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Montag den 14» Februar.
1876.
rung der in der Nähe von Swatow gestrandeten deutschen Bark „Fürst Bismarck" gelungen ist, von den Lokal- oder Provinzialbehörden die Bestrafung der Schuldigen und Entschädigung für die Interessenten zu erreichen gewesen wäre.
Der Nutzen der deutscherseits angelegten gemeinschaftlichen Behandlung dieser Angelegenheit in Peking vom Standpunkt des allen Ver- tragsmächten gemeinsamen Interesses an der Sicherheit von Handel und Schiffahrt gegen See- und Strandräuber an den Küsten CüinaL wird hoffentlich nicht auf die Befriedigung der wegen des Schooners „Anna" erhobenen Reklamationen beschränkt bleiben. Man darf vielmehr erwarten, daß die chinesische Regierung sich von der Nothwend gkeit öberzeu- : gen werde, auch im eigenen Interesse wirksamere Maßregeln, als bisher zur Unterdrückung dieses verbrecherischen Unwesens im Bereich ihrer Souveräne! ät zu ergreifen.
— Der Oberpräsident von Elsaß-Lothringen, Wirkt. Geh. Rath v. Moeller, hat wegen seines leidenden Zustandes (Schlaflosigkeit) einen sechswöchigen Urlaub nachgesucht und wird denselben, wie die Kr.-Ztg. hört, an der Küste des Mittelländischen Meeres zubringen.
— Die Falsifikate der „Zwanzigmatk-Reichskossenscheine" scheinen viel zahlreicher in Umlauf gesetzt worden zu sein, als man Anfangs vermuthete. Am Freitag erschien an dem Schalter des Postamts Nummer 27 zu Berlin in der Blumenstraße ein kleines Mädchen und zahlte 90 Mark auf eine Postanweisung ein. Der Schalterbeamte bemerkte noch gerade rechtzeitig, daß unter den vier ihm gereichten Scheinen ein Falsifikat war. Dasselbe ist angehalten und der Polizei sofort über- sandt worden, nachdem mit dem Absender eine Verhandlung ausgenommen worden war.
— Düsseldorf, 9. Februar. Eine zahlreiche Versammlung erschien gestern Nachmittag um 4 Uhr im Rittersaal« der städtischen Tonhalle zum Abschiedsfeste für den bisherigen Regierungs-P^äsidenten für Düsseldorf, jetzigen Ober-Präsidenten der Provinz Hessen Nassau, Frhrn. v. Ende. Vorher hatten sich zahlreiche Deputationen der industriellen Vereine des Bezirks, der Maler-Akademie rc., zur Ueberreichung von Adressen eingesunden.
— Der katholische Volksverein München nahm in seiner letzten stattgehabten Versammlung drei Resolutionen an, worin b e gegensci- tire Befehdung klerikaler Organe unter sich, speziell zwischen dem „Neuen bayer. Volksblatt" und der „Landshuter Zeitung" gerügt, ersteres Blatt in Schutz genommen und über die gemäßigte katholische Presse folgendes charakteristische Verdikt gefällt wurde: „Der katholische Volksverein verwirft, so wenig er ein maß- und zielloses Dareinfchlagen billigen könnte, doch ganz entschieden jenes vielfach beliebte und gepr's- sene System, das unter der Firma: „Gemäßigt" im Grunde nur die Faulheit und Dummheit eines satt- und krafilosen Philisterihums birgt und einen so bitteren und gewaltthätigen Feind, wie er dem katholischen Volke gebenüberfte^t, mit halben Maßregeln und vermeintlich klugem Nachgeben unschädlich zu machen wollen sich den Anschein gibt, in der That aber nur jenem Feinde zu seinem rücksichtslosen Vorgehen die Wege bahnt."
— Madrid, 12. Februar. Der König wird die Cortes am 15. d. M. in Person eröffnen und darauf an demselben Tage zur Nordarmee abgehen.
— Konstantinopel, 11. Februar. Es bestätigt sich, daß die Pforte definitiv den in der Note Andrassy's enthaltenen R form» Vorschlag annimmt. Die Pforte will jedoch den Punkt, „daß der Ertrag der direkten Steuern von Bosnien und der Herzegowina zum Besten der Provinz selbst, unter Aufsicht der in dem Geiste d,s Fer- wans vom 12. Dezember eingesetzten Organe verwendet werde", amen- dirt wissen, rüdem das Projekt für Bosnien und die Herzegowina Aus- nahmsmaßregeln einführen würde. Die Pforte will nur zugestehen, daß die für die Arbeiten von öffentlicher Nützlichkeit in Bosnien und der Herzegowina bestimmte Summe erhöht werde. Ein die Ausführung des Projektes anordnender kaiserlicher Jrade wird unverweilt erwartet.
— London, 10. Febr. Die jetzt veröffentlichte Korreipondenz Betreffs des Ankaufs der Suezkanal-Aktien beginnt mit dem 15. No-
BeZanNtMachANgen Körrigl. LaudratbssmLs dahier.
Gesuche um Aufnahme von Zöglingen in das hiesige Waisenhaus müssen spätestens zum 1. März er. bei mir angebracht werden.
Nur Kinder evangelischer Confession im Alter von 7 bis 12 Jahren, welche nicht gebrechlich sind, können Berücksichtigung finden.
Hanau am 9. Februar 1876.
Der Landrath S ch r ö t t e r.
T r g e s s ch L u.
— Der Reichstag ist geschlossen, nachdem er vom 27. Okt. bis zum 18. Dez. v. I. und dann wieder vom 19. Jan. bis zum 10. Febr. d. I. versammelt gewesen. Er hat in dieser Zeit 51 Sitzungen gehalten, in der Nachsession nach Neujahr fast täglich eine, wozu in letzter Zeit auch noch Abendsitzungen kamen. Die Vertreter der Nation haben nach so angestrengter Arbeit volles Recht, das Bewußtsein redlich erfüllter Pflicht mit nach Hause ?u nehmen. Außer dem Etat für den Haushalt des D. Reichs i. I. 1876 sind eine große Reihe wichtiger Gesetze durchberathen worden, und zwar in einem Geiste, welcher für die Weiterentwicklung unseres politischen Lebens das Beste hoffen läßt. Man erinnert sich der schwülen Stimmung, die vor Eröff-ung des Reichstags im vorigen Herbst auf allen Gemüthern lastete. Man sah eine Anzahl wichtiger Vorlagen der Reichsregierung vor sich, deren Ablehnung oder wenigstens tnseingreifende Veränderung durch die Volksvertretung im Voraus gew ß war. Niemand wußte, wie die Reichsregierung eine solche Behandlung ihrer Entwürfe aufnehmen, ob die Reiche tagsmehrheit in so schwierigen Stellungen, wie sie zu erwarten waren, Stand halten, was sich aus tiefer Verwirrung, die man kommen sah, herausentwickeln werde. In Wirklichkeit hat alles einen guten, gesunden Verlauf genommen. Der Reichstag wies die Steuervorlagen der Regierung zurück und fetzte das M sfer an ganze Stücke der Strafgesetznov He. Dre Regierung erklärte friedlich, daß es Sache des Reichstags sei, seine Ansicht zur Geltung zu bringen, und daß sie ihrerseits auf das, was sie nicht durchsetze, Verzicht leiste. So war der Boden geebnet, auf dem die nothwendigen ges tzgeberischen Arbeiten gefördert werden konnten. Was billig erschien von den Forderungen der Regierung, kannte ihr zugestanden werden, während sie nachließ, was für den Reichstag unannehmbar war. Die Mehrheit verblieb in ihrer entscheidenden Stellung und die Parteien, welche die Differenz« Punkte zwischen Regierung und Reichstag gerne als Sprengmittel be- nützt hätten, um die Verwaltung des Reichs und womöglich den neugebildeten deutschen Siaat selbst aus den Fugen zu treiben, haben das Nachsehen. Umsonst ist die ultramontane Partei in verhälinißmäßiger Stille und Zahmheit dagesiffen. Für sie gab es weder etwas zu ertrotzen, noch zu erschmeicheln. — So ist es durch das gegenseitige Verhalten von Regierung und Vertretung ermöglicht woiden, daß das politische Leben unseres neuen Reiches seinen ruhigen Gang weiter geht. (Schw. Merk.)
— Berlin, 11. Februar. Der „Allg. Ztg." wird berichtet: Handelsmimster Achenbach sagte einer Dep,tation von Groß-Jndustiel- len, welche Arbeiter-Entlassungen als bevo«stehend ankündigte (worunter Borsig u. a.), eine Unterstützung der Industrie durch Ertheilung von Aufträgen für Eisenbahnzwecke zu. Nach der „Franks. Ztg." hat Graf Armm an den Kaiser ein Gesuch gerichtet, ihm zwecks Besuches seines Wwer erkrankten Sohnes einen Geleitbrief zur Reise hierher zu ge-
— Von den Regierungen Großbritanniens, Rußlands und der Vereinigten Staaten von Amerika ist mit dankensw-riher Bereuwillg- kert die Unter,lützung denjenigen Schrille zugesagt worden welche der Kaiserliche Gemndte in Peking in Angelegenheit in8 bei Foochow geplünderten und zerstörte» deutsch n Schooners „Anna" bet der chmesi- lchen Regierung zu tgun, die Ecmäch l^ung erhalten hat.
Der vilbrecheeische Angriff stehr bekanntlich nicht vereinzelt da, es haben sich vielmehr in der letzten Zeit verschndene Fälle dieser Art , Mit Handelsschiffen ande e, Nationen an Der chmesljch-n Kaste er- ' ngnet, ohne daß, wie es alLibmg» im vorigen Jayre nach Plünde- ;