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Hamuer Anzeiger.
Zugleich Amtlicher Orgem für KreiV und Stadt Haus«.
Wrfchünt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und SamstagS mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Montag den 10. April.
1876.
Bekanntmachungen Köuigl. LandrathSamG dahier.
In der Gemeinde Fechenheim herrscht die Blatternkrankheit. In Folge dessen treten die Bestimmungen der polizeilichen Vorschrift Dom 11. Januar 1873 (Amtsblatt Seite 10) — welche in Nr. 28 des Hanauer Anzeiger publizirt worden sind, auch für genannte Gemeinde in Kraft.
Hanau am 6. April 1876.
T a g e s s $« u
— Berlin, 8. April. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung befürwortete der Referent Abg. Dr. Viichow den Antrag der Budgetkommission:
„Die Königliche Staatsregierung aufzufordern, unter Berücksichtigung der Ansprüche des Deutschen Reiches und mit Heranziehung disponibler Militärgrundstücke einen geordneten Plan für den Bau der großen Staatsanstalten für Wissenschaft und Kunst in Berlin aufstellen zu loss-n und dem Landtage, wenn möglich, noch im Laufe dieser Session vorzulegen."
Nachdem der Abg. Dr. Lucius (Erfurt) auf die Bedürfnisse des Reichs hingewi-sen hatte, auf welche zunächst Rücksicht zu nehmen sei, gab der Reg-erungS-Kommissar, Ministerial-Direktor Greifs, eine Uebersicht der bisher in Angriff genommenen und projekti-ten Staatsbauten für Kunst und Wissenschaft. Der Abg. Gras Bethusy-Huc wünschte, den kleinen Thiergarten bei Moabit möglichst von Staatsbauten fre'ge- balten und zu Parkanlagen verwendet zu s hen. während Abg. Lehfld i die ganze Frage im Interesse der gründlicheren Lösung noch um ein | Jahr «ersuchen wissen wollte. Nach nochmaliger Befürwortung durch den Referenten wurde der Antrag der Budgetkommission angenommen.
ES folgten Berichte der Petitionskommission. Auf Antrag der Kommission, in deren Auftrag der Abg. Worzewski referirte, ging daS Haus über eine Petition des Bauern Gottfried Groß zu Alt-Falkenberg zur Tagesordnung über und überwieS eine Petition des Magistrats zu Stralsund der Staatsregierung zur Berücksichtigung, in dem Sinne, daß dem Magistrat zu Stralsund die genaue Nachweisung des von den Truppen in Stralsund während der Monate September 1870 bis einschließlich Januar 1871 konfumirten Fleisches geliefert und, soweit der Betrag des hierfür gezahlten Kommunalzuschlagts zur Schlachtsteuer ein geringerer sein sollte, als die liquibirte Summe von 1038 Thlr. 16 See. 3 Pf, diese Differenz der Stadtkasse zurückerstattet weide.
Schluß 3 Uhr. Nächste Sitzung Montag, 24. April, 12 Uhr.
(Fortsetzung folgt.) m. u. St.-A.)
— Nach Mittheilungen aus Hoskreisen wird, wie die N. A. Ztg. mittheilt, das Eintreffen des Kaisers von Rußland in Berlin nunmehr Mit Bestimmtheit am 9. Mai erwartet.
— Die Erhebungen über die Verhältnisse der in den Fabriken beschäftigten Frauen und Minderjährigen, welche im Reichskanzleramt angestellt worden sind, werden demnächst den Handelsausschuß deS Bundesraths beschäftigen. Wie man hört, wird dies Material, sowie die Berichte über die weiteren Arbeiterverhältnisse, die seit Jahr und Tag bei den Reichsbehörden ruhen, zu einer umfassenden Vorlage über die Arbeiterverhältnisse im Allgemeinen führen. Auch wird es als nicht unwahrscheinlich bezeichnet, daß man bei den bezüglichen Arbeiten auf die Entwürfe zurückgreift, welche früher einmal dem Reichstage über die Bestrafung des Kontraklbruchs und die Einsetzung gewerblicher Schiedsgerichte vorgelegen haben. Die augenblickliche Stimmung bietet allerdings Anregung genug dazu. (Trib.
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 1. April 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,064,252,960 Mark Doppelkronen, 315,514,870 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 153,280,805 Mk.; an Silbermünzen: 34,053,150 Mark b-Markstücke, 125,087,154 Mark 1-Markstücke, 20.531,482 Mark 50 Pf. 50-Pfennig- stücke, 21,811,999 Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 15,115,611 Mark 00 Pf. 10-Pfennigstücke, 8,830,607 Mark 70 Pf. o°Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,232,893 Mark 52 Pf. 2-Pfen- rngstücke, 2,866,103 Mark 30 Pfennige 1-Pfennigstücke. Gesammtaus--
prägung: an Goldmünzen: 1,379,767,830 Mark; an Silbermünzen:
201,483,786 Mark 30 Pf.; an Nickelmünzen: 23,946,218 Mark 70 Pfennige; an Kupfermünzen: 8,098,996 Mark 82 Pf.
— Dresden, 6. April. Von den Veranstaltern einer durch den Beitritt aus 58 Städten unterstützten Petition an den Reichstag ist ein Eisenbahnreform-Verein gegründet worden. Zweck desselben ist die Herbeiführung einer Tarifreform, Beseitigung der Differentralfrachten, Einführung kürzerer Lieferfristen und strengeren Haftpflicht nach Muster des Schweizer Transportgeletz-S. Der Verein wird in Folge der würtembergisLen Kammerbeschlüsse den sächsischen Landtag auffordern, statt des abgelehnten Antrags auf Durchführung des Reichsei,mbahn- gesetzes ein Eisenbahntransportgesetz in pnem Sinne zu verlangen.
— Nürnberg, 6. April. Der Anwaltsrath des Anwalt Vereines für Bayern hat, nach dem „Nürnb. Korresp.", nachträglich auf die Tagesordnung des am 17. dss. Mts. in München stattsiadenden bayerischen Ar waltstages nachstehenden Gegenstand gesetzt: „Berathung und Beschlußfassung über das in Folge Einladung des deutschen An- Waltvereines vom bayerischen Anwaltevereine abzugebende Gutachten bezüglich der die demsche Rechtsanwaltschaft betreffenden Beschlüsse der Reichstagskommission, sowie über die etwa sonst in dieser Hinsicht zu ergreifenden Schritte."
— München, 8. April. Mittelst gestriger ministerieller Genehmigung sind nunmehr die Eröffnungst raune nachfolgender neuen Linien festgesetzt worden: Dombühl-Feuchtwangen anf den 15. d. Mrs.; Ro- senheim Mühldorf 1. Mai, und auf den 15. Mai die Linien Nörd- lingen-Dinkelsbühl und Bissenhofen-Oberdorf. — Heute Morgns 6 Uhr 20 Min., mittelst eines Extrazuges, begab sich der Generaldirektor der Verkehrs. Anstalten Herr v. Hocheder, sowie die Direktoren des Betriebs. Abthlg. Herr Badhauser und der Bauabthlg. Herr Röckl, dann die Ge« neraldirektions-Rathe HH. Kühles, v. Schamberger, Gyßling rc. nach Rosenheim, um von da aus die mit Mai in den Betrieb zustellende Bahn Rosenheim-Mühldorf zum ersten Male zu befahren.
— Wien, 5. April. Trotz der Strenge des Geheimnisses, mit welchem man die Verhandlungen zwischen den östreichischen und ungarischen Ausgleichsministern zu Hüten bemüht ist, eine Strenge, welche so weit gehen soll, daß selbst die Kollegen der unmittelbar an den Ausgleichsverhandlungen betheiligten Minister in Unkenntniß gelassen werden, erfährt man doch verschiedene Einzelheiten, woraus hecvorgeht, daß eine Verständigung und zwar auf Grün läge der Gemeinsamkeit des Zollbündnisses und eines mäßigen Schutzzollsystems erfolgen wird. Die Zugeständnisse, zu welchen sich die Ungarn in letzterer Beziehung verstehen und welche sich namentlich auf die Zollsätze für Manufaktur beziehen, müssen ihnen durch Gewährung ihrer Forderungen, die Ver- zehrungssteuerfrage betreffend, ausgewogen werden. Vorderhand sträuben sich noch die diesseitigen Minister dagegen und suchen die Entscheidung zu verschleppen, indem sie diese Anaelegenheit mit der erst im nächsten Jahre zur Erledigung kommenden Quotenfrage zu vereinigen gedenken, aber es nützt ihnen das Nichts, da darauf gedrungen wird, daß auch diese Frage jetzt schon verhandelt weide und für den Fall, als keine Verständigung zu Stande kommen soll, Graf Andrassy mit einem Ver- mittlungkvorschlag im Hintergründe steht, der angenommen werden muß. Sehr glatt gehen die Verhandlungen in der Baakfrage und hier steht die Einigung unmittelbar bevor. Die Verhandlungen der beiden Regierungen beziehen sich in dieser Frage lediglich auf die Form und den Inhalt des ber Nationalbank zu ertheilenden neuen Privilegiums und Hiebei steht zunächst die Frage der Bedeckung der ungarischen Noten, sowie die Möglichkeit die ungarischen Nolen als Zirkulationsmiitel den östreichischen gleichartig zu gestalten im Vordergründe. Selbstverständlich ist, daß die östreich. Nationalbank nach Ablauf ihres jetzigen Privilegiums als östreichisch-ungarische Nationalbank neu prrvilegrrt werden wird.
— Genf, 5. April. Als ein charakteristisches Faktum verdient ■ erwähnt zu werden, daß als kürzlich die in Genf erscheinende „Chroni- que radieale“ eine Reihe von Auszügen aus dem bekannt, n Buche Tissots über Deutschland brächte, in dem Blatte selbst durch Einsendungen aus dem Kreise der eigenen Abonnenten scharf und nachdrücklich