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Hanauer Anzeiger.

Zugleich ArMicheS Organ für Skreis und Stadt Hanau.

ExschriKt Läßlich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage» und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Mittwoch den 1. März

Jnferiinn».

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Niesipalttsegsil« so Vss,

1876.

BeZaNutMachunKen Kömgl. LaudrathSamLS dahier.

Nach §. 127 der Medizinal-Ordnung vom 10. Juli 1830 sollen die Aerzte von, dem allgenuinen Gesundheitswohle nachtheiligen Ein­flüssen, insbesonderere von ausbrechenden epidemischen und konta« giösen Krankheiten, welche eine allgemeine und gefährliche Ver­breitung befürchten lassen, dem Kreisphysikus und der Ortspolizeibe­hörde Mittheilung machen.

Die Herren Aerzte ersuche ich ergebenst, bei den gemäß dieser Be­stimmung dem Herrn Kreisphysikus zu machenden Anzeigen gefälligst

Tagesschan-

Berlin, 29. Februar. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) ; Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung des Hauses der Adgeord- ! neten sprach in der Berathung über den Gesetzentwurf, betreffend die \ evangelische Kirchenverfassung in den acht älteren Provinzen, der Abg. ' v. Saucken (Tarputschen) gegen die Synodalordnung. Der Minffterial- j Direktor Dr. Förster erwiderte auf eine Anfrage des Vorredners, daß die Synodalordnung wohl von der kirchlichen Lehrfreiheit spreche, nicht aber von der theologischen Lehrfreiheit auf den Universitäten, welche Staatsinstitutionen seien. Der Abg. Fubel hielt den Wahlmodus zur Generalsynode nicht für so schlecht, daß er zu einer Verwerfung der Vorlage führen müßte; auch bei einem anderen Wahlmodus würde sich die Majorität Geltung verschaffen. Der Abg. Dr. Hänel erklärte sich gegen die Vorlage und namentlich gegen den Summepiskopat, während Abg. Dr Wehrenpfennig hervorhob, daß die staatliche Stellung des Kultus-Ministers in der Vorlage nicht verschoben sei, und daß man mit gew-ssen Amendements dieselbe wohl annehmen könne. Die Vor­lage wurde an eine Koi mission von 21 Mitgliedern verwiesen. Schluß 43/a Uhr.

In der heutigen (17.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten wurde nach einigen geschäftlichen Mittheilungen des Präsidenten die Spezial- berathung des Budgets und zwar mit der Diskuffion des Etats der Verwaltung für Handel, Gewerbe und Bauwesen fortgesetzt. Zu Kap. 66 Tit. 15 (Stromregulirungen und Hafenbauten) fanden die Wünsche des Abg. Haken über Hafenbauten in Hinterpommern von Seiten des Handels-Mimsters Dr. Achenbach Entgegenkommen, so daß er seinen. Antrag auf Ueberweisung der Positionen an die Budgetkommission zu- rückzog. Ueber Hafenbauten in Breslau erhielt Abg. Jüttner vom Handels-Minister die gewünschte Auskunft.

In gleicher Weise erhielten die Abgg. Rickert, Seyffardt, Kalle, Töpfer, Lehfeldt, Dr. Dohrn, Dr. Gneist, Dr. Köhler (Göttingen) und Windthorst (Meppen) vom Ministertische aus die erbetenen Aufklä­rungen. Bis zum Schluß des Blattes wurden sämmtliche Positionen genehmigt.

(Fortsetzung folgt.) (R. u. St^Anz.)

Bei den Verhandlungen über den Etat oder durch einen selbst- ständigen Antrag werden im Abgeordnetenhaus auch die durch Hoch­wasser entstandeneu Unglückssälle zur Sprache gebracht werden. Die Nothstände, namentlich in der Umgegend Magdeburgs, sind so groß, daß die Privathülfe allein nicht ausreicht, um sie zu beseitigen. Der Landtag wird nach derTrib." kaum Bedenken tragen, durch eine extraordinäre Bewilligung im Etat den bedrängten Ortschaften zur Hülfe zu kommen.

Eine Bürgschaft kann im Geltungsbereiche des Allgemeinen - Landrechts und des gemeinen Rechts rechtsgültig auch für künftig erst entstehende, konkret bestimmte oder bestimmtere Forderungen übernom- I meit werden, und der zu diesem Zwecke ausgestellte Bürgschaftsschein 1

ist stempelpflichtig. (Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 26. Januar d. I.)

Wesel. Dem Kaufmann Dorsemagen, welchem Pius IX. kürzlich den Gregoriusorden verlieh, ist nicht gestattet worden, die Or- deninsignien in Preußen zu tragen.

Oppenheim, 23. Februar. DieLandskrone" berichtet: Verflossene Nacht wurde zwischen dem Kornsand und Astheim der Hauptdamm des Rheines an einer Stelle zu durchstechen versucht. Glücklicherweise wurde der nichtswürdige Streich durch die Wasserwacht entdeckt und so großem Unheil vorgebeugt.

In Ottenstein erlitt kürzlich der Einwohner D. durch Stoßen eine ganz unbedeutende Abschürfung am Schienbein, die er An­fangs nicht beachtete. Später legte er aber, als sich Schmerzen ein- stellten, auf Anrathen seiner Ehefrau Talgläppchen auf die wunde Stelle, und das war gut. Einige Tage darauf ward D. von einem alten Nachbarn besucht, und die Rede kam auch auf das verletzte Bein. Der Nachbar riech nun, eine Schwammart, im VolksmundeRüster" ge­nannt, suchen zu lassen und auf die Wunde zu legen. D. befolgt den Rath, und das war schlimm. Kaum hat er den ihm übergebenen Pilz auf die Wunde gebunden, als er sehr heftige Schmerzen spürt, die ihn fast zur Raserei bringen. Als das Bein braun wird, Gesicht und Hände anschwellen, wird der Arzt Dr. med. H. Herbergerufen, welcher sofort erkannte, daß bei dem Patienten in Folge der Benutzung eines giftigen Schwammes Blutvergiftung eingetreten war, und daß demselben nicht mehr zu helfen sei. Der Unglückliche ist denn auch bald darauf gestorben.

München, 28. Februar. Der greise Stiftspropst Dr. v. Döllinger beging heute seinen 77. Geburtstag. Er erhielt bei dieser Gelegenheit von Sr. Majestät dem Könige die besten Glückwünsche in huldvollster Weise.

München, 28. Februar. Der wegen seiner Thätigkeit in klerikalen Blättern bekannte, mehrfach und zuletzt wegen Majestätsbe­leidigung des deutschen Kaisers vom oberbayerischen Schwurgericht ver- urtheilte Frhr. v. Linden ist nach derA. Z." der Würde eines Kam­merherrn Seiner Maj. unsers Königs nunmehr enthoben worden.

P e st, 28. Febr. Der Kaiser hat vorläufig 15,000 Fl. für die durch die Ueberschwemmung heimgesuchten Bewohner Pests und der benachbarten Ortschaften angewiesen. Die Kaiserin * hat 'zu gleichem Zwecke 10,000 Fl. gespendet.

Paris, 27. Februar. Es scheint nicht, daß Rouher's Ab­sicht, sich an die Spitze der konservativen Partei zu stellen, und daß die uneigennützigen Bestrebungen der Bonapartisten, durch ihre Kandidaten die Gesellschaft zu retten, bei den Betheiligten die gebührende Anerken­nung finden. Der Frantzais z. B., Büffets Organ, geht sehr unsanft mit dem Exvizekaiser um. Auch die legitimistischen Organe zeigen we­nig Neigung zu einem konservativen Bündnrß, bei dem es nur auf den Vortheil der Imperialisten abgesehen, und so werden denn ohne Zwei­fel die Stichwahlen vom 5. März nicht anders als die allgemeine Wahl zur Beschämung der reaktionären Parteien ausfallen. Diese letzteren sind übrigens auf einen solchen Ausgang gefaßt. Man hört nicht, daß der Klerus für den zweiten Mahlgang Gebete veranstaltet, wie er es für den ersten gethan. Es war bei dieser Gelegenheit im ganzen Lande eine lltägige Andacht und ein triduum veranstaltet wor­den. Man rief das Herz Jesu, die h. Jungfrau und den h Josef gegen die republikanischen Kandidaten an. Die lltägige Andacht begann am 12. Febr. und schloß mit der Stimmzählung. Auf Freitag, den 18. war den Gläubigen ein Fasten anbefohlen, von welchem sie sich burch eine fromme Spende an die christlichen Brüderschaften loskaufeu konnten. Durch ein Reskript vom 15. Jan. hatte der heil. Vater zahl­reiche Ablässe gespendet. Leider war dieser Art von offizieller Kandi­datur nicht mt^r E folg beschieden, als den Präfekten Buffet's. Die klerikalen und bonapartistischen Blätter fahren fort, mit ihrem Bemühen das Publikum in Schrecken zu setzen, aber sie richten nicht virl mehr aus. Unter Anderem behaupten sie, die Republikaner würden sofort den Antrag stellen, den Sitz der Versammlungen und der Regierung wieder nach Paris zu verlegen. Nun könnte das aber nicht ohne eine Verfassungsrevision geschehen, denn in einem der konstitutionellen Gesetze heißt es ausdrücklich, daß Versailles die Regierungshauptstadt bleibt.