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M 242.

Samstag den 17. Oktober.

1874.

Bekanntmachung.

Gemäß §. 44 der durch das Amtsblatt publizirten Zusammen­stellung (II) vom 17. Februar 1870, betreffend das Verfahren bei Er­mittelung des Reinertrages der Liegenschaften, wird hierdurch bekannt gemacht, daß die behufs der anderweiten Regelung ber @:unbfteuer an­gefertigten, das Ergebniß der Vermessung und Einschätzung nachweisen- en Flurbücher und Kartencopien (Coupons) in folgenden Gemeinden, e iv. selbstständigen Gutsbezirken im Kreise Hanau:

Amts Bockenden: 1. Bockenheim, 2. Eckenheim, 3. Eschersheim, 4. Ginnheim, 5. Praunheim; Amts Bergen: 6. Berkersheim, 7. Preungesheim, 8. Bischofsheim; Amts Hanau: 9. Hochstadt, 10. Wachenbuchen, 11. Mittelbuchen, 12. Kesselstadt, 13. Wilhelmsbad, Schloß, 14. Wilhelmsbad, Gut, 15. Philippsruhe, Schloß und Gut, 16. Dörnigheim, 17. Hanau, 18. Groß-Auheim, 19. Groß-Krotzenburg, 20. Oberförsterei Wolfgang, 21. Oberrodenbach und 22. Nieder­rodenbach,

zum Zweck der Einleitung des Reclamations-Verfahrens für diese Gemeinden rc. während des 6wöchentlichen Zeitraums vom 17. Octo­ber dieses Jahres ab im Geschäftslokal des Kataster-Controleurs Plitt zu Hanau auf dem Katasteramt offen gelegt sein werden und daselbst an drei Tagen in der Woche, nämlich am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend in den Stunden von 9 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nach­mittags von allen Betheiligten eingesehen werden können.

In der Bekanntmachung am 10. d. M. war irrthümlich das Ge­schäftslokal in der Haingasfe bezeichnet.

Hanau, den 16. October 1874.

Der Veranlagungscommisiar des Kreises.

Schrötter, Landrath.

Gefunden: Eine Scheere. Zwei Paar Glacehandschuhe. Ein Portemonnaie. Ein wollenes Jäckchen. Ein Kinderschuh. Ein Rest blaues Leinen mit weißen Streifen. Eine Leiter.

Hanau, am 17. Oktober 1874.

Tagesschau.

Der Berliner Korresp. derN. Zürch. Z." schreibt über die verschiedenen Beurtheilungen des Vorgehens gegen Arnim u. a.: Im Auslande macht man sich die Sache zum Theil sehr leicht, man expek- torirt sich über das Außerordentliche des Falls, erinnert an die Hin­richtung Stafford's oder an den Mann mit der eisernen Maske und ist mit dem Worte Kabinetsjustiz schnell fertig, wenn man nicht etwa im Tone Mentor's dem Fürsten Bismarck Vorlesungen darüber hält, daß er sich nicht großmüthig gegen einen Rivalen benimmt. Dabei" wird nur das Eine vergessen, daß die Gerichte, bei denen das auswärtige Amt, wie jede andere Behörde es hätte thun müssen, den Fall denuu- cirt hat, vollkommen unabhängig sind und kollegialisch entscheiden. Wenn also, wie geschehen, das Kammergericht einstimmig die Fortdauer der Haft beschließt, so muß entweder etwas Ernstes vorliegen oder die Ge­richte sind über Nacht zu feilen Werkzeugen des Despotismus geworden. In Wirklichkeit mögen wohl verschiedene Momente zusammengewirkt haben, um den Kanzler zu bestimmen, das Einschreiten des Gerichtes zu fordern und der Sache dadurch eine europäische Oeffentlichkeit zu ^ben. Er konnte sich dabei nicht verhehlen, daß er sich eine Menge Feindschaften erweckt oder vorhandene vergrößert; denn die Hochtories, welche noch nicht die Ernennung des Dr. Friedenthal zum landwirth- fchaftltchen Minister, also für einen Posten, den sie so recht exklusiv für einen der Ihrigen in Anspruch nehmen, verschnupft haben, sind na­türlich außer/ sich, daß ein Mann von der Stellung Arnim's nicht an­ders behandelt wird, als vielleicht ein obskurer Journalist, oder ein «ocialdemokrat, der sich ein bischen zu weit vorgewagt. Die Erregung über die Verhaftung wird sich legen und es wird dann auch eine Epoche der Ruhe eintreten, wo man nicht Schuld und Unschuld des Angeklag- ten in einer Weise diskutirt, über welche dieser Grund hätte, sich zu bellagen, wenn nicht seine Freunde den Anfang gemacht hätten. Seine Freunde ! Damit kommt man auf die eigentliche Spitze der Sache, so­

weit sie sich ersprießlich diskutiren läßt. Arnim war weder ein Alt­konservativer, noch ein Ultramontaner. In dem Augenblick, wo er mit Bismarck in Opposition tritt, breiten jene beiden ihre Arme nach ihm aus und heißen ihn willkommen. Das ist das Schicksal Jedes bisher gewesen, der aus hoher Stellung heraus dem Kanzler Opposition ge­macht hat; er stürzt mit rasender Schnelligkeit aus einer Position in die andere, bis er bei den Ultramontanen und der ganzen schwarzen Schaar angelangt ist, die durch Feindseligkeit gegen das Reich zusam- mengehalten wird . . . Man braucht den Fürsten Bismarck nicht für einen tugendhaften Politiker zu halten und auch für keinen unfehlbaren. Er ist kein angenehmer Mann und sein Handwerk hat ihn rauh und rücksichtslos gemacht. Aber er hat ein starkes Gefühl für die nationale Größe und dieses Gefühl gibt ihm einen Rückhalt, um immer wieder fest zu stehen, denn er kann auf die unbedingte Unterstützung der Mehr­heit des Volkes rechnen. So lange er sich nicht verläßt, wird ihn diese im kritischen Augenblicke nicht verlassen, und diejenigen, welche sich auf die Seite des Feindes stellen, können es nun schon weg haben, daß der Kanzler ohne Erbarmen und seine Schläge furchtbar sind. Graf Arnim hat sie soeben erfahren, und ich möchte zweifeln, ob er fehr rasch einen Nachfolger findet. te^m. M-rkur.)

Durch den Berner Postcongreß und die Einführung der Markrechnung wird eine Anzahl von Abänderungen des jetzigen Post­tarifs für Postkarten, Drucksachen, Waarenproben, Postanweisungen und Vorschußsendungen erforderlich, mit denen der Reichstag sich zu beschäf­tigen haben wird. Diese Veränderungen werden im Großen und Gan­zen eine Mindereinnahme von 96,800 Thlr. zur Folge haben ; doch wird derselben eine Mehreinnahme von 130,000 Thlr. dadurch gegenüber­treten, daß das Briefporto von 1 Sgr. bezw. 10 Markpfennigen auch in den Gebieten der Guldenwährung mit dem 1. Januar 1875 zur Erhebung gelangt. ($tu.)

Meiningen, 13. Okt. Mit dem 1. November nimmt, wie dieEisenacher Ztg." m-ldet, das Hoftheater seine Vorstellungen wieder auf; jede dritte Vorstellung kommt den Abgebrannten zu Gute. Die Kommission von Aerzten und Bautechnikern, welche dieser Tage hier vereinigt war, hat sich gegen die Verwendung des Bauschuttes zum Wiederaufbau ausgesprochen; es muß der Schutt deßhalb abgefahren werden.

Karlsruhe, 14. Okt. Am 21. d. M. wird hier eine Ver­sammlung derjenigen evangelischen Geistlichen stattfinden, welche sich zur Herausgabe derStudien" der evangelischen Geistlichen Badens" vereinigt haben. Nachdem das Unternehmen gesichert ist, wird es sich nun zunächst um die Feststellung der Statuten und die Bestellung der Redaktion handeln. An demselben Tage, Nachmittags, wird in Durlach die statutengemäße Jahresversammlung der Ortsvereins-Abgeordneten des badischen Protestantenvereins in der Karlsburg zufammentreten, zu welcher man eine zahlreiche Vertretung der Ortsvereine erwartet.

Mannheim, 15. Oktbr. Die an auswärtigen Plätzen ver­breiteten Gerüchte von Fallissements und Verlusten hiesiger Getreide­händler entbehren, sicherem Vernehmen nach, jeder Begründung.

München, 15. Okt. Der Erzbischof von München-Freising hat folgenden Hirtenbrief erlassen:Am heutigen Tag, dem 12. des Monats Oktober, dem Feste des heiligen Bischofs und Märtyrers Ma­ximilian, an welchem wir so oft die Namensfeier des allevhöchstseligen Königs Maximilian II. freudig beginnen, hat Ihre Majestät die Kö­nigin-Mutter Marie das Tridentinische Glaubeusbckenntniß abgelegt und ist in den Schooß der katholischen Kirche zurückgekehrt. Indem Wir diese höchst erfreuliche Thatsache Unsern ehrwürdigen Brüdern und Mitarbeitern, sowie dem gesammten gläubigen Volke der Erzdiözese be­wegten Herzens hiemit kundgeben, laden Wir sie alle ein, mit Uns sich im innigsten Dank gegen den allgütigen Gott zu vereiniget. Unsere Erzdiözesanen werden sich durch dieses tröstliche Ereigniß von selbst an- getrieben fühlen, für uniern geliebten Landesfürsten, Seine Majestät den König Ludwig II., seine erhabene Mutter und das ganze königliche Haus ihre frommen Gebete zu verdoppeln, und dadurch ihre altange­stammte Treue und Liebe zu dem von Gott uns gesetzten Regenten neuerdings zu beurkunden. Am künftigen Sonntag, den 18. Oktober,