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Dienstag den 18» Januar»

1876.

BekaKKLNlkchuAgeA Königl. LsKdrathsamts drrhier.

Verloren: Für ca. 8 Thaler Briefmarken von verschiedenen Sorten.

Gefunden: 3 Stück Bleifedern für Zimmerleute. Ein Paar graue neue Socken. Ein Port monnaie mit etwas Geld. Eine Brille mit hölzernem Futteral. Eine Milchkanne.

Zugelaufen: Ein blaßgelber Spitzhund.

Hanau, am 18. Januar 1876.

Tagesschau

Berlin, 17. Januar. In der heutigen (1.) Sitzung des Herrenhauses, kbelche der Präsident Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode auf Grund des §. 1. der Geschäftsordnung um 12 Uhr 20 Minuten eröffnete, gab das Haus in Folge der Aufforderung des Präsidenten zunächst durch ein dreimaliges Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König seiner Verehrung für Allerhöchstdieselben Ausdruck. Sodann ernannte der Präsident die Herren Prof. Dr. Dernburg, v. Neumann, Graf Schwerin und Stadtrath Theune zu provisorischen Schriftführern und theilte den Eingang e nes Schreibens des Ministers des Innern über die in der Zwischenzeit in dem Personenstände des Hauses vorge- kommenen Veränderungen mit. Dieses Schreiben wurde von Herrn Theune verlesen, und dann durch den Namensaufruf die Anwesenheit von 66 Mitgliedern des Hauses konstatirt. Da das Haus somit be­schlußfähig war, trat es in die Tagesordnung, die Wahl der Präsi­denten. Bei der Wahl des Präsidenten wurden 67 Stimmzettel abge­geben, von denen 66 den Namen des Grafen Oito zu Stolberq-Wer- nigerode, einer den des Herrn von Bernuth trug. Graf Otto zu Stol- berg-Wernigerode nahm die Wahl dankend an.

Bei der Wahl des ersten Vize-Präsidenten wurden 67 Stimm­zettel abgegeben, von denen der Staats. Minister a. D. v. Bernuth 48, Herr v. Plötz 17, Graf Nesselrode und Herr Hassetbach je Eine Stimme erhielten. Herr v. Bernuth nahm die auf ihn gefallene Wahl dankend an. Bei der Wahl des zweiten Bize-Präsidenten wurden 63 Stimm­zettel abgegeben, von denen 52 auf den Ober-Bürgermeister Hasselbach und 11 auf Graf Brühl fielen. Herr Hasselbach nahm die Wahl eben­falls dankend an.

Auf Vorschlag des Herrn v. Voß wurden durch Akklamation die Herren v. Gutzmerow, Dr. Dernburg. v. Neumann, Theune, Graf Lehndorff, v. d. Marwitz, Graf ILo zu Stolberg Wernigerode und Graf Tyhrn zu Schriftführern gewählt. Das Haus war somit kon- stituirt.

Der Präsident theilte demnächst mit, daß Seitens der Staats- regierurg die Gesetzentwürfe, betreffend die Ablösung der Servitute, Theilung der Gemeinschaften und Zusammenlegung von Grundstücken in der,Provinz Schleswig-Holstein, und betreffend die Ablösung der Erb- pachtsverhältnisse in den Moorkolonien der Provinz Hannover, einge­gangen seien. Die Gesetze wurden an die Budgetkommission verwiesen.

Der Präsident vertagte bei Schluß des Blatt s die Sitzung auf eine halbe Stunde, um den Abtheilungen Gelegenheit zu ihrer Konsti- tuirung und zur Wahl der Fachkommissionen zu geben.

Berlin, 17. Jan. In der heutigen (2.) Sitzung des Hau­ses der Abgeordneten theilte der Präsident das Ergebniß der erfolgten Verloosung in die Abtheilungen und deren Konstituirung mit. Es sind gewählt worden in der ersten Abtheilung: die Abgg. Miqnel (Bors.), Dr. Löwe (Stellvertr). Dörck und Neubert (Schriftführer); in der zweiten Abtheilung: Dr. Lasker (Bors.), v. Kardorff (Stellv.), Lux und Knebel (Schriftf.); in der dritten Abtheilung: Duncker (Bors.), Dr. Bähr (Cassel) Stellv., Maiß und Kummer (Schriftf.); in der vier­ten Abtheilung: Dr. Virchow (Bors.), Roepell (Stellv.), Dr. L'nde- mann und v. Corswant (Schriftf.); in der fünften Abtheilung: Dr. Wachter (Bors), v. Schorlemer-Alst (Stellv.), Dulheuer und Grün­hagen (Schriftf.); in der sechsten Abtheilung: Delius (Bors.), Haebler (Stellv.), Haußen und Roeckerath (Schriftf.); in der siebenten Abthei­lung: v. Bonin (Bors.). Lartz (Stellv.), Grütering und Heiliger (Schrftf.)

An Gesetzentwürfen sind eingegangen: Von dem Minister des Innern und dem Justiz-Minister: Entwurf, betreffend die Geschäfts­sprache der Beamten, Behörden und politischen Körperschaften des Staates; vom Minister des Innern: Entwurf, betr. die Veränderung

der Grenzen einiger Kreise in den Provinzen Preußen, Pommern, Schlesien und Sachsen; vom Finanz-Minister und Minister des In­nern: Entwurf, betr. die Befähigung für den höheren Verwaltungs­dienst ; ferner vom Finanz-Minister ein Rechenschaftsbericht über die weitere Ausführung des Gesetzes vom 19. September 1869, betr. die konsolidirte preußische Staatsanleihe, und vom Minister der geistlichen Angelegenheiten ein Nachtrag zu der Zusammenstellung der unter den verschiedenen Ministerien stehenden Grundstücke in Berlin. |

Der Abg. Werner hat in einem Schreiben dem Präsidenten seine Versetzung als Kreisgerichts-Rath von Berlin nach Liegnitz angezeigt; ferner der Abg. Lehfeldt, daß er znm Stadtgerichts-Rath in Berlin ernannt sei; endlich der Abg. Dr. Virchow seine Berufung durch den Landwirthschafts Minister in die technische -Deputation für das Vete­rinärwesen, welche widerruflich und mit einer fixirten Remuneration verbunden ist. Die Schreiben wurden an die Geschäftsordnungskom­mission verwiesen. Seit dem Schluß der letzten Session haben ihr Mandat niedergelegt resp, sind ausgeschieden die Abgg. Ahlmann, Wehr, v. Kleinsorgen, Schmidt (Hohenzollern), Muntau (Königsberg), Bong- Schmidt, Kanngießer. Neuerwählt sind die Abgg. Lasier, v. Czar- linski, Osterrath, Cramer, Evelt, Andohr, Riedel, Reincke und Gärt­ner. Das Haus ehrte das Andenken der seit der letzten Session ge­storbenen Mitglieder, der Abgg. Knapp, Neg nborn, v. ArmnoHeiU- richsdors, Hoene und Noeldechen in der üblichen Weise durch Erheben von den Plätzen. Darauf trat das Haus in die Tagesordnung, Wahl der Präsidenten und Schriftführer des Hauses, ein.

Der Abg. Dr. Löwe erklärte zur Geschäftsordnung, daß er bei der auf vielen Seiten bestehenden Absicht, ihn auch in dieser Session zum ersten Vize Präsidenten des Hauses wieder zu wählen, zur Ab­kürzung des Wahlaktes wegen vielfacher anderweitiger Geschäfte schon im Voraus auf die Ehre einer Wiederwahl dankend verzichten müsse, worauf der Abg. Windthorst (Meppen) erwiderte, daß er nach der so­eben gehörten Erklärung vorfcklage, das gesammte bisherige Bureau des Hauses, mit Ausnahme des ersten Vize-Präsidenten, durch Akklamation wiederzuwählen. Der Antrag Windthorst wurde vom Hause genehmigt und der bisherige erste Präsident des Hauses, Abg. v. Bennigsen, ein­stimmig wiedergewählt. Derselbe nahm diese Wiederwahl dankend an. Bei der hierauf folgenden Wahl des ersten Vize Präsidenten wurden 344 Zettel, darunter vier weiße, abgegeben; 188 Stimmen fielen auf den Abg. Dr. Hänel, 82 auf den Abg. Reichensperger, 36 auf den Grafen Bethusy-Huc, 29 auf den Abg. v. Koeller, 2 auf den Abg. Berger, und je eine auf die Abgg. Dr. Virchow, v. Benda und Dr. Löwe. Somit war der Abg. Dr. Hänel gewählt, jedoch nicht anwe­send und obgleich der Abg. Windthorst (Bielefeld) die Annahme der Wahl von Seiten des Dr. Hänel versichern zu können glaubte, so be­schloß das Haus dennoch, dem Dr. Hänel telegraphisch von der erfolg­ten Wahl Kenntniß zu geben, dieselbe jedoch bis zu einer eventuellen Ablehnung als zu Recht bestehend anzulehen und in der Tagesordnung fortzuschreiten. Auf den Antrag des Abg. Windthorst (Meppen) wurde der bisherige zweite Vize-Präsideut Graf v. Bethusy-Huc durch Akkla­mation wiedergewählt, welcher die Wahl mit dankenden Worten an- nahm. Auf dieselbe Weise wurden zu Schriftführern wiedergewählt die Abgg. Sachse, Laporte, v. d. Goltz, Delius, v. Saucken-Julienfelde, Lutteroth, v. Schmising-Kersienbrock und Grütering. Zu Quästoren des Hauses ernannte der Präsident die Abgg. Haebler und Koeltz. Nachdem noch der Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst die späte Publikation der Allerhöchsten Einberufungs-Ordre getadelt hatte, wurde die Sitzung um 1 Uhr geschlossen. Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr.

Berlin, 13. Januar. Der Abg. Dr. Fr. Oetker, welcher geraume Zeit in einem Dorfe des Schwarzwaides bei Wildbad krank gelegen, ist jetzt so weit hergeftellt, daß er feinen Sitz im Reichstage und Abgeordneten-Hause wieder einzunehmen gkd nkt. Wie man hört, sah sich die Berliner Polizei vor Kurzem v ranlaßt. den Berliner Korrespondenten der legitimistischen Gazette de France, Gardet, auszu- weisen. Derselbe bewohnte seit dem Krwge Berlin und lieferte seinem Blatte Anfangs Berichte, welche von einem bei Franzosen sehr ,eilen unzutreffenden Verständniß für deutsche Dinge zeugten. Später gerieth er immer mehr in das ultramontane Fahrwasser und ließ sich in der