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Hanmcr Anzeiger
Zugleich Amtlicher Orgau für Kreis und Stadt Hauau.
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Wscheiut täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Dienstag den 25. April.
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1876,
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Bei Fechenheim im Main geländet:
a) im Oktober v. I.: ein alter Fischernachen (was wiederholt veröffentlicht wird);
b) bei dem letzten Hochwasser: ein Schubkarren, ein Werktisch zur Backsteinfabrikation, ein s. g. Tragvogel zu demselben Zwecke, eine Partie Dielen und Latten, eine Doppeldiele, 16 Fuß lang, eine Hochstange und 10 Stück s. g. Streichhölzer.
Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister Pleß in Fechenheim.
Hanau am 24. April 1876.
T a g e s ? ch K N.
— Berlin, 24. April. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (40.) Sitzung gelangte ein Schreiben des Abg. Schmelzer, bisher Gymnasial-Direktor in Prenzlau, zur Verlesung, welcher seine Ernennung zum Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hamm anzeigt und anfragt, ob durch diese Ernennung sein Mandat erloschen sei. Das Schreiben ging an die Geschäftsordnungskommission. An Regierungsvorlagen sind seit der letzten Sitzung eingegangen : vom Finanz- Minister : 1) Gesetzentwurf, betreffend die Ümzugskosten der Staatsbeamten, 2) betreffend die Verlegung des Etatsjahres und Feststellung des Staatshaushalts-Etats für das Vierteljahr vom 1. Januar bis zum 31. März 1877, 3) vom Finanz- und Handels-Minister: Gesetzentwurf) betreffend die Betheiligung des Staates an dem Bau einer Eisenbahn von Jtzchoe nach Heide, 4) vom Minister des Innern und dem Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten: Gesetzentwurf, betreffend die Aufhebung kirchlicher Leistungen für Schul, Kommunal- und Armenzwecke und 5) betreffend den Austritt aus den jüdischen Synagogenge- meinden.
In erster und zweiter Berathung wurde mit einer kleinen redaktionellen Aenderpnq. welche Abg. Dr. Bening zu §. 4 beantragte, der Gesetzentwurf, betreffend die Ablösbarkeit der Erbzms- und Erbpacht- verhältnisse in den Moor- und Vehnkolonien der Provinz Hannover angenommen. Es folgte bei Schluß des Blattes die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Ablösung der Servituten, die Theilung der Gemeinschaften und die Zusammenlegung der Grundstücke für die Provinz Schleswig-Holstein. Die Abg. Dr. Seelig und Krah beantragten die Verweisung der Vorlage an die verstärkte Agrarkommission.
(Fortsetzung folgt.) <N. u. St.-A.)
— Berlin, 20. April. Ein Telegramm aus Wien in der Nordd. A. Z. von heute Abend erklärt alle Beforgniß wegen einer Störung des Friedens für unbegründet. Dieses Dementi wird vielen überflüssiger Weise besorgten Leuten Freude bereiten, diejenigen jedoch nicht überraschen, die sich von vornherein durch die Allarmnachrichten der letzten Zeit nicht beirren ließen. Auch ein Leitartikel der Nordd. A. Z. vor einiger. Tagen wollte dunkle Punkte am Horizonte erblicken, sah indessen offenbar zu grau und konnte die Zuversicht unterrichteter Kreise auf Erhaltung des Friedens nicht erschüttern. Im Orient allerdings wird weiter gekämpft und die Lösung der besonderen, auf der Balkan-Halbinsel schwebenden Fragen ist noch nicht ersichtlich. Oestreich will noch immer von einer Intervention nichts hören. Es bedarf indessen nicht der Wiederholung, daß auch diese nur eine nachdrückliche Friedensstiftung und nichts Anderes sem würde. Am richtigsten über die Lage äußert sich heute die Petersburger Agence Russe, daß die N-chtverlängerung des Waffenstillstandes in Verbindung mit der That« - suche, daß die Türkei die Forderungen der Aufständischen rundweg ab- lehnie, die Fortsetzung des Kampfes veranlaßt habe. Wie hier außer- B™ verlautet, hatte auch England der Türkei gerathen, den Waffenstillstand zu verlängern, um die Forderungen der Insurgenten wenig-
Zu prüfen; aber die Pforte wollte nichts davon hören. Jene Rathschläge könnten indeß erneuert werden und vielleicht noch durch- dringen. Groß ist roch immer die Finanznoth der Türkei, und man halt nicht für unmöglich, daß sie dieselbe sogar den Mächten offen dar« ‘ legen werde, vielleicht um zu erklären, daß sie ihre Verheißungen wegen i oer Andraffy'schen Reformen noch nicht habe verwirklichen können, viel- .»lcht auch, so seltsam dies klingen mag, in der Erwartung, daß man ; M Rathschläge zur Abhülfe ertheilen werde. Der Sultan soll sich I inzwischen noch immer in der Hoffnung wiegen, daß er den Aufstand I
so gut wie seiner Zeit den früheren in Kandia besiegen werde. ES war im I. 1867. Damals halfen ihm ägyptische Trvppen und die Noth der Türkei hatte nicht denselben Grad wie jetzt erreicht. Auch lebte noch Ali Pascha, der keine Erben seiner verhältnißmäßigen Begabung zurückgelassen hat. (®*w. Merk.)
— Der erste Sekretär bei der kaiserl. Botschaft in Konstanti- nopel, Leg.-R. v. Derenthall, ist in gleicher Eigenschaft an die kaiserl. Botschaft in Rom versetzt und zu seinem Nachfolger der Leg.-R. Graf v. Radolinsky, seither bei der kgl. Gesandtschaft in Dresden, ernannt worden. Der erledigte Posten des 1. Sekr. bei der kais. Botschaft in St. Petersburg ist dem Leg.-R, Grafen v. Berchem, bisher in Madrid, übertragen; der seitherige 2. Botschafts-Sekr. in Wien, v. Tümpling, als Legations-Sekretär an die kais. Gesandtschaft in Madrid versetzt und der Leg.-Sekr. v. Bülow zum 2. Botschafts-Sekr. bei der kais. Botschaft in Wien ernannt worden. An Stelle des als Hülfsarbeiter in das auSw. Amt berufenen Leg. Rath v. Holstein ist der seitherige Leg.-Sekr. bei der kgl. Gesandtschaft in München, Stumm zum 2. Sekr. bei der kais. Botschaft in Paris ernannt, und der von diesem bi« jetzt innegehabte Posten dem seitherigen 3. Botschafts-Sekr. in St. Petersburg, Grafen August v. Dönhoff übertragen worden. Zum Nachf. des Letzteren ist der Leg.-Sekr. Prinz Franz v. Arenberg ernannt. Der erledigte Posten des Leg. Sekr. bei der kais. Gesandtschaft in Bern ist dem Leg.-Sekr. Grafen Herbert V. Bismarck-Schönhausen und der Posten des 3. Sekr. bei der kais. Botschaft in Paris dem Leg.-Sekr. Grafen v. Arco Valley verliehen worden.
— Die Verhandlungen wegen der künftigen Verwaltungseinrichtungen in Elsaß Lothringen, namentlich wegen Einsetzung eines Mim- steriums für die Reichslande, werden lebhaft fortgeführt, so daß in nächster Zeit wohl ein gewisser Abschluß erreicht werden wird. Allem Anschein nach wird es in G-mäßheit der gutachtlichen Berichte und Wünsche der Bezirksregierungen in Elsaß-Lothr. zur Errichtung eines Ministeriums mit dem Sitz in Berlin kommen, während ein Oberpräsident in Straßburg verbleibt. Mancherlei provisorische Einrichtungen, Bauten und ähnliche Dinge, hat man vorläufig vertagt und sich dabei für den Augenblick mit Befriedigung des allerdringendsten Bedürfnisses begnügt. Der Landesausschuß soll über die Verwaltungseinrichtungen noch gehört werden. ($r. ®t)
— S. M. S. „Gazelle" ist am 20. d. Mts. von Plymouth nach Kiel in See gegangen. S. M. Kbt. „Nautilus" hat am 22. d. Mts. Plymouth verlassen, um die Reise nach China durch den Suezkanal sortzusetzen. S. M. Kasernenschiff „Elbe" ist am 21. dss. Mts. in Wilhelmshaven, behufs Abhaltung von Torpedoversuchen, in Dienst gestellt.
— Sagan in Niederschlesien. Von Seiten der k. Regierung zu Liegnitz ist, nach dem „D. Merk.", der hiesigen altkatholischen Gemeinschaft die Kirche ad St. Spiritum sanctum nebst den dazu gehörigen kirchlichen Geräthschaften zur Mitbenutzung überwiesen worden und zugleich die Verfügung getroffen, daß, falls die Vatikaner diese den Altkatholiken vorenthalten sollten, auf Antrag der letzteren die Kirche im polizeilichen Wege geöffnet un denselben zugän lich gemacht werden würde. Diese Kirche ist fiscalisches Eigenthum und hat keine Gemeinde.
— Wiesbaden, 24. April, Nachmittags. Der Kaiser nimmt heute bei dem Landgrafen von Hessen das Diner ein und hat für den Abend den Besuch der Dilettantenvorstellung im Kurhause, an welche sich eine Beleuchtung des Kurparks m.schließen wird, zugesagt.
(R. u. St^Anz.)
— Mainz, 21. April. Heute Vormittag wurde beim Scheibenschießen auf dem Bruch ein Soldat von der 11. Compagnie des 88. Infanterie-Regiments erschossen. Derselbe war Zeiger, kam aber zu früh aus seinem sicheren Hinterhalte hervor und ging ihm so unglücklicherweise die Kugel gerade durch den Kopf.
— Der „Deutsche Merkur" schreibt aus München: Der Ordensgeistliche Karl Jani aus Tirol hatte vor einiger Zeit sein Kloster freiwillig verlassen und bei Bischof Reinkens sich um eine altkatholische Seelsorgerstelle beworben. Da jedoch dieser Wunsch aus gewissen Gründen nicht erfüllt werden konnte, so kehrte Herr Jani nach Tirol zurück, wo er die von uns jüngst gebrachte Erklärung veröffentlichte. Wir bedauern Herrn Jani aufrichtig, daß er glaubte, die Rückkehr zu innerer Unwahrheit auch durch ein- äußere Lüge erkaufen zu müssen.