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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Mittwoch den 19. Januar

Ailftrii«»»- Preis.

Die Ifpaltig« Barmsndzeile 61. deren Raune

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Die Sspalt. Letii 20 Pfg.

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1876,

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Die Kreisstände haben beschlossen die Impfung pro 1876 (und später) für einen oder mehrere Jmpfbezirke (Amtsbezirke) an die Min­destfordernden berechtigten Herren Aerzte auszugeben. Die Forderungen werden für einzelne Impfungen, sowie für Pauschalsummen zu stellen sein. Die Impfungen müssen in jeder Gemeinde ausgeführt werden. Die Zahl der öffentlichen Impfungen pro 1875 war für den Kreis Hanau 2300. Diese Zahl wird voraussichtlich steigen. Die Forde­rungen wollen die Herren Aerzte dem Landrath gefälligst bis zum 12. Februar cr. zugehen lassen.

Hanau, am 17. Januar 1876.

Alsdann schritt das Haus zur Wahl eines Mitgliedes für die Staatsschulden-Kommission. Es wurden abgegeben 310 Stimmen, wo­von 308 gültig waren; hiervon fielen auf den Abg. v. Bockum-Dolffs 199, auf den Abg. v. Bonin 57 und auf den Abg. Richter (Hagen) 52 Stimmen. Der Abg. v. Bockum-Dolffs nahm die auf ihn gefallene Wahl mit Hinweis auf seinen als Abgeordneter auf die Verfassung ge­leisteten Eid an. Schluß 1 */* Uhr. Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr.

Der dem Hause der Abgeordneten heut vorgelegte Staatsbaus- halts-Etat für 1876 weist 651,488 800 Mk. Einnahmen auf, 43 010,119 Mk. weniger als der Etat pro 1875 Zu ordentlichen Ausgaben sind ausgewogen 286,947,218 Mk. (+ 9 992 433 Mk.) Staatsverwaltunas- Ausgaben, 62,466 180 Mk. (4- 1,654 900 Mk.) Dotationen, 269,749,120 : Mk. ( 6,171,261 Mk.) Betriebs-rc. Ausgaben, zusammen 619,162.518 i Mk. (+ 5,476 072 Mk.); ferner an einmaligen und außerordentlichen i Ausgaben 32,326 282 Mk. ( 48,486 191 Mk.). Die GesammtauS- s gäbe beläuft sich mithin, der Einnahmen entsprechend, auf 651,488 800 | Mk. ( 43,010,119 Mk.). -R. u. st.=an8.>

Ueber das deutsche Eisenbahnwesen schreibt die Nordd. A. Z.: Wie bei unserer jetzigen Eisenbahnzersplitterung die Arbeitskraft der Nation vergeudet wird, mögen folgende aus der Fülle der Beweismittel herausgegriffene Thatsachen anschaulich machen: Wir haben nicht weniger als 63 selbstständige Eisenbahndirekrionen. An der allergeringsten Ei­senbahnangelegenheit, den Betriebsgeschäften u. s. w., partizipiren na­türlich mehr oder weniger eine ansehnliche Zahl dieser 63 Souveräne mit ihren verschiedenartigen Unterabtheilungen. Wenn eine Person von Norden nach Süden oder von Dftm nach Westen fährt, müssen für ein halbes oder ganzes Dutzend der beiührten Bahnen die verschiedenen Antheile an Personenfahrgeld, Gepäckfracht berechnet, zu- und abge« schrieben werden, wozu noch beim Gütertransport die Anwendung von mehr als 1300 internen und Verbandstarifen ein ansehnliches Quantum unproduktiver Arbeit liefert; dem entsprechend soll im Jahre 1874 al­lein bei der Rheinischen Eisenbahn das Personal für bte Abrechnunos- Zentralbureous aus 170 Beamten bestanden haben. Die Benützung der Wagen der verschiedenen Gesellschaften geschieht gegen Miethsenrschädiq- ung, die Festsetzung dieser gegenseitigen Wagenmiethvergütungen für 63 Miether und Vermiether nach Zeit und Entfernung für jeden Wagen. Zur Sicherstellung dieser Miethe muß bei den 63 Verwaltungen auf jeder Station jeder ankommende und abgehende Wagen mit all-m nähe­ren Umständen notirt und rapportirt werden, desgleichen auf den Ueber- gangsstationen. Diese Eimittelungen werden behufs weiterer rechnungs­mäßiger Behandlung gegenseitig mitgetheilt. Dazu kommt auch ferner die Kontrole über den Zustand ankommender fremder Wagen, deren etwaige Mängel, nothwendige Reparaturen u. s. w. mit endlosen Dif­ferenzen und Schreibereien. Daß hiernach allein bei den preußischen Bahnen 78,637 Beamte und 83,477 Arbeiter mit 147,287,919 Mark Gehalt und Arbeitslohn nöthig sind und eine bedeutende Ersparung cn Geld und Arbeitskraft durch Vereinigung der 63 Theile eintreten würde, liegt klar vor Augen. Wenn jetzt fast ein Drittel der Brutto­einnahme durch Gehalt und Löhne verschlungen wird, neben ähnlichen unproduktiven Aufwendungen für unnütze Bauten und deren Erhaltung, mit einem Wort für die mannigfachste Zersplitterung der Geld- und Arbeitskraft, so muß dieser irrationelle Mehraufwand ein unüberwind­liches Hinderniß für billige Tarife und sonstige bessere Befriedigung der Verkehrsbedürfnisse sein, und unmittelbar wie mittelbar wird der Na- tionalwohlstand dadurch geschädigt, die Konkurrenzsähigkeit mit anderen Nationen vermindert.

Ruda i. S ch l., 13. Jan. In vergangener Nacht zwischen 11 und 12 Uhr entstand in dem gezimmerten Füllort des Hugo-Schach­tes der Catharina-Steinkohlengrube plötzlich ein mächtiges Feuer und schritt in der südwestlichen Grundstecke weiter vor. Ein furchrbarer Qualm erfüllte plötzlich den Schacht und bald auch die sämmtlichen Grubenbaue. Die Belegschaft und der Nachtsteiger r steten sich durch die übrigen Schächte der Cathariaa-Grube und durch den El sabeth- Schacht d.r Carl Emanuel-Grube. Nur die Belegschaft eines Pfeilers im südwestlichen Felde der Cathanna-Grube, bestehend aus drei Häuiern ! sowie die Belegschaft eines Pfeiler im angrenzenden Felde der Carl

Die pro 1876 auf den 8. Februar, 16. Mai und 17. Oktober in Windecken angesetzten Krammäckte sind auf den 29. Februar, 6. Juni und 17. Oktober d. I. verlegt worden.

Hanau, am 15. Januar 1876.

Gefunden: Eine graue gestreifte Pferde-Decke mit rother Ein­fassung. Ein Muff. Eine silberne Spindeluhr, letztere kann vom Ei­genthümer bei Wirth Herrn Klein zu Ravolzhausen in Empfang ge­nommen werden.

Hanau, am 19. Januar 1876.

Dagesschau.

DerR. u. St.-A." Nr. 15 enthält: Gesetz, betreffend bi^, Abänderung des Artikel 15 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873. Vom 6. Januar 1876.

Berlin, 18. Januar. In der heutigen (3.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten gelangte ein Schreiben des Abg. Dr. Hänel zur Verlesung, worin dieser die gestern auf ihn gefallene Wahl zum ersten Vice-Präsidenten dankend annimmt. Damit hatte sich das HauS konstituirt, und der Präsident wird von der erfolgten Konstituirung Sr. Majestät dem Kaiser und Könige Mittheilung machen.

An Vorlagen sind eingegangen: Von dcm Minister der Landwirth­schaft ein Entwurf, betreffend die Ablösung der Reallasten im Gebiete des Regierungsbezirks Cassel ausschließlich der zu demselben gehörigen vormals Großherzoglich hessischen Gebietstheile; und vom Handels- Minister ein Entwurf, betreffend die Anwendung der für den Verkehr auf Kunstraßen bestehenden Vorschriften auf den Kreis Ziegenrück.

Der Vics-Präsident des Staats-Ministeriums, Finanz-Minister Camphausen, reichte den diesjährigen Etatsemwurf ein und gab sodann als Einleitung zur diesjährigen Eratsberalhung zunächst eine allgemeine Uebersicht des Budgets für das Jahr 1875, wonach bei den Verwal­tungen der Eisenbahnen, der Stempelsteuer und des ehemaligen Staats­schatzes eine erhebliche Mindeceiunahme stattgefunden hat, welche jedoch durch die Mehreinnahme aus der Forst- und Bergwerksverwaltung kom- pensirt werden, so daß das Jahr 1875 wahrscheinlich mit einem, wenn auch geringen Ueberschusse abschließen werde. Bei dem Voranschläge für das Budget des Jahres 1876 gab der Finanz-Munster eine Ueber­sicht, wie Preußen mit den ihm zugefallenen Kontributionsüberschüssen verfahren sei. Die Einnahmen dieses Jahres würden bedeutend Nach­lassen, so daß gegen die Einnahmen des Vorjahres eine Differenz von über 43 Millionen Mark sich herausstellen werde, welche ihren Grund habe in den zu erwartenden Mindereinnahmen aus der Bergwerksver­waltung von mehr als elf Millionen Mark nnd aus dem Wegfall der Einnahme von der in eine Reichsbank verwandelten ehemaligen Preußi­schen Bank. Um diesen Betrag seien die Ausgaben herabgesetzt; zwar seien die ordentlichen Ausgaben trotzdem erhöht, dagegen die außer­ordentlichen und die Mindereinnahme gegen das.Vorjahr und auch noch um die Erhöhung der ordentlichen Ausgaben vermindert worden, da namentlich bet den Ausgaben für die Eisenbahnen Erspacungen vorge- : nommen worden seien Die Matrikularbeiträge Preußens seien in Folge des Re chstagsbeschlusses gegen das Vorjahr oerringrt. Der Minister schloß m t dem Wunsche, daß, wie in früheren Jahren, auch in diesem Jahre die Anträge der Regierung die Billigung des Hauses finden müßten.