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Hamner Anzeiger.
Zugleich Amtlicher Orga» für Statt und Stadt Hauau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Mittwoch den 22. März.
1876
Das Sommer-Semester am Königlichen pomologischen Institute zu ProSkau in Schlesien beginnt den 1. April.
Der Unterricht umfaßt während des zweijährigen Cursus aus dem theoretischen und praktischen Gebiete:
Mathematik, Physik, Chemie, Mineralogie, Botanik (Anatomie, Morphologie, Physiologie, Geographie, Krankheiten der Pflanzen, mikroskopische Uebungen rc.), Zoologie, Allgemeinen Pflanzenbau, Obstkultur, insbesondere Obstbaumzucht, die Lehre vom Baumschnltt, Obstkenntniß (Pomologie), Obstbenutzung, Weinbau, Gemüsebau, Treiberei, Blumenzucht, Gehölzzucht, Handelsgewächsbau, Landschaftsgärtnerei, Plan- und Früchtezeichnen, Feldmesfen und Nivelliren, Buchführung, Bienenzucht und Seidenbau mit Demonstrationen.
Anmeldungen zur Aufnahme haben unter Beibringung der Zeugnisse schriftlich oder mündlich bei dem unterzeichneten Director zu erfolgen, der auch bereit ist, auf portofreie Anfragen weitere Auskunft zu ertheilen.
Proskau, im Februar 1876.
Der Direktor des Königlichen pomologischen Instituts.
S t o l l.
Bekanntmachungen Köuigl. LandrathsamtS dahier.
In Gemäßheit eines durch ein desfallsigeS Gutachten der Königl. wissenschaftlichen Deputation für das Medizinal-Wesen veranlaßten Erlasses des Herrn Ministers des Innern und der geistlichen Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten vom 16. v. M. Nr. II 1611 M. d. I. und Nr. 776 M. d. g. A. wollen die Ortsvorstände sich bei den polizeilichen Anordnungen über die mit Finnen durchsetzten Schweine Nachstehendes zur Richtschnur dienen lassen:
1) das durch Ausschmelzen oder Auskochen gewonnene Fett von finnigen Schweinen darf unbedingt zum Verkauf sowie zum häuslichen Verbrauch zugelassen werden, das magere Fleisch solcher Schweine dagegen nur dann, wenn dasselbe wenig mit Finnen durchsetzt und unter polizeilicher Aufsicht nach vorheriger Zerkleinerung vollständig gar gekocht, auch das Publikum davon, daß das Fleisch finnig ist, zuvor in Kenntniß gesetzt worden ist;
2) gegen die Verwendung geeigneter Theile zur Bereitung von Seife oder Leim, die freie Verwerthung der Haut und der Borsten und die chemische Verarbeitung des ganzen Körpers finniger Schweine liegt ein Bedenken in sanitätspolizeilicher Hinsicht nicht vor; diese Benutzungsweifen sind mithin unbedenklich zu gestatten;
3) in allen denjenigen Fällen, in denen die Schweine in bedeutenderem Grade finnig befunden werden, muß für die sichere Beseitigung der Kadaver, nachdem diese in zulässiger Weise ausgenutzt wurden, von Polizeilicher Seite Sorge getragen werden.
Hanau am 17. März 1876.
Der Landrath
Schrötter.
Die Ortsvorstände ersuche ich sämmtliche Hausbesitzer aufzufor- dern, das Wasser aus den Kellern, wo sich solches noch vorfindet, möglichst bald auspumpen, auch durch Oeffnen der Kellerfenster bei Tage Luft und Boden auStrocknen zu lassen.
Hanau am 21. März 1876.
Der Landrath
Schrötter.__________,____________
Tagesschau.
— Berlin, 20. März. In der heutigen (2.) Sitzung des Herrenhauses machte der Präsident zunächst eine Anzahl geschäftlicher Mittheilungen, über die seit der ersten Sitzung vorgekommenen Ereignisse, denen wir Folgendes entnehmen:
Neu in das Haus berufen sind der General-Adjutant und bisherige Kaiserlich deutsche Botschafter Fürst Reuß und der Fürst Wilhelm zu Wied. Die Herren von Zedlitz-Neukirch und Stadtrath Hausmann (Brandenburg a. H.) haben ihr Mandat niedergelegt; ersterer wegen Verkauf seines Besitzes, letzterer wegen Niederlegung seines Amtes. In
der Zwischenzeit sind verstorben die Herren General von Peucker, Prof. Dr. Tellkampff und Landrath a. D. von Plötz. Der Präsident hob die Thätigkeit der Verstorbenen hervor und das Haus ehrte das Andenken derselben durch Erheben von den Plätzen. Ferner erklärte sich das Haus mit der vom Präsidenten in der Zwischenzeit vorgenommenen Vertheilung der eingegangenen Vorlagen einverstanden. — In das Haus neu eingetreten sind die Herren v. Brzeski, Frhr. v. Solemacher- Antweiler, v. Gordon, Dr. Dove und Frhr. v. Buddenbrock. Der Präsident hieß die Herren als Mitarbeiter an dem gemeinsamen Werke willkommen, theilte ferner mit, daß Einladungen Seitens der Akademie der Künste zu der am 22. d. Mts. stattfindenden Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs eingegangen seien, und schlug vor, daß, wie in früheren, so auch in diesem Jahre, das Haus sein Präsidium beauftrage, Sr. Majestät die Glückwünsche darzubringen. Das Haus war damit einverstanden und trat dann in die Tagesordnung. Der erste Gegenstand derselben war die Beantwortung der folgenden Interpellation des Grafen Udo zu Stolberg-Wernigerode und Genossen:
„Beabsichtigt die Königliche Staatsregierung, dem Landtage ein Gesetz vorzulegen, betreffend die Abtretung preußischer Eisenbahnen an das Deutsche Reich?"
Da der Handels Minister Dr. Achenbach die Erklärung abgab, er werde die Interpellation sofort beantworten, so erhielt der Interpellant Graf Udo zu Stolberg das Wort, um seine Interpellation zu begründen.
Der Handels-Minister Dr. Achenbach erklärte hierauf, daß allerdings die Staatsregierung in der nächsten Zeit dem Landtage einen Gesetzentwurf vorlegen verde, durch welchen die Ermächtigung nachgesucht wird, die Staatsbahnen und die Rechte des Staats an den Privatbahnen auf das Reich zu übertragen. Die Motive hierzu seien nicht politischer, sondern rein wirthschaftlicher Natur. Damit war diese Angelegenheit erledigt.
— Berlin, 20. März. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (31.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten gab eine Bemerkung des Abg. Dr. Reichensperger vor der Tagesordnung, auf welche der StaatS-Muuster Dr. Falk kurz replizirte, einen Anlaß zu einer kurzen GeschäftsordnungS-Debatte, an welcher die Abgg. Miguel, Dr. Reichensperger, Windthorst (Meppen) und Dr. Virchow Theil nahmen. Es folgte die dritte Berathung des Staatshaushalts Etats. Der Abg. V. Kardorff bezeichnete die gruppenweise Berathungsweise des Etats als sehr zeitraubend, und schlug als Auskunftsmittel die Einrichtung zweijähriger Elatsperioden vor. Er wünschte sodann eine Umkehr in der jetzigen Wirthschaftspolitik, welche letztere der Abg. Dr. Virchow vertheidigte. Damit wurde die Generaldebatte geschlossen. In der Spezialdebatte zu Kap. 127 Tit. 1 (Besoldungen für Schulräthe) wies der Abg. Windthorst (Bielefeld) die neulichen Angriffe des Abg. Frhrn. v. Schorlemer Alst gegen die Jugendschrift Simplicius Simpli- cissimus energisch zurück, worin sich ihm die Abgg. Richter (sanger- hausen) und Dr. Wehrenpfennig anschlossen. Außerdem sprachen die Abgg. Frhr. v. Schorlemer-Alst und Windthorst (Meppen).
— B erli n, 21. März. In der heutigen (32.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten theilte der Präsident mit, daß vom Präsidenten des Staats-Ministeriums ein Gesetzentwurf, betreffend die Einverleibung des Herzogthums Lauenburg in Preußen, und vom Präsidenten des Herrenhauses ein Gesetzentwurf, betr. die Aufnahme von Wechselprotesten, eingegangen sei. Darauf begründete der Abg. v. LyrkowSki seine Interpellation, welche lautet:
Mitte Dezember vorigen Jahres wurden Volksversammlungen in Skurcz und Neukirch, Kreis Pr.-Stargardt, welche behufs Vorbe- rathung zur Wahl der Kirchenvorsteher und Gemeindevertreter vorschriftsmäßig einberufen waren, polizeilich aufgelöst, weil dem Verlangen der Polizei, nur in deutscher Sprache in der Versammlung zu diskutiren, die vorwiegend nur polnisch sprechende Versammlung nicht nachkommen konnte.
Aus demselben Grunde wurden am 27. Februar er. zwei Versammlungen ausgelöst, die eine in der Stadt Schwetz, welche die Absen«