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Hanaiicr Anzeiger.
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â 299. Mittwoch den 23. Dezember. 1874.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Es ist vorgekommen, daß Personen, deren Aufnahme in die Landeshospitäler außer der Reihenfolge genehmigt worden ist, alsbald nach hiervon erlangter Kenntniß aus der Heimath dem betreffenden Landeshospital zugeführt wurden. Die Ortsvorstände werden ergebenst darauf aufmerksam gemacht, daß ein folches Verfahren den, den Eintritt in die Landeshospitäler regelnden Bestimmungen nicht entspricht. Es wird ersucht, gefälligst darauf Bedacht zu nehmen, daß der außerhalb der Reihenfolge Aufgenommene niemals vor erfolgter Einberufung durch deu Vorsteher der betreffenden Anstalt dieser zugeführt werde.
Hanau, am 13. December 1874.
In Folge Verfügung Königlicher Regierung zu Cassel vom 18. v. Mtè. geht das Meldewesen am 1. k. M. von der Polizei-Direktion an die Stadt über und ist die diesseitige Polizei-Verordnung vom 12. November 1869 aufgehoben.
Meldungen über Veränderungen im Personenstand einer hiesigen Haushaltung durch Wohnungswechsel oder Zu- und Abgang in derselben Wohnung, sind demgemäß vom 1. k. Mts. an im Polizei- Bureau nicht mehr zu erstatten.
Hanau, am 19. December 1864.
Der Kaufmann M. Sichel zu Hanau ist zur Lieferung der Fourage pro 1875 für den Garnisonort Hanau, auch in dessen Um- kreise von 2 Meilen contractlich verpflichtet worden. Für den Fall, daß die resp. Gemeinden zur Lieferung der Fouragè für durchmarschi- rende Truppen pro 1875 nicht tm Stande sein sollten, kann auf die Magazinbestände des genannten Lieferanten recurrirt werden. Dies dient den Herrn Bürgermeistern zur Nachricht.
Hanau am 20. Dezember 1874.
T L g e s s ch a u.
— Im Anschluß an unsere neuliche Mittheilung, wonach für die Preußischen Eisenbahnen im Laufe dieses Jahres bis zum 1. Oktober 767 Lokomotiven, 1110 Personen- und 11,921 Güterwagen geliefert sind und bis zum Schluß des Jahres noch 299,336 und 3123 Stück zu liefern waren — im Gesammtwerthe von 41,8 Millionen Thalern — sind wir in der Lage, ähnliche Angaben über den Bedarf der Eisenbahnen an Schienen und Kleineisenzeug für den Oberbau und an eisernen Brückenüberbauten zu machen.
— Das Gewicht der vom 1. Januar bis zum 1. Oktober er. gelieferten Gegenstände gedachter Art betrug 253 Millionen Kilogramm, weitere 55 ^2 Millionen Kilo waren noch bis zum Schluß des Jahres zu liefern; der Geldwerth beider Posten beziffert sich auf 33V, Million Thaler (pro Centner durchschnittlich 5,4s Thaler). Für das nächste Jahr waren bis zum Oktober bestellt 116 Millionen Kilo für KP/* Millionen Thaler. Von den Lieferungen für 1874 kommen 96^2 Millionen Kilo auf Schienen von Stahl mit IO5/» Millionen Thaler (5^2 Thlr. pro Centner) und 159 Millionen Kilogramm auf Schienen aus Eisen mit 141/* Millionen Thaler (4^2 Thlr. pro Centner), 241/* Millionen Kilogramm auf eiserne Brücken mit 4,s Millionen Thaler (8,8 Thlr. pro Centner). <R. u. ®t. Ag
— Die Bankcommission des Reichstages tritt am Montag den 4. Januar k. J. Abends 7 Uhr zusammen Ueber den voraussichtlichen Verlauf ihrer Berathungen gehen die Ansichten ungemein auseinander. Einige meinen, es werde eine Verständigung nach wenigen Sitzungen erfolgen, Andere wollen aus den in der allgemeinen Debatte hervorgetreten! n Meinungsverschiedenheiten überaus umfangreiche Verhandlungen Vorhersagen. In bundesrälhlichen Kreisen glaubt man durch die entgegenkommenden Vorschläge des Bundeèrathes, daß eine Vereinbarung mit dem Reichstage nicht zu große Schwierigkeiten bieten
und die Session daher nicht über den 24. Januar hinaus dauern Wird. (Tribo
Patent-Ertheilung.
Dem Fabrikanten Samuel Hahn zu Wien unter dem 19. December 1874 auf eine Nähmaschine in der durch Zeichnung und Beschreibung erläuterten Zusammensetzung, ohne Jemanden in der Benutzung bekannter Theile zu beschränken,
dem Ingenieur Jules Bourdin in Paris unter dem 19. December 1874 auf ein Triebwerk für Nähmaschinen in der durch Zeichnung und Beschreibung erläuterten Zusammensetzung
auf drei Jahre, für den Umfang des preußischen Staates.
— Köln, 21. Dec. Der „Kölnischen Zeitung" wird auS Bayonne gemeldet: Die mecklenburgische Brigg „Gustav," welche von New-Dork kommend am 11. December Schutz suchend in die Bucht von Guetaria einlief, ist trotz der aufgehißten deutschen Flagge und der Nothflagge von den Carlisten beschossen worden. Dieselbe lief am anderen Tage in der Nähe von Zarauz auf den Strand. Freiwillige von Guetaria retteten den Capitän und die Mannschaften nach San Sebastian während die Carlisten von Zarauz aus eine Anzahl Schüsse gegen das Rettungsboot richteten. Die Ladung ist in den Händen der Carlisten. Ein Parlamentär ist an dieselben abgesandt worden.
— Aus Offenburg, 21. Dez. wird dem „Bad. Beob." tele- graphirt: Die Neupriester Oberle, Wasmer und Heilbock sind vom Kreisgericht freigesprochen worden.
— Leipzig. Während der bevorstehenden Neujahrsmesfe, am 3. oder 4. Januar, wird hier im großen Saale der Centralhalle ein deutscher Fabrikantentag abgehalten werden.
— Augsburg, 18. Dez. Durch höchste Ministerialentschließung vom 30. Nov. d. J. ist den Geistlichen der protestantischen Landeskirche diesseits des Rheins eröffnet worden: 1) daß die bisher in dem protestantischen Konfistorialbezirke Ansbach bestandene sogenannte Amtsinstruktion der protestantischen Geistlichkeit außer Gebrauch gesetzt werde ; 2) daß der eigentliche Diensteid der protestantischen Geistlichkeit diesseits des Rheins die gleiche Fassung, wie jener der katholischen Geistlichen dahin erhalte: „Ich schwöre, meine Amts- und Berufspflichten getreu und mit gewissenhafter Genauigkeit, soviel nur immer in meinen Kräften steht, zu erfüllen. (Südd. Reichsp.)
— Metz, 18. Dec. Die im Frankfurter Frieden durch Art. 11 der Zusatz-Konvention eingesetzte Kommission ist gegenwärtig in voller Arbeit begriffen, um die mit der zu Anfang des vorigen Monats vollzogenen Regulirung der Diözesangrenzen in Verbindung stehenden finanziellen Angelegenheiten zu ordnen. Namentlich handelt es sich darum, die für abgetrennte Theile von Pfarrverbänden entfallenden Quoten des Kirchenvermögens auszuscheiden, andererseits die durch Anschlüsse an andere Pfarreien erforderlichen Lasten und Verpflichtungen zu vertheilen. Voraussichtlich werden die in vielen Fällen äußerst schwierigen Arbeiten längere Zeit in Anspruch nehmen, zumal zahlreiche zeitraubende Erhebungen an Ort und Stelle nöthig sind. Immerhin werden bis zur definitiven Regelung der Angelegenheit noch mehrere Monate vergehen. — Schon mehrfach ist darauf hingewiesen worden, daß viele der ausgewanderten Elsaß-Lothringer in Frankreich nicht fanden, was sie suchten, nämlich eine zweite Heimath. Ein weiterer Zug, der diese Annahme bestätigt, besteht darin, daß zahlreiche Optanten die testamentarische Bestimmung treffen, im Todesfälle nicht in Frankreich, sondern im Heimathlande begraben zu werden. Von Zeit zu Zeit treffen hier Leichen aus Frankreich ein, und zwar nicht bloß ausschließlich Jjoit vermöglichen Personen, sondern selbst von solchen, deren Hinterlassenschaft nur eben'zur Deckung der Transportkosten ausreicht. (Schw. M-rk.»
— In Paris herrschte großer Jubel in Folge der Nachricht, daß Fürst Bismarck sein Entlassungsgesuch eingereicht habe. Man fürchtete nur, daß er es wieder zurückziehen werde. Große Aufregung hatte die Kunde namentlich in Versailles hervorgerufen; die klerikalen Abgeordneten zeigten sich hoch erfreut, da sie sich mit dem Gedanken schmeichelten, daß eine Aenderung in der Kirchenpvlitik bevorstehe. Die Freude ist kurz gewesen.
— Der bonapartistische „Gauloiè" schreibt: „Die Documente des