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Hanauer Anzeiger.

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Die Ispalttge Garmondzeil: ob deren Raum

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â 292. Dienstag den

15. Dezember. 1874.

Bekanntmachungen Köugl. LandrathSamtS-dahier.

Die Herren Standesbeamten des Kreises wollen die Register nebst Formutarpapier pro 1875 vom 15. d. Mts. ab, dahier abholen lassen.

Hanau am 10. Derzember 1874.

Der Durchgang durch den Schulhof des Gymnasiums ist dem Publikum nicht mehr gestattet.

Hanau am 13. Dezember 1874.

Die Königliche Verwaltungs-Commission des Gymnasiums.

Schrötter. Dr. Piderit.

T K g,e s s Ä a tu

Berlin, 14 Dec. Im ferneren Verlaufe der Sitzung des Deutschen Reichstages am 12. d. Mts. wurde die zweite Berathung des Militäretats fortgesetzt. Bei Titel 21, Gehälter für Offiziere in besonderen Stellungen, wurden 100,500 Mark abgesetzt. Zu Titel 23 wurde ferner folgende Resolution angenommen:

Die Reichsregierung aufzufordern, die Frage wegen Reform des bisherigen Systems betreffs Gewährung der Rationen in Erwägung zu ziehen und dem näch­sten Reichstage über das Ergebniß Mittheilung zu machen.

Im übrigen wurde der Militäretat ohne erhebliche Debatte in allen seinen Positionen genehmigt. Schluß 4^2 Uhr.

In der heutigen (30.) Sitzung des Deutschen Reichstages wurde die Konvention zwischen Deutschland und Rußland über die Regulirung von Hinterlassenschaften nach einer längeren Debatte, in welcher insbesondere die Abgg. Dr. Römer (Württemberg) und Dr. Baehr (Cassel) den Wunsch aussprachen, daß wenn möglich noch einige Abänderungen bezüglich einzelner Bestimmungen herbeigeführt würden, in erster und zweiter Berathung genehmigt. Der Additionalartikel zu dem am 26. März 1868 zwischen dem Norddeutschen Bunde und Bel­gien abgeschlossenen Vertrage, betreffend den gegenseitigen Austausch von kleinen Packeten und von Geldsendungen wurde ohne Diskussion in erster und zweiter Berathung angenommen und hierauf die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Feststellung des Re chs- haushalts'Etat für das Jahr 1875 fortgesetzt. Bei dem Spezial-Etat für den allgemeinen Pensionsfonds wurden folgende Anträge der Bud­get-Kommission genehmigt.

a.die Reichsverwaltung aufzufordern, bei den Ausgaben für Pensionen künftig die Beträge für die Offiziere und höheren Beamten von den Beträgen für Mannschaften und niedere Beamte getrennt in Ansatz zn bringen;" b. dem Titel für Pensionen die Ueberschrist zu geben:nach Maßgabe der Reichsgesetze, bezie­hungsweise der zur Zeit der Pensionirung in Geltung gewesenen Landesgesetze und demgemäß solche Ausgaben, welche nicht unter diesen Titel fallen, in besonderen Titeln nachzuweisen."

Im Spezialerat für die Verwaltung des Reichsheeres wurden nach dem Vorschläge der Budgetkommission 300,000 Mark und 250,000 Mark, welche für den Neubau von Garnisonkirchen in Breslau und Neisse als erste Rate gefordert waren, abgesetzt. Bei Schluß des Blat­tes trat das Haus in dje zweite Berathung des Marineetats ein.

(R. n. St.-Anz.)

Berlin, 14. Dez. (Prozeß Arnim). Nach 2^/zstü::digem Plaidoyer, worin der Staatsanwalt besonders auf die erschwerenden Umstände aufmerksam macht, die in der äußeren Stellung des Ange­klagten und in der großen Zahl und eminenten Wichtigkeit der bei Seite geschafften Urkunden lägen, beantragt derselbe eine 2'/üjährige Gefängnißstrafe; von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte sieht er ab, weil er eine gewinnsüchtige Absicht nicht behaupten wolle.

(N. Franks. Pr.)

Berlin, 10. Dec. Der päpstliche Nuntius Meglia scheint doch die^ Vorsicht für den besseren Theil des Muthes zu halten. Das vomSoir" angekündigte Dementi seiner im deuischen Reichstage vom Württembergischen Minister Freiherrn v. Varubüler mitgetheilten Aeuße­rung stellt sich als eitle Renommisterei, wie die uliramontane Presse sie giebt, heraus. DerUnivers" erklärt kurzer Hand,eine Erfindung, wie die Mittheilung über Msgr. Meglia, bedürfe gar keiner Widerle­gung." Wie ein Pariser Korrespondent derNat.-Ztg." meldet, hat Herr Meglia selbst auf Befragen erklärt:Ich weiß mich durchaus nicht

zu erinnern, eine Aeußerung, wie die vom Württembergischen Bevoll­mächtigten mitgetheilte, gemacht zu haben. Auf eine Erwiderung werde ich mich daher auch nicht einlasfen." Das scheint uns allerdings auch das Klügste. Sigl's Vaterland findet, daß, wenn der päpstliche Nuntius Meglia den Ausspruch gethan hat, er damit eine große Wahr­heit ausgesprochen hat.Es ist in der That so: aus der Revolution wird die Kirche als Siegerin hervorgehen, nur durch die Revolution kann der Kirche wieder das Heck kommen und die Freiheit, welche sie bedarf, um ihre segensvolle Aufgabe lösen zu können; ohne die Revo­lution würde sie geknechtet bleiben, die Sklavin der Macht, das Aschen­brödel des heidnischen Staates," sagt salbungsvoll das fromme Vaterland."

Der Reichstag vom 12. Dez. veröffentlicht dieNachweisung der auf den Eisenbahnen Deutschlands (excl. Bayerns) im Monat Ok­tober 1874 vorgekommenen Unfälle, aufgestellt im Reichs-Eisenbahn- Amt." Das Resumö der Tabelle ist folgendes:Nach vorstehender Nachweisung sind im Monat Okt. er. auf den sämmtlichen Deutschen Bahnen (excl. Bayerns) im Ganzen vorgekommen: 78 Entgleisungen, 84 Zusamm nstöße und 65 sonstige Betriebsereignisse (auch einschließlich derjenigen, bei denen keine Störung im Betriebe eingetreten ist). Ver­unglückt sind im Ganzen 193 Personen und zwar: 10 Passagiere (da­runter 3 getödtet und 7 verletzt), 150 Bahnbedienstete (darunter 30 getödtet und 120 verletzt) und 33 fremde Personen, (darunter 16 ge­tödtet und 17 verletzt). Von den Personen, welche den Tod freiwillig suchten, sind 14 getödtet worden. Von den getödteten Reisenden kommt je Eine Tödtung auf 54,972,700 zurückgelegte Achskilometer der Ku­rier-, Schnell-, Personen- und gemischten Züge. Von den verletzten Reisenden kommt je Eine Verletznng auf 27,486,300 zurückgelegte Achs­kilometer der Kurier-, Schnell-, Personen- und gemischten Züge. Von der Gesammtzahl aller Verunglückien kommt je Eine Verunglückung auf 3,217,300 zurückgelegte Achskilometer aller Züge."

Patent-Ertheilung.

Dem Maschinen-Fabrlkanten Albert Braedickow zu Alt-Lands- berg unter dem 11. Dezember 1874 auf ein durch Zeichnung und Be­schreibung nachgewiesenes verstellbares Lager für Pferdegöpel in seiner ganzen Zusammensetzung und ohne Jemanden in der Benutzung einzel­ner Theile zu beschränken,

dem Uhrmacher E. O. Richter zu Chemnitz unter dem 1. Dezem­ber 1874 auf eine durch Modell und Beschreibung erläuterte Punk- tirfeder

auf drei Jahre, für den Umfang des preußischen Staates.

In der Woche vom 22. Nov. bis 28. Nov. 1874 sind geprägt worden an Goldmünzen : 2,448,000 Mark 20-Markstücke, 1,024,510 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen: 677,990 Mark 5-Markstücke, 577,628 Mark 1-Markstücke, 223,802 Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickel­münzen: 56,705 Mark 50 Pf. 10-Pfennigstücke, 77,738 Mark 10 Pfennige 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 55,708 Mark Pf. 2-Pfennigstücke, 15,770 Mark 26 Pf. 1-Pfennigstücke.

DieNordd. All;. Z." veröffentlicht eine vier enggedruckte Spalten lange Ansprache, mittelst welcher der Preuß, evangel. Ober- kirchenrath einigen Geistlichen, die sich in Folge der Einführung der Z vilehe und der zu derselben ergangenen oberkirchenräthltchen Erlasse angeblichin tiefster Gewissensnyth" befinden, den Kopf zurecht zu setzen unternimmt.Gegen diese Ge stlichen", sagt der Oberkirchenrath, von denen mehrere die Anordnungen dec obersten Behörde ignoriren zu dürfen gemeint haben, sind bereits ernste disziplinarische Maßregeln nöthig geworden, weil die Kirche, wenn sie sich nicht selbst auflösen will, anarch sche Bestrebungen unter ihren Dienern nicht dulden darf. Auf keinen Fall darf mit der Berufung auf die tiefste Gewissensnoth ein unentichuldbarer Mißbrauch getrieben werden, wie es thatsächlich geschehen ist Einmal haben die Geistlichen sich gegen die vom Ober­kirchenrath vorgeschriebenen Trauformulare zur Wehr gesetzt, weil die Zummmensprechung in öieieiben nicht ausgenommen ist. Gleichwohl handelt es sich, wie wiederholt hervorgehoben wird, gegenwärtig doch bei der Trauung nur um solche Personen, welche durch den vorausge gangcnen Zwilakt bereits ehelich verwunden sind. Diese Thatsache dar.