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Zugleich Amtlicher Orga» für KreiD und Stadt Haas«.
WchkinL täglich mit Ausnahme der S'om^ -md Feiertage, mit belletristischer Beilage- und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Freitag den 2L April
1376,
Betauutmachuugen Äömgl. Landrathsamts dahier.
Friedrich Konrad Ernst Rödiger von hier hat um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Berband behufs Auswanderung nach England nachg^ucht.
Hanau, am 11. April 1876.
Georg Philipp Pfeil von hier hat um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbande behufs Auswanderung nach Batavia nachgesucht.
Hanau, am 11. April 1876.
Gefunden: Eine silberne Cylinderuhr mit Kette. Ein dunkel» grauer linker Damenbandschuh. Ein neues graues Hemd.
Verloren : Ein Notizbuch, auf der Straße von der Pulverfabrik bis zur hiesigen Stadt.
Hanau, am 21. April 1876
Lagesich««
— Berlin, 17. April. Die in unterrichteten Korrespondenzen erhobenen Anklage« gegen Sachsen wegen d ffen Haltung in der Frage der Reichsbahnen sind um so berechtigter, als der preußische Plan bekanntlich von den Linien anderer Staaten, welche dieselben nicht frei» willig auf das Reich übertragen wollen, wie man weiß, gänzlich absieht. Der Reichskanzler soll das auch wiederholt den mittelstaatlichen Regierungen gegenüber mit der größten Bestimmtheit erklärt haben. Man schließt daraus, daß dieselbe Erklärung bei der bevorstehenden Debatte im Abg. Hause erfolgen werde. Allerdings heißt es auf gegnerischer Seite, dies habe nur Werth für die gegenwärtige Lage. Sei jedoch der Uebergang der preußischen Bahnen auf das Reich einmal zugestanden, so werde die Abtretung der andern unausbleiblich folgen. Man könnte jedoch dasselbe Beweismittel vielleicht mit noch größerem Recht auf die thatsächlichen Folgen des selbstständigen preußischen Vorgehens anwenden. Bei dem ersteren Fall nämlich, b?? der Zustimmung zu dem von Preußen in erster Linie vorgeschlagenen Entwurf, wahren sich die Mittelstaaten unter allen Umständen freie Hand und sie können ihre Bedingungen stellen. Wenn übrigens gerade Sachsen an der Spitz; der Opposition gegen d.n preuß. Plan erblickt wird, so beweist auch dies, wie die Warnungen vor den voraussichtlichen Folgen des preußischen gesonderten Verfahrens ihren guten Grund haben. Das benachbarte Sachsen wäre zunächst davon betroffen, aber auch andere Staaten könnten sich jenen Folge« auf die Dauer nicht entziehen. (sqw. Merk.)
— Berlin, 20. April. Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 12. d. M. der Vertheilung des Münz-Prägematerials für 1876, ferner der Ausprägung von Gold- und Nickelmünzen, mit der Maßgabe zugestimmt, daß an Reichsnickelmünzen vorläufig nicht mehr als 33 Millionen Mark in den Verkehr zu bringen sind. Ferner hat der Bundesrath auf den Antrag des Ausfchusses beschlossen, daß außer den seither zur Ausprägung gelangten Münzen auch Zweimarkstücke geprägt werden sollen.
— Man schreibt der Kln. Z. aus Berlin: Es ist bekannt, daß der Gedanke, die Eisenbahnen dem Reiche zu unterstellen, seine Entstehung dem Scheitern des Entwurfs eines Eisenbahngesetzes vor nun bald Jahresfrist verdankt. Die kommissarischen Berathungen waren bald, nachdem sie begonnen hatten, abgebrochen worden, weil die parti- kularistische Opposition, deren Träger in vorderster Reihe Sachsen war, die Arbeiten um keinen Schritt vorwärts krmmen ließ. Jetzt liegen, wie zuverlässig mitgetheilt werden kann, die Sachen allerdings ganz anders. Heute würde man allseitig nicht nur die Hand zum Zustande» kommen eines Eisenbahngesetzes bieten, sondern eS ist thatsächlich die Wiederaufnahme der damaligen kommissarischen Berathungen wieder in Anregung gebracht worden. In dem jetzigen Stadium der Eisenbahn» frage wird man schwerlich darauf eingehen; jedenfalls aber scheint man entschlossen, die doch sicher im Reichstag zu erwartende Erörterung der Frage dazu zu benutzen, um mehr Licht über die verunglückten vor» jährigen Eisenbahn-Konferenzen zu verbreiten und damit das stärkste Motiv für das jetzige Vorgehen der Regierung klarzulegen.
— Das „Dresdener Journal", officielles Organ der sächsischen Regierung, macht vergebliche Anstrengungen, die letztere von dem Vor- wurfe rein zu waschen, daß sie den Reichseisenbahngesetzentwurf zu Falle
gebracht. Die Haltung der gedachten Regierung läßt sich am Besten an folgendem Beispiel erkennen, welches keineswegs vereinzelt dasteht: Das Reichseisenbahnamt hatte sämmtlichen deutschen Regierungen den Vorschlag gemacht, jeder Eisenbahnwagenklasse in ganz Deutschland eine bestimmte und gleiche Farbe zu geben, so daß die Wagen und die Fahrkarten erster Classe überall dieselbe Farbe trügen, ebenso diejenigen zweiter, dritter Classe rc. Die königlich sächsische Reaieruug lehnte diesen Vorschlag entschieden ab; es habe für sie den höchsten Werth, erwiderte sie, daß die sächsischen Billets andere Farben trügen, als die übrigen in Deutschland; denn durch diesen Unterschied werde der sächsische Unterthan allemal daran erinnert, ob er in seinem Vaterlande oder im Auslande reise; die Regierung lge den höchsten Werth auf die Erhaltung eines solchen vaterländischen Bewußtseins und loyalen Unt-r- tbanevsinnes und vermöge daher für den Vorschlag nicht zu stimmen, auch wenn derselbe sonst Vortheil verspreche. Selbst diese Reform also ist an dem sächsischen Veto gescheitert. Dieses eine Beispiel, das fast unglaublich klingt, aber buchstäblich wahr ist, genügt, um zu ermessen, von welcher Beschaffenheit ein Reichsgesetzemwurf über daS Eisenbahnwesen sein wüßte, um sich den Beifall der sächsischen Regierung zu erringen. (Trib.
— Der an sich auf den Grund stillschweigender Zustimmung befugte Eintritt in eine fremde Wohnung wird von dem Augenblicke an unbefugt, wo der Wohnungsberechtigte die Zustimmung zurücknimmt und wird als Hausfriedensbruch bestraft, wenn der Eingetretene dem Befehle, sich zu entfernen, nicht Folge leistet. Erkenntniß des Ober- Tribunals vom 31. März d. I.
— S. M. S. „Gazelle" ist am 19. d. Mts. in Plymouth eingetroffen. An Bord Alles wohl.
— Zu Mitgliedern der Juries für die Ausstellung in Philadelphia sind aus dem D. Reiche ernannt: 1) für Chemie der k bayer. Hofrath und Prof. an der Univ. Würzburg Dr. R. v. Wagner; 2) für Keramik der Sekretär am bayer. Gewerbemuseum Dr. G. Seelhorst in Nürnberg; 3) und 4) für Tkxtil-Jndustrie Konsul Gustav Gebhard in Elberfeld und Fabrikbesitzer Dr. Max Weigert in Berlin; 5) für Papier, Druck, Buchhandel und graphische Künste G. W. Seitz, Besitzer der artistischen Anstalt in Wandsbeck; 6) für Metallwaaren Diefenbach, Reg.-R. in der k. württ. Zentralst, f. G. u. H. in Stuttgart; 7) für musikalische Instrumente Komm.-R. Jul. Schiedmoyer in Stuttgart, und 8) für Alkohol und Biere Komm-R. Julius Wegeler in Koblenz.
— Caub, 18 April. Unsere Stadt ist wieder in großer Aufregung. Der drohende Berghang soll in den letzten 24 Stunden um mehr als einen Meter vorgerückt sein. In Folge dessen wurden die Bewohner von ca. 15 Vorder- und Hinterhäusern, etwa 30 Familien, polizeilich aus gewiesen, resp, ihnen das Bewohnen der Häuser zur Nachtzeit untersagt. ^-- «w
— Coburg, 20. April. Die Königin Victoria hat heute Vormittag 10 Uhr die Rückreise nach England angetreten.
— München, 19. April. In der heutigen Sitzung, welche von Abends 5 bis halb 9 Uhr dauerte, hat die II. Abtheilung beschlossen: sämmtliche Urwahlen und Abgeordnetenwahlen der Stadt München seien zu vernichten. — Die nun bekannt gegebenen Resultate der diesmaligen Prüfungen der vor einem Jahre in die Armee eingetretenen einjährig Freiwilligen behufs Erlangung des Oualifikations-Attestes zum Reserve- Offizier sind großenteils sehr ungünstig ausgefallen, so daß eine mcht unbedeutende Zahl der Prüflinge als Gefreite oder Gemeine zur Reserve versetzt werden muß. Man hört hier wie bei den Prüfungen für den Freiwilligendienst die gleiche Klage über den Mangel einer gründlichen Bildung und der dadurch bedingten Unmöglichkeit einer gedeihlichen Fort- und Weiterbildung. <«ugsr. Abdztg.)
— Nürnberg, 19. April. Der Hofer Anzeiger theilt mit, daß der Selbstmord des Directors der Hofer Mechanischen Weberei Weidner mit einem Kassendeficit von 600.000 Mk., Zusammenhänge.
— Wien, 17. April. Das Urtheil über den Oberlieut-uant Ertl Freiherr v. Krehlau, der militärische Dokumente an Rußland verkauft hat, ist schon am Sonnabend vom Kriegsgerichte gesprochen worden, doch hält man eS bis zur Stunde noch geheim. Sehr wahrscheinlich wird die amtliche Publikation dieses Urtheils und gleichzeitig