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Zugleich Amtlicher Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint tiiglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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28. Februar. 18? 6.
Bekanntmachungen Königs. LandrathSamLS dahier.
Auf den 10. März d. I. fällt der hundertjährige Geburtstag der hochseligen Königin Lomse. Obgleich ich annebmen barf, daß die Kgl. Regierung rc. die Feier dieses Tages in den Schulen Ihres Verwaltungsbezirkes bereits selbstständig in Aussicht genommen hat, so erscheint es mir bei der hohen Bedeutung desselben doch geboten, für den ganzen Umfang der Monarchie gleichmäßige Anordnung zu treffen.
Ich bestimme daher, daß am 10. März in allen öffentlichen und Privat-Mädchenschulen der Unterricht ausfalle und an dessen Stelle eine Feier treten soll, in welcher die Geschichtslehrer oder der Dirigent der Anstalt den Schülerinnen in freiem Vortrage das Lebensbild der erlauchten Frau vorführt, welche in den Zeiten des tiefsten Leidens so opferfreudig an der Erhebung des Volkes mitgearbeitet und allen kommenden Geschlechte,n ein hohes Beispiel weiblicher Tugend gegeben hat.
Wo sich die Gemeinden- bezw. die Schulvorstände geneigt finden lassen, die erforderlichen Mittel zu bewilligen, sind besonders fleißigen Schülerinnen zur dauernden Erinnerung an die Feier des Tages Prämien zu geben, und sind zu solchen Lebensbilder der Königin Lruise und andere auf die Zeit des Befreiungskriege bezügliche Schriften zu wählen.
In den Knabenschulen, sowie in den Schulen, in welchen Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden, tritt die Feier an die Stelle der beiden letzten Unterrichtsstunden des Vormittags.
Berlin, den 15. Februar 1876.
gez.: Falk.
In Gemäßheit vorstehender Anordnung wollen die Herren Lokal- schul-Juspektoren Sich gefälligst mit den Herren Lehrern und den Ortsvorständen wegen einer würdigen Tagesfeier in Verbindung setzen, auch das Erforderliche rechtzeitig veranlassen.
Hanaü, am 25. Februar 1876.
Der Landrath.
Vom Seminar-Lehrer Ilgen zu Cammin ist unter dem Titel „Anleitung zur rationellen Bienenzucht* eine Schrift abgefaßt, welche nach fachmännischem Urtheil geeignet ist, Anfängern in der Bienenzucht gute Dienste zu leisten. Es werden die Herren Volksschullehrer darauf aufmerksam gemacht.
Hanau am 23. Februar 1876.
Gefunden: Ein s. g. Fisch-machen (geländet); der Eigenthümer kann denselben bei Herrn Joseph Hain zu Grotzkrotzenburg in Empfang nehmen. Fünf Stück Enten (zugeschwommen); Empfangnahme bei der Wittwe Mesch zu Großkrotzenburg. Sechs Bogen Schulzeichnungen (von Maschinen rc.) Eine gedruckte Schürze. Ein Köcher.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund, m. Geschlechts. Ein Hund, b g. Windspiel, w. Geschlechts.
Entlaufen: Ein Seroenpischer von hellbrauner Farbe.
Verloren: Ein Meter brauner Seidenatlas.
Hanau am 28. F bruar 1876.
L « g e s s ch a u.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 50 enthält: 1) Gesetz, betreffend die Kontrole des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von Elsaß- Lothringen für das Jahr 1875. Vom 14. Februar 1876. 2) Gesetz, betreffend die weitere Anordnung über Verwendung der durch das Gesetz vom 2 Juli 1873 zum Retablissement des Heeres bestimmten 106,846,810 Thlr. und die zu diesem Zwecke ferner erforderlichen Geldmittel. Vom 16 Februar 1876. 3) Gesetz, betreffend die Verwendung aus der französischen Kriegskosten-Entschädigung. Vom 17. Februar 1876.
— Berlin, 26. Februar. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) In der Heuligen (15.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten trat nach kurzen geschä tUchen Mittheilungen des Präsidenten das Haus in die erste Beraihung des Gesetzentwurfs betreffend die evangelische Kirchen- verfassung in den acht älteren Provinzen der Monarchie. Die Debatte bewegte sich hauptsächlich um die Grenzen des staatlichen Oberaufsichts
rechtes, um das kirchliche Besteuerungsrecht, das Kirchenregiment und um das Wahlgesetz zu den kirchlichen Vertretungskörpern. An derselben nahmen Theil bis zum Schlüsse des Berichts die Äbgg. Dr. Techow, Graf von Bethusy-Huc, Dr. Virchom.
(Fortsetzung folgt.) cR. u. St^Anz.)
— Die Ueberschüffe des kurhessischen Hausschatzes erscheinen dieses Jahr zum ersten Male im preußischen Budget. Bekanntlich hat die Krone Preußen mit dem Landgrafen Friedrich von Hessen einen Vertrag geschlossen, wonach dieser gegen 200,000 Thaler jährliche Rente auf fein Thronfolgerrecht verzichtet; auch hat derselbe neuerdings die ' Silberkammer erhalten. Die übrigen Aguaten haben sich nun an das Abgeordnetenhaus gewandt mit einer Petition, in der sie jene 200.000 Thlr. und die Silberkammer für sich reklamiren. Da ihnen aber der Rechtsweg eröffnet ist, und sie denselben auch bereits betreten haben, so wird das Abgeordnetenhaus kaum gesonnen sein, dem Richter vorzu- greifen, sondern über ihr Petitum zur Tagesordnung übergehen. (Trio.)
— Es ist das Gerücht verbreitet, daß der Verkehr auf der Bahnstrecke der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn von Berlin über Stendal nach Hannover und Magdeburg durch Wasser ebenfalls unterbrochen sei. Die Gesellschaft ersucht uns mitzuthellen, daß das Gerücht in jeder Beziehung unbegründet und der Betrieb auf dieser Strecke ungestört ist. iR. U. St..A.)
— Aus dem Fürstenthum Lippe, 22. Februar. In Lemgo hat eine sehr zahlreich besuchte Volksversammlung stattgefunden, in welcher die fürstlichen Vorschläge'zur Lösung der Verfassungs-Frage diskutirt wurden. Die schließlich fast einstimmig angenommene Resolution hat folgenden Wortlaut: „Die Versammlung beschließt, mit allen gesetzlichen Mitteln dahin wirken zu wollen, das Zustandekommen eines 1836er Landtags zu verhüten, und protestirt gegen den von der Staatsregierung dazu gemachten Versuch."
— Breslau, 18. Februar. Wie die „Br. Ztg." mUdet, wählte gestern die katholische Gemeinde Kuhnau, Kreis Kreutzburg, den staatsfreundlichen Kaplan Grünastel zum Pfarrer. Die Ultramontanen enthielten sich der Wahl. Der Gewählte hat die Wahl angenommen. Es ist dies der erste Fall, daß eine katholische Gemeinde von dem ihr nach dem Gesetze vom 11. Mai 1873 zustehenden Rechte Gebrauch gemacht hat.
— Die kgl. Kreisregierung der Pfalz hat die Bürgermeisterämter zur gutachtlichen Aeußerung darüber veranlaßt, ob sich in Folge der eingeführten Markeechnung wirklich eine Preiserhöhung der gewöhnlichen Lebensbedürfnisse ergebe und demgemäß durch das Ministerium eine entsprechende Gehaltserhöhung der Beamten bei der Kammer der Abgeordneten befürwortet wirden könne.
— München, 26. Februar. In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses wurde durch den Stichentscheid des Vorsitzenden Freytag der Antrag der Regierung, betreffend die Bewilligung einer Theue- rungszulage von 210 Mm? für jeden pragmatisch angestellten Staats- beamten, abgelehnt. Dagegen wurde der Umrechnung des Gehaltguldens in 180 Pf. und der dadurch bedingten Erhöhung des Gehalts um 5 pCt. der pragmatische Charakter verliehen.
— Wien, 24. Februar. Die „Gartenlaube* ist in ganz Oesterreich verboten worden.
— Madrid, 26. Februar. Amtlich wird gemeldet: Acht Bataillone Karlisten verweigerten nach blutigen Gefechten ferner auf die königlichen Truppen zu feuern. Martinez Campos meldet die Unterwerfung von neun Bataillonen Karlisten in Pampelona. Berichten aus Tolosa zufolge bieten Tausende von Karlisten ihre Ergebung an.
— Madrid, 26. Februar. Wie der General Martinez Campos hierher gemeldet hat, haben sich 9 Bataillone Carlisten in Pampelona behufs Niederlegung der Waffen gestellt. Nach weiteren der Regierung zugegangenen Nachrichten haben sich auch in Tolosa zahlreiche Carlisten behufs Unterwerfung eingesunden. Außerdem haben mehrere noch unter Waffen stehende carlistische Bataillone sich geweigert, den Kampf fort- zusetzen. — Aus Hendaye vom 25. Februar" Abends meldet „R. u. St-.A.": König Alfons, welcher in Tolosa eingerroffen war, ist von dort mit 30,000 Mann und 40 Kanonen nach Alsasua aufgebrochen.