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Hamner Anzeiger.
Zugleich Amtliches Drgo für Kreis und Stadt Hauau.
Urscheütt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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M 57.
Mittwoch den 8. März.
1876.
T a g e s s ch K n
— Der „R. u. St.-A." Nr. 58 enthält: Gesetz, betreffend die Abänderung von Bestimmungen des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich vom 15. Mai 1871 und die Ergänzung desselben. Vom 26. Februar 1876.
— Berlin, 7. März. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der heutigen (21.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten trat das Haus in die erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Geschäftssprache der Beamten, Behörden und politischen Körperschaften des Staats. Der Abg. Dr. v. Cuny beantragte die Verweisung der Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern zur vollständigen Umarbeitung. Der Justiz-Minffter Dr. Leonbardt bestritt, daß es vor dem Zustandekommen des Gerichtsorganisationsgesetzes inopportun sei, die Vorlage anzunehmen, da sie eventuell nur geringe Modifikation durch die Reichsgesetzgebung erleiden würde. Der Abg. Mit wandle sich gegen die polnische Presse, welche aus diesem Gesetzentwürfe ganz ungerechtfertigt zu agitatorischen Zwecken Kapital schlage. Nach einer längeren Rede des Abg. v. Lyskowski führte der Abg. Dr. v. Sybel aus, daß er bei aller Sympathie für die persönlichen Gefühle der Polen doch diesem Gesetzentwurf im Interesse des preußischen Staates zustimmen und auf Grund der historischen Thatsachen erklären müsse, durch diese Vorlage werde kein Rechtstitel der Polen verletzt. Nach dem Abg. Lubienski ergriff beim Schlüsse des Blattes der Abg. Hundt v. Hofften für die Vorlage das Wort.
(Fortsetzung folgt.) (ot. u. et..».)
— Berlin, 4. März. Fürst BiSmarck scheint sich neuestens einer vortrefflichen Gesundheit zu erfreuen. Vorgestern unternahm er einen Spazierritt durch den Thiergarten, was er feit Jahresfrist nicht gethan hatte. Seine Haltung zu Pferde machte den Eindruck großer körperlicher Rüstigkeit. — Der berühmte Meteorologe, Prof. Dove, feierte gestern sein 50jähr. Doktorjubiläum. Glückwünsche und Geschenke kamen vom Kaiser und der Kaiserin, vom Kultusminister, vom Feldmarschall Grafen Moltke, von der Akademie der Wissenschaften, von der Universität und zahlreichen andern gelehrten Anstalten Berlins, ferner von der D. Seewarte in HaMburg, von der Leipziger Sternwarte rc. Gegen 1 Uhr erschien der Kronprinz und überbrachte dem Jubilar persönlich feine Glückwünsche. — Der Direktor der Staatsarchive, v. Sybel, hat in der Akad. d. Wisfensch. den Antrag gestellt, die politische Korrespondenz Ftiedrich's des Größen, die bisher ihrem größten Theile nach noch unbekannt ist, demnächst zur vollständigen Veröffentlichung zu bringen. Der Kaiser soll mit diesem Plane durchaus einverstanden sein. Das bedeutsame Werk wird nach ungefähren Schätzungen 30 Bände umfassen. Auch sind Seitens der Archivdirektion andere umfassende und wichtige Publikationen, welche die Kenntniß der neueren deutschen und preuß. Geschichte vertiefen und erweitern werden, in Angriff genommen und schon so weit gefördert, daß sie theitweise noch im Laufe des Jahres 1876 der Oeffentlichkeit übergeben werden köNNeN. . (Pr. ®L) "
— Berlin, 4. März. Die Reichsbahnen fesseln mehr Md mehr das öffentliche Interesse. Es liegen die Berichte der Verhandlungen in den Kammern Sachsens und Badens vor. In Sachsen war die Opposition vorhergesehen. Die Kammer hat derselben zugestimmt, und man ist darnach über die Stellung Sachsens und Bayerns zu der Sache im Klaren. Auch von anderer mitÄstaatlicher Seite soll wenigstens bekannt sein, daß die Haltung vorkommenden Falles eine ähnliche sein würde, mag auch eine förmliche Erklärung in diesem Sinne nicht erfolgt fern. Was Baden angeht, so hat die Regierung in ihren Aeußerungen
Kammer gegenüber eine größere Zurückhaltung beobachtet, aber doch angedeutet, daß sie den Plan jedenfalls nicht begünstigen werde. Die hiesigen offiziösen Angaben lassen noch immer eine demnächstige Vorlage m den Kammern erwarten. Deutlich bemerkbar ist, daß das Interesse für den Plan in weiteren Kreisen gewachsen ist, wozu die schroffe Abweisung in München das Ihrige beigetragen haben mag. Man hat dort, wie es scheint, auch nachträglich gefühlt, daß man zu weit ge- gangen war und jedenfalls nicht den richtigen Ton angeschlagen hatte. Vielleicht hat Hr. v. Pfretzschner deßwegen neuerdings für gut befunden,
die Kommentare zurückzuweisen, mit welchen die Ultramontanen seine erste Rede bedacht hatten. Es war ihm offenbar des klerikalen Beifalls zu viel geworden. Dies Hin und Her dürfte nach Allem, was verlautet, auf die diesseitigen Beschlüsse keine sonderliche Wirkung hervorbria- gen und das Einbringen der betreffenden Vorlage, wie erwähnt, schwerlich verhindern. — Zur Zeit als die Handelskonvention zwischen Oestreich und Rumänien zu Stande kam, hatte es, wie vielleicht erinnerlich, geheißen, auch andere Staaten, und selbst England, würden bald nachfolgen und jedenfalls die Stellung der meistbegünstigten Nation beanspruchen. Die ministeriellen Erklärungen im östreich. Abg.- Hause haben dies jetzt bestätigt; doch steht dahin, ob deßfallsig? Verhandlungen schon förmlich eingeleitet sind. eschw. stert.)
— Berlin. Zum dauernden Andenken an den 10. März d. I., an welchem Tage vor 100 Jahren die unvergeßliche Königin Luise das Licht der Welt erblickte, ist von hier aus die Gründung eines, ganz Deutschland umfassenden Luisenvereins in die Hand genommen. Derselbe soll die sittliche Hebung der aus den Elementar-Schulen entlassenen Jugend erstreben, und ist znr Mitgliedschaft der jährliche Beitrag von 1 Mk. festgefetzt.
— Darmstadt, 4. März. Die Frage über die Uebernahr e der oberhessischen Eisenbahnen durch den Staat ist dadurch in ein neues Stadium getreten, daß die Ausschußreferenten der Zweiten Kammer bezüglich der Zweckmäßigkeit der Uebernahme verschiedener Ansicht sind. Die Majorität des ersten Ausschusses ist mit der Regierung der Ansicht, daß der Uebergang der Bahn an den Staat schon an und für sich und selbst ohne direkte finanzielle Vortheile im Interesse des Landes liege, weil die in erster Linie beim Betrieb einer Bahn zu beachtende Tendenz, die Förderung des Gemeinwohls, von einer Aktiengesellschaft nicht erwartet werden könne.
— Nürnberg, 6. März. Wie der „Nürnb. Koiresp.^' aus authentischer Quelle erfährt, hat das Staatsministerium genaue statistische Erhebungen auf Grund der letzten Volkszählnng Pflegen lassen, um hiernach die Chancen für eine etwaige neue Landtagswahl festzustellen. Dem Ministerium liegen nun zwei Berechnungen vor. Nach der einen würde sich nunmehr die Gesammtzahl der Abgeordneten in Bayern auf 159 zu stellen haben. (Bei der letzten Landtagswahl waren 156 Abgeordnete zu wählen.) Die andere Berechnung würde, unter Berücksichtigung der in zwei Kreisen sich ergebenden Bruchtheile, die Zahl der Abgeordneten auf 161 erhöhen. Es wird angenommen, daß in ersterem Falle die Liberalen einen Zuwachs von 3 Stimmen erhalten, während bei Berücksichtigung der Berechnung mit 161 Abgeordneten von dem Gesammtzugange von 5 Stimmen 4 auf Seite der Liberalen und 1 auf Seite der Klerikalen fallen würde.
— Wien, 4. März. Das Herrenhaus hat heute die rumänische Handelskonvention und die Gesetzesvorlage über die Goldrentenanleihe angenommen. Bei der Beräthüng der ersteren gab der Handelsminister v. Chlumecky und zwar, wie er betonte, im Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit die Erklärung ab, bezüglich des Artikels 6 lasse die österreichisch-ungarische Regierung nur die Auffassung gelten, daß alle Zollbegünstigungen, die, aus welchem Grunde immer, anderen Staaten zu- komNibn, auch Oestreich Ungarn zukommen müssen und letzteres eine etwaige entgegengesetzte Auffassung Rumäniens als Vertragsbruch an- sehen würde; in solchem Falle werde die Regierung die Rechte und die Ehre Oestreichs zu wahren wissen. Auf die Ausführungen des Grafen Leo Thun gegen das Goldrentengesetz, welche vom Präsidenten des Hauses scharf gerügt wurden, erwiderte der Finanzminister von Pretis. es sei unrichtig, daß die Steuerkraft Oestreichs erschöpft sei, wohl aber entziehe sich ein bedeutender Theil der Steuerträger der Steuerpflicht, worin hoffentlich nach Annahme der neuen Steurrgesetze eine Besserung eintreten werde. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurden noch die Gesetzentwürfe, betr. die Erhöhung der Staatsgarantie für die Kaschau- Oderberger Bahn, die Kotirungssteuer für dre Wiener Börse, und den Ankauf der Dnieslerbahn angenommen. Sodann verkündigte der Mi- msterpräsident Fürst Auersberg die Vertagung des Reichsraths vom 4. März an.
— Die Pazifikation im Orient nimmt immer deutlichere Gestalt