Einzelbild herunterladen
 

SionnementS« Preis:

Jährlich 3 Thlr.

HalLj. Mr. 1.15

Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf. Für auswärtige

Abonnenten mit dem betreffen­den Postausschlag. Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit her Berliner Provinzial-Correipondenz.

Jnkertlonr- Prei».

Die ispnltigc Karmondzeile od deren Raum l.Sgr.

Die Lfpalt. Zeile 2 Sgr.

Die gspaltigeZeile 3 Sgr.

M 214.

Dienstag den 15. September.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Standesbeamten der ländlichen Standesamtsbezirke des Kreises werden hierdurch benachrichtigt, daß die Standesregister und die Formulare zu den Registerauszügen re. pro IV. Quartal d. J. aus dem landräthlichen Büreau niedergelegt sind und daselbst abge­holt werden können.

Hanau den 9. September 1874.

Gefunden: Ein Schooß von einem Frauenkleid. Eine Peitsche. Ein Spazierstock. Ein Taschentuch. Ein alter Rachen (im Main ge­landet). Ein Rechnenbuch. Ein schwarzes Kreuzchen.

Zugelaufen: Ein junger weißer Pudel. Ein schwarzer Pin­scher ; letzterer kann vom Eigenthümer beim Herrn Bürgermeister Heilmann zu Großauheim in Empfang genommen werden.

Verloren: Ein Dutzend Messer und Gabel, sowie ein Krahn von Messing.

Entlaufen: Eine Ente.

Hanau, am 15. September 1874.

Tagesschau.

Berlin, 14. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen bald nach Allerhöchstihrer Ankunft in Friedberg am Freitag Abend in Gemeinschaft mit sämmtlichen anwesenden Höchsten Herrschaf­ten den Thee. Von dem Musikkorps des Königlich preußischen Infan­terie-Regiments Nr. 80 wurde eine Serenade und von sämmtlichen Ge­sangvereinen ein Ständchen im Schloßhofe gebracht und letzteren durch den von Sr. Majestät empfangenen Stellvertreter des Bürgermeisters von Friedberg der Allerhöchste Dank überbracht.

Die am folgenden Tage, 12. Septbr., stattgehabten Manöver der 21., 22. und 25. Division nahmen einen sehr befriedigenden Verlauf. In der Suite Sr. Majestät des Kaisers und Königs befanden Sich Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz von Wales und der Großherzog von Sachsen und viele fremdländische Offiziere. Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und die Prinzessin Alice wohnten den Manövern und dem darauf folgenden Vorbeimärsche der Truppen zu Wagen bei. Se. Kö­nigliche Hoheit der Prinz Ludwig von Hessen kommandirte die 25. (hessische) Division. Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Sach­sen führte Sr. Majestät dem Kaiser Sein Regiment (94Großherzog von Sachsen") vor.

Se. Majestät sprachen Allerhöchstihre volle Zufriedenheit über die Leistungen der Truppen aus und gedachten insbesondere der von ihnen im Kriege bewiesenen Tapferkeit. Das zahlreich anwesende Publikum begrüßte Se. Majestät den Kaiser überall mit enthusiastischen Zurufen. Um 3 Uhr fand im Großherzoglichen Schlöffe große Tafel und Abends eine allgemeine Illumination statt.

Ihre Majestät die Kaiserin-Königin hat an den Grafen Haus Wilczek in Wien folgendes Telegramm gerichtet:Ich kann Mir nicht den Wunsch versagen, Ihnen direkt Meinen aufrichtigen Glückwunsch zum Erfolg der österreichischen Nordpol-Expedition auszusprechen, für welche Sie sich so Hülfreich bewährt haben. Augusta."

Der Prinz Alfons von Asturien ist heute früh mit Gefolge aus Brüssel in Berlin eingetroffen.

Berlin, 13. Sept. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt Fol­gendes: Der Völk-Hinschius'sche Antrag auf Erlaß eines Reichsgesetzes über die Civilehe hat bekanntlich nicht die Zustimmung des Bundes­rathes erhalten; dagegen ist von Seiten des Bundesrathes an den Reichs­kanzler das Gesuch gerichtet worden, unter Betheiligung der Bundes­regierungen ein Gesetz über die Einführung der obligatorischen Civilehe und Beurkundung des Personenstandes ausarbeiten und baldthunlichst dem Bundesrath zur Beschlußnahme vorlegen zu lassen. Von manchen Preßorganen ist nun die Frage angeregt worden, in welchem Stadium sich diese Angelegenheit befinde. Nach zuverlässigen Mittheilungen darf man annehmen, daß der Reichskanzler eine Ueberarbeitung des preußi­schen Gesetzes über die Beurkundung des Personenstandes mit Rücksicht- uahme auf die für die übrigen Staaten wichtigen Gesichtspunkte ange­

ordnet hat, und daß diese Arbeit jetzt innerhalb der betheiligten preußi­schen Ministerien im Gange ist.

Berlin. Die Entlassung der Reservisten und zur Disposition zu Beurlaubenden erfolgt in der allernächsten Zeit, so daß die Ent­lassungen in der zweiten Hälfte dieses Monats beendet sein werden. Der Eintritt der Rekruten der Infanterie ist bis gegen Mitte Decem­ber d. I. hinausgeschoben und findet in der Mehrzahl der Fälle neun Tage später als im vorigen Jahre Staat, wie denn auch seit 1871 die Eintrittsfristen regelmäßig verlängert worden sind, so daß thatsächlich von einer dreijährigen Dienstzeit eigentlich keine Rede mehr ist.

Se. Majestät der Kaiser und König haben im Namen des Deutschen Reiches den Banquier Ernst Volkmar zu Antosogasta in Bo­livien zum Konsul des Deutschen Reiches zu ernennen geruht.

Patent-Ertheilung.

Dem Moritz Püschner zu Görlitz unter dem 11. September 1874 auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene Ma­schine zur Herstellung der Reibkegel für Kaffeemühlen, ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu beschränken,

aus drei Jahre, für den Umfang des preußischen Staats.

Stuttgart, 12. September. DerSt. A. f. W." ver­öffentlicht folgendes Dankschreiben des kommandirenden Generals XIII. Armee-Corps von Schwartzkoppen:Im Namen der Truppentheile des mir unterstellten Armee-Corps sühle ich mich verpflichtet, den Behörden und Gemeinden der während der diesjährigen Herbstübungen von den Truppen berührten Oberämter meinen Dank für das freundliche Ent­gegenkommen und die ausgezeichnete, gastfreie Aufnahme auszufprechen, welche Seitens der Bevölkerung allseitig dem Soldaten geworden ist. von Schwartzkoppen, General der Infanterie und kommandirender Ge­neral des XIII. (Königlich Württembergischen) Armee-Corps."

Wien, 13. September. Der Kaiser ist gestern um halb 12 Uhr Nachts aus Brandeis hier eingetroffen und hat sich nach Schönbrunn begeben. Nach der am 11. d. M. erfolgten Beendigung der stattgehabten Manöver hat sich der Kaiser über die Haltung sämmt­licher Truppen sehr befriedigt ausgesprochen. Dieselben rückten gestern wieder in ihre Kantonnements ein.

Bregenz am Bodensee. Während dieses Sommers verging fast keine Woche, in der hier nicht einheimische wie fremde Jesuiten, welche in Innsbruck oder im Jesuiten-Collegium zu Feldkirch als Gäste weilen, ab und zu gingen. Machten die schwarzen Herren eine propa­gandistische Excursion nach dem uns benachbarten Baiern, Württemberg, oder Baden, so legten jene selbstverständlich ihr Ordenskleider ab und wählten eine wenig auffällige bürgerliche Kleidung, welche die ultra­montanen Emissäre als harmlose Touristen erscheinen ließ. Die Reise­richtung ging zumal nach dem von den klerikalen Einflüssen schon tief durchwühlten baierischen Allgäu, dem badischen Seekreise, namentlich Constanz und theilweise auch nach Württemberg und der Schweiz. Wir haben bisher nicht gehört, daß diesen geheimen, jesuitischen Fahrten irgendwo ein Hinderniß bereitet worden wäre. Die Herren kehrten entweder wohlbehalten über Bregenz nach Vorarlberg und Tirol zurück, oder schienen, falls sie hier nicht mehr gesehen wurden, weitere Reise­instruktionen nach entfernteren Gegenden erhalten zu haben. Als Curio- sum sei noch erwähnt, daß der Direktor des von den Jesuiten geleiteten großen Pensionats in Feldkirch, sowie der Präfekt der Klosterschule zu Mehrerau nächst Bregenz ihren Zöglingen eingroßes Festessen nebst Feuerwerk" für den Tag in Aussicht gestellt haben, an dem Don Car­los an der Spitze seinerchristkatholischen" Armee in Madrid einziehen werde. (18erl. Tagebl.)

Trieft, 12. September. Wie dieTriester Zeitung" mel­det, wurde gestern während einer Generalprobe ein Attentat auf das Stadttheater entdeckt. Es war die Zerstörung des Theaters durch eine Gasexplosion beabsichtigt.

Agram, 11. September. Im Landtag brachte der Abge- geordnete Dr. Spun einen Gesetzentwurf über die Abschaffung der Ket­tenstrafe ein. Die Gesetzentwürfe über die Zusammenstellung der Ge­schwornenlisten für Preßgerichte und über die bedingte Beurlaubung der Sträflinge wurden sonach in dritter Lesung angenommen.