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Dienstag den 22. September.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in deren Gemarkungen durch das diesjährige Herbstmanöver Flurbeschädigungen vorgekommen sind, wollen die bezüglichen Nachweisungen spätestens bis Mittwoch den 2 3. d. Mts. hierher einsenden.

Hanau, am 21. Septbr. 1874.

Tagesschau.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Land­rath a. D. Dr. Friedenthal zum Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten zu ernennen.

Berlin, 21. Septbr. In der gestrigen Sitzung des Staats- Ministeriums hat die Einführung des neuernannten Ministers für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten Dr. Friedenthal stattgefunden.

Heute Mittag hat derselbe die Räthe seines Ministeriums empfan­gen und die sämmtlichen Bureaus besichtigt. (R. u. St.-Auz.)

Berlin, 19. Sept. Aus guter Quelle verlautet, daß vor Kurzem eine Depesche des Petersburger Kabinetes nach Berlin .mitge­theilt wurde, worin das erstere seinen lebhaften Wunsch ausspricht, zu konstatiren, daß die anläßlich der Frage der «Anerkennung Serrano's zu Tage getretene Meinungsverschiedenheit die Beziehungen der Freund­schaft und Sympathie, wie sie zwischen den beiden Mächten bestehen, in nichts zu alteriren vermochte, zumal es sich dabei lediglich um eine ganz theoretische Entscheidung gehandelt habe. Das russische Kabinet hegt die Ueberzeugung, daß die deutsche Regierung sich durch nichts in dieser Auffassung werde irre machen lassen, und gibt seinen Gefühlen der Freundschaft in den wärmsten Worten Ausdruck. Von Berlin aus wurde hierauf sofort erwidert, daß man diese Kundgebung mit Freuden begrüßt, der Haltung der russischen Regierung zwar nie eine andere als die hier angegebene Deutung beigelegt, und daß die Versicherungen der Freundschaft nur auf die lebhafteste Erwiderung rechnen könne. Ueber den Brief des Kaisers von Rußland an Don Karlos den die ultramontane Presse als ein Ereigniß von der höchsten politischen Be­deutung und als Beweis der vollständigen Trennung Rußlands vom Bismärckischen Preußen" ihrem Publikum hinstellen möchte erhält man eine recht nüchterne und vollkommen glaubwürdige Erklärung, die natürlich von den Ultramontanen todtgeschwiegen werden wird. Die Köln. Z." erzählt nämlich: Bei der Vermählung des Großfürsten Wladimir war auch der bei dem russischen Hofe seit Februar 1872 be= glaubigte Gesandte zugegen gewesen und vom Kaiser mit einigen Wor­ten angesprochen worden. Kurz zuvor hatte sich ein Abgesandter des spanischen Kronprätendenten Don Karlos in Petersburg aufgehalten, und wenn auch das Schreiben, das er dem Kaiser zustellen sollte, an­genommen worden war, es doch nicht erreichen können, daß der Kaiser ihn persönlich empfing. Jetzt verlautet von einer schriftlichen Antwort, welche Don Karlos auf jenes sein Schreiben erhalten haben soll. Das amtliche Karlistenblatt führt wie schon mitgetheilt worden, einige Stellen daraus an und behauptet auf Grund dieser Auszüge, der Zar habe den Prätendenten seinerSympathie" versichert und sein Bedauern ausge­sprochen,daß Spanien durch immer wiederkehrende Revolutionen und durch seine Mißachtung gegen die Lehren der Geschichte den ihm unter den Nationen Europas gebührenden Rang eingebüßt habe." Schließ­lich soll er dann dem eben so natürlichen als wohlmeinenden Wunsche Ausdruck gegeben haben, daß die Uebel, von denen Spanien heimge­sucht sei, bald schwinden möchten. DasCuratel Real" hat sich wohl gehütet, den vollen Wortlaut des kaiserlichen Schreibens zu veröffent­lichen, .weil man alsdann sicherlich erkannt haben würde, daß die Zu­neigung und Sympathie, welche sich darin für die karlistische Sache kundgeben sollen, nur in der Einbildungskraft des Empfängers und ferner Anhänger sich herausgespiegelt haben. (Augsb. Abdztg.)

Berlin, 21. Sept. Der Minister des Innern hat die Be­zirksregierungen veranlaßt, die Landrâthe anzuweisen, solche Vexhaftun- gen und Transporte katholischer Geistlichen, bei welchen Excesse zu be- fürchten stehen, entweder selbst an Ort und Stelle zu leiten oder-, zur ^rivführung derselben dem von dem Landrath beauftragten Bürgermeister eine genügende Anzahl von Gensd'armen beizugeben, um jeden Wider­

stand von vornherein zurückweisen zu können. Der Minister hat sich auch damit einverstanden erklärt, daß die Bürgermeister darauf aufmerk­sam zu machen sind, daß bei dreimaliger fruchtloser Aufforderung zum Auseinandergehen von der Waffe energischer Gebrauch zu machen sei, und daß nöthigenfalls von der nächsten Militärbehörde telegraphisch militärische Hülfe requirirt werden könne.

Berlin. Das Kriegs-Ministerium hat bestimmt, daß die diesjährige Einstellung der Rekruten für das Garde-Corps und sämmt- licbe Truppen zu Pferde am 10. November d. I-., für alle übrigen Truppen am 12. Dezember stattzufinden hat. Seitens der Kaiserlichen Admiralität ist der Rekruten-Einstellungs-Termin für das See-Bataillon und die See-Artillerie auf den 1. Oktober er., für die Matrosen und Werft-Divisionen auf den 1; Februar 1875 festgesetzt worden.

Patent-Ertheilung.

Den Civil-Jngenieuren I. Brandt und G. W. von Nawrocki zu Berlin unter dem 18. Sept. 1874 auf eine Straßen-Kehrmaschine in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung, ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre, für den Umfang des preußischen Staats.

Mainz, 17. Septbr. Die neue hessische Gemeinde-Ordnung enthält bekanntlich die Bestimmung, daß Gemeinden zwischen 3000 und 10,000 Einwohnern die Wahl haben, ob sie die Stadt- oder Landge­meinde-Ordnung auf sich angewendet wissen wollen. Die erstere gibt den Gemeinden allerdings eine weit größere Selbstständigkeit, verursacht aber eben darum auch mehr Kosten und schließt eine ungleich größere Machtsphäre des Bürgermeisters in sich. Während nun von vornherein anzunehmen ist, daß die großen Landgemeinden von der ihnen einge­räumten Befugniß, sich für die Städte zu erklären, keinen Gebrauch macheu werden, gewinnt es mehr und mehr den Anschein, daß auch die in Frage stehenden Städte sich lieber als Landgemeinden betrauten, als die Städteordnung annehmen. Bingen hat sich von vornherein in diesem Sinne erklärt, und jetzt hat auch das fortschrittliche (d. h. in Hessen nationalliberale) Alzey sein Votum gegen die Städteordnung ab­gegeben, indem der hierüber ausgebrochene Wahlkampf mit einem ent­schiedenen Siege der Gegner derselben endigte. Die demokratische Presse hat, nebenbei bemerkt, den lächerlichen Versuch gemacht, diesen innerhalb der Fortschrittspartei von einer Richtung über die andere erfochtenen Sieg als einen Sieg der (in Alzey gar nicht existirenden) demokratischen Partei auszugeben, weil der auf beiden Listen figurirendeRepublika­ner" Preetorius natürlich auch unter den Gewählten ist. Von Fried­berg, Michelstadt, Bensheim, Alsfeld rc. ist aus mannigfaltigen Grün­den zu erwarten, daß auch sie sich gegen die Städteordnung ablehnend verhalten werden. So ist es denn durchaus nicht unwahrscheinlich, daß von den 26 Orten des Großherzogthums, auf welche die erwähnte Ge­setzes-Bestimmung sich bezieht, vorerst nicht ein einziger sich entschließt, die besonderen Verhältnisse einer Stadt als vorhanden zu erklären und die hieraus fließenden besondern Rechte und Pflichten für sich in An­spruch zu nehmen. (Sqw. Merk.)

München, 20. Sept. Für Offiziere der deutschen Fuß- (Festungs-) Artillerie findet in den Monaten Oktober, November, De­cember und Januar bei der Artillerie-Schießschule in Berlin ein Win- tec-Uebungskurs statt und sind zu demselben die Hauptleute Oskar Heerwagen des I. und Bernhard Seuffert des II. Fuß-Artillerie-Regi- ments kommandirt; dieselben haben am 23. l. Mts. dorthin abzu­gehen.

Straßburg, 18. Septbr. Die Franzosen und die deutschen Ultramontanen sind auf die in den Reichslanden gehaltenen Manöver fehr schlecht zu sprechen. Sie finden das, so der PariserMonde" und dieKöln. Volksztg." unverantwortlich, daß dieselben auf dem Grund­besitz von Privaten vor sich gehen. Noch mehr, sie behaupten, allein in den Markungen von Niederschöffelsheim und Weitbruch betrage der durch die Manöver angerichtete Schaden schon 500,000 Frcs. (derKöln. Volksztg." zufolge sind es nur 300,000). Die Felder seien io zu Grunde gerichtet, daß man sie im nächsten Jahre nicht bebauen könne, und so zertreten, daß die Grenzlinien nicht mehr zu erkennen seien. Die Preußen glauben, sie seien in der Mark Brandenburg wo kein Gras-