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Hamner Anzeiger.
ZAgleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint Läßlich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Sanstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Die ifbaltige Garmoudzcile ob deren Raum
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Montag den 12. Oktober.
1874.
Bekanntmachung.
Gemäß §. 44 der durch das Amtsblatt publizirten Zusammenstellung (II) vom 17. Februar 1870, betreffend das Verfahren bei Ermittelung des Reinertrages der Liegenschaften, wird hierdurch bekannt gemacht, daß die behufs der anderweiten Regelung der Grundsteuer angefertigten, das Ergebniß der Vermessung und Einschätzung nachweisenden Flurbücher und Kartencopien (Coupons) in folgenden Gemeinden, bezw. selbstständigen Gutsbezirken im Kreise Hanau:
Amts Bockenheim: 1. Bockenheim, 2. Eckenheim, 3. Eschersheim, 4. Ginnheim, 5. Praunheim; Amts Bergen: 6. Berkersheim, 7. Preungesheim, 8. Bischofsheim; Amts Hanau: 9. Hochstadt, 10. Wachenbuchen, 11. Mittelbuchen, 12. Kesselstadt, 13. Wilhelmsbad, Schloß, 14. Wilhelmsbad, Gut, 15. Philippsruhe, Schloß und Gut, 16. Dörnigheim, 17. Hanau, 18. Groß-Auheim, 19. Groß-Krotzenburg, 20. Oberförsterei Wolfgang, 21. Oberrodenbach und 22. Niederrodenbach,
zum Zweck der Einleitung des Reclamations-Verfahrens für diese Gemeinden rc. während des 6wöchentlichen Zeitraums vom 17. Oktober dieses Jahres ab im Geschäftslocal des Kataster-Controleurs Plitt zu Hanau, Haingasse Nr. 20e, offengelegt sein werden und daselbst an drei Tagen in der Woche, nämlich am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend in den Stunden von 9 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nachmittags von allen Betheiligten eingesehen werden können.
Hanau den 10. October 1874.
Der Veranlagungscommissar des Kreises.
Schrötter, Landrath.
Jagdscheine erhielten ausgesertigt: Dörnigheim, Maurermeister Johannes Bechert; Eichen, H. Lochmann, Jakob Stein; Enkheim, Friedrich Weil III., Gronauer Hof, Oberamtmann I. C. Schonlau, Oekonomie-Verwalter C. Günther; Hanau, Bijouteriefabrikant G. C. Backes und C. Heck, Arzt Ditzel, Bahnhofs-Inspektor Weber, Herzbacher Höfe, Georg Peter Uhrig; Langenselbold, Bahnhofs-Assistent Trautmann; Langendiebach, Fabrikant Johannes Brüning; Mittel buchen, Philipp Emmel, Peter Karpp, Johannes Müller, Konrad Maisch; Niederissigheim, Peter Glas, Reinhard Ruth; Niederrodenbach, Unterförster Lipsius; Oberrodenbach, Gemeinderathsglied Heinrich Adam; Ost heim, Waldschütz Johannes Hartenfeller; Preungesheim, Philipp Jakob Caspari, Philipp Ludwig Schaak; Ravolzhausen, Gastwirth Wilhelm Klein, Kaspar Lind; Rüdigheim, Peter Dörr, Heinrich Heck III., Simon Ruth; Offenbach, Theodor Schellmann; Rendel, Oekonom Nikolaus Moxter; Ronneburger Hof, Gutsbesitzer Jakob Koch.
Hanau am 8. Oktober 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 8. Okt. Gegen vier Beamte des erzbischöfl. Konsistoriums in Posen ist die Disziplinar-Untersuchung eingeleitet worden, weil sie sich weigern, unter dem weltlichen Administrator ihren Amtspflichten nachzukommen.
— Berlin, 10. Oct. Das Kammergericht hat heute in zweiter Instanz das Gesuch um vorläufige Freilassung des Grafen Arnim aus der Haft abgelehnt.
Patent-Ertheilung.
Dem Ingenieur Eduard Kappmeyer zu Hamburg unter dem 8. October 1874 auf einen Mechanismus an Nähmaschinen zum Einführen des Unterfadens mittelst eines rotirenden Schiffchens in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung.
auf drei Jahre, für den Umfang des preußischen Staats.
— Ueber die Affaire Arnim liegen neue thatsächliche Momente nicht vor. Das „Journal de St. Peterèbourg" bemerkt zu der Angelegenheit : Die Weigerung des Herrn v. Arnim konnte in Berlin mit gutem Grunde wenigstens als ein Act der Unbotmäßigkeit betrachtet werden, den man nicht hingehen lassen durfte, und es scheint uns in
der That, daß Herr v. Arnim in seiner Lage und mit Rücksicht auf das seit einiger Zeit — vielleicht gegen seinen Willen — über ihn in Umlauf befindliche Gerücht, nichts besseres hatte thun können, als die von ihm verlangten Dolumente auszuliefern, vorbehaltlich einer nachträglichen Reclamation, wie er es jetzt bei seiner Verhaftung gethan hat. Was würde wohl aus dem Staatsdienst, wenn es jedem in demselben thätigen Beamten frei stände, nicht nur den Augenblick seines Ausscheidens zu wählen, sondern auch das Vertrauen zu mißbrauchen, dessen er genossen hatte, und das nothwendigerweise ein desto größeres war, je höher der bekleidete Posten stand!" (Trib.)
— Der Berliner Correspondent der „K. Z." schreibt seinem Blatte über den vielbesprochenen Brief des Kaisers von Rußland an Don Carlos: Don Carlos habe einen Vertrauten nach Petersburg geschickt, einen in Paris und Madrid wohlbekannten Herrn, der dem Czaren ein Schreiben des Don Carlos übergeben sollte. Dieser dankte darin dem Kaiser für dessen Spanien gegenüber beobachtete Haltung, und bat den Kaiser, seinen, des Carlos, Vertreter zu empfangen. Wäre das geschehen, hätte das carlistische Lager aller Orten verkündet, Rußland habe nicht Spanien, wohl aber Don Carlos als dessen legitimen Souverain so gut wie anerkannt. Es geschah jedoch nicht. Der carlistische Agent wurde von dem Kaiser nicht empfangen und mußte sein Schreiben einem Beamten der russischen Kanzlei überreichen. Der Kaiser antwortete darauf in dem vielbesproch nen höflichen Briefe, welchen Fürst Orlow dem Vertreter des Don Carlos in Paris zu übergeben beauftragt wurde. Man versichert, und dieser specielle Punkt namentlich stammt aus russischen Kreisen, der Kaiser habe in jenem Schreiben Don Carlos keineswegs als legitimen Fürsten behandelt. (SrU)
— Braunschweig, 10. Oktober. Der Aufsichtsrath der Braunschweiger Eisenbahngesellschaft hat gestern beschlossen, die Bahnlinien Langelsheim-Neuekrug und Braunschweig bis zur Landesgrenze in der Richtung auf Hildesheim zu bauen, auch die Verbindungsbahn zwischen der Braunschweigischen und der Berlin-Lehrter Bahn herzustellen. (R. u. St. A.)
— München, 9. Oktober. Die Prinzessin Karl von Hessen- Darmstadt, Schwester der Königin-Mutter, ist in Hohenschwangau an- gekommen. Auch der Bischof von Speyer, Dr. v. Haneberg, ist daselbst eingetroffen.
— München, 10. Okt. Eine Anzahl katholischer Tyroler Vereine beabsichtigt nach Hohenschwangau zu wallfahren, um der Königin-Mutter für ihren Uebertritt zur katholischen Konfession ihre Huldigung auszusprechen. Der hiesige katholische Volksverein beschloß, sich am Sonntag den 11. Okt. unter Mitführung feiner Fahne an die Spitze dieser Vereine zu stellen. (?) (Augsb. Abendz.)
— München, 8. Okt. Beim jedesmaligen Bekanntwerden der Resultate der Prüfungen für den Einjährig-Freiwilligendienst werden Stimmen in der Presse laut, welche sich mit dem unbefriedigenden Ausgange dieser Prüfungen im Allgemeinen oder an den einzelnen Prüfungsorten beschäftigen. Wenn auch bei einigen früheren Prüfungen oder an einzelnen Orten höchst ungenügende Resultate zum Vorschein kamen, so waren diese doch weitaus nicht so wenig befriedigend, als bei der letzten Prüfung im September, bei welcher sich im Ganzen gerade 200 Kandidaten betheiligten, von welchen aber nur 89 oder 44,5 Prozent bestanden, während 111 oder 55,5 Prozent, also über die Hälfte, durchfielen. Betrachten wir die Resultate der Prüfungen an den einzelnen Orten, so finden wir nachstehende Abstufungen: Ueber der Durchschnittszahl (44,5 Prozent) stehen Bayreuth, wo von 15 Kandidaten 10 oder 66 Prozent bestanden, dann folgt Ansbach mit 64 Procent (22: 14) und Regensburg mit 58 Prozent (50: 29); von da sinkt der Prozentsatz der Bestandenen gleich auf 36 Prozent (25: 9), Speyer mit 34 Prozent (50: 17), Würzburg mit 28 Prozent (25: 7) und Augsburg mit gar nur 23 Prozent (13: 3) bildet den Schluß. Vorstehende Zahlen sprechen selbst und ist jede weitere Bemerkung überflüssig.
(Augsb. Abztg.)
— Während das „Bayer. Vaterland" die Nachricht bringt, der Uebertritt der Königin-Mutter habe am Donnerstag in Hohenschwangau stattgefunden, wird der „Augsb. Abdz." von glaubwürdiger Seite ge-