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M 230.
Samstag den 3. Oktober.
1874.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Die Herrn Bürgermeister des Kreises woll-n alsbald anher berichten, ob seit Oktober v. I. in ihren Gemeinden fingirte (erdichtete) Auswanderungen:
1) von jungen Leuten, welche noch nicht zum Militärdienst herangezogen waren,
2) von Reservisten
vorgekommen sind und die etwa Ausgewanderten namhaft machen.
Hanau, am 28. Septbr. 1874.
Tagesschau.
— Für die Zeit der Anwesenheit des Kaisers in Baden-Baden ist ein täglicher Courier- und Depescheudienst nach dem Hoflager daselbst eingerichtet worden. Die Postbegleiter, welche diesen Dienst wahrnehmen, werden Abends 7 Uhr 30 Minuten abgefertigt und treffen über Eisenach, Bebra, Hanau, Frankfurt a. M., Heidelberg und Oos am nächsten Tage um 12 Uhr 45 Min. Mittags in Baden-Baden ein. Herwärts erfolgt die Abfertigung derselben in Baden-Baden um 2 Uhr 5 Min. Nachm., und erreichen die Couriere Berlin auf demselben Wege am anderen Tgge um 7 Uhr 35 Min. früh. Die Einlieferung der Depeschen hat hier bis spätestens 6 Uhr 30 Min. Abends bei der Cä- binets-Expedition im Hauptpostgebäude in der Königsstraße zu erfolgen. Am Dienstag fand die Absendung des Couriers zum ersten Male statt.
— Berlin, 29. Sept. Die Bildung eines Reichsjustizamts ist in den Kreisen des Bundeskanzleramtes eine beschlossene Sache und obgleich es noch nicht bekannt ist, wie sich der Reichskanzler dazu stellt, so ist doch nach seinen früher ausgesprochenen Ansichten über die Nothwendigkeit, zu den Reichsarbeiten nichtpreußische Kräfte heranzuziehen, kaum daran zu zweifeln, daß er dem Plane seine Zustimmung schenken wird. Dagegen ist von den Personen, welche früher als für die Leitung des Amtes ansersehen bezeichnet wurden, jetzt nicht mehr die Rede und man spricht von einem mecklenburgischen bekannten Juristen, der Aussicht haben soll, diesen Posten zu erhalten. — Die neuesten Gerüchte, welche auf die Entwicklung der spanischen Verhältnisse Bezug haben, drehen sich um die Kandidatur des Prinzen Alfons von Asturien. Der „A. Z." wird aus Paris ein Telegramm gesendet, welchem zufolge in den Kreisen der spanischen Diplomaten die Proklamation Alfonso's für den Monat Oktober in Aussicht genommen sein soll. Von einem großen Theil der in Sensationsnachrichten auf Kosten Deutschlands spekulirenden Politiker wird bekanntlich die Kandidatur des Prinzen von Asturien mit den Plänen des Fürsten Bismarck in Verbindung gebracht. Es versteht sich von selber, daß die Nachricht der „A. Z." und das in den Kreisen der spanischen Diplomaten umlaufende Gerücht überhaupt nicht ernst zu nehmen sind. Was aber die Stellung der deutschen Politik betrifft, so kann mit Entschiedenheit erklärt werden, daß dieselbe ganz den Standpunkt unbedingter Neutralität, zu welcher sich nach den Aeußerungen des „Journal de St. Petersbourg", auch das russische Kabinet bekennt, nach wie vor festhält und sich um die verschiedenen Kandidaturen für die etwaige Wiederbesetzung des spanischen Thrones absolut nicht kümmert. Eine solche Haltung entspricht ganz der Ueberlieferung der deutschen Politik, und es ist keine Thatsache bekannt geworden, welche zu der Annahme berechtigt, Deutschland werde den bisher inne gehaltenen Weg verlassen. — Wie wir hören, findet der Vorschlag der Schweiz, einen Kongreß von Delegirten der Regierungen aller Länder behufs Erzielung einer einheitlichen Eisenbahngesetzgebung einzuberufen, bei der Reichsverwaltung großen Anklang. Das Reichskanzleramt hat das Reichseisenbahnamt aufgefordert, seinerseits vom technischen Standpunkte aus sich über den schweizerischen Vorschlag zu äußern, und das genannte Amt, wie uns mitgetheilt wird, gegenwärtig mit der Ausarbeitung einer hierauf bezüglichen Denkschrift beschäftigt, cschw. M°ri.)
— Berlin, 30. Sept. Die „Nordd. A. Ztg." vernimmt, das Reichseisenbahnamt beschäftigt sich mit der Ausführung des Artikels 44 oer Reichsverfassung, welcher den Eisenbahnverwaltungen die Pflicht auserlegt, direkte Expeditionen von Personen und Gütern mit Wagenübergang einzurichten.
Berlin, 2. Oktober. Im Reichskanzler-Amt begannen
gestern Vormittag die Verhandlungen der vom Bundesrath eingesetzten Kommission für die Medizinalstatistik. Den Vorsitz führte der Präsident der Seehandlung, Wirklicher Geheime Rath Bitter. Als Mitglieder waren erschienen für das Deutsche Reich: B cker, Direktor des Kaiserlich statistischen Amtes, Abgeordneter Dr. Loewe-Calbe; für Preußen: Dr. Engel, Geheimer Ober-Regierungs-Rath, Direktor des Königlichen statistischen Bureaus, Dr. Eulenberg, Geheimer Medizinal-Rath; für die Armee: General-Arzt Dr. Schubert; für Bayern: Dr. Berchten- steiner, Regierungs-Medizinal-Rath; für Sachsen: Dr. Reinhard, Präsident des Medizinal-Kollegiums; für Württemberg: Dr. Koch, Ober- Medizinal-Rath; für Hessen: Dr. Pfeiffer, Ober-Medizinal-Rath.
(St. u. St. A.)
— Berli n, 2. October. Zu dem neuen Kursus der vereinigten Artillerie- und Ingenieur-Schule, welcher bekanntlich gestern begonnen hat, sind 155 Artillerie- und 101 Ingenieur-Offiziere kom- mundirt.
Patent-Crtheilung.
Dem Herrn Augusto Quattare zu Berlin unter dem 30. September 1874 auf ein durch Modell, Zeichnung und Beschreibung erläutertes Apparat-System von Lustwellen-Telegraphen, soweit dasselbe als neu und eigenthümlich erkannt worden ist,
auf drei Jahre, für den Umfang des preußischen Staats.
— Baden-Baden, 1. Oktober. Die Kaiserin von Oesterreich wird am 4. d. M. Nachmittags zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta hier eintreffen. Gestern Abend fand zu Ehren des Geburtstags der Kaiserin Militärconzert auf der Promenade statt, die Villa Meßmer und das Conversationshaus waren illuminirt.
— Aus der Provinz Starkenburg. In verschiedenen Ortschaften unserer Provinz wurde bei den Bürgermeisterwahlen die Taktik angewendet, Mitglieder der gegnerischen Partei betrunken zu machen und sie auf diese Weise von der Ausübung ihres Wahlrechts abzuhalten. Es sind aus diesem Grunde verschiedene Reclamaüonen bei der betr. Behörde anhängig. (Mannh. Tgbl.)
— Birn Ye im, 29. Sept. Die Tabaksernte ist so ziemlich eingethan; sie fiel quantitativ nur sehr mittelmäßig aus. Die trockene Witterung und noch mehr einige Hagelwetter hatten bedeutenden Schaden angerichtet; der Schaden durch Hagelschlag ist auf 80,000 fl. taxirt.
— Würzburg. Der Proceß Kullmann wird erst in der dritten Woche des Oktober in Würzburg seinen Anfang nehmen. Das Schwurgericht tritt überhaupt erst am 19. Oktober zusammen und ist es noch ungewiß, ob die Attentatsverhandlung den ersten Gegenstand der Berathung bilden wird.
— In Augsburg haben sich 13 Kandidaten zur Einjährig-Freiwil- ligen-Prüfnng gemeldet, von denen 3 bestanden haben; auch ein Resultat, das zu denken gibt.
— Forchheim, 2. Oct. Nach dem nun officiell festgestellten Ergebniß der Reichstagswahl im Kreise Forchheim wurden im Ganzen 17,334 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Fürst Hohenlohe 11,534, Krapp 6,093 Stimmen. 230 Stimmen zersplitterten sich, 3 waren ungültig. (N. Frankl. Pr.)
— Braunschweig, 2. Oct. Die diesjährige Versammlung deutscher Realschulmänner ist hier gestern Abend eröffnet worden. Zum Vorsitzenden wurde der Direktor Ostendorf aus Düsseldorf gewählt. Die Verhandlungen werden sich auf die Erörterung der Frage der Organisation des höheren Schulwesens beschränken. Bisher sind 170 Theilnehmer eingetroffen.
— Posen, 1. Oktober. Das bei dem hiesigen Marieu-Gym- nasium bestehende Alumnat für Zöglinge, welche sich dem geistlichen Stande widmen, ist heute geschlossen worden.
— Die „Posener Ztg." schreibt: Das ruhige Verhalten der katholischen Laien gegenüber der „Verfolgung der Kirche" scheint den ultramontanen Führern recht unangenehm zu sein, und sie haben sich entschlossen, das Laienpublikum, damit es nicht gar zu gleichgiltig werde, zu Kundgebungen anzuregen und in diesen Kundgebungen zugleich eine Erklärung zu geben, welche die allgemeine Ruhe in einem