Einzelbild herunterladen
 

BtonK*m»nt$>

Preis: Jährlich 3 Thlr. -«lbj. Thlr. 1.16 BierteljLhrlich 22 Sgr. 6 Pf. Kür auswärtige Ahonneute» mit dem betreffen­den Poftaufschlag. Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondmz.

r.InsertionS' Preis.

Die ifpaltige Barmondzeile ob deren Raum

1 Sgr.

Die Sindt Sey«

2 Sgr.

Die dlhaltigezeite 3 Sgr.

M. 258.

Donnerstag den 5. November.

1874.

Gefunden: Ein Pferdeteppich. Eine Tasche, enth.: ein weiß- leinenes Tuch, Stickzeug, Scheererc.

Zugelaufen: 2 Gänse.

Hanau, am 5. November 1874. ___________________________

L 8 g e s s ch L u.

Berlin, 4. Nov. In der heutigen (4 ) Sitzung des Deut­schen Reichstages wurde zunächst das Resultat der Wahl von 14 Mit­gliedern für die Geschäftsordnungs-Kommission, von 28 Mitgliedern für die Petitions-Kommision, von 14 Mitgliedern zur Vorberathung der Gesetzentwürfe über die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben des Reiches und betreffend die Einrichtung und die Befugnisse des Rechnungshofes mitgetheilt und von der erfolgten Konstituirung dieser Kommissionen Anzeige gemacht Nachdem hierauf der Präsident v. Forckenbeck des Ablebens des in der Nacht vom 2. und 3. November d. J. verstorbenen Mitglieds, des Vertreters für den 11. württem« bergischen Wahlkreis, von Weber, gedacht und das Haus zum Ausdruck des Bedauerns über diesen Verlust sich erhoben hatte, trat dasselbe in die Tagesordnung ein und genehmigte in dritter Berathung die Post­verträge zwischen Deutschland und Chili und zwischen Deutschland und Peru, die Gesetzentwürfe, betreffend die Abänderung des Gesetzes über das Post Taxwesen, betreffend die Disziplinarkammer für die Beamten der Reichs-Eisenbahn-Verwaltung, welche im Auslande ihren dienstlichen Wohnsitz haben, betreffend die Aufhebung der Artikel 11 und 12, Buch III., Titel 12 des revidirten Lübischen Rechts, sowie der Artikel 14 und 16 Theil III., Titel 12 des Rostocker Rechts, auf Grund der in zweiter Berathung unverändert angenommenen Vorlage. Bei der da­rauf folgenden Berathung des Gesetzentwurfs wegen Einführung der Reichsmünzgesetze in Elsaß-Lothringen nahmen die Abgeordneten Frei­herr v. Minnigerode, v. Kardorff, Dr. Bamberger, Freiherr Nordeck zu Rabenau und Mosle Gelegenheit zu verschiedenen Bemerkungen über die Lage des deutschen Geldmarktes, welche dem Bundes-Kommissar Ge­heimen Ober-Regierungs-Raih Dr. Michaelis und bei Schluß des Blatts dem Stastè-Minister Camphausen Anlaß zu eingehenden Er­örterungen über die Ausführung des Münzgesetzes und ihre Wirkungen auf den Geldmarkt gaben.

Die Aussichten auf Erledigung der Reichstagsarbeiten bis gegen Weihnachten sind im Steigen. Sowohl die großen Fractionen im Reichstage, als die Mitglieder des Bundesrathes sind gewillt, ihrer­seits das Möglichste dafür zu thun. Das Ziel wird unter solchen Um­ständen sicher erreicht werden, zumal wenn, wie es vielfach angenommen wird, das Bankgesetz unerledigt bleiben sollte. Man wird das letztere allerdings zur ersten Berathung gelangen lassen, wie es scheint aber nicht zu viel Gewicht darauf legen, daß das Gesetz in dieser Session zu Stande kommt. Unter solchen Umständen ist ein Schluß der Session in der dritten Dezemberwoche wohl zu ermöglichen, doch würde das Haupt-Resultat derselben nur in der Berathung des Reichshaushalts bestehen. (xnbj

Einzelne Bundesregierungen beginnen ihre Vertretungen in Berlin häuslich eipzurichten. Den Anfang damit hat schon im vorigen Jahre Baden durch Erwerbung eines würdigen Grundstücks in der Behrenstraße gemacht, in welchem die badische Gesandtschaft sich befindet und Wohnungen für die hier anwesenden badischen Minister und, son­stige Bevollmächtigte eingerichtet sind. Vor Kurzem ist, und zwar in glänzender Weise Württemberg diesem Beispiele gefolgt. Die württem- bergische Regierung hat sich ein stattliches Gebäude in der Voßstraße Nr. 11 aufführen lassen, in dessen erstem Stock Wohnungen für den Minister und zwei Bevollmächtigte, ferner ein großer Konferenzsaal zur Benutzung für die Württembergischen Reichstagsabgeordneten bei etwa erforderlichen Besprechungen nebst einer Handbibliothek württembergischer Gesetzsammlungen, Kammerberichte rc. rc. sich befinden. Im zweiten Stock liegt die Wohnung für den Württembergischen Gesandten, welche jedoch erst zu Ostern k. J. bezogen werden wird. (m.)

~ Zu der Erscheinung Des Fürstest Bismarck in der Samstags­sitzung des Reichstags bemerkt ein Berliner Blatt:Sein Aussehen im Gesicht ist piächtig, aber die Sicherheit Der körperlichen Haltung hat gelitten; es scheint, als versagten die Füße ein wenig den Dienst; die

Figur und die Bewegungen stimmen nicht mehr recht zu der Kürassier­uniform. Und doch wird ihm und dem Lande eine stramme Haltung in der kommenden Session noch ein unumgängliches Bedürfniß sein; denn abgesehen von den Kämpfen, welche die aus der Initiative der Reichsregierung hervorgegangenen Gesetzentwürfe und Etgtsausstellungen hervorrufen werden, bereitet sich aus dem Centrum wiederum ein Sturm­lauf gegen den Kanzler vor. Es sind namentlich die Klagen wegen Verletzung des Preß- und Vereinsgesetzes, die als Sturmböcke vorge­schoben werden sollen. Auch beschweren sich die Ultramontanen über die Verschleppung zweier Ersatzwahlen und wollen den Antrag stellen, daß durch einen Zusatzartikel zur Wahlordnung die Frist bestimmt werde, binnen welcher die Negierung gehalten sein soll, die Nachwahl auszuschreiben." (@4». M-ri.)

Den Bemühungen des Vorstandes des Freiburger Altkatho- liken-Vereins ist es, wie dieüarlsr. Z." meldet, nach längeren Unter­handlungen gelungen, eine regelmäßige Seelsorge einzurichten. Herr Pfarrer Bonav. Meier in Döttingen, Kantons Aargau, hat sich dieser Tage in Freiburg niedergelassen, um zunächst provisorisch die Seelsorge der Altkatholiken zu verwalten. Es wird künftighin jeden Sonn- und Feiertag Vormittags in der den Altkatholiken eingeräumten Univecsi- tätskirche Amt und Predigt stattfinden. Der Verein hofft, in Bälde zur definitiven Gemeindebildung und dann zur Besetzung der Pfarrei schreiten zu können.

Moyeouvre (Lothringen) 31. Oktober. In welcher Anzahl die Wölfe im diesseitigen Bezirke vorhanden sind und wie nothwendig polizeiliche Jagden auf diese Raubthiere am Platze wären, mögen fol­gende. Beispiele zeigen: Vor wenigen Wochen, so berichtet dieZtg. f. L.", führte der Knecht des Bürgermeisters F. in Neufches das Vieh zu der einige hundert Meter vom Dorfe entfernten Tränke in Begleitung eines starken Hundes. Da stürzte ein Wolf aus dem Gehölze auf den Hund und schleppte denselben fort, ohne daß der in der Nähe stehende Knecht zu Hilfe kommen konnte. In den Dörfern Famek, Budange, Beuvange rc. wurden seit kurzer Zeit mehrmals Wölfe und wenig ver­einzelt gesehen. Vor einigen Tagen beaufsichtigte ein Jäger von Rangue- vaux Morgens die im Walde beschäftigten Arbeiter. Plötzlich hörte derselbe seinen Hühnerhund schreien, wie wenn derselbe angegriffen wäre. Auf die Stelle hineilend, sah er, wie zwei Wölfe seinen großen Hüh­nerhund fortzogen, während ein Dritter nebenher marschirte und die Eskorte zu kommandiren schien. Erst als der Jäger auf 10 Schritte nahe war, ließen sie die Beute fahren und entflohen. Dem Hunde, auf welchen vor Kurzem eine hohe Summe geboten war, waren dre Vörder- füße gebrochen und er mußte erschossen werden. Zu allen Tageszeiten werden Wölfe gesehen, so sprang gestern Vormittags 11 Uhr dem nach Moyeouvre fahrenden Steuereinnehmer K. ein großer Wolf dicht vor den Pferden über die Straße. Diese wenigen Beispiele dürften darthun, wie schwer die Jagd unter der Existenz so vieler Wölfe, die, bevor sie Hunde angreifen, alles zahme Wild wie Hasen und Rehe schon ausge­sucht haben, leidet und bereits gelitten habet« mag.

Wien, 3. Nov. Im Abgeordnetenhause brachten heute die Deputirten Klepsch und Genossen einen Antrag, betreffend die Regu- lirung der äußeren Rechtsverhältnisse der Aitkatholiken, ein. Der Abg. Fux begründete darauf seinen Antrag auf Abänderung des Gesetzes über die Wahlen zu den Delegationen und bat, denselben an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern zur Vorberathung zu überweisen. Der Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 153 gegen 57 Stim­men abgelehnt. Darauf begann die Berathung über das Akliengèsetz.

Rotterdam, 30. Okt. Gestern Morgens starb hier, wie wir bereits gemeldet, der altkatholische Bischof von Deventer, Heycamp, im Alter von 70 Jahren. Seit dem Tode des Erzbischofs Loos war er Generalvikar des Erzbisthums, da eine zweimalige Wahl des Kapitels resultatlos geblieben war. Bekannt ist Heycamp in Deutschland hauptsächlich dadurch, daß er Reinkens zum Bischof geweiht hat. So sehr der Hingang dieses durch Gelehrsamkeit und Toleranz ausgezeichneten Mannes zu beklagen ist, so fällt doch mit ihm eines der Haupthindernisfe der Blüthe und des Aufschwungs der altkatholischen Kirche hierzulande. In derselben stehen sich nämlich zwei Parteien sehr