SieMwem*Htl»:
*ttii:
L«M4 9 M«S 9d6j. 1W.L0 V!
3 1teeteK5W<6 ä Kart 35 Ps, gte oastoätttgs
Stoannenten
. K dem betreff-»- 68 gsMuftolag.
Liesw-eln-R»«- R»r 1® Sfg»
MsHriNt tSglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und GamstagS mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
SnfertioöSt P«ir.
Die Ifpalttti »rrmondzeil^kti derensRaum 1® W«.
Sie »toatt. £8««e so $?e.
Si-SspaMg-ZM«
SO $fge
M 105
Freitag den 5 Mai
1876.
Bekanntmachungen Köuigl. LandrathSamtS dahier.
Das Gemeinderathsmitglied Friedrich Fröbe in Fechenheim ist heute als Bürgermeister eidlich verpflichtet worden.
^anau am 2. Mai 1876.
Der Landrath.
Gefunden: Zwei Portemonnaies mit etwas Geld, nebst verschiedenem Inhalt. Ein Stückchen neues Sohlleder. Ein seidenes Knüpf- tüchelchen. Eine eiserne Stange. Eine weiße Manschette.
Verloren: Ein Notizbuch nebst Dienstmänner-Papieren.
Hanau am 5. Mai 1876.
Tage-schau
— Berlin, 4. Mai Abgeordnetenhaus (Fortsetzung.) In der heutigen (48.) Sitzung trat das Haus nach einigen geschäftlichen Mittheilung-n des Präsidenten in die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betr ffend die evangelische Kirchen Verfassung in den acht älteren Provinzen der Monarchie. Gegen die Vo läge sprach zunächst bei §. 1 der Abg. Dr. Brüel; er bezweifelte die gesetzmäßige Entstehung der vorliegenden General^ Synodalordnung, da dieselbe materielle Abänderungen der bereits durch Staatsbesitz anerkannten Gemeinde und Synodal ordnung enthalte, welche er in die'er Weise für unzulässig erachte. Der Abg. Dr. von Sybel wies zunächst diesen Vorwurf zurück, da der Ausdruck „definitiv" in dem Alleihöchsten Erlaß vom 10. S ptember 1873 nur so zu verstehen sei, daß etwaige Aenderungen wohl eintreten könnten, wenn die folgenden organisatorischen Gesetze das erforcern sollten. Der Redner zeigte sodann an dem Beispiel der norSameri konischen Union die Gefahren eines zu weit gehenden Individualismus auf dem Gebiete der Kirche, und begründete auf G und historischer Thatsachen den rechtlichen Bestand des landesherrlichen KirchenregimentS, um so den Ein- Wänden zweier Vertreter der Fortschrittspartei, der Abg. Dr. Virchow und Dr. Hänel. in der Kommission entgegenzutreten. Hierauf sprach der Abg. Knörcke gegen die Vortage. Die Debatte wurde dann ge- schlössen Nachdem sich der Referent Abg. Dr. Gneist nochmals gegen die Ausführungen des Abg Dr. Brüel ausgesprochen hatte, wurde Art. 1 in der Fassung der Kommission, welche lautet:
„Die in der Kirchengemeinde und Synodalordnung vom 10. September 1873 (Gesetzsamml. 1874 S. 151) und in der anliegenden General Synodalordnung vom 20. Januar 1876 bestimmten und nach diesen Vo-schriften zusammengesetzten Synodalorgane üben die nachstehenden Rechte nach Maßgabe dieses Gesetzes" angenommen.
Bei Art. 2 motivirte zunächst der Abg. Windthorst (Meppen) die ablehnende Haltung seiner Parte; gegenüber der Vorlage. Nachdem auf eine Anfrage des Abg. Richter (Sangerhausen) der Staats-Minister 0r. Falk erklärt hatte, daß eine Einberufung der Kreissynoden beabsichtigt sei, begründete der Abg. Dr. Virchow die Haltung, welche seine Partei der Vorlage gegenüber einzunehmen habe. Art. 2 wurde hierauf bei Schluß des Blattes genehmigt.
(Fortsetzung folgt.) <R. u. St.-A.)
— Berlin, 1. Mai. Die Nachricht des Tages ist die aus Wien und Petersburg für die nächste Woche angekündigte Ankunft Andraffys in Berlin, der hier während der Anwesenheit des Kaisers Alexander mit Bismarck und Gortschaknff Besprechungen haben soll. Diese werden sich silbstverständlich hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, auf den Orient beziehen. Die Tüikei wird dadurch abermals erkennen, daß die Lockerung des Dreikaiserbundes nur in ihrer Phantasie existirt. Hoffentlich wird ihr der militärische Erfolg bei Ncksic nicht allzusehr zu Kopfe steigen. Kann sie doch jetzt, ohne gedemüthigt zu erscheinen, den Insurgenten einige Zugeständnisse machen. Die Behauptung einiger Blätter, die Mächte, und auch Rußland, hätten die Forderungen der Insurgenten von vornherein für unannehmbar erklärt, ist durchaus irrthümlich. Man wird über die Verhandlungen wohl bald noch mehr vernehmen. Die tu Berlin bevorstehenden Konferenzen sind ein Fingerzeig, daß die Mächte die orientalische Frage ernst auf- , fassen, der Welt aber den Beweis liefern woll n, daß der Wettergang der Dinge in den Grenzprovlnzen der Türke; den allgemeinen Frieden s nicht erschüttern kann. i
— Berlin, 1. Mai. Ueber die Anordnungen, welche Del- brücks Rücktritt aus dem Reichsdienste hervorrufen wird, ist jetzt, wie eS heißt, in folgender Weise verfügt. Das Reichskanzleramt bleibt als Zentralabtheilung, oder, wenn man so sagen will, als Abtheilung deS Innern bestehen; an seine Spitze tritt als Präsident deS ReichSkanzler- amtS der bisherige großh. hessische Mir istei Präs. Geh. Rath Hofmann. Als selbstständige Abtheilungen, welche direkt unter dem Reichskanzler stehen sollen, wie jetzt daS Reichseisenbahnamt, werden abgezweigt eine Finanzabtheilung (Finanzamt), an dessen Spitze der preuß. Generaldirektor der direkten Steuern, Wirkt. Geh. Oberfinanzrath Burghart treten würde; ferner eine selbstständige Justizabtheilung (also ein wirkliches Reichs justizawt) mit dem Unterstaatssekretär im k. Prcuß. Justizministerium Dr Friedberg an der Spitze, und endlich ein besonderes Amt für Elsaß-Lo'hringen, dessen Chef entweder der Ministerialdirektor Herzog oder der Oberpräsident v. Möller werden wird. Der erwähnte ; Generalsieuerdirektor Burghart, der seine amtliche Laufbahn seiner par- ; lamentarischen Wirksamkeit verdankt, gehört zu den hervorragendsten ! Beamten des preuß. Finanzministeriums. Seine Wahl für die Leitung der Finanzabtheilung ist als ein sicheres Anzeichen für ein Festhalten an dem Syst-m der indirekten Steuern aufzusassen. Die Berufung F.iedberg's für die Leitung der Justizabtheilung war schon längst in juristischen Kreisen für den Zeitpunkt erwartet worden, mit wttchsm eine selbstständigere Bestellung dieses Ressorts eintreten sollte. Alle diese Einrichtungen möchten indessen noch der vorbehaltlichen Genehmigung des Bundesraths und Reichstags bedürfen, da sie Veränderungen in dem Reichshaushaltsetat nöthig machen. — Die sächsisch- Regierung beeilt sich, dem Reiche bezüglich her Erwerbung von Privatbahnen zu- 1 vorzukommen. Sie läßt gegenwärtig durch Kommissäre des Finanzministeriums die gesummten sächsischen Privateisinbahnen bereisen und zum Behufe einer Erwerbung für den Staat abschätzen. — In diplomatischen Kreisen ist es bemerkt worden, daß d r bisherige türkische Botschafter, Aristarchi Bey, dem Kaiserdiner auf der russischen Botschaft, zur Feier des Geburtstags Kaiser Alexanders beigewohnt hat. Fürst BiSmarck hatte wegen seines noch immer wenig befriedigenden Gesundheitszustandes abgesagt. ($r. gt.)
— Berlin, 2. Mai. Der Kaiser hat einen eigenhändig geschriebenen, vier Seiten langen Brief an den abgetretenen Präsidenten des Reichskanzleramtes Delbrück geruhtet, in weichem er seinen Dank für die von Delbrück dem Reiche geleisteten großen Dienste auSIprrcht.
— Das wissentliche Eindringen in einen obrigkeitlich versiegelten Raum durch einen Eingang, der nicht versiegelt ist, ist nach einem Erkenntniß des Ober Tribunals vom 29. März d. I. ebenso strafbar, nie das Eindringen durch den amtlich versiegelten Eingang.
— Die Fortschrittspartei hat bezüglich der Städteordnung eine Resolution beschlossen, dahingehend, zu erklären, daß die Ausdehnung der Städteordnung auf die Provinzen Rheinland und Westfalen unbedingt geboten sei. Ferner will die Fraktion, falls das Dreiklassen- System beibehalten wird, eine größere Wählerzahl in den einzelnen Klassen festgesetzt wissen, wie dies in Baden der Fall ist, wo die erste Klaffe V», die zweite Klasse ’/w und die dritte Klasse 9/is Wähler zählt.
— In Paris, wo Herr Delbrück am 2. Mai für einige Wochen Aufenthalt genommen, hat inzwischen ein willkürliches Komma bei Auflösung eines Telegramms eine ergötzliche Confusion in der Angelegenheit angerichtet. Das „Wolff'sche Bureau" hatte an die Agentur Havas telegrophirt: „Herr Hofmann, Ministerpräsident von H ssen, gilt als Nachfolger Delbrück's." Daraus ist in den französischen Blättern Folgendes geworden: „Berlin, 27. April. Herr Hofmann ist zum Präsidenten des Minister-athes ernannt worden. Herr Hesse ist der wahrscheinliche Nachfolger des Herrn Delbrück." Welcher Posten würde, wenn das hiesige Telegramm noch vollständiger gelautet hätte, erst „Herrn Darmstadi" zugefallen sein. (Trib.)
— Rüdes heim, 3. Mai. Soviel bis jetzt sestgestellt, sind nach dem „RH K." von den Passagieren des Dampfsch ffes „Suite“ 28 lebend gerettet, 5 todt gelandet, 4 werden vermißt und sind gleichfalls als tobt anzunehmen, darunter ein fremder Reisender. Die K ta- strophe hat, soweit ermittelt werden konnte, neun Opfer gefordert.
— Dar mstadt, 3. Mar. Heute früh 6 Uhr fand am Alderts-