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M 103.
Mittwoch den 3» Mai
1876.
Bekanntmachung.
Zum Behufe der im laufenden Jahre zu leistenden Rückzahlung von 104100 Thaler (=312300 Mark) auf das vormals Kurhessische Eisenbahn-Anlehn vom Jahre 1863 über 10 Millionen Thaler find am heutigen Tage die nachbezeichneten Obl gationen dieses Anehens:
Lit. Ä. zu 1000 Thaler. Nr. 221 bis einschl. 225. Nr. 815 bis einschl. 819. Nr. 1630 bis einschl. 1634. Nr. 1730. Nr. 1775 bis einschl. 1779.
Lit. B. z« 500 Thaler. Nr. 254 bis einschl. 263. Nr. 1169 bis einschl. 1178. Nr. 3998 bis einschl. 4007. Nr. 5681 bis einschl. 5690. Nr. 6851 bis einschl. 6854. Nr. 6951 bis einschl. 6960. Nr. 7061 bis einschl. 7070. Nr. 7211 bis einschl. 7220. Nr. 7441 bis einschl. 7450. Nr. 7471 bis einschl. 7480. Nr. 8241 bis einschl. 8250.
Lit c. zu 200 Thaler. Nr. 626 und 627. Nr. 1652 bis einschl. 1676. Nr. 1727 bis einschl. 1746. Nr. 1748 bis einschl. 1752.
Lit. D. zu 100 Thaler Nr. 3203 bis einschl. 3252. Nr. 7405 bis einschl. 7411. Nr. 9355 bis einschl. 9404. Nr. . 11105 bis einschl. 11154. Nr. 12408 bis einschl. 12457. ausgeloost worden.
Den Inhabern dieser Obligationen werden dieselben zum 1. November dieses Jahres hiermit gekündigt, unter dem Anfügen, daß mit diesem Tage deren Verzinsung aufhört.
Die Rückzahlung erfolgt von dem bemerkten Tage ab täglich mit Ausnahme der Sonn- und F iertaqe bei der hiesigen RegierungsHauptkasse und bei dem Bankhruse M. A. v. Rothschild und Söhne zu Frankfurt a. M, gegen Zurückgabe der Obligationen nebst den Coupons Serie I. Nr. 6 bis 8 und den Talons.
Die Erhebung der rückzahlbaren Beträge kann jedoch auch bei allen übrigeN-Königlichen Regserungs- und Bezirks Hauptkassen, der Königlichen Staatsschuldentil ungskasse zu Berlin und der Königlichen Kreiskasse zu Frankfurt a. M geschehen, in welchem Falle die Schulddokumente bereits vom 15. Oktober d. I. ab bei der betreffenden Kasse eingereicht werden können, da dieselben von letzterer zunächst an die hiesige Regierungs-Hauptkasse zur Festsetzung gesandt werden müssen.
Zugleich bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß von den zum 1. November 1875 gekünoigten Obligationen des obigen Anlehns die nachoerzeichneten noch nicht zur Einlösung gebracht sind:
Lit. A. Nr. 357.
Lit. B. Nr. 650 651 656 1595 2053 2054 2055 2771 3049 3051 3055 3776 3779 4449 4451 4452 4454 4986 6229 6728.
Lit. C. Nr. 577 578 582 583 585 586 587 588 589 591 593 598 2504 2513 2521 2525.
Lit. » Nr. 551 558 561 563 566 581 582 585 587 588 592 600 3157 3158 3161 3162 3163 3165 3166 3168 3171 3176 3183 3185 3191 3193 3194 3198 3200 11358 11367 11370 11373 11376 11377 11384 11389 11390 11403 11613 11615 1162811637 11649 11652 11655.
Cassel, den 21. April 1876.
Königliches Regierungs-Präsidium.
I. V.: Mittler.
ÄekaumAiachuugM Kömgl. LaudrathsamLS dahier.
Johann Franz Kurz schenket geboren im Jahr 1862 zu Groß- — jetzt in Kesselstadt bei den Eltern — erhielt Gestaltung den Familiennamen Kopp führen zu dürfen.
Hanau, am 27. April 1876.
Gefunden: Ein franz. Lehrbuch: Germanismes corrigös par les Bigot; unt der In christ „8ih Müller". Eine eiserne Stange, Hundemaulkorb.
Hanau, am 3. Mai 1876.
T s g e s s ch k R.
Die Entscheidung im preußischen Abgeordnetenhause.
«. d. Echw. M-rk.
Die namentliche Abstimmung, welche am Samstag nach Schluß der zweiten Lesung der Eisenbahnvorlage im preuß. Abg.-Hause vorge- nommen worden ist, hat ein Ergebniß gehabt, welches auch die günstigsten Vorausberechnungen noch übertroffen hat. Man sprach anfangs von 20, später von 30 und schüchtern von 40 Stimmen Mehrheit. Nun sind die 40 voll erreicht und noch eine Stimme darüber; nehmen wir an, die eine Stimme sei die des Abg. Löwe, da diese in der That wie ein besonderes Gewicht erscheint, das noch in die Wagschaale der Mehrheit geworfen wurde. Sie beeiltet einen Vorgang für andere Mitglud'r der Fortschrittspartei, daß sie es über sich gewinnen möchten, um der Sache w Hit sich von vorgefaßten Meinungen und verknöcherten Lehrsätzen loSzusagen. Im übrigen ist nicht das Zahlenverhältniß allein das Bedeutsame an dem Ergebniß der Samstagssitzung. Wichtiger noch ist die innere Beschaffenheit der Mehrheit: in ihr sind alle E -m ute vereinigt, welche in Preußen bisher an der Fortentwicklung der preußischen Staatspolitik zur deutschen Re chspolitik mitgewirkt haben und künftig mitarbeiten werden; die Fortschrittspartei eben ausgenommen, welche auch früher nicht immer diese Entwicklung mitgemacht hat; welche — daran ist heute insbesondere zu erinnern — sogar die Grundlage der gesammten neuen politischen Zustände Deutschland? verneint hat, die Verfassung des Norddeutschen Bundes. Mit Protest hat seiner Zeit die Fortschrittspartei gegen diese Verfassung, aus welcher die heutige Reichsverfassung nur ein Ausfluß, nur ein weiterer Schritt in gerader Linie ist, gestimmt: nicht ohne später — und das gibt auch Aussichten für die Zukunft der Effenbahnfrage — dem Gewordenen sich zu fügen und manches Mal in Uebereinstimmung mit den anderen positiven Kräften in der Volksvertretung dasselbe weiter zu fördern. Und was steht außer der Fortschrittspartei der Mehrheit vom Samstag gegenüber? Etwa unbeugsame politische oder wirthschuflliche Ueberzeugungen ? Vielleicht so bei Einzelnen, im Großen und Ganzen aber konfessionelle und nationale Bestrebungen, Ultramontanismus und Po- lenthum. Was das Reich stärken kann, soll nicht werden; von diesem Standpunkt faßt das Zentrum und seine Verbündeten alle großen und kleinen politischen Fagen auf. Folglich mußte auch gegen das Reichseisenbahnprojekt Front gemacht werden, denn man stellt sich ja die Macht wunder wie groß vor, welche das Reich gewinnen würde, wenn es den Verträgen zustimmte, zu deren Abschluß die preuß. Regie ung durch das in Rede stehende Geietz ermächtigt werden soll. Welc' es nun der weitere Gang der Sache sein soll, nachdem die erste EntsSei- dung gefallen, von der die Abstimmung nach Schluß der 3. Lesung am Dienstag den 2. Mai ja nur eine Wiederholung sein wird, darüber Betrachtungen anzustellen ist heute zu früh. Man kann jetzt noch nicht sagen, ob durch die Aufklärungen, welche durch die preuß. Regierung in der Kammer gegeben worden sind, das Reichsbahnprojekt dem Bundesrath und Reichstag annehmbarer geworden ist. Gewiß aber ist, und diesem Eindruck wird sich kein Unbefangener haben entziehen können: in der öffentlichen Meinung hat das Projekt durch jene Erklärungen viel von dem Ungeheuerlichen verloren, was eine ängstliche Phantasie anfänglich daran erblickt hat.
— Berlin, 2. Mai. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (46.) Sitzung machte der Präsident zunächst die Mittheilung, daß die Abgg. Lassen und Fritze, ersterer aus prinzipiellen Bedenken, letzterer in Folge seiner Ernennung zum Kreisgenchts-Direktor ihr Mandat niedergelegt haben. Darauf legten die Abgg. Cremer, Dr. Perger, Dr. Franz, o. Ezailinski, v. MoSzcenski, Virnich, Lange und Reincke den Eid auf die Verfassung ab. Es folgte die dritte Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Uebertragung der Eigenthums- und sonstigen Rechte des Staates an Eisenbahnen auf das Deutsche Reich. Zunächst ergriff gegen die Vorlage der Abg. Dr. Hänel, welcher bedauerte, daß die Debatte über die Vorlage, statt die wirthschaftliche Seite oer Frage haupisächlich inS Auge zu fassen, lediglich politische Programmreden für die nächsten Wahlen hervo-gerufen habe. Wenn man ein so gefährliches Präzederz schaffe, daß ein Partikularstaat aus legislativem Wege seine Stellung im Bundesrathe bestimmen könne, so