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Donnerstag den 27. Januar.

1876»

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Zugelaufen: Ein gelb und rothgetiegerter junger Pinscher. Ein weiß-gelbes Windspiel.

Gefunden: Eine Pferdehalfter. Eine schwarze Tuchhose nebst grauer Joppe. Eine gedruckte Schürze. Ein Sack, enthält eine Trage grünes Tannelbolz an der Wilhelmsbrücke.

Hanau am 27. Januar 1876.

Tagesscha«

Berlin, 26. Januar. Im weiteren Verlaufe der gestrigen des Deutschen Reichstages erklärte der Abg. Frhr. v. Dücker in der Diskussion über den Nachtrag zum Haushalts-Etat, die vielfach ab­sprechenden Aeußerungen des Abg. Dr. Bamberger sowohl wie des Abg. Reichensperger würden vom Volke in seiner Mehrheit schwerlich getheilt werden. Der wohlthätige Einfluß der Weltausstellungen auf Handel, Gewerbe und Kunst sei unbestreitbar, aber er sei ein indirekter, der sich nicht immer sofort ziffermäßig nachweisen laste. Die Abgg. Schröder (Lippstadt) und Windthorst (Meppen) sprachen gegen die Gehaltserhö­hung des Botschafters in Rom, welche sie durch die Umstände nicht für erfordert und gerechtfertigt hielten. Hingegen wiesen die Abgg. Graf v. Frankenberg, Graf v. Bethusy-Huc, v. Bennigsen und Dr. Hänel auf die Gesichtspunkte hin, welche bei der Bewilligung des in Rede ste­henden Postens maßgebend seien. Das deutsche Volk begrüße die sym­pathische Politik der Regierung mit Italien so wie das freundschaftliche Verhältniß der Monarch n beider Ander mit hoher Freude, und der Reichstag werde hoffentlich mit großer Majorität dieser Stimmung des Volkes durch anstandslos Bewilligung der vorliegenden Position Aus­druck geben. Nach einer kurzen Replik des Abg. Dr. Reichensperger (Crefeld) beantragte der Abg. Freiherr v. Schorlemer-Alst getrennte Ab­stimmung über die einzelnen Positionen, um dem Centrum Gelegenheit zu geben, seine isolirte Stellung, auf die es sehr stolz sei, recht deutlich zum Ausdruck zu bringen. Bei der hierauf folgenden Abstimmung wurde die Vorlage in allen Theilen angenommen. Gegen den Zuschuß für die Botschaft in Rom stimmten außer der Centrumsfraktion nur die Polen und zwei Socialdemokraten.

Der Gesetzentwurf, betreffend die weitere geschäftliche Behandlung der drei Justizgesetze, wurde hierauf in dritter Lesung ohne Debatte an­genommen.

Es folgte die dritte Berathung der Uebersicht der ordentlichen Aus­gaben des Deutschen Reichs für das Jahr 1874 mit dem Nachweise der Etatsüberschreitungen und der außeretatsmäßigen Ausgaben. Das Haus trat den in zweiter Berathung angenommenen Anträgen der Budget­kommission auch diesmal ohne Diskussion bei. Hieran schloffen sich Petitionsberichte.

Berlin, 25. Januar. Ueber die Stellung des Staatsmi­nisteriums und des Fürsten Bismarck zur Eisenbahnfrage erfährt die Post", daß es sich zunächst nur um ein grundsätzliches Aussprechen betreffs der Uebertragung der preußischen Staatsbahnen und der staat­lichen Hoheitsrechte über die Privatbahnen an das Reich handle. Im Falle das Staatsministerium zustimmen sollte, würde dasselbe dem Kö­nige eine Vorlage für den Landtag unterbreiten, welche nur im Allge­meinen für die Staatsregierung die Ermächtigung zu Unterhandlungen mit dem Reich verlangen würde.

S^rft Bismarck wird, gutem Vernehmen nach in Kurzem wieder im Reichstage erwariet, da sein Befinden sich in den letzten Tagen we- i sentlich gebessert haben soll. Es steht nun auch der Abhaltung eines Mmisteriathes über die Eisenbahnfrage nichts mehr entgegen, und er­wartet man denselben in den nächsten Tagen. Veranlaßt durch die vielfachen Gerüchte über die Eisenbahafrage trägt man sich, nach der ^Trrb.", im Reichstage mit der Absicht, vor Schluß der Session eine Interpellation einzubringen, um die Regierung zu veranlassen, Auskunft über den Stand der Angelegenheit, und andrerseits dem Reichstag Ge­legenheit zu geben, sich über seine Stellung zu der Frage auszusprechen. w ~ Der Deutsche Merkur enthält einen höchst beachrenswerthen ? h die Thätigkeit des päpstl. Nuntius in München. Demnach derselbe von der Kurie beauftragt worden, den Kandidaten aus den

zur Zeit bischofslosen preußischen Diözesen die Priesterweihe zu erthei­len.Damit übt derselbe", meint die Südd. Pr.,eine Thätigkeit aus, welche ein außerdeutscher Bischof nicht unternehmen könnte, ohne seiner Regierung Weiterungen mit Preußen zuzuziehen und welche dem­selben also von seiner Regierung untersagt werden würden. Dem Nuntius als Vertreter des Papstes kann die bayer. Regierung natürlich nichts anhaben" (falls sie sich nicht entschließt, dem Herrn Nuntius seine Papiere zu schicken, was sie mit Rücksicht auf das verbündete Preußen nicht wird unterlassen können, wenn Preußen es verlangt).

Eichstätt, 19. Januar. Gestern feierten dahier in aller Stille fünf neugeweihte Priester aus der Diözese Paderborn ihre erste Messe.

DieVereinigten Tuchfabriken" in Bisch weil er (Elsaß), [mit denen es seit ihrer Neugründung schlecht ging] haben jetzt in ihren Spinnereien die Arbeiten gänzlich eingestellt. Es sind dadurch Hun­derte von Arbeiter brodlos geworden.

Paris, 23. Januar. Die gestern an hcrvorragender Stelle des offiziösenBulletin franyais" erschienene Anzeige, wonach dieses Sou-Blättchen Auszüge aus der f. Z. stattgehabten parlamentarischen Enquete über die Regierung des 4. September in einer Beilage veröf­fentlicht, die auf Verlangen ä 30 Fr. per Tausend postfrei für ganz Frankreich verabfolgt werden soll, versetzt die republikanischen Blätter in die größte Aufregung. Wie man sich erinnert, fiel diese Enquete in durchaus antirepublikanischem und theitweise bonapartistischem Sinne aus und die überdies einseitigen Auszüge, die das Buffet'sche Blatt zu einem Spottpreis anbietet, können, bei der weiten Verbreitung, die sie jetzt erlangen werden, nicht ohne Rückwirkung auf die bevorstehenden Wahlen bleiben. Die Presse schreibt darüber u. A.:Dieses Verfahren ist die frechste Herausforderung der öffentlichen Meinung. Indem Büffet diese Renommisterei duldet, geht er in die Reihen der Aufwieg­ler über. Unter dem Vorwande, die Ordnung zu sichern, die von Nie­manden bedroht ist, fordert er eine bonapartrstische Bewegung heraus, die gegen die Urheber des 4. Septembers gerichtet ist. Wenn Büffet glaubt, daß der 4. Sept. ein Verbrechen ist, wenn er, wie Ollivrer, darauf wartet, daß die Sitzungen des Senats wieder unter dem Vor­sitze Rouher's beginnen, die durch die Gewalt der Umstände unterbrochen worden sind, so sage er es doch rund heraus! Dann wage er es aber auch, eben so laut zu sagen, daß das feierliche Verfallsvotum der Na­tionalversammlung über das Kaiserreich Null ist. Der Feldzug, den das Bulletin Franyais beginnt, beruht auf einer Lüge (nämlich, daß der 4. Sept. den Fall des Kaiserreichs herbeigeführt habe); es ist zu­dem eine Schmähung für die Nationalversammlung, denn es ist darauf berechnet, den bonapartistischen Verschwörern zur Hülfe zu kommen." Das entrüstete Blatt fordert den ständigen Ausschuß auf, da Büffet doch keine Rede stehen wolle, entweder unverzüglich die Nationalver­sammlung einzuberusen, oder sich aufzulösen und eine in folgendem Sinne gehaltene Note zu veröffentlichen:Da der ständige Ausschuß in seiner letzten Sitzung die Ueberzeugung erlangt hat, daß Büffet fest entschlossen ist, seine gesetzlichsten Bemerkungen zu verschmähen; da er ferner nicht die geringste Verantwortlichkeit bezüglich der Wahlumtriebe der Regierung übernehmen will, Wahlumtriebe, die er tadelt und ver­achtet; da er anderseits auch nicht das Land mit einer Einberufung der Nationalversammlung aufregen will, legt der Ausschuß sein Mandat nieder und proiestirt dabei gegen den Zustand der Ohnmacht, worein ! ihn die unüberwindliche Halsstarrigkeit und das hochmütige Still­schweigen des Ministerpräsidenten versetzt." Es war vorauszusehen, daß die unter der Asche glühenden Funken der Parteizwistigkerten wäh­rend der Wahlp riove zum Ausbruch kommen müssen. Die Gambetta'- sche Versöhnungspolitik, die so lange Stich gehalten hatte, als die In­teressen noch nicht greifbar waren, bricht jetzt, da es zum Klappen kommt, in sich selbst zusammen. Der Wind, der die Flamme anfacht, weht zudem von allen S.iten. In dem Maßstabe, wie die Regierunö ihren Schleier fallen läßt und zeigt, daß sie mit ihren Versprechungen, die Wahlen unbeeinflußt zu lassen, nur die Republikaner einschläfern wollte, lassen sich auch wieder die alten Stimmen vernehmen, die seit 5 Jahren verstummt waren und man hört wieder vonBarrikaden",