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Hammer Anzeiger

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M 256.

Dienstag den 3. November.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herrn Bürgermeister zu Bergen, Berkersheim, Bruchköbel, Kesselstadt, Langendiebach, Neuwiedermuß, Niederissigheim, Ostheim, Roßdorf, Rüdigheim und Seckbach werden unter Bezugnahme auf die diesseitige Verfügung vom 28. September cr.,Hanauer Anzeiger" Nr. 230, betreffend fingirte Auswanderungen von Militärpflichtigen, aufge­fordert, die bezüglichen Anzeigen umgehend einzufenden.

Hanau, am 2. Novbr. 1874.

Unter dem Rindvieh zu Praunheim ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen.

Hanau, am 31. Oktbr. 1874.

Unter dem Rindvieh zu Niederdorfelden ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau, am 31. Oktbr. 1874.

Tagesschau.

B erlin, 2. Nov. In der heutigen (3.) Sitzung des Deut- fchen Reichstages, der am Tische des Bundesraches die Bundesbevoll­mächtigten Präsident des Reichskanzler-Amtes, Staats-Minister Dr. Delbrück, Staats-Minister von Mittnacht und General-Postdirektor Dr. Stephan beiwohnten, wurde von dem Präsidenten von Forckenbeck zu­nächst das Resultat der heut vor Beginn der Plenarsitzung erfolgten Konstituirung der Abtheilungen mitgetheilt und alsdann die Wahl der acht Schriftführer des Hauses durch Akklamation vollzogen, da sich an der am Sonnabend durch Stimmzettel bewerkstelligten Wahl nur 187 Mitglieder, also nicht die beschlußfähige Anzahl betheiligt hatten. Doch war im Hause bekannt, daß sich die Mehrheit für folgende acht Abge­ordnete entschieden habe und so konnten dieselben heute durch Akklama­tion bestätigt werden. Es sind die Abgg. Dernburg, Dr. Weigel, Freiher v. Soden, Wölfel, v. Kleist, Stumm, Herz und Bernards. Damit ist der Reichstag vollständig konstituirt und wird der Präsident Sr. Majestät dem Kaiser sofort davon Mittheilung machen.

Nachdem das Haus beschlossen hatte, zunächst eine Kommission von 14 Mitgliedern für die Geschäftsordnung und eine Kommission von 28 Mitgliedern für Petitionen zu wählen, und nachdem das Haus das Andenken der Mitglieder, die es seit der letzten Session durch den Tod verloren, der Abgg. v. Mallinckrodt und Baudri, durch Erheben von den Sitzen geehrt hatte, trat es in seine Tagesordnung ein und genehmigte zunächst in erster und zweiter Lesung die Postverträge zwi­schen Deutschland und Peru, resp. Chili, wobei der General-Postdirek­tor Dr. Stephan Anlaß zu der Erklärung nahm, daß mit den süd­amerikanischen Freistaaten Uruguay, Paraguay, Bolivia und Columbien und mit dem mittelamerikanischen Freistaat Costarica über Postverträge Verhandlungen eröffnet seien, über welche jedoch zur Zeit Mittheilungen nicht gemacht werden könnten. In derselben Weife wurde bei Schluß des Blattes der Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Gesetzes über das Posttaxwesen in erster und zweiter Berathung genehmigt.

(«. u. St.-Anz.)

Ueber die Schlußstelle der Thronrede sagt dieNat.-Ztg." : In Betreff der Beziehungen zum Auslande läßt die Thronrede nach den Versicherungen der Friedensliebe des deutschen Reiches ein scharfes Wort fallen, welches beachtet zu werden verdient. Das deutsche Reich wird gewiß vollen Glauben finden, wenn es wiederholt versichert, daß es nur für die Vertheidigung feines Gebietes gerüstet ist; wenn den- noc^ am Schluffe der Thronrede sogar auf die aufopfernde Kampfbe­reitschaft der Nation und der Fürsten hingewiesen wird, so wird der Sinn dieser Hinweisung doch nicht mißverstanden werden. Seit lange ist es bei unseren Gegnern zur Gewohnheit geworden, Anschuldigungen gegen das deutsche Reich zu häufen und ihm bei jeder noch so entfern­ten Gelegenheit selbstsüchtige Absichten und weittragende Pläne zuzu- ichreiben. Wo in irgend einem Lande Unbehagen entsteht, soll die Po­litik des deutschen Reiches die Schuld daran tragen. Aus allen diesen Verleumdungen kommt ein böser Wille zum Vorschein, der durch die freundlichsten officiellen Versicherungen nicht verhüllt wird. Solche An­

zapfungen scheinen in der That des internationalen Verkehrs nicht wür­dig und sie sind auch nicht ohne Gefahr. Gar leicht folgen die Tha­ten auf die Worte; besonders zu fürchten ist dies in einem Lande, welches nach dem Zeugniß der Geschichte nicht selten von der eigenen Phrase zu den bedauernswerthesten Entschlüssen hingerissen worden ist. Da ist es denn zuträglich, zur rechten Zeit daran zu erinnern, wie leicht in einer gefährlichen Stunde der Entscheidung der Uebergang von leichtfertigen Worten -zu leichtfertigen Entschlüssen gemacht werden könnte. Entweder der Gegner sucht Händel und dann find die Worte ein ge­fährliches Sympton oder, wenn man wirklich Frieden und Eintracht wünscht, so ist es rathsam, den internationalen Verkehr auch den Ab­sichten anzupaffen. In diesem Sinne, als Warnung fassen wir den letzten Abschnitt der Thronrede auf. Wir rufen unseren Gegnern zu, daß wir vollen Frieden zu haben wünschen und nicht durch fortwäh­rende Neckereien gestört sein wollen. Das deutsche Reich das darf uns Europa glauben ist genügend mit Werken des Friedens be­schäftigt; die Thronrede selbst legt ein Zeugniß dafür ab, wieviel wir zum inneren Ausbau des Reiches noch zu thun haben. Viele Jahre werden wir mit der Arbeit beschäftigt sein, die uns stets als höchstes Ziel gegolten hat. Nicht kriegerische Erfolge, sondern eine feste Be­gründung des Reiches, welches uns gestattet, die idealèn Ziele der Na­tion zu erfüllen, sind es gewesen, welche selbst den großen Vorgängen der Jahre 1870 und 1871 in den Augen der Nation den höchsten Werth verliehen haben."

Den Kommandanten S. M. beider KanonenbooteNautilus" undAlbatroß" sind für die Dauer der vereinigten Stationirung in den spanischen Gewässern die Gerichtsbarkeit und Disziplinar-Strafge­walt eines Regiments-Commandeurs beigelegt worden.

Graf Arnim hat, bevor er am Mittwoch das Charitä-Kranken- Haus verließ, durch ein an den Director Spinola gerichtetes Schreiben der Charitè-Direction die Summe von 50 Thalern zur Vertheilung an arme Reconvalescenten der Anstalt mit dem Versprechen zugehen lassen, daß er alljährlich bis an sein Lebensende eine gleiche Summe an die Charité zahlen werde.

Posen, 30. Oktbr. Die durch die neueren Ministerialerlasse angebahnte Germanisirung der Schulen in unserer Provinz fängt an, ihre Rückwirkung auch auf die häusliche Erziehung der polnischen Ju­gend zu äußern. In den wohlhabenderen polnischen Adelsfamilien, de­nen daran liegt, daß ihre Kinder möglichst früh die deutsche Sprache erlernen und dadurch eine genügende Vorbildung für die öffentlichen Schulen erhalten, wird es immer mehr Sitte, deutsche Hauslehrer, Gouvernanten, Bonnen und Kinderfrauen zur Erziehung und Beauf­sichtigung der jüngeren Kinder zu engagiren. Andere polnische Adels­familien, die noch polnische Hauslehrer und Gouvernanten halten, machen es diesen zur Bedingung, daß sie mit ihren Zöglingen vorzugsweise deutsch sprechen. (Tri-.)

Pose n, 1. November. Gestern ist in dem hiesigen polnischn Bazar durch den Polizeidirektor Staudy daè Vermögen der Parochie Goscieszyn, wegen dessen verweigerter Auslieferung der Kirchenpatron Graf Joseph Mielzynski auf Jwno verhaftet wurde, mit Beschlag be­legt worden.

Ludwigshafen, 30. Oct. Die durch die Polizei wieder­holt vorgenommene Visitation der Würste hiesiger Metzger hat ergeben, daß zur Zeit hier beim Wursteln Stärkemehl nicht in Verwendung kommt. Dagegen soll in Mannheim bei der Bereitung der Lyoner­wurst Holzessig, welcher der Wurst einen eigenthümlich-unangenehmen Geschmack verleiht (aber nicht gesundheitsschädlich ist) zur Verwendung kommen.

Rom, 27. Oktbr. Es dürfte wohl nie in Italien eine Zeit gegeben haben, wo die ital. Minister in eine so nahe Berührung mit der Bevölkerung kamen wie die gegenwärtige Periode der Wahlbewegung, der gegenüber die Räthe Viktor Emanuel's es fast ohne Ausnahme für ihre Pflicht hielten, den Ministersessel auf einige Stunden lang mit der Rednerbühne zu vertauschen und dem großen Publikum, das sich bei Banketten, auf den Straßen oder in den Kirchen um sie schaarte, die leitenden Grundsätze ihrer Politik, den Werth der bisher erreichten und