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aber auch der Meinung, daß sich diese Wechselwirkung auch in der Zukunft bewähren w.rde und daß rückhaltlose nationale Politik immer auch die beste bayerische Politiksey. Darum allerwegen : „Gut Deutsch l Gut Bayerisch!" ^»b. »wu
— Der „Franks. Anzeiger" Mretbl unterm 18 Februar aui Frankkutt am Main: Wie wir vernehmen, erkennt es der Vorstand der polytechnischen Gesellschaft zwar dankend an, daß die Stadtverord- neten-Versammlung sich im Prinzip für die Uebernahme ihrer Schulen auf die Stadt ausgesprochen hat, vermag jedoch nicht, auf das Angebot von 500,000 fl. einzugehen und hofft, daß neue Verhandlungen zu einem für die Gesellschaft günstigeren Resultate führen werden. — Unter den Bettelbriefen ist eine ganz neue Sorte aufgekommen. Dieselbe besteht nämlich darin, daß ein Jndividimn, welches wöchentlich 70—80 derartige Briefe schreibt, sich am Schlüsse derselben zu Gefäl- ligkeits-Acc.Pten anbietet. — Laut Beschluß des Magistrats wurde dem Bisitzer des" Gasthauses „Zur Harmonie" die Erlaubniß ertheit, dem Hause den Raunn „Zur Stadt Frankfurt" beizuleg-n. womit die Ausschmückung des Hauses durch Frankfurter Adler erklärt ist.
Was gibUs Neues in Offenbach?
Die „Lffenbacher Ztg " schreibt unterm 18. Februar: Unser sonst Nicht leicht aus seinem geschäftsmäßigen Gang zu bringender Lokalzug wurde gestern Nachmittag in seinem gewohnten Laufe durch zwei Hitz- köpfe, die sich über irgend etwas nicht einigen konnten, gestört. Der Zug mußte halten und der Zugführer, um friedliche Mitpassagiere und Fensterscheiben besorgt, den Hauptreb-llen in der Nähe des Heister'schen Hauses an die Luft fetzen. Der Exmittirte war nun gezwungen, den augenblicklich nicht eben staubigen Weg nach Sachsenhausen zu Fuß zu wandern und hatte noch dazu Gelegenheit, über das Dichterwort: „Ruhe ist des Bürgers erste Pflicht" nachzudenken.
Lokales LWd Pt-ovistzieLes.
Hanau 19 Februar 1876.
— Der Expedition des „Hanauer Anzeiger" ging heute folgendes Schreiben aus Frankenheim zu:
„Löbl. Expedition des Hanauer Anzeigers! In Folge der kräftigen Beihilfe, welche Sie durch Ihre Verwendung für die nothleidenden Frankenheimer unserm Liebeswerke angedeihen ließen, fühlen wir uns gedrungen, Sie um Aufnahme einiger freundlicher Dankesworte für Ihren Leserkreis höflichst zu bitten. Die untenstehende Form wird wohl genügen.
Uebrigens sieht es in Frankenheim noch immer bös genug aus, obgleich, was Menschen vermögen, geschehen ist und geschieht. Der letzte Ansatz des Winters, der in dem hochgelegenen Dorfe (2300' etwa, es soll das Höchstgelegene Dorf im ganzen deutschen Reiche sein!) um so bedeutender empfunden wird, hat die Krankenzahl durch Hinzukommen von mehren 20 schwer Erkrankten auf 210 (nach anderer Nachricht 213) gehoben, denen allerdings 50—60 entschiedene Reconvalescenten gegenüber stehen (in jener Zahl mit einbegriffen).
Indem wir Ihnen für Ihre Verwendung für die Unglücklichen unsern herzlichen Dank sagen, zeichnen wir Hochachtungsvollst das Unterstützungscomitä für Frankenheim. Für dasselbe: E. Dannen- berg, Apotheker.
Die in dem Danke erwähnten 1100 Mark setzen sich zusammen aus durch Sie erhaltene Gaben: Mark 100, 200, 175, 200, 154, zusammen 829, durch Gesangverein „Eintracht" 186,95, diverse kleine Gaben rund 80, Summa Mark 1095,95.
Unser Hülferuf für das schwer bedrängte Frankenheim auf der Rhön ist nah und fern in erfreulicher Weise gehört worden. Auch Hanau blieb nicht zurück, indem gegen 1100 Mark von dort bei uns eingingen. Wir sagen allen edlen Menschenfreunden, die sich fremder Noth erbarmten, hiermit unsern herzlichsten Dank.
Fulda, 18. Februar 1876.
Das Unterst.»Sonnte für Frankenheim."
— Von dem Komit^ für die Verunglückten Bremerhavener ging der Expedition dieses Blattes folgende Schluß-Quittung zu:
Den Eingang der 2. Sendung von Mk. 17.30 Pf., zuzüglich 20 Pf. Porto, bestimmt für die bei der Explosion vom 11. Dez. v. I. Verunglückien, beehre ich mich ergebenst anzuzeigen mit der Bitte, allen gütigen Gebern für ihre Beihülfe herzlichen Dank auszusprechen.
Bremerhaven am 16. Februar 1876.
Im Auftrage des dienstlich abwesenden Amtmann Schnitz: L. Jacobi, Aktuar.
— Auf morgen Nachmittag 3 Uhr sind die katholischen Familienväter in den großen Saal der katholischen Schule zu einer Besprechung eingeladen.
— Der heutige Markt war ziemlich befahren; Butter kostete 90 Pf. bis 1 Mk., Käse 4 und 5, Pf., Eier 4 Stück 26—29 Pf., Zwiebel 23, Erbsen und Bohnen 29—34 Pf., Fische, gewöhnliche 34 Pf., , Barben 40 Pf., ein Huhn 1,40 bis 2,57 Mk. und eine Ente 2—3 I
Mk. je nach Qualität, Schweine zum Aufstellen, das Pärchen 27,43 bis 30,80 Mk.
Wohin gehen wir heute und morgen? Bergnügungsanzeiger für Hanau und Umgegend.
Heute. Gasthaus zum Kronprinzen: Abends von 7 Uhr ab „Großes Militär-Concert" der ganzen Kapelle des 3. Bar. Hess. Fül-Reg. Nr. 80. — Stadt Bremen: Concert (Streichquartett), Anfang 7 Uhr. — Gasthaus zum Elephanten: Große Tanzstunde; ebenfalls 7 Uhr. — „Cafä Germania": Concert und Tanzkränzchen ; Anfang 8 Uhr.
Morgen. Nachmittags: Tanzmusik im Schwanen zu Kesselstadt. Von 4 Uhr ab: Großes Militär-Concert in der „Stadt Bremen", sowie Concerte auf „Dörr's Felsenkeller", im „Deutschen Haus", und im „goldnen Löwen" in der Vorstadt. — Sladttheater: Anfang 6^2 Uhr: „Mathilde", Schauspiel in 4 Akten von Roderich Benedix (Mathilde : Frl. Jaud von München als Gast). — Abends 7 Uhr: Großes Militär- Corcert der ganzen Kapelle des Großh. Hess. Leibdragoner-Reg. Nr. 24 aus Darmstadt im großen Saal der „Central- Halle" ; Enträe für Herren 50 und für Damen 30 Pf. — Abends 7 Uh.: Große Tanzstunde im Gasthaus zum Elephanten und Abends 8 Uhr: Großes Tanzkränzchen in den Sälen der Reichs kröne.
BerfteiKernngs- & VerMchtmrgs-KalenÄer.
Uebermorgen (21.) Vormittag 10 Uhr kommen zu Emmrichshofen größere Partieen Kiefern- und Fichten-Brennholz, sowie auch Kiefern- Nutzholz zur Versteigerung (s. Nr. 37 „Han. Anz."). — Vormittags 10 Uhr werden Wasserbauten am Mainufer und 11 Uhr die Anlieferung von 250 Kubikm. Bascltfteine zur Unterhaltung von Mainuferbauten, im SubmissionSwege v-rgeben, und sind für beide Fälle Offerten vor den betr. Terminen im Bureau des Kgl. Kreisbaumeisters Herrn Schuchard einzureichen (s. Nr. 39 „Han. Anz."). — Nachmittags 2 Uhr kommen durch Herrn Taxator Wilh. Seiffert im Gasthause „zum Elephanten" Möbel, Bettwerk, Leinengeräth, Kleidungsstücke, Porträts, eiserne Geldkiste, Decimalwaage, Küchenschrank und sonstige Gegenstände gegen baare Zahlung zur Versteigerung (s. Nr. 40 „Han. Anz.").
— Fulda, 16. F-br. Morgen wird eine vom Kriegsministerium deputirte Kommission, bestehend aus einem Baurach und einem Major, hier eintreffen, um geeignete Räumlichkeiten für Errichtung einer Unteroffiziersschule hierselbst zu suchen. Dieselben werden wohl so leicht hier nicht finden sein. Wie es heißt, soll eine Unterosfiziersschule entweder hier oder in Hanau, von welch' letzterer Stadt die genannte Commission hierher kommt, eingerichtet werden. Kr. ^. gtg.;
(Anknüpfend an vorstehende Not z sei bemerkt, daß die Besorgniß wegen Verlegung unseres Kreisgerichts noch nicht geschwunden ist und schon wieder ist das Gerücht in Umlauf, unser Bataillon solle einer an hiesigem Orte zu errichtenden Urteroffizierschule Platz machen. Wenn dies der Fall wäre, was wir vorläufig aber noch bezweifeln, dann steht doch mit Sicherheit zu hoffen, daß unsere städischen Behörden zeitig die nöthigen Schritte einleiten werden, um unsere Stadt vor etwaigen Nachtheilen zu bewahren. Die Red.)
Auszug aus dem Central-Handelsregister.
Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, erste Mtheiung, Hanau.
Zufolge Verfügung vom 30. Dezember 1875 ist auf Anmeldung vom 24. resp. 30. Dezember 1875 unter dem 3. Januar in das Handelsregister eingetragen worden, daß die Aktiengesellschaft: Frank- kurter Waggonfabrik, vormals J. C. Reifert & Co., zu Bockenheim in außerordentlicher Generalversammtung der Aktionär« vom 20. Dezember 1875 die Liquidation beschlossen und zu Liquidatoren: 1) ihren bisherigen kaufmännischen Direktor Ludwig Stutz, 2) ihren bisherigen Prokuristen Clemens Delkeskamp, 3) den Ingenieur Christian Grotch 4) den Zimmermeister Jonas Dörr junior, sämmtlich zu Frankfurt a. M., mit dem Anfügen bestellt hat, daß zur Zeichnung der Firma in Liquidation die Unterschriften von zweien dieser Liquidatoren genügen. Schließlich werden nach Art. 243 des Handelsgesetzes die Gläubiger der Firma aufgeforbert, sich bei der Gesellschaft zu melden.
Zufolge Verfügung vom 14. Februar 1876 ist auf Anzeige vom 12. d. M. am 14. d. M. in das Genossenschaftsregister eingetragen worden, daß für das Jahr 1876 den Vorstand „des Fechenheimer Credit- und Unterstützungsvereins, eingetragene Genossenschaft", bilden: Heinrich Karl Presber zu Fechenheim, als Direktor; Philipp Heinrich Hrck sen. daselbst, als Kaisirer; Alix Philipp daselbst, als Controleur.
— Weyhers, 17. Februar. Den seit vorgestern Abend vermißten Tödtengräver Amadeus Schäfer von hier fand man heute Vormittags in dem durch die Wass.rfluth des gestrigen Tages Hochangeschwol- lenen reißenden Mühlgraben ertrunken. Eine klaffende Wunde an der Stirne des Verunglückten bikundet, wie heftig denselben der Gießbach wider die scharfen Kieselsteine seines Bettes geschleudert. (Hess. Beob.)
— Die Aufnahmeprüfungen finden statt: in dem Schullehrer- Seminar zu Montabaur am 17. Mai, in der Präparanden-Anstalt zu Herborn am 3 und 4. ^April und in der Präparanden-Anstalt zu Hom» berg am 29. Ap-il d. J., die Eutlassungsprüfung in dem Schallehrer- Seminar zu Montabaur ist auf den 15. Mai d. J. anberaumt.