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Hanauer Ästiger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,- und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

M 204

Donnerstag den 3. September

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1874

Diejenigen im diesseitigen Bezirk sich aufhaltenden Invaliden deren Invalidität durch einen im letzten Kriege wider Frankreich im Dienste erlittene Beschädigung herbeigeführt worden ist und welche neben der ihnen zustehenden Pension mit dem Civilversorgungsschein abgefunden worden sind, an Stelle des Letzteren jedoch, in Gemäß- heit des Gesetzes vom 4. April cr. die Anstellungsentschädigung von 2 Thaler monatlich zu erhalten wünschen, haben ihre Ansprüche unver­züglich unter Abgabe des Civilversorgungsscheines bei den betreffen­den Bezirks-Feldwebeln geltend zu machen.

Das Recht zur Wahl erlischt am 22. October 1874.

Desgleichen haben diejenigen Invaliden, welche in Gemäßheit des §. 76 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 wegen Nichtbenutzung des Civil- Versorgungsscheins zur nächsthöheren Pensionsklasse anerkannt worden sind und welchen gemäß §. 12 des Gesetzes vom 4. April er. gegen entsprechende Minderung dieser Chargenpension eine Pensionszulage von 3 Thaler monatlich für Nichtbenutzung des Civilversorgungsscheins gewährt werden kann, ihre Ansprüche ebenfalls unverzüglich bei den be­treffenden Bezirks-Feldwebeln anzumelden.

Die Anmeldefrist für die auf den Krieg von 1870/71 zu begrün­denden Ansprüche auf Invaliden-Versorgung ist bis zum 20. Mai 1875 festgestellt.

Königliches Kommando des Resepve-Landwehr-Bataillons (Frankfurt a. M.) Nr. 80.

Wird veröffentlicht.

Hanau den 15. Juni 1874.

Der Landrath: Schrötter.

Tagesschau.

DieTrib." schreibt: Der Kaiser wird nach den bis jetzt ge­troffenen Reisedispositionen am 6. September zur Taufe des Sohnes des Prinzen Albrecht in Hannover eintreffen, und sich alsdann nach Hanau begeben, wo die Divisions-Manöver des elften Armeekorps stattfinden. Am 9. September trifft der Kaiser wiederum in Hannover ein, am 13. werden die zu den großen Cavallerie-Manövern comman- dirten fremdländischen Offiziere empfangen und zur Hoftafel gezogen. Die Manöver werden am 19. September ihr Ende erreichen, und be« giebt sich alsdann der Kaiser direct nach Kiel, woselbst die neu. er­baute PanzerfregatteFriedrich der Große" vom Stapel laufen wird.

Berlin, 1. Sept. Heute erfolgte in der Friedenskirche zu Potsdam die Konfirmation Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Fried­rich Wilhelm Victor Albert von Preußen, ältesten Sohnes Ihrer Kai­serlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kron­prinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen, in Gegenwart Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin, der Durchlauchtigsten Eltern, der zur Zeit anwesenden Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales, Sr. König­lichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen-Weimar, Sr. Hoheit des Prinzen Eduard von Sachsen-Weimar, der Obersten-, Ober-Hof- und Hof-Chargen, des Ministers des Königlichen Hauses, der Königliche« Staats-Minister, der Generale der Infanterie und Kavallerie, der Rit- ; ter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler, der Hof- und Dom- ) geistlichkeit u. s. w.

Berlin, 1. Sept. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wird Sich am 2. September Abends zur Jnspizirung der 26. Division (1. Königlich Württembergischen), der Königlich 4. Bayerischen Division und des Königlich Preußischen XI. Armee-Corps einschließlich der Großherzoglich Hessischen (25.) Division zunächst nach Heilbronn begeben. Im Gefolge Sr. Kaiserlichen Hoheit werden sich befinden: General-Major von Gottberg, Chef des Stabes der 4. Ar­mee-Inspektion, Major von Unruhe und Hauptmann von Heydwolff, vom Stabe der 4. Armee-Inspektion, Oberst von Scheliha, Comman­dant des 1. Garde-Feld-Artillerie-Regiments, Oberst-Lieutenant Frhr. von Wlllisen, Commandeur des 1. Großherzoglich Mecklenburgischen Dra­goner-Regiments Nr. 17. und der persönliche Adjutant Sr. Kaiserlichen Hoheit Oberst Mischke.

Berlin, 29. August. Am 4. k. M. wird, nach denPr.

Bl.", hier wiederum eine Konferenz von Delegirten der deutschen Eisen-> bahnverwaltungen stattfinden, der auch Vertreter der Eisenbahnabthei- lung des preußischen Handelsministeriums beiwohnen werden. Der Zweck dieser Versammlung ist, eine Abänderung und Aufstellung des Wiârfahrplans der deutschen Eisenbahnen vorzunehmen. Namentlich wird es sich bei dieser Berathung darum handeln, einen richtigen An- schlrH der Züge bei den in Verbindung stehenden Eisenbahnen herzu- stellen und dadurch die bis jetzt Noch vorhandenen Lücken in dem Eisen­bahnverkehr zu beseitigen. Die Versammlung ist wiederum von dem Reichseisenbahnamt emberufen, und sie wird diesmal, wegen der zahl­reichen Vertreter, welche an derselben Theil nehmen werden, nicht in dem Sitzungssaal des ReichsLisenbahmmts, sondern in demjenigen des Reichskanzleramtsgebäudes âbgehalten werden. Den Vorsitz der Ver- -sammlung wird der neue PGsident des Reichseisenbahnamts Herr May- ibach führen.

Es werden gegenwärtig Lebhafte Anstrengungen gemacht, um - Len 1. Januar 1875 zum Termin der Einführung der Markrechnung für ganz Deutschland erheben zu lassen. Die Verhandlungen mit den noch widerstrebenden süddeutschen Staaten werden nach derTrib." mit i großem Eifer geführt. Die letzteren betonen in ihren Rückäußerungen ! dauernd die Befürchtung, durch den Mangel an einem genügenden - Quantum neuer Scheidemünzen, namentlich im Kleinverkehr, zu großen - Verlegenheiten zu gelangen, und besorgen überdies, mit Massen des > entwertheten bisherigen Geldes überschwemmt zu werden. Es wird ' nun Alles davon abhängen, wie weit das Quantum der vorhandenen i Reichsmünzen ausreicht, um Verlegenheiten vorzubeugen. Von unserer ; Münzvemvaltung werden jetzt täglich bedeutende Quantitäten der neuen Reichsmünze im die Regierungskassen der Provinzen und der Einzel­staaten versendet. Namentlich sind es kleinere Münzsorten, besonders Kupfermünzen, welche in Umlauf gesetzt werden sollen, so daß diese Sorten der alten Währung aus dem Verkehr gezogen werden können. Speciell giltdies von den Silbergroschen.

Einen Beweis dafür, daß das Ausschreiben des Bischofs von "Mainz vielfach eine der beabsichtigten durchaus entgegengesetzte Wirkung -gehabt hat, finden wir in derAach. Ztg.", welche die Mittheilung

- bringt, daß in Aachen, in Folge des durch jenes Schreiben hervorge- Mfenen Unwillens, der Bürgermeister, sowie die Majorität des Ge- meinderaths die Festvorstellung im Theater durch ihre Gegenwart be­ehren werden. Ferner soll sowohl das Stifts-Capitel schon aus Dankbarkeit für die bedeutende Summe, welche unser Kaiser zu den Restaurationsarbeiten Les Münsters gibt, als auch der Stadtdechant ein allgemeines Festgeläute mit allen Glocken der Kirchen angeordnet haben. Selbst die Constantia-Gesellschaft und der Pius-Verein sollen im ungern Kreise eine angemessene Feier des Tages veranstalten; denn auch sie wollen durchaus nicht als reichsfeindlich gelten." cTrib.)

Die Sprache der ultramontänen Blätter gegen das Reich und seine Regierung ist seit der spanischen Anerkennungsfrage eine noch weit gereiztere und heftigere geworden als früher. Was dieGermania" vorsichtig und dogmatisch ausdrückt, das poltern die kleinen clericalen Winkelblätter ohne Scham und Scheu heraus. Das Cynischste leistet wieder .einmal dasBayrische Vaterland", wenn es bei einer Bespre­chung dieser Frage äußert:Die zwei preußischen Nußschalen, Sr. Majestät KanonenbooteNautilus" undAlbatros", werden in den spanischen Gewässern nichts verderben. Sollten sich aber einigeFritzchen", keck wie sie sind, aufs Land wagen, dann wird es Sache der carlisti- schen Truppen sein, die frechen Kerle abzufangen und ihnen das Schick­sal Les preußischen Spions Schmidt zu bereiten." Zu solcher Scham­losigkeit und Niederträchtigkeit kann ein deutsches Blatt in seinem tollen Fanatismus herabsinken !

Einer Buchhändleranzeige zufolge haben wir demnächst in dem ultramontanen Verlag von Franz Kirchheim in Mainz eine populäre Schrift des Bischofs Martin von Paderborn über die Civilehe zu er» erwarten. Der genannte Bischof ist bekanntlich, gleich Herrn Ketteler, Meister in der Kunst der volkèthümlichen Schriftstelletei und der lite­rarischen Agitation, wie sich denn seine kirchlich-politischen Hirtenbriefe