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Samstag den 1. April.

1876.

BeLanntmachnnge« Königs. ZandrKthßawts dahier.

Verloren: Ein Operngucker.

Gefunden: Ein Stück Silber. Eine schwarze Schürze. Ein lederner Gürtel. Vier weiße Herren-Kragen.

Hanau am 1. April 1876.

Rundschau.

H. H. C. Das preuß. Herrenhaus hat vorige Woche seine Ar­beiten wieder ausgenommen. Das Abg.-Haus genehmigte in erster Lesung das Gesetz betr. Einführung der Kreisordnung in den Graf­schaften Wernirerode und Stolberg, wobei der Antrag des Fortschritt- lers Dr. Eberty aus Streichung der Vorrechte des Grafen von Stol­berg abgelehnt wurde. Die Vorlage bezügl. der Einverleibung des Herzogthums Braunschweig wurde in erster Lesung acceplirt und es wurde beschlossen, die 2te Lesung im Plenum vorznnehmcn. In der Sitzung vom 27. März machte der Finanzmiwster Mittheilung über den Rechnungsabschluß der Einnahmen und Ausgaben de« Jahres 1875, wobei er zur Freude des Hauses nachwies, daß ein dispombier Ueber- ichuß von 15,793.921 Mark verblieben sei. Vorige Woche wurde endnch auch die vielbesprochene Eisenbahnvorlage dem Abg.-Hause unter» breitet, welche die preuß. Staatsbahnen mit allem Zugehör, ferner alle Befugnisse des Preuß. Staates bezügl. der Verwaltung und des Betriebs der preuß. Privatbahnen an das Reich überträgt. Aus den 18 eng­gedruckte Seiten umfassenden Motiven gegt hervor, daß die preuß. Re­gierung gesonnen ist, die Elsenbahnreform mit aller Energie vorzuneh- wen. Sie weisen ausführlich auf die Vortheile und die Nothwendig­keit einer centralisirten Leitung des Eisenbahnwesens hin und geben die drohende Versicherung, daß, wenn diese Bestrebungen betr. Abtretung des preuß. Bahnbesitzes an das Reich an dem Widersprüche der maß­gebenden Reichsorgane (Bundesrath und Reichstag) scheitern sollten, Preußen selbst an die Lösung der gedachten Aufgaben gehen und vor Allem die Erweiterung und Konsolidation seines eigenen Eisenbahnbe- sitzes als nächste Aufgabe seiner Eisenbahnpolitik ansehen würde. Sie fügen hinzu, daß alsdann das Uebergewicht der mit den preuß. Bahnen verknüpften Interessen sich zum Nachtheile der von preußischem Gebiete eingeschlosstnen und an dasselbe angrenzenden Bundesstaaten fühlbar machen würde. Welchen Eindruck diese Ausführungen auf die maß­gebenden Reichsorgane machen werden, bleibt abzuwarten. In preuß. Abgeordnetenkreisen hat man sich über diese Vorlage günstig ausge­sprochen. Dem Bundesrathe ist vom Reichskanzler der Entwurf eines Gesetzes zugegangen, nach weichem die Subaltern- und Unterbe­amten-Stellen bei den Privateisenbahnen künftig nur mit Militäran­wärtern besetzt und an andere Personen nur dann verliehen werden dürfen, wenn keine qualificirten Mililäranwärter für dieselben vorhan­den sind. Dieses Gesetz hat den Zweck, dem bereits sehr fühlbar ge­wordenen Mangel an Unteroffizieren abzuhelfen. Durch Vermehrung der Aussicht, nach Zurücklegung einer bestimmten Reihe von Jahren im Militärdienste, eine Civilanstellung zu erhalten, will man geeignete Leute herbeilocken. Im bayerischen Abg.-Hause haben die fort­schrittlichen Abgeordneten Crämer und Frankenburger einen Antrag auf Aufhebung des Schulgeldes in den Volksschulen eingebracht. Ferner wurde das Gesetz betr. der Vervollständigung der bayer. Staatsbahnen an den Eisenbahnausschuß verwiesen, und es beantwortete der Justiz­minister Dr. Fäustle die Interpellation des Abg. Schüttinger dahin: es sei nach dem Reichsrechte und nach dem bayer. Landesrechte zweifel­los, daß die Beamten der einzelnen Bundesstaaten zu Kommissären bei Reichsbankstellen ernannt werden könnten, eine Kollision werde durch eine solche Doppelstellung nicht herbeigeführt.

Von den Forderungen der Radikalen will die Mehrheit des Schweizer Volkes durchaus nichts wissen. Das zeigte sich soeben wieder im Kanton Neuenburg, wo die vorgeschlagene Progreßivsteuer mit 7000 gegen 4000 Stimmen verworfen wurde. (Unter Progeßivsteuer versteht man nämlich eine folche, welche sich in fortschreitendem Ver­hältnisse mit den Einnahmen erhöht.)

Das neue, lediglich aus Mitgliedern der parlamentarischen Linken, aus Radikalen und entschiedenen Liberalen bestehende italienische Mini- 1

fttrium hat im offiziösenDiritto" sein Programm bekannt gegeben. Danach will es die guten Beziehungen zu den Mächten forterhalten. Es werde in den kirchlichen Fragen eine kräftige Politik verfolgen und Deutschland auf diesem Gebiete behülflich sein, auch in der innern Po­litik liberalere Grundsätze befolgen, als feine Vorgänger.

Dir französ. Kammern beschäftigten sich in letzter Zeit hauptsäch­lich mit Wahlprüfungen, von denen nicht wenige annullirt werden dürften, da eine ungesetzliche Einmischung von Präsekten und Geistlichen nachgewiesen wurde. Ueber die Wahl des Lcgitimiften de Mun wurde eine parlamentarische Untersuchung angeordnet. Die Debatte über die­sen G-genstand war eine äußerst erregte, da de Mun die Behauptung aufftellle: Wenn ein Bischof glaubt, eine Handlung sei pflichtgemäß, so hat er das Recht, sie auszuführen, einerlei ob sie mit den Gesetzen übereinstimmt, oder nicht. Darauf antwortete Gambetto, daß das Voum der Kammer gegen de Mun's Wahl nicht gegen die Katholiken und die katholische Kirche gerichtet sei, Ändern gegen den Gebrauch der Kanzel zur Wahlagitation, gegen die politischen Hirtenbriefe und gegen s den politischen Ultramontanismus. Tout comme chez nous! i Mit d n Amnestie Anträgen steht es folgendermaßen: Der betr. Aus- i ichuß des Senats hat sich einstimmig dagegen, derjenige der 2ten Kammer ! mit 8 Stimmen dagegen und mit 2 Stimmen dafür ausgesprochen. Ohne Zweifel aber wird man dem Präsidenten der Republik rathen, von dem ihm zustehenden Begnadignngrrechte dem reuevollen Theile der veruriheüten Commuuards gegenüber Gebrauch zu machen.

In England schlägt die liberale Presse Lärm darüber, daß der Premier Disraeli sich geweigert, den Bericht bekannt zu geben, den der britische Finanzier, der das ägyptische Finanzwesen konirolirt hat und soeben aus dem Nilthale zurückgckehrt ist, über die dortigen Fi- nanzverhältnisse abgelegt hat. Man glaubt, daraus irsehen zu müssen, daß es um das Land der Pharonen sehr schlimm steht und nicht minder um die englischen Aussichten, die Zinsen für die 177,000 angekauften kouponlosen Suezkanalaktien vom Khedwe zu erhalten. Disraeli wird aber schließlich doch Farbe bekennen müssen. Vielleicht zögert er nur aus Rücksicht auf den königl. Pflegebefohlenen in Cairo und will er das entsetzliche Finanzbild erst bann entrollen, wenn er durch die öf­fentliche Meinung dazu gezwungen worden.

Die offiziösen Petersburger Zeitungen versicherten den Serben, daß, wenn sie der Pforte den Krieg erklärten, Rußland dafür Sorge tragen würde, daß keine Macht im türkischen Interesse interb nire. Dagegen wird von deutschen Zeitungen das Gerücht verbreitet, der russische Kaiser sei des Regiments müde und haoe Lust, der Krone zu Gunsten seines Sohnes zu entsagen. Wenn sich das bestätigte, so würde diese Thronentsagung ohne Zweifel mit der orientalischen Frage in Beziehung zu bringen sein, so müßte man annehmen, Rußland wolle jetzt in der orientalischen Frage eine andere und zwar slawenfreundlichere Haltung annehmen. Alexander II. hat sich ja den beiden andern Kai­sern verpflichtet; sein Sohn dagegen hat freie Hand.

Die Situation in Serbien und in der Herzegowina ist noch die­selbe, wie vorige Woche, Serbien rüstet und mobilisirt, erklärt aber den Vertretern der pacificirenden Mächte: Dies geschehe nur um die serbische Armee in guten Zustand zu bringen, nicht um der Pforte den Krieg zu erklären.

T K g e K s ch K u

Berlin, 31. März. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (36.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß die Wahl und Konstitmrung der Kommission für den Gesetzentwurf, betreffend die Verwaltung der Provinz Berlin, erfolgt sei. Gewählt sind die Abgg. Dr. Techow (Vorsitzender), Dr. Virchow (Stellvertretei), v. Kehler, o. Salderu (Schliflführer), Dr. Weber. Wulfshein, Richter (Sangerhau- sen), Krepert, Dr. Köhler (Götiingen), Kochann, Runge (Berlin), Rich­ter (Hagen), Dr. Eberty, v. Loeper LoeperSdmf. Ebenfalls ist gewählt und hat sich konstituirt die Kommission für den Gesetzentwurf, betreffend die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherzrehen. Gewählt sind die Abgg. WorzewSki (Bors.), Scharnweber (Stelln.) Hirf, Gefcher (Schriftf.), Siemens, Weißenborn, Hamkeus, Dr. Plate, Troje, Nieder-