sein könnte, der liberalen Reichstagsmehrheit eventuell schroff gegsnüberzut eten. Die Eisen­bahnvorlage hat im preuß. Abg.- Hause am 2ten Mar ihre endgültige Annahme gefunden und zwar mit einer Mehrheit von über 40 Stim­men ; dafür stimmten die Nationalliberalen und die Neukoniervativen, dagegen die Fortschrittspartei, die Polen, die Ultramontanen und die Altkonservativen. Die Genehmigung des Herrenhauses wird bald Nach­folgen. Die preuß. Regierung ist sonach binnen Kurzem in der Lage, dem Reiche seine Staatsbahnen und die sonstigen Rechte des Staates an Eisenbahnen zum Kaufe anbieten zu können. Der Reichskanzler soll jedoch gesagt haben, daß dem Reichstage erst im Jahre 1877 ein des« fallsiger Gesetzentwurf unterbreitet werden könnte. Der König von Bayern hat seine Genehmigung dazu ertheilt, daß dem Fürsten Bis- marck in Kissingen ein Denkmal gesetzt werde. Der Exkönig von Han­nover, des Lebens auf monarchischem Boden müde, ist mit Kind und Kegel, wie man sagt, für immer, nach der Republik Frankreich überge­siedelt. In der bayer. Abg.-Kammer kam am. 29. April die Reichs- eisenbahnsrage wieder einmal zur Sprache; verschiedene liberale Redner verwahrten sich dagegen, in dieser noch nicht völlig aufgeklärten Frage schon jetzt Stellung zu nehmen. Der Eine von ihnen, Marquardsen, erklärte, daß er nicht aus Mißtrauen geaen den Leiter der Reichs- eisenbahnpolitik, sondern nur wegen Bedenken gegen die Ergebnisse die- ser Reform Gegner desselben sei. Der Antrag des ultramontanen Abg. Herz auf Aufhebung aller außerdeutschen Gesandtschaften Bayerns wurde von der Majorität abgelehnt.

Am 1. Mai endlich haben sich die ungarischen und österreichischen Minister über die Ausgleichsfragen geeinigt. Das Ministerium Tisza und der Kanzler Andrassy, der ebenfalls mit seinem eventuellen Rück­tritte gedroht hatte, werden sonach im Amte bleiben. Oesterreich will das ganze 6te Armeekorps mobil machen und an die bosnische Grenze schicken; vor dcm dalmatinischen Hafen Pola hat es auch 5 Kriegsschiffe postirt, um die Unterstützung der bosnisch-herzegowinifchen Insurgenten vom Auslande her zu verhindern. Bekanntlich haben am April 30 österreichische Deputirte und 4 Herrenhausmitglieder eine Besprechung über die Frage der allgemeinen Abrüstung und der Ein­setzung eines internationalen Schiedsgerichts abgehalten. Die Theil- nehmer waren lauter hei vorragende parlamentarische Persönlichkeiten, denen kein Geringerer als der Fürst Colloreda präsidirte. Man be- schloß, die Einsetzung eines Neuner-Ausschusses und die Anberaumung einer europäischen Abgeordnetenkonferenz.

Der neue italienische Minister des Innern, Nicotera, hat bereits einen Strauß mit der eigenen Partei gehabt, die ihn darüber zur Rede letzle, daß er eine beabsichtigte Versammlung von gegnerischen Jnteres- stnten der Mahlsteuer verboten. Man sagt: Noch einige solche Sträuß- Sen u"b Nicotera ist nicht mehr! Es war in letzter Zeit davon oie Rede, daß General Cialdini an des nach Petersburg versetzten ^m 'tasten. Botschafter in Frankreich auserlesen sei. Mdmmschall v. Moltke weilt noch immer in Rom, mißtrauische Fran­zosen meinten: um den italien. Generalstab zu reorgamsicen.

Frankreich verliert auch den bisherigen österreichischen Botschafter Avponyi. Ueber seinen Nachfolger ist noch nichts bestimmt. Die vom Bien public gebrachte Nachricht, Frankreich habe den Mächten einen in Berlin abzuhaltenden Kongreß behufs Regelung der orientalischen Angelegenheiten in Vorschlag gebracht, ist bald darauf von derAgence Havas" als unbegründet bezeichnet worden.

Der König von Spanien erfreute sich des Besuches des englischen Thronfolgers, der auf seiner Rückreffe von Indien in Portugal und Spanien eingekehrt war, um sich dort w eder an das europäische Klima zu gewöhnen. Im spanischen Kongresse kam es kürzlich zu sehr auf­regenden Szenen, als der Graf Sakamanka den Schwindel aufdeckte, der in letzter Zeit in der spanischen Armee mit den Ordensverleihungen und den Beförderungen getrieben worden sei. Der Budgetausschuß der Spamfc* en Kammer will vor Beschlußfassung über die Zinszahlung an bie Staatsgläubiger die Ansichten und Wünsche der Letzteren selbst ein- holen.

Das dänische Ministerium ist noch nicht zurückgetreten, trotzdem die Neuwahl des Folkething vom 25. April die Opposition auf 73 er­höht, bie Regierungspartei auf 28 Herabgedrückt hat. Wahrscheinlich will das Kabinet erst die Kammer zusammentreten lassen. Eine außer­ordentliche Session ist ja vom Könige bereits für die Zeit vom 15. Mai an anberaumt worden. Die Linkenmänner werden alsdann wohl zur Regierung gelangen.

Die tüiksiche Regierung hat in letzter Zeit außerordentlich viele Truppen nach dem Jvfarrektionsschauplutze befördert, so daß sie bereits militärische Erfolge erringen konnte. Nicht nur hat Tazyl Bey den Aufständischen im Risowatz-Gebirge eine siegreiche Schlacht geliefert, sondern es ist Moukhiar Pascha endlich auch gelungen, die Insurgenten aus dem Dugapüffe zu vertreiben und das zu verpioviantirende Niksic zu erreichen, nachträglich aber wird aus Ragusa berichtet, daß Moukh- tar's Sieg ein erlogener gewesen, indem wohl 500 Einwohner von Niksic zu ihm gestoßen seien und den von ihm trällerten Proviant auf ihren Schultern heimgetragen haben, Moukytai's Corps alsdann aber von den Insurgenten wieder zurückgeworfen worden sei bis nach Gatschko, auch sollen die Aufständischen bei Motaitza einen Erfolg errungen haben. Auch viele asiatische Truppen des Sultans sind jetzt nach Eu­ropa unterwegs, urb die Pforte ließ den Khedive v"n Egypten auf- fordern, einstweilen Ersatztruppen nach Kleinasien zu senden. Dieser soll sich jedoch entschieden geweigert haben, dieser Aufforderung nachzu- kommen. Die BerlinerPost" wollte von einem türkischen Rund­schreiben wissen, welches die Mächte um Hülfe anrufe, da die Pforte der Insurgenten nicht Herr werden könne. Diese Mutheilung ist jedoch vollständig unbegründet. Im Gegentheil hatten die Mächte soeben noch alle Mühe, die türkische Regierung von dem Erlaß der Kriegserklärung an Montenegro abzuhalten. In Serbien ist wieder einmal eine Ministerknsis eingetreten, die wahrscheinlich durch die erneute strenge Petersburger Weisung, sich jedweder Intervention zu enthalten, verur­sacht worden ist.

Tages scha»

Berlin, 5. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König sind gestern Abend 9% Uhr nach Berlin zurückkehrt. Allerhöchstdieselben wurden auf dem Potsdamer Bahnhöfe von den hier anwesenden Prinzen des Königlichen Hauses, dem Gouverneur und dem Kommandanten von Berlin, sowie dem Ober-Regierungs-Rath, Freiherr von Hertzberg em* i fangen.

Berlin, 5. Mai. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (49.) Sitzung wurde die zweite Berathung des Gesetzent­wurfs, betreffend die evangelische Kircheuveifassung in den acht älteren Provinzen der Monarchie fortgesetzt.

(Fortsetzung folgt.) (« u. Su-A.)

Nach §. 96 der Vormundschaftsordnung kann im Geltungsbe­reich der Depositalordnung vom 15. September 1873 die Auszahlung von Geldern aus dem Depositum auf Grund d-r dem Vormund erst durch die VocmundschastSordnung übertragenen Rechte vor dem 1. Jan. 1878 nicht verlangt werden. Da gleichwohl Auszahlungen aus dem