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Hamuer Inniger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Qgiifertton*.

Preis.

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DieSspalttgeZ-ile

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JE 8.

Dienstag den 11. Januar.

1876,

BekauutmachuugeA Königl. Landrathsamts dahier.

Johannette Patt, geborene Groß, aus Bockenheim, ist als Hebamme an der dasigen Stadt verpflichtet worden.

Hanan am 29. Dezember 1875.

Herrn Bürgermeister derjenigen Gemeinden mit Fabriken, worin jugendliche Arbeiter beschäftigt sind, werden an baldige Einsen­dung einer Abschrift von den über Letztere geführten Listen erinnert.

Hanau am 6. Januar 1876.

Der schon vielfach bestrafte Johannes Zöller aus Hochstadt, 51 Jahre alt, hat sich aus seiner Heimath entfernt. Ueber den Aufenthalt desselben wird um Nachricht gebeten.

Hanau am 5. Januar 1876.

Tagesschau.

DerR. u. St.-A." Nr. 7 enthält die Verordnung, dd. 8. Januar 1876, wonach die beiden Häuser des Landtages der preußischen Monarchie, das Herrenhaus und das Haus der Abgeordneten, auf den 16. Januar d. I. zusammenberufen werden.

DerR. u. St.-A." Nr. 7 enthält: Gesetz, betreffend die Auf­nahme einer Anleihe für Zwecke der Telegraphenverwaltung. Vom 3. Januar 1876.

Berlin, 5. Januar. DerSchw. Merk." schreibt: Der kirchenpolitische Streit ist seit den letzten Monaten offenbar an einem Wendepunkt angelangt. Die Regierung ist mit den nöthigen Gesetzen bewaffnet und diese werden unbehindert ausgesührt. Der Klerus sieht ein, daß er weder das Volk, noch die gesammle untere Geistlichkeit auf seiner Seite hat, und er lenkt thatsächlich, trotz aller Proteste des Ge­gentheils seiner vorgerückten Organe, mehr und mehr ein. Die Vor­gänge in Nachbarländern kommen ihm ebenfalls nicht zu statten. Die Befestigung der französischen Republik, wie die letzten Senatswahlen sie anzudeuten scheinen, kann den legitimistischen und klerikalen Hoffnungen keinen Vorschub leisten. In Belgien regiert noch das klerikale Mi­nisterium, aber es hält sich in seinem Auftreten sehr gemäßigt und die Bischöfe beobachten seit dem Konflikt mit Deutschland im vorigen Früh­jahr eine angemessene Vorsicht. Mit Interesse sieht man den'im näch­sten Sommer bevorstehenden belgischen Kammerwahlen entgegen, zu welchen die Parteien sich schon rüsten. Die Liberalen sind dort noch immer gespalten und ihr Hader läßt die Klerikalen hoffen, daß sie die Majorität behalten werden. Doch ist die Strömung den letzteren nicht mehr in demselben Maße wie früher günstig und der Ausgang des Wahlkampfes könnte ihre Erwartungen täuschen.

Wahlvereine sind, nach demR. u. St.-A.", gesetzlich vor den Beschränkungen der politischen Vereine'befreit. Im Anschluß an diese gesetzliche Bestimmung hat der Strafsenat des Ober-Tribunals, 1. Ab- theilung, in einem Erkenntniß vom 15. Dezember 1875 den Begriff der Wahlvereine" folgendermaßen präzisirt:Unter einem Wahlvereine ist eine Vereinigung zu verstehen, welche die erleichterte Vorbereitung kon- kret anstehender oder bevorstehender Wahlen durch Organisirung der dabei sich geltend machenden verschiedenen politischen Parteibestrebungen zum Gegenstände hat. Vereine dagegen, welche die kontinuirliche Bear­beitung der Vereinsmitglicder im Sinne eines bestimmten Programms zum Zwecke der Veiwirktichung durch künftige noch unbestimmte Wah­len bezwecken, überschreiten den Kreis der Wahlvereinsthätigkeit uub sind als politische Vereine zu behandeln.

(Zur Katastrophe in Bremerhaven.) Ueber das Treibendes Thomas in Bremen kann die Wes.-Z. folgende zu­verlässige Angaben machen: Thomas logirte hier bekanntlich seit den letzten Tagen des Nov. im Höret Stadt Bremen und verkehrte häufig in einem der ersten Cas^s. Er betrieb mit Eifer seinen teuflischen Plan, setzte die Höllenmaschine in den besten Stand und fügte sie heim­lich und sicher dem mit Sprengstoff gefüllten Fasse ein. Zu diesem Zwecke hatte er an der Osterthorswallstraße eine zum Hause Wall Nr. 172 gehörige Remrse mit zwei Eingängen auf ungefähr 14 Tage ge*

ö-yv«..^ umuip um gwci ömguiigcu uu| ungquyc i» Lage ge- . ferenz ist die größte zulässige Länge eines Wortes auf 15 Buchstaben miethet. Das dem Stadttheater schräg gegenüberliegende Haus gehört nach dem Morsealphabet festgesetzt. Das Morsealphabet stimmt mit

dem Zahnarzt Flörke, der bie Remise nicht benutzte. Nach dieser Stätte ließ Thomas ein Faß mit Sprengstoff schaffen, das er nach einer Mit­theilung der Verwaltung des Weserbahnhofs per Dampfer Rhein ver­muthlich unter Deklaration von Politur aus Newyork empfangen hatte, nachdem dasselbe aller Wahrscheinlichkeit nach schon einmal die Fahrt nach Newyork gemacht hat und dort, als es seinen teuflischen Zweck verfehlt hatte, von Thomas selbst in Empfang genommen und zurück­geschickt worden ist. Der Sprengstoff stammt, wie schon erwähnt, allem Vermuthen nach aus einer rheinischen Lithofrakteurfabrik, von der Tho­mas mehrfach denselben bezogen hat. Ein neues Faß wurde hier Dom ; Tonnenmacher Delventhal nach Bestellung abgeliefert, der Inhalt des alten hineingefüllt und das Uhrwerk eingesetzt, woraus die Arbeiter . eines anderen Geschäfts das Schließen des Fasses besorgen mußten, s Vorher war der stark beleibte Verbrecher in dem Laden des Uhrmachers ; Bruns erschienen und hatte das Werk, das er zuvor durch Herausnahme : des zündnadelartigen ^osschlägirs seines Charakters entkleidet hatte, zum Reinigen und Oelen übergeben, schweißtriefend vom Tragen der

schweren Maschine. Nachdem Thomas am 29.

; mehr als 30 Pfund

Nov. dieselbe geprüft und lange auf ihren geräuschlosen Gang gehorcht | hatte, hüllte er diese in schwarzes Wachstuch und bezahlte die Kosten, j Unangenehm hatte es ihn berührt, als der Uhrmacher erklärte, daß die

Uhr aufgezogen sei.

Obgleich der Fachkenner jeden Augenblick das

laufen eines aufgezogenem Werkes bewirken kann, so hat Thomas doch wahrscheinlich dessen Ablauf, der am 8. Dez. erfolgen mußte, erst auge- s wartet, um die Wirkung mit eingesetzter Zündnadel vorher genau zu j probiren. Nach Fertigstellung des Fasses folgte die Besorgung des | Fuhrwerks. In der Sögestraße auf- und abgehend, bestimmte er zwer Arbeiter eines Fuhrmanns im Schulhofe, daß sie am Donnerstag, den 9. Dezember Abends halb sechs Uhr das Faß trünsportirten. Dringend und eilig auftretend, wußte er zunächst zu verhindern, daß die Leute eine weitere Mittheilung ihrem Brodherrn machten. So ging der Der* Hängnißvolle Transport durch die frequentesten Straßen BremenS Schritt vor Schritt von statten, an der Osterthorswallstraße, 30 Schritte von der Bischofsnadel, beginnend, über den Domshof und U. J. Frauen- Kirchhof durch die große Hundestraße nach dem Packhofe des Nordd. Lloyd, Thomas begleitete den Wagen erst voraufgehend, dann folgend, und da er fortgesetzt und dringend das langsame Fahren desselben for­derte, so mußte er für die kaum 700 Schritte lange Strecke 2 Mark Fuhrlohn entrichten. Augenzeugen, die das Faß beim Aufladen sahen, i sagen aus, daß dasselbe Ungefähr die Gestalt eines abgestumpften Kegels von etwas mehr als 4 Fuß Höhe gehabt habe, der untere Boden hatte ca. 3 Fuß, der obere etwa 2 Fuß Durchmesser. Die Schiffsmessung, die bei Fässern auch den sog. todten Raum mit berechnet, ergab 24 Kubikfuß Inhalt, während die beiden Arbeiter, welche täglich^ mit schweren Kollis umgehen, das Gewicht auf mindestens 750 Pfund schätzen.

S. M. S.Ariadne" hat am 9. November v. I., Morgens, den Hafen von Shangai verlassen und ankerte am 12. desselben Monats vor Pajoda Anchorage bei Foochow, um von hier aus, tm Verein mit S. M. KanonenbootCyclop", die Untersuchung in Betreff des geraub­ten deutschen SchoonersAnna" zu betreiben. S. M. S.Augusta" ist am 7. d. M. in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt.

DasWiener Fremdenblatt ist auf Grund eingezogener Er­kundigungen in der Lage positiv versichern zu können, daß die Dom Standard" veröffentlichte Depesche, nach welcher die Reserven der öster­reichischen Armee einberufen sein sollten, jedes Grundes entbehrt. We- der seien die Reserven einberufen worden, noch seien Vorbereitungen zu einer bevorstehenden Einberufung derselben getroffen worden.

Aus Konstantinopel meldet man, daß das neuliche Tele­gramm der Times, wonach der Großmzier die ihm vorläufig halb offi­ziell mitgetheilten Reformschläge des Grafen Andrassy zurückgewiesen haben soll, jeder Begründung entbehre und auf Börsengerüchte zurück- zuführen sei, wie sie dortige Baisse-Spekulanten zu verbreiten pflegen.

Nach den Beschlüssen der St. Petersburger Telegraphen-Kon-