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Hanauer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hana«.
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Mittwoch den 16. Februar.
1876.
Verwaltungsbericht der Stiftung National Dank für Veteranen für die Jahre 1870 bis 1874.
Eingedenk der Dankespflicht, welche das Preußische Volk dem vaterländischen Heere durch Errichtung der Stiftung ,,Nationaldank für Veteranen" hat darbringen wollen, find wie früher so auch in den Jahren 1870 bis 1874 fortdauernd alle Stiftungsorgane bemüht gewesen, den würdigen ergrauten Kriegern, welche am Abende eines langen und ehrenwerth geführten Lebens der Hülfe und des Beistandes bedürfen, diesen durch Erleichterung ihres Lebensunterhalts zu gewähren, so weit die zur Verfügung stehenden Mittel Solches nur irgend gestatteten. Freilich haben sich die an die Stiftung erhobenen Ansprüche in neuerer Zeit erheblich gesteigert. Denn wenn auch die Zahl derer, welche zunächst der Fürsorge der Stiftung anheimfallen, von Jahr zu Jahr geringer wird, indem der Tod die Reihen der tapfern Streiter aus den Kriegsjahren von 1806 bis 1815 jetzt immer schneller lichtet, so wächst doch anderer Seits die Bedürftigkeit des Einzelnen in weit höherem Maße, als dies früher der Fall war, indem nunmehr bei denjenigen Greisen im Silberhaar, die an jenen Feldzügen Theil genommen haben, weil sie sich gegenwärtig bereits sämmtlich im höchsten Lebensalter befinden, von einem, wenn auch nur theilwei- sen Selbsterwerb des Lebensunterhalts nicht mehr die Rede sein kann. Belief sich die Zahl der Hülfsbedürftigen Krieger aus jener glorreichen Zeit der Befreiungskriege nach den, bald nach Errichtnng der National- dank-Stiftung im Jahre 1854 stattgehabten ersten Ermittelungen auf überhaupt 64,368 Veteranen so ist dieselbe jetzt und zwar nach den, am Schlüsse des Jahres 1874 zuletzt veranlaßten Ermittelungen bereits bis auf 9213 Veteranen zurückgegangen. Allein diese Zahl ist doch im Vergleich zu den Mitteln, über welche die Stiftung zu Gunsten derselben zu verfügen hat, immer noch so groß, daß eine ausreichende Beihülse dem Einzelnen zur Sicherung seines Lebensunterhalts leider bisher nicht hat gewährt werden können. Im Wesentlichen ist die Wirksamkeit der Stiftung bisher auf die alten Provinzen der Monarchie, wie letztere bis 1866 bestand, beschränkt geblieben, daher sich jene Ermittelungen und Zahlen auch nur auf diese bezieheu; doch ist den in den neu erworbenen Preußischen Landestheilen vorhandenen Hülfsbedürftigen alten Kriegern gleiche Hülfe, wie sie den Veteranen in den alten Provinzen zu Theil wird, wo diese in Anspruch genommen, niemals versagt worden. In der Provinz Hannover sind zwar in einigen Bezirken geordnete Stiftungsorgane bereits errichtet, die gesammte Organisation hat indeß auch dort bisher nicht durchgeführt werden können.
Im Allgemeinen haben sämmtliche Stiftungs-Organe fortdauernd eine ersprießliche Thätigkeit entwickelt, obgleich ihre Wirksamkeit durch die in Folge der Kriege von 1866 und von 1870—71 in Anspruch genommenen anderweiten großen und mannigfachen Opfer in hohem Grade erschwert worden ist. Eben so hat sich die Theilnahme der Ehrenmitglieder, wenigstens in der großen Mehrzahl derselben, der ungünstigen Zeitverhältnisse ungeachtet nicht vermindert. Auch sind dankbar die in vielen Kreisen von den Kreisständen bewilligten Beiträge hevorzuheben.
Der vielfachen Schwierigkeiten ungeachtet ist es unter diesen Umständen gelungen, viel zur Linderung der Noth der im hohen Greisen- alter stehenden und zum Theil in bitterer Armuth lebenden Veteranen beizutragen, und darf es ausgesprochen werden, daß Seitens der Stiftungsorgane Alles geschieht und auch fernerhin geschehen wird, die greisen Vorkämpfer der deutschen Einheit an ihrem Lebensabende nach Möglichkeit vor äußerster Noth zu bewahren.
Bleibt es auch in erster Linie fortgesetzt die Aufgabe der Stiftung, den bedürftigen Veteranen die erforderliche Hülfe und Unterstützung angedeihen zu lassen, so tritt doch die Nothwendigkeit der Gewährung von Unterstützungen auch an Hülfsbedürftige, zur Selbsternäh- rung jetzt ebenfalls unfähigen Wit wen verstorbener alter Krieger aus den Jahren 1806 bis 1815 neuerdings in erhötem Maße gleichfalls immer dringender hervor.
Die Stiftungsorgane sind sich bewußt, in allen diesen Beziehun- Zen nach bepen Kräften bemüht zu sein, den alt hochbetagten würdigen
Kriegern einer glorreichen Vergangenheit des Vaterlandes, sowie den Wittwen derselben den Lebensabend erleichtern z» helfen.
Folgende Beträge sind als Unterstützung an Veteranen und an Veteranen-Wittwen gewährt worden und zwar in den Jahren:
1870
. . 71,084 Thlr. 18
Sgr. 11 Pf.
1871
. . 70,531 „ 24
„ 11 „
1872
. . 74,474 „ 22
„ 4 „
1873
. . 73,580 „ 15
,, 8 .
1874
. . 77,492 „ 16
„ 4 „
Die Summe aller, seit Errichtung der Stiftung in den Jahren 1854 bis einschließlich 1874 gewährten Unterstützungen beträgt, soweit über deren Verabreichung von den Stiftungsorganen Buch und Rechnung geführt worden ist, überhaupt 1,678,872 Thaler.
Dieses Gesammtergebniß kann als ein recht erfreuliches angesehen worden und es gereicht dem unterzeichneten Kuratorium zu hoher Befriedigung, den edlen Gebern, wie auch allen Freunden und Förderern der Stiftung, die mitgewirkt haben, dies Resultat zu erzielen, seinen innigsten Dank hierdurch aussprechen zu können.
Was im Speciellen die Central-Verwaltung anlangt, so besaß:
a. der allgemeine Unterstützungs-Fonds am Schlüsse des Jabres 1869 einen Bestand von........ 46,734 Thlr. 14 Sgr. 8 Pf.
Die zu denselben geflossenen Einnahmen haben betragen: 1870—72 34,162 Thlr. 22 Sgr. — Pf. 1873—74 7,048 „ 16 „ 7 „
41,211 Thlr. 8 Sgr. 7 Pf.
87,945 Thlr. 23 Sgr. 3 Ps.
An Unterstützungen wurden daraus gewährt:
1870 5,823 Thlr. — Sgr. — Pf.
1871 7,432 „ — „ — „
1872 9,577 „ 15 „ - „
1873 9,383 „ 25 „ — ,
1864 9,374 „ 20 „ — „
^ 591 Thlr - Sgr. — Pf.
Mithin beträgt der Bestand Ende 1874 46,354 Thlr. 23 Sgr. 3 Pf.
Die Einnahmen bestehen außer den Zinsen des Kapitals, aus Geschenken und Zuwendungen, in der Hauptsache aber aus dem Ertrage einer Lotterie, die in den Jahren 1870—71 zum Besten der Stiftung stattgefunden und derselben einen Ueberschuß von 22,103 Thlr. 7 Sgr. 10 Pf. gewährt hat. Die Ausführung dieser Lotterie hatte in patriotischer Hingabe für die Sache der Stiftung ein Comite übernommen, welches seinen Sitz zu Gollnow in Pommern hatte, und an dessen Spitze der damalige Beigeordnete, Kämmerer Kruspi, in Gollnow — jetzt Beigeordneter zu Burg bei Magdeburg — stand, dem nebst den übrigen Mitgliedern des Comitä's der innigste Dank für das erzielte günstige Resultat gebührt. Es ist dadurch möglich geworden, eine weit reichlichere Bewilligung von Unterstützungen aus diesem Fonds eintreten zu lassen, als bis dahin gewährt werden konnte und sind die dauernd bewilligten Unterstützungen so bemessen worden, daß der ganze jetzige Geldbestand, der nach und nach aufgezehrt werden soll, den jetzt noch am Leben befindlichen Veteranen bis zu deren Ableben zu Gute kommen wird.
b. Die Special-Stiftungen, welche der Central-Verwaltung unterstellt sind, besaßen am Schlüsse des Jahres 1869 einen Bestand von .... 92,194 Thlr. 23 Sgr. 3 Pf.
Einnahmen sind demselben zuge
flossen :
1870—72 22930 Thl. 11 Sgr. 10 Pf.
1873—74 55495 „ 9 „ 1 „
78,425 Thlr. 20 Sgr. 11 Pf.
170,620 Thlr. 14 Sgr. 2 Pf.