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Studirenden der hiesigen Universität am Donnerstag Abend zum 50jäh- rigen Dienstjubiläum des Professors Neumann veranstalteten, entstand ein so großes Gedränge, daß mehrere Personen ums Leben kamen.
— München, 18. März. Bei der heute vorgenommenen Wahl der Vertreter der hiesigen Stadt im oberbayrrischen Landrathe wurden gewählt und zwar zu Mitgliedern des Landrathes mit 51 von 66 Stimmen Banquier Moritz Guggenheimer, erster Vorstand der Gemeindebevollmächtigten und der prakt. Arzt Dr. Winterhalter, dann mit je 50 von 66 Stimmen Bürgermeister Dr. Erhardt, die Rechtsräthe Bad- Hauser und Brunner, die Gemeindebevollmächtigten RechtSanwalt Dr. Aub und Bäckermeister Utz, sowie die früheren bürgerlichen MagistratS- räthe Großhändler Krieger und Fabrikant Billing, — zu Ersatzmännern die bürgerlichen Magistratsräthe Fabrikant L. Knorr, Hauptmann Schanzenbach, Großhändler Schuster und Metzgermeister Heiler, die Gemeindebevollmächtigten Fabrikant Eckart, Apotheker Riedisser, Optiker Reinfelder, Zimmermeister Dosch und Buchhändler Schöpping. Sämmtliche Gewählte gehören der freisinnigen Richtung an. c«ugrs. «bdztg.)
— Nürnberg, 18. März. In einer magistratischen Bekanntmachung wird nach dem „Nb. Korresp." heuer zum erstenmale die Einwohnerschaft zur Beflaggung der Häuser an d-m bevorstehenden Geburtstage des deutschen Kaisers (22. März) aufgefordert. Es geschieht dies in Konsequenz des vor einiger Zeit gefaßten Beschlusses, daß sowohl an dem Geburtstage des Kaisers als an dem des Königs eine Beflaggung des Rathhauses stattfinden soll.
— Cannstatt, 18. März. Ferdinand Freiligrath ist letzteNacht gestorben. In dem Dahingeschiedenen verliert Deutschland den größten seiner derzeit lebenden Dichter und einen seiner edelsten Patrioten. Ferdinand Freiligrath war geboren am 17. Juni 1810, erreichte also ein Alter von beinahe 66 Jahren. Geboren zu Detmold, besuchte er daS dortige Gymnasium und war dann zu Soest (Westphalen), in Amsterdam und Barmen als Handlungslehrling und Commis thätig. In dem letzteren Ort, etwa zwischen 1837 und 1839, machte er seine ersten poetischen Versuche, die reichen Beifall fanden, 1842 verlieh ihm der König von Preußen einen Jahresgehalt, auf den er zwei Jahre später freiwillig verzichtete, um nicht in seiner politischen Tendenz gehemmt zu sein. Das Jahr 1848 sah ihn mitten im dichtesten Strudel der Volksbewegung, die sich häufenden politischen Anklagen trieben ihn ins Exil nach London, wo er bis vor wenigen Jahren lebte. Die Poetisch- literarische Thätigkeit Freiligrath's ist zu bekannt, als daß es einer besonderen Aufzählung seiner Werke hier bedürfte. — DaS Leichenbegäug- niß findet am Dienstag Nachmittag 41/» Uhr statt. Man»», r-gbi.)
— Aus -Straßburg wird berichtet, daß der Betrieb der Eisenbahnstrecke Sennheim-Sentheim wegen Unsicherheit einer Brücke über die Doller gänzlich eingestellt werden mußte. Ebenso ist die Linie Basel-Straßburg in Folge Zerstörung einer zweiten Brücke über die Doller zwischen Dornach und Luiterbach nur auf den Theilstrecken Ba- sel-Mülhausen und Lutterbach-Straßburg fahrbar. Auch die über die Jll führende Eisenbahnbrücke ist in der Nacht zum 16. d. M. in Folge des Hochwassers zusammengestürzt und dadurch die unmittelbare Verbindung zwischen den Linien Baiel-Weißenburg und Avrincourt-Straßburg einer- und Straßburg-Appenweier andererseits unterbrochen.
— Paris, 17. März. Der FranhaiS widmet der Gedenkfeier der Königin Luise einen längeren Artikel. Er redet in sehr geziemender Weise von den Tugenden der edlen Frau und preist das preußische Volk glücklich, weil es zur Zeit seines Unglücks einen so guten Gemus besessen habe, eine Königin, deren Name bei den Bemühungen für die Wiederherstellung der nationalen Größe alstn Geistern wie ein Glückssymbol vorschwebte. Aber davon ausgehend, kommt er zu dem gewagten Schlüsse, daß Frankreich in Ermangelung einer Heldin, welche im Herzen des Volkes lebe, sich an die Spitze der christlichen Nationen stellen müsse, im Gegensatz zu Preußen, welches im Namen der Zivilisation das Christenthum auszuroiten suche! lSchw. M-rr.)
— London, 20. März, Vo mittags. Die Abreise der Königin nach Deutschland erfolgt nunmehr bestimmt am 27. d. Die Reise geht über Portsmouth, Cherbourg, Paris, Straßburg ohne jeden Aufenthalt nach Baden-Baden, wo die Königin etwa eine Woche lang Aufenthalt nehmen wird. Hierauf wird die Reise nach Gotha resp. Coburg fortgesetzt, die Rückreise nach England erfolgt gegen Ende April.
— Rom, 19. März. Das gesummte Ministerium hat, wie die „Agenzia Stefani" meidet, dem Könige seine Demission eingereicht. Mit der Bildung eines neuen Kubinets ist der Deputute Depretis beaus tragt. Eine Liste für das neue Min fterium ist noch nicht festgestellt.
Lokales von hier und Umgegend, sowie Provinzielles.
Hanau 21 März lö76.
— Das im Rathhaussaale ausgest llte Eyreage chenk für den Fürsten Bismarck eriegt sowoyl bei Hi si tn als FreMd-n hinsichtlich seiner prachtvollen Ausführung gerechte B wunoerung. We wir hören wird sich der zur Ueber,eichung g waaltea Deputation, aus den Herren Schulmlpekior Junghenn, Bijoutenefabrikant Carl B ck.s und Kauf maan Otto Hoffe bestehend, linier g-genwä tig in Berlin we lend.r Landtcgsaogeordneter Hcrr H. F. Zi^ler aujchUetzen.
— Gestern wurde^unser Mitbürger, Kaufmann Joh. Heine, Ham- merschmidt, zu Grabe getragen, der, wie aus dem außergewöhnlich großen Trauergeleite ersichtlich, die Liebe und Achtung seiner Mitbürger in hohem Grade genoß. Der Verstorbene war längere Zeit Spritzen- hauptmann bei der freiwilligen Feuerwehr und bekleidete diesen Posten mit Ernst und Eifer so lange, bis er — in den Stadtrath gewählt — das Amt eines städtischen Deputirten in Brandangelegenheiten übernommen. Obgleich Hammerschmidt in seinem eigenen Geschäfte eine große Thätigkeit entwickelte, so entledigte er sich doch der mit seinem Ehrenamte verbundenen Arbeiten auf's beste und hat so manches zu größerer Hebung unseres so überaus wichtigen freiwilligen Feuerwehr- instituts beigetragen. Ehre feinem Andenken.
— Fjir heute und morgen. Stadttheater: Abends 7 Uhr: Zur Vorfeier des Allerhöchsten Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers und Königs: Prolog, gesprochen von Herrn Dir. Frey. Hierauf: Gaftdar- stellung der Frl. Resener vom Frankfurter Stadttheater „Minna von Barnhelm", Lustspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing (Minna von Barnhelm: Frl. Resener als Gast). — Oratorienverein: Abends 71/« Uhr „Probe." — Verein zur Besprechung öffentlicher und gemeinnütziger Angelegenheiten: Abends 8- Uhr „Geschlossene Mitgliederversammlung" im kleinen Saale der Centralhalle. — Morgen: Vormittags S1^ Uhr Fest-Aktus zur Feier des hohen Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der Aula des Gymnasiums und ebenso Vormittags 9 Uhr in der Aula der Realschule;, auch in den städtischen Volksschulen finden entsprechende Feierlichkeiten statt; Vorm. 10 Uhr: Festgottesdienst in der Marienkirche, gehalten durch den Garnisonsprediger Herrn Pfr. Sopp.
— Unter dem 20. d. Mts. ging der Expedition des „Han. Anz." folgendes Schreiben zu:
„Hierdurch bescheinige dankend den Empfang von 17 Mark 62 Pf.„ als Gabe für Fran^nheim.
Fulda, 18. März 1876. Hochachtungsvoll
M. Schmitt."
— Im lokalen Theil unseres gestrigen Blatter war bezüglich deS Erdrutsches die Zeit deS Eintritts der Katastrophe durch einen Setzfeh« ler auf kurz vor 9 Uhr angegeben und soll es „kurz, vor 11 Uhr" heißen.
— Unsern Lesern zur Warnung theilen wir nochmals mit, daß die Guldenstücke, Sechskreuzer- und Dreikreuzerstücke und Theilstücke des Kreuzers süddeutschen Gepräges mit Ausnahme der bayerischen Heller von den dazu bestimmten Kassen nur noch bis zu Ende des Monats April 1876 eingelöst werden und nach dem 30. April d. I. eine Um« wechslung jener Münzen überhaupt nicht mehr stattfindet.
— Ueber daS entsetzliche Familienichicksal, welches wir in unserem letzten Blatte meldeten, wird noch folgendes Nähere Mitgetheilt: Der Oberst von Sodenstern, AbtheilungSchef für das Jnvalidenwesen im KriegSministerium, hatte mit seiner Frau, die ebenso wie er aus Kassel stammte, in glücklicher Ehe gelebt. Seit vier Jahren litt die Frau jedoch an Irrsinn, wovon sich Spuren bald nach dem Tode des einzigen hoffnungsvollen sechkzehnjährigen Sohnes, welcher Kadrt war, eingestellt hatten. Vor einigen Tagen hatte die Unglückliche versucht, durch Genuß von Gift sich das Leben zu nehmen. Sie hatte ihren Zweck jedoch nicht erreicht, sich vielmehr nur in einen qualvollen Zustand versetzt, welcher ihre» Gatten, der mit innigster Liebe an ihr hing, bewog, ihrem Leiden ei» Ende zu machen. In der Nacht zum 16. d. M. setzte er mittels eines Revolverschusses ihrem und dann seinem eigenen Leben ein Ziel.. Wie schon gestern erwähnt, gibt er in einem hinterlassenen Schriftstücke als Motiv der That selbst an,, daß er aus unbegrenzter Liebe zu seiner Frau sie nicht länger hoffnungslos leiden sehen könnte und mit ihr im Tode vereint sein wollte. Das entsetzliche Er- eigniß erregt in allen Kreisen unserer Stadt, namentlich in den militärischen, daS größte Aufsehen, Der Kriegsminister erläßt folgende Todesanzeige: „Berlin, den 16. März 1876. Heute Morgen verschied plötzlich der Oberst und Abtheilungs-Chef im KriegSministerium Arthur v. Sodenstern. Seine vor dem Feinde bewiesene hervorragende Tapferkeit, seine Diensttreue und sein Edelsinn sichern ihm ein bleibendes und treues Andenken." • vor. sog«.)
— Am 18. d. M. verunglückte bei Zug 2 im Viadukte nächst Flieden der Br-mser Humm von Bebra. Leider soll dessen Tod durch «genes Verschulden erfolgt sein, was für die hinterlassene Familie rücksichtllch einer Unterstützung rc. seitens der Bahnverwaltung nur zu beklagen ist. (M. »»o.)
— Der „Franks. Anzeiger" schreibt unterm 20. März aus Frankfurt am Main: Am Samstag Abend erschoß sich in der Nähe des Sandhofs ein bis jetzt noch unbekannter Mann. — Die Vögel haben in dem jetzt seinem Ende sich zuneigenden Winter außerordentlich Noly gelitten und wird namentlich eine erhebliche Verminderung der ' Spitzen tonftaurt. — In dem hiesigen G fängniß ist nun auch das Reglement hinsichtlich der Verköstigung der G faugenen eingefügrt und sinnet SUbstoe-kostigung nicht meyr statt. Zur Zeit beherbergt das | Klappe f ld nur einen wegen Preßoer^ehens zu 9 Monaten Gefängniß