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Montag den 3. Januar

1876,

Herzlichsten Glückwunsch zum neuen Jahr.

Redaction und Expedition desHanauer Anzeiger:

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier. Bekanntmachung.

Behufs Vertheilung der Einquartierung bei den alljährlich vor­kommenden Truppen-Uebungen, wie Aufstellung der Marschrouten diente der Königlichen Regierung zu Cassel bis dahin die auf Grund der von den Herren Bürgermeistern des Kreises im Frühjahr 1869 eingereich­ten Berichte über die Bequartierungsfähigkeit ihrer Gemeinden von mir aufgestellte Nachweisung zum Anhalte.

Da zweifellos während dieser Zeit nicht unerhebliche Veränderun­gen hinsichtlich der Bequartierungsfähigkeit der Gemeinden eingetreten sind, so kann die erwähnte Nachweisung zur Zeit nicht mehr für ge­nügend angesehen werden, um danach in vorkommenden Fällen die Be­legungsfähigkeit der Gemeinden ricktig bemessen zu können.

Es erscheint daher im Interesse der Sache sowohl, wie im In­teresse der Gemeinden nothwendig, eine neue Aufstellung der qu. Nach­weisung zu bewirken, damit für die Folge Beschwerden in dieser Be­ziehung nach Möglichkeit beseitigt werden.

Die Königliche Regierung hat in Rücksicht hierauf unterm 6. d. Mts. A. II. 13,333 die Neu-Aufstellung dieser Nachweisung verfügt.

Die Herren Ortsvorstände werden veranlaßt unter Berücksichti­gung des vorhandenen Raumes und der sonst in Betracht kommenden lccalen Verhältnisse ihrer Ortschaften eine Uebersicht nach dem nach­stehenden Schema:

Namen

der

Ortschaft mit . dazu gehöri­gen Höfen.

Darunter

Bezeich­nung ob Stadt, Flecken od. Dorf.

Einwoh­nerzahl nach der letzten Zahlung.

Belegungs­fähigkeit

aufzustkllen und spätestens bis zum 15. Januar 1876 an mich ein- zureichen.

Der Landrath: Schrötter.

Der Herr Oberpräsident hat den dem Bürgermeister Wilhelm Puth Ir zu Wachenbuchen als Standesbeamten und den dem Bei­geordneten Daniel Puth daselbst als Stellvertreter des Standesbeamten ertheilten Auftrag zurückgezogen, und zum Standesbeamten des Standes­amtsbezirks Wachenbuchen den Bürgermeister Philipp Schmidt 3r zu Mittelbuchen und zu dessen Stellvertreter den Beigeordneten Friedrich Brosch daselbst ernannt.

Hanau am 24. Dezember 1875.

Gutspachter Otto Münch zu Wilhelmsbader-Hof ist als Orts­polizeiverwalter für Wilhelmsbad verpflichtet.

.Hanau, am 28. Dezember 1875.

Diejenigen Einwohner des Kreises, welche für das Jahr 1876 Legitimations-Gewerbescheine zum Umherziehen beantragt haben, können solche bei den betr. Königlichen Steuerkaffen gegen Entrichtung des Steuersatzes in Empfang nehmen.

Hanau, 30. Dezember 1875.

Gefunden: Ein Damenschoß. Ein Portemonnaie mit 2 Pfg. Ein bläulicher Ueberzieher.

Zugelaufen: Ein großer schwarzer Hund mit grau und weißen Flecken. Ein junger Neufundländer. Ein schwarzer Pinscher mit 4 weißen Pfoten.

Verloren: Ein kleiner, goldner, runder, gerippter Knopf, an eine Uhr gehörig. Eine roth- und weißcarrirte Decke.

Hanau, am 3. Januar 1876.

Rückschau auf das verflossene Jahr.

H. H. in C. Das soeben zu Ende gegangene Jahr war ziemlich reich, wenn auch nicht gerade an staaterschütternden, so doch an wich­tigen Ereignissen und legislatorischen Neuerungen, welche ohne Zweifel einen entscheidenden Einfluß auf die ferneren Geschicke der betreffenden Völker haben werden. Heftige Parteikämpfe gab es in fast allen Staa­ten, die sich des Besitzes von politischen Parteien erfreuen. Hier und dort werden diese Kämpfe auch in dem begonnenen Jahre noch fort­währen, d. h. ohne eine Entscheidung zu bringen, während einigen Staaten schon jetzt mit Sicherheit das Prognostikon gestellt werden kann, daß die Zeit des unentschiedenen Krieges . der Parteien gegen einander für sie nun bald vorüber sein wird. Auch an Waffenkämpfen fehlte es nicht. Selbst in Europa floß an zwei Stellen das Blut in Strömen, zwei Insurrektionen dauern noch immer fort, ohne Aussicht, bald beigelegt zu werden. Doch sind Beide glücklicher Weise lokalisirt; Dank dDer Friedfertigkeit der Großmächte werden sie keinen Anlaß zu einem europäischen Kriege geben.

Was unser deutsches Vaterland anbelangt, so sind namentlich die vom Reichstage und vom Bundesrath beschlossenen wichtigen neuen ®efeye anzuführen, namentlich das Landsturmgesetz, welches, für den Fall, daß das deutsche Gebiet bedroht ist, die Kriegspflichligkeit bis zum 43. Lebensjahre ausdehnte, ferner das sogen. Civilehegesetz und das Bankgesetz, die alle 3 noch in letzter Frühjahrssession endgültig genehmigt wurden. In der Anfangs November begonnenen Winterses­sion wurden zwar weniaer wichtige Vorlagen erledigt, aber die Ver­handlungen waren da-um nicht weniger interessant, welche sich um die von den Regierungen vorgeschlagenen neuen Steuergesetzen (Börsensteuer und Erhöhung der Brausteuer) und um die Vorlage betreffs Ergänzung und Verbesserung des Strafgesetzbuches drehten. Diese Verhandlungen erregten um so mehr die allgemein: Aufmerksamkeit, als man glaubte, die Reichsregierung werde dieselben zum Ausgangspunkte eines^Bruches mit den Liberalen machen. Doch dieser Glaube beruhte auf Irrthum. Trotzdem der Reichstag die Steuergesetze verwarf; das Defizit im Reichshaushaltsetat durch Streichungen in den Einnahmen beseitigte und auch die gegen die Sprech-, Vereins- und Preßfreiheit gerichteten Bestimmungen der Strafgesetznovelle perhorrescirte, so gab sich die Reichsregierung, wenn auch widerstrebend, doch damit zufrieden und fügte sich den Beschlüssen der Volksvertretung in echt konstitutioneller Weise, ohne daß es auch nur zu entfernt so heftigen Debatten gekom­men wäre, wie zur Zeit des preuß. Verfassungskonflikts. Gewiß ein nicht zu verkennender Fortschritt. Elsaß-Lothringen that einen kleinen Schritt vorwärts auf dem Wege zur staatlichen Selbstständig- keit. Es wurde vom Kaiser die Einsetzung eines Landesausschusses gewährt, dem zwar keine beschließende Gewalt, so doch aber eine be­rathende und begutachtende Befugniß ertheilt wurde. In Preußen währte der kirchenpolit. Kampf innerhalb und außerhalb des Landtags fort. Letzterer genehmigte mehrere neue kirchenpolit. Gesetze, von denen wohl dasjenige betreffs Aufhebung der Klöster rc. und das be­treffs Einstellung der Staatsleistungen an die Bisthümer und Geist­lichkeit im Falle der Nichtunterwersung unter die Staatsgesetze, die ein­schneidendsten sind. Drei preuß. Bischöfe wurden abgesetzt. In Bayern fanden die Neuwahlen für's Abgeordnetenhaus statt, wobei die bayerisch-patriotische Partei eine Mehrheit von 2 Stimmen erhielt. Diese Majorität machte den Versuch, das liberale Ministerium zu stür­zen, doch diesmal ohne Erfolg, da König Ludwig sich für seine Mi nister erklärte und die Kammer bis zum Januar 1876 vertagte.