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Süddeutschland in Darmstadt, Badischen Bank, Württembergischen No­tenbank und der Bayerischen Notenbank in Zahlung genommen. Es sind ferner bekanntlich durch Reichsgesetz die Privatbanken verpflichtet, die Noten aller übrigen deutschen Privatbanken, welche sich dem Reichs- bankges-tz unterworfen haben, in Zahlung zu nehmen und sind dazu die Reichsbankstellen und Hauptstellen in Städten über 80,000 Einwohner gleichfalls verpflichtet, von süddeutschen Plätzen also: Frankfurt, Straß­burg, Stuttgart, München und Nürnberg. Alle Reichsbankfilialen neh­men ferner auf ganz unbestimmte Zeit noch Noten der Preußischen Bank in Thalerwährung in Zahlung.

Bremen, 8. Januar. Dem Vernehmen nach werden auf Veranlassung des Reichskanzlers im nächsten Monat Konferenzen von Delegirten der deutschen Seeuferstaaten flattfinden, um die Einrichtung von Untersuchungen bei Seeunfällen in Berathung zu ziehen. Hoffent­lich wird diese durch die Strandung der Deutschland angeregte Bera­thung nur ein erster Schritt sein zur völligen Ordnung unserer in mancher Beziehung von der Gesetzgebung noch wenig beachteten mari­timen Verhältnisse und zu der Herstellung eines Reichsseeamtes führen.

Nach englischen Blättern wird noch immer die Nachricht verbreitet, Kapitän Brickenstein wolle eine Untersuchung über die Strandung der Deutschland durch eine deutsche Untelsuchungskommission veranlassen. Wie wir hören, ist die Nachricht unbegründet. Es steht eine amt­liche Veröffentlichung der bisher über die Bremerhavener Katastrophe ermittelten Thaliachen bevor. Das Konnte für die Unterstützung der Hülf bedürftigen in Bremerhaven hielt gestern wieder eine Sitzung. Es sind jetzt etwa 300,000 Mark eing gangen, darunter bis zum Be­trage von 25,000 Mark für die Hülfsbedürstigen vom Dampfer Deutsch­land. Die gesammten Gelder sind vorläufig hier, in Bremerhaven und Hamburg auf Bankbücher eingetragen. Es wurde nun beschlossen, die Hälfte dieser Same in 4^/rprozentigen Bremer Staatspapieren zu be­legen. Es wurde ferner über die vorläufig gewährten Unterstützungen berichtet und sodann Mittheilung über ihre Nachforschung in Betreff des Umfanges der Hülfsbedürstigkeit gemocht. Im Augenblicke läßt sich noch durchaus keine feste Vorstellung von der Zahl und dem Maße der Unterstützungen fassen. Ueer viele Verunglückte sind erst noch Erkun­digungen aus dem Innern Deutschlands zu erwarten. Keinenfalls wird die Größe des Elends hinter der im ersten Augenblicke ausgestellten Schätzung zurückbleiben und noch jetzt werden neue Opfer jenes schreck­lichen Tages ermittelt. Nicht ohne Interesse war die Mittheilung, daß bedeutende Summen für die Uhr, Kleider rc. des Thomas zu Gunsten der Sammlung geboten sind, um diese zur Schaustellung zu benutzen. Die Anerbietungen sind begreiflicherweise abgelehnt. (Weg Ztg.)

Freiburg,. Januar. In der letzten Nacht explodirte hier an der Konviktstraße ein Gasrohr, wobei das Gas in die nächst­liegenden Häuser drang. In einem derselben erstickte ein Mann, wäh­rend eine Frau nebst einem Kinde ohnmächtig aufgefunden und in's Spital verbracht wurden. Fünfzehn weitere Personen in anderen Häu­sern befinden sich mehr oder weniger unwohl.

Wien, 10. Januar. DieWiener Abendpost" ist ermächtigt, die von derTimes" gebrachte Nachricht, daß der österreichisch-unga­rische Botschafter in Konstantinopel der ottomanischen Regierung von dem Inhalte der Cirkulardepesche Andrassy's vom 30. v. M. vertraulich Kenntniß gegeben habe, für eine grundlose Erfindung zu erklären. Auch diePolitische Korrespondenz" bezeichnet die ganze Version als voll­ständig grundlos, denn der von den drei Kaisermächten vereinbarte Re­formentwurf konnte nicht von Oesterreich-Ungarn in dem Momente zur Kenntniß der Pforte gebracht werde», wo bezüglich desselben die diplo­matische Aktion bei Frankreich, England und Italien eingeleitet wurde.

Paris, 9. Januar. Man sieht heute, so schreibt derSchw. Merk.", die orientalische Frage mit ruhigerem Auge an. Die gestrige Abendbörse hat bereits dieser veränderten Stimmung durch eine kräftige Hausse, namentlich der Türken (sie stiegen nahezu um 1 Fr.) Ausdruck gegeben. Einerseits erkennt man, daß der Nachricht des Standard von Östreich. Rüstungen voreilig zu viel Werth beigelegt worden; die Agence Havas hatte diese Nachricht nicht unter hinreichend starkem Vorbehalt gegeben, und erst nachträglich stellte sie ihre vollkommene Unwahrschein- lichkeit in's rechte Licht. Andererseits hält man es nicht mehr für glaubuch, daß die Pforte, wie gestern bestimmt behauptet wurde, die Reformvorschläge der Mächte anzunehmen sich weigern werde. Uebri- geuL spricht sich die France sehr nuß-raustch gegen oas Vorgehen der 3 Nordmächte au?. Dos Bündniß der 3 Kaiserreiche sei nicht auf das Jahr 1815, sondern auf das Jahr 1772 zurückzuführen; mit denselben Mitteln, wie damals die Theilung Polens, so werde jetzt die Theilung der:t.. vorbereitet. Daß die tüikische Regierung den Reformvor- sch-ag nicht wolle, sei natürlich und in der Ordnung. Daß die Türkei völlig in ihrem dielte sei, wenn sie sich gegen die Anträge der Mächte atuehnerj »erhält, ist auch die S/iemung der Täbats; und zwar dop­pelt im Rechte, sowohl nach den Grundsätzen des Völkerrechts, als auch nach den speziellen Bestimmungen des Pariser Vertrags. Arer ob sie vernünftig und in ihrem eigenen Interesse handle, wenn sie vres Recht c ieud mache, fügen die Töbats hinzu, das ist eine andere Frage. Die

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l Vorschläge des Grafen Andraffy sind von der größten Mäßigung; es wäre unklug, wenn die Türkei in einem übertriebenen Gefühl ihrer Würde auf einer Weigerung beharrte, die ihr größere Gefahren zu­ziehen könnte, als der jetzige Aufstaud es thut.

Belgrad, 10. Jan. In der heutigen Sitzung der Skupschtina wurde von 20 Abgeordneten ein Antrag eingebracht, dahin gehend, den früheren Kriegs Minister wegen Verletzung der Verfassung durch Aus- schreibung einer außerordentlichen Abgabe zur Erhaltung der Volksmiliz und zu Lagerübungen in den Anklagezustand zu versetzen. Der Antrag wurde einem Ausschusse überwiesen.

Der vom Papste wegen Einführung der Zivilehe in Bayern erhobene Protest bezieht sich, wie man vernimmt, auf die Bestimmung im Artikel 12 des Konkordats, welche von den geistlichen Ehegerichten handelt, und welche, nach Ansicht des Papstes, durch das Reichsgesetz über die Zivilehe verletzt sein soll.Rom hat", wie der klerikale Bayer. Kurier" meint,mit seinem Protest das formelle Recht ge­wahrt ; einen weiteren Erfolg hat es von demselben gewiß selbst nicht erwartet."

Dem Jahresbericht des Chefs der Londoner Feuerwehr, Kapitäu Shaw, zufolge haben im abg-laufenen Jahre in London 1529 Brände stattgefunden, von denen 163 ernstlichen und 1366 unbedeutenden Scha­den zur Folge hatten. Im Vergleich mit 1874 zeigt die obige Zahl eine Abnahme von 44 Bränden und im Vergleich mit dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre eine Verminderung von 59. Der Bericht konsta- tirt auch, daß im vorigen Jahre durch Feuer 21 Menschen ihr Leben verloren und 81 mehr oder weniger erheblich verletzt wurden.

- Der .Franks. Anzeiger" schreibt unterm 11. Januar aus Frankfurt am Main: Das Treibeis im Main machte gestern ein Holzschiff leck; circa 500 Ctr. Buchholz wurden naß. An dem freien Platze zwischen Sandweg und Friedberger Anlage zeigte gestern ein Herrschaftrkutscher seine Fertigkeit im Kreisfahren, was ihm aber in so fern mißlang, als die Achse brach und der Wagen umfiel. In der ersten Woche dieses Jahres hat es 10 Mal dahier gebrannt. Bei der Eröffnung der für die Eijenkonstruktion der Kuppel des großen Börsensaales, wozu etwa 5300 Ctr. Schmiede- und Gußeisen noth­wendig sind, eingegangeneu Offerten war das geringste Angebot 91,303 Mark, das höchste 138,480 Mark. Die mindeste Forderung war von der Firma Gebrüder Benkiefer in Pforzheim und soll unter den bei der Submissionseröffnung Anwesenden, ob der beispiellosen Billigkeit, großes Erstaunen hervorgerufen haben. Wenn man die enorme Höhe der Preise der Eisenfabrikate vor etwa 3 Jahren dagegen hält, so ist ein Preis von etwa 17 Mark pro Ctr., einschließlich sämmtlicher Ar­beiten allerdings ein fabelhaft billiger.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 12 Januar 1876.

Bei dem gestrigen Oratorienvereins-Concert das erste unter der Leitung des Herrn Anton Appu nn war die Theilnahme Sei­tens des Publikums eine sehr erfreuliche; sowohl der große als kleine Kronensaal waren besetzt und außerdem hatten noch eine Anzahl Zuhörer auf dem Orchester Platz genommen. Hoffentlich werden wir in den nächsten Tagen eine eingehende Besprechung des Concertes bringen können.

Versteigerungs- & VerpachtungK-Kalender.

Morgen Vormittag 10 Uhr kommen im Rückinger Gemeindewald eine Anzahl Stämmchen (Erlen-, Ulmen-, Silberpappel-, Eichen- und Weiden-) zu öffentlicher Versteigerung (s. Nr. 8Han. Anz.")

Für heute. Gottesdienst in der Marienkirche, gehalten durch Herrn Pfarrer Neuber; Anfang Abends 7 Uhr. Hanauer Stadt­theater : Zum Benefice von Frl. LösserEgmont", Trauerspiel in 5 Aufzügen von Göthe. Kranken-Untcrfiützungskasse bei Schnabel: Abends 8 Uhr Generalversammlung.

Auszug aus dem Ceutral-Haudelsregister.

Eintragungen vei Kgl. Kreisgericht, erste Abtheilung, Hanau.

Zufolge Verfügung vom 6. Januar 1876 ist auf Anzeige vom 4. d. M. am 7. d. M. in das Handelsregister eingetragen wor­den, daß die Tabaks- und Cigarrenfabrikanten Pedro Jung und Carl Jung dahier, Inhaber des unter der Firma P. G. Hoffe Ww. dahier betriebenen Handelsgeschäftes ihren bisherigen Prokuristen Otto Hoffe dahier als Theilhaber in dieses Geschäft ausgenommen haben.

Es dürfte von Interesse sein, mitzutheilen, daß alle Diejenigen, welche vom 10. Januar d. I. ab öffentliche Unterstützungen u. bergt empfangen, bei der im nächsten Jahre statrfindenden Re-chstagswayl von der Ausübung ihres Wahlrechts ausgeschlossen sind. Die bis zum ^nannten Datum in Empfang genommenen Unterstützungen kommen nicht in Betracht.

Witzenhause», 7. Januar. Aus zuverlässiger Quelle erhält dasWitzenh. Kreisbl." folgende Mittheilung: Die Eltern des im Monat Juli 1870 als Reservist zur Fahne einberufenen und in der 7. Compagnie des Hess. Füsilier-Regiments Nr. 80 eingestellten Martin