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f)nnniirr Aussiges.
ZNgleich Amtliches Organ für Kreis und Stsdt Hsnâ
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Gamstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
^nssrtianS- Preid.
Die lsbâltige «armondzeil ob deren Raum 1 Sgr.
Di^jv-ll. 3etle 2 Sgr.
Tie faltige Setle 3 Sgr.
M 300. Donnerstag den 24. Dezember. 1874.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
In Folge Verfügung Königlicher Regierung zu Cassel vom 18. v. Mts. geht das Meldewesen am 1. k. M. von der Polizei-Direktion an die Stadt über und ist die diesseitige Polizei-Verordnung vom 12. November 1869 aufgehoben.
Meldungen über Veränderungen im Personenstand einer hiesigen Haushaltung durch Wohnungswechsel oder Zu- und Abgang in derselben Wohnung, sind demgemäß vom 1. k. Mts. an i m Polizei- Bureau nicht mehr zu erstatten.
Hanau, am 19. December 1864.
Gefunden: Ein Stock. Zwei Paar Kinderhandschuhe. Ein brauner Handschuh.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund.
Verloren: Eine Brille. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Potemonnaie, enth, 8—9 ff. Ein kornblumenblauer Shawl.
Hanau, am 24. December 1874.
T iS g e 5 s $ a u.
— Der „R. u. St.-A." enthält eine Bekanntmachung des Reichskanzleramts, betreffend die Außercourssetzung verschiedener Landes-Silber- und Kupfermünzen. Vom 19. Dezember 1874.
— Berli n, 23. Dec. Der „Provinzial-Correspondenz" zufolge wird der preußische Landtag vermuthlich auf den 14. Januar einberufen werden und etwa noch 10 Tage gleichzeitig mit dem Reichstag tagen.
— Berlin, 23. Dec. Die von hier englischen Blättern gemeldete Nachricht, daß die deutschen Kanonenboote 7 „Albatroß" und „Nautilus", aus Veranlassung der angeblichen Beschießung lies deutschen Schiffes „Gustav" durch die Carlisten, Ordre erhalten hätten an der spanischen Küste zu bleiben und Genugthuung zu fordern, ist vollkommen unbegründet. Vielmehr bleibt es bei den getroffenen Dispositionen und haben demgemäß die Kanonenboote Santander bereits am
19. resp. 20. verlassen. ä grants. Pr.)
— Der Bundesrath überwies in seiner gestrigen Plenarsitzung, welcher Sisatsminister Delbrück präsidirte, den Dons Reichstag beschlossenen Gesetzentwurf über den einheitlichen Termin der Großjährigkeit mit 21 Jahren im gejammten Reiche dem Justizausschuß, ebenso die vom Reichstage beschlossene Resolution wegen der Verhaftung seiner Mitglieder während der Dauer seiner Sitzungsperiode.
— Die Verhandlungen über den elsaß-lothringischen Etat und die dabei gestellten Anträge haben nach den neuesten Mittheilungen aus den Reichslanden bei den dortigen gemäßigten Elementen gute Aufnahme gefunden. Von einflußreichen Mitgliedern der elsässischen Bezirkstage sind Zuschriften au hervorragende Reichstagsmitglieder der liberalen Paitei gelangt, in welchen sie ihre Uebereinstimmung mit der parlamentarischen Wirksamkeit dieser Abgeordneten zu Gunsten der inneren Entwickelung der Reichslande aussprechen und ihnen für die Thätigkeit im Reichstage Dank sagen. In diesen Briefen wird u. A. ausgesprochen, daß die wohlwollende Behandlung Elsaß-Lothringens bereits jetzt schon Früchte trägt, weil sich immer mehr die Einsicht Bahn bricht, daß die ultramoutanen Vertreter, welche an den Sitzungen theilnehmen, sowie die Protestler, welche davon wegbleiben, die Interessen des Landes hart schädigen. Es wird mit Zuversicht erwartet, daß bei den nächsten Wahlen andere Männer, und zwar aus den Reihen der gemäßigten Antonomisten, in den Reichstag gesendet nun den. (Trib.>
— Dem Fntsten Bismarck hat, glaubwürdigen Mittheilungen der „Magd. Ztg." zufolge, das hiesige Polizeipräsidium erklärt, es könne für seine persönliche Sicherheit nicht einstehen; er möge darauf verzichten, zu Fuß auszugehen und sich eines geschlossenen Wagens bedienen. Motivirt ist diese Erklärung, in der von einem Attentat, welchem die Polizei auf der Spur sei, nicht die Rede ist, mit dem Hinweis auf die maßlose Agitanon der Ulllamontanen, welche den Fürsten Bismarck für die neue „Gewaltthat" gegen Majunke verantwortlich machten.
Am 17. d. M. wurde von dem Ober-Tribunal folgende Entscheidung, betr. die Bildung politischer Vereine, gefällt: Der Agent ei
nes größeren politischen Vereins, welcher in einem ihm zugewiesenen Bezirke Anmeldungen zum Beitritt zu dem Vereine entgegennimmt, ohne daß die durch die Anmeldungen bei ihm beigetretenen Personen thatsächlich mit ihm einen abgeschlossenen unter sich bestehenden Verein bilden, ist weder verpflichtet, die Statuten seines Vereins noch ein Ver- zeichniß der von ihm angeworbenen Mitglieder der Ortspolizeibehörde zur Kenntnißnahme einzureichen, da er zwischen jenen angeworbenen Personen überhaupt keinen eigenen Verein bildet.
— Vom Rhein. 21. Dez. In dem Nationalen Wochenblatt von Grevenbroich, das mit Erfolg für Aufklärung, Bildung und Duld« samkeit wirkt, stand ein trefflicher Artikel über den Ursprung des Hexenglaubens in Deutschland, welcher nachwies, daß die blutige Verfolgung der Hexen und Zauberer in Deutschland, die so vielen hunderttausend Unschuldigen das Leben gekostet hat, von dem „unfehlbaren" Papste Jnnocenz VIII. veranlaßt und von seinen Nachfolgern gefördert wurde. Dieses Blatt wurde als Beilage zu Dielen lieberalen Zeitungen weit verbreitet und erregte besonders auch unter der ländlichen Bevölkerung am Niederrhein großes Aufsehen, die eine so eigenthümliche Erläuterung zu dem Unfehlbarkeitsdogma denn doch nicht erwartet hatte. Um so größer war der Kummer der Ultramontanen, und da sie die Behauptungen jenes Artikels nicht zu widerlegen vermochten, bezeichneten sie dieselben in der Neußer Ztg. und anderen ähnlichen Organen schlechtweg als unwahr. Geschichtssälfchungen n. dergl. Darauf hat H-.rr Justizroth v. Zuccalmaglio die beträchtliche Summe von 4000 Thlr. für den Peterspfennig zu zahlen versprochen, wenn die Unwahrheit einer einzigen der in jenem Artikel berichteten Thatsachen nachgewiesen werden könne. (Schw. Meri.,
— Posen, 22. Dec. Dekan Sanchoki ist auf Requisition des Kreisgerichts in Rawicz wegen verweigerter Zeugenaussage über die Person des päpstl chen Telegaten inhäftirt worden.
— Bremen. Ein großartiger Tabaksdiebstahl zum Nachtheil hiesiger Jmporthäuser macht, wie der „B. Börs.-Ztg." geschrieben wird, hier viel von sich reden. In Folge der eingeleiteten Untersuchung, die übrigens noch nicht abgeschlossen ist, sind bereits 25 Personen, die direkt oder indirekt an dem Diebstahl betheiligt sind, gefänglich eingezogen worden, und täglich kommen neue Verhaftungen hinzu. Außer einer auf dem Stadthause lagernden Quantität diverser Sorten Tabak im Werthe von mehreren tausend Mark sind etwa 120 Ballen größten- theils Brasiltabake, welche als gestohlen recognoscirt sind, in verschiedenen Lagerräumen in Beschlag genommen und gerichtlich versiegelt worden. Der Diebstahl wurde von sogenannten Küpern, welche die Tabake oder sonstige Waaren in den hiesigen Packhäusern zu empfangen oder zu verabfolgen haben, in dem Zeitraum mehrerer Jahre ausgeführt.
— Die „Konstanzer Z." berichtet: „Der wegen der Spitalpfründe zwischen dem Ober-Stiftungsrath und der hiesigen Spitalverwaltung schwebende Rechtsstreit ist nun nach der Ueberweisung der Pfründe an die Altkatholiken durch letztere weiter zu führen. Nach der Synodalordnung ist die Zustimmung der Gemeinde zur Führung eines Prozesses erforderlich und findet deshalb morgen Nachmittags 2 Uhr eine altkatholische Gemeindeversammlung im Stadthaussaale statt. Die Verhandlung vor dem Großherzoglichen Ober-Hofgericht findet am Dienstag statt. Vor der Civilkammer und dem Appellationssenat dahier hat die Spitalverwaltung den Prozeß verloren."
— München, 22. Dec. Um den Uebergang in die netze Währung zu erleichtern, wird die b. Hypotheken- und Wechselbank zu Anfang des nächsten Jahres mit der Ausgabe von Hundertmal k Noten beginnen. Dieselben sind in der Ausführung sehr geschmackvoll und in Bezug auf Format und Färb« mit den Noten der meisten andern deutschen Banken in Uebereinstimmung. rAugsb. mag.)
— Paris, 21. Dec. Die Meldung der „JndEndance Beige," wonach Thiers in einem Schreiben die Angriffe Arnim's.zurückgewiesen hätte, ist unrichtig. Thiers hat kein solches Schreiben verfaßt, doch .beabsichtigt er, die erste sich darbietende Gelegenheit zu ergreifen, um in der National-Versammlung die Angriffe und falschen Behauptn en Arnim's von der Tribüne herab zurückzuweifen und gewisse Parteien, welche mit d mselben Hand in Hand gingen, an den Pranger zu stellen.