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Ubannenteu mit dem betreff euren Postaufschlag. »ik cinjcine Simu- »er 1 Lgr.
hanmier Mutiger.
Zugleich Amtliches Orzu« für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Die Herren Bürgermeister haben diejenigen Personen, welche für das nächste Jahr Gewerbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Bekanntmachung aufzufordern, ihr« deèhalbigen Gesuche vor dem 1. Oktob r d. J. dahier auzubringen, dieselben auch zu bedeuten, daß Alle, welche dieses unterlasse würden, sich die durch verspätete Anmeldung etwa entstehenden Nachtheile selbst zuzuschreiben hätten.
Hanau am 24. August 1874.
Auf der Landstraße nach Dörnigheim ist eine Peitsche aufgefundeu worden, welche bei dem Bürgermeister in Dörnigheim in Empfang genommen werden kann.
Hanau am 24. August 1874.
Donnerstag den 27. August. 1874.
lische Geistliche, ein Franzose und ein Belgier, seien von der Polize ausgewiesen worden und hätten innerhalb dreier Tagen die preußischen Staaten verlassen. „Man vernimmt — heißt es in dem Bericht des klerikalen Blattes — daß die Maßregel auf ministerielle Anordnung erfolgt ist und sich auf alle ausländischen Geistlichen erstreckt. Der Franzose, ein Professor der Philosophie aus dem mittleren Frankreich, spricht geläufig Deutsch und war erst vor fünf Tagen hier angekommen, um die deutsche philosophische Literatur der Universitäts-Bibliothek für eine größere wissenschaftliche Arbeit zu benutzen. Hilft Alles nicht, er war am 26. d. fort! Ob wohl Aehnl ches schon einem deutschen Gelehrten, der z. B. nach Paris kam, eine Handschrift zu benutzen, widerfahren ist? Und was wird man antwdrten können, wenn das Ausland Repressalien übt? Der betreffende französische Geistliche hat sich beschwerde- führeud an seine Gesandtschaft gewendet." Wahrscheinlich handelt es sich doch um Anderes, als um Handjchriften-Studien. Näheres bleibt abzuwarten.
— Während sich das deutsche Volk an allen Orten anschickt, den Scdantag als einen großen nationalen Festtag in patriotischer Erhebung zu begehen, tönt, so schreibt die „Tribüne", von Seiten der ultramon- tanen Partei ein schriller Mißlaut dazwischen. Bischof Ketteler, der das Privilegium hat, mit den von vorsichtigeren Parteisreunden geheim gehaltenen Gedanken herauszupoltern, erläßt eine Erklärung, warum sich die katholische Kirche au der Feier nicht betheiligen könne. Dmn, so erdreistet sich der Bischof zu behaupten, die mit erhebender Eiumüthig- keit des gejammten deutschen Volkes veranstaltete Feier fei ein künstlich in Scene gesetztes Manöver eben jener Partei, welche den „Kampf gegen das Christenthum und die Kirche" eröffnet ha e. Wenn die Ultramontanen bei dem Vorwurf mangelnden Patriotismus stets in sittliche Entrüstung zu gerathen pflegen, so sind wir begierig, wie sie diese officelle Demonstration gegen das nationale und patriotische Gefühl des deutschen Volkes rechtfertigen können.
— Leipzig, 24. August. Der erste deutsche Kriegertag, welcher seit Samstag hier zusammengetreten war, hat das schöne Ergebniß geliefert, daß die anwesenden Delegirten von nahezu tausend Mlitärver- einen aus Nord und Süd des Reichs nach einigen alLrbingS" heftig sich äußernden Meinungsverschiedenheiten, Folge des Dualismus, der in dem „Kriegerbund" und in dem „Kartellbündniß" seinen bisherigen unerquicklichen Ausdruck fand, sich endlich doch geeinigt haben, einen einzigen, großen Verein zu bilden, dessen Grundzüge durch eine Kommission von 5 Mitgliedern festgestcllt werden soll. Der Wendepunkt in den Gemüthern trat ersichtlich von dem Augenblick ein, da der Präsident des Kartellbündnissis deutscher Kriegervereinsverbände, Dinckelberg, die Hand zur Versöhnung bot, und dieß in einer Rede vollbrachte, welche die hier endlich zu erstrebende Einigung der Vereine als einen ausdrücklichen Wunsch Kaiser Wilhelms L hinstellte, und dieß Moment zur mehreren Bekräftigung gleich in einem donnernd beantworteten, ächt soldatischen Hoch auf den Kaiser nachdrucksvoll wirken ließ. Nach den Verhandlungen, welche von 11 Uhr früh bis gegen 4 Uhr Nachmittags sich hinzogen, fand ein Festmahl statt, bei welchem der hiesige (sächs.) Landwehrbezirkskommandant Oberstlieutenant v. Tettenborn zugegen war, Trinksprüche auf Kaiser und Reich und auf König Albert von Sachsen, das Einigungswerk rc. erklangen und Telegramme mit Einigungswünschen von allen Seiten eintiefen.
— In Hamburg ist bei den Kaffen der Andrang, um die Hamb. Schillinge los zu werden, so groß, daß die Beamten die Arbeiten kaum überwältigen können. Man will wahrscheinlich schon zum 1. Ociober die neue Reichswährung daselbst einführen. Neue Scheidemünze soll in Hamburg genügend vorräthig sein.
— Königsberg, 22. August. Die Untersuchungs-Akten über die Quednauer Revolte sind geschlossen und liegen der Staatsanwalt zur Erhebung der Anklage vor. Dieselbe dürfte 120 Angeklagte um= fasse».
— Straßburg, 24. August. Wie die „Presse" meldet, wird nächstens das Elsaß die Ehre eines Besuches von Jules Favre Haven. Derselbe will mit seiner neuvermählten Gattin, einer Elsässerin, einige Jahre in Weißenburg, dem Geburtsort der letzteren, zubringen. Er
Der Bürgermeister Ko nr a di von Langendiebach ist heute auf fernere 8 Jahre wieder verpflichtet worden.
Hanau am 22. August 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 23. August. So bestimmt auch die Nachricht auf- tritt, daß der Kaiser sich nach Italien zum Besuch des Königs Viktor Emanuel begeben werde, so verlautet doch aus guter Quelle, daß in dieser Hinsicht durchaus noch nichts bestimmt ist und daß wenigstens bis jetzt noch das Nichtstatisinden der Reise mehr Wahrscheinlichkeit für sich hat, als das Statlfinden. — Ein Gerücht will wissen, daß von der Neubesetzung des landwirthschafilichen Ministeriums, dessen Last immer noch auf den Schultern des ohneditß genug beschäftigten Han- delèmimsters Dr. Achenbach liegt, neuerdings wieder ernstlicher die Rede sei und daß sie wahrscheinlich vor dem Wiederbeginn der parlamentarischen Session erfolgen werde. — Für die Marine ist jetzt auch eine Medizinalstatistik in der Ausarbeitung begriffen, w lche den Gesundheitszustand sowohl in den Küstenetablissements, wie auf den Schiffen in See behandelt. In England wird bekanntlich diese Art von Statistik mit großer Sorgfalt gepflegt, während in Deutschland kaum ein Anfang damit gemacht ist, ja selbst die Medizinalstatistik der Landarmee liegt noch sehr in den Windeln. (Sch«, wert«.)
— Berlin, 26. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, daß der Gesandte in Athen, Herr V. Radowitz, hier eingetroffen und der Geh. Legationsrath Bucher nach Varzin abgereist ist. Die Nachricht/ daß Herr v. Radowitz die Functionen des Geh. Rath Aegidi übernehmen werde, erklärt die „N. A. Z." für ganz unbegründet — dasselbe Blatt meldet: Im Ministerium des Innern werden zu der nächsten Landtagssession Vorlagen vorbereitet über die Organisation der Gemeinde-, Kreis- und Provinzialverfassung für die Rheinlande, Westphalen, Hissen und Nassau nebst einer Kreisordnung für Posen, ferner ein Ergänzungsgesetz zu der Provinzial-Ordnung für die östlichen Provinzen, ein Gesetzentwurf über die Zuständigkeit der Verwaltungs-Gerichtshöfe, über die Eirichtung eines obersten Verwaltungs-Gerichtshofes, ein Entwurf zu einem Gesetz über die Provinzialfonds und ein Gesetz über die Loslösung Berlins aus dem Provinzialverbande der Provinz Brandenburg. Endlich sei eine Reorganisation der Behörden der inneren Landesverwaltung nothwendig geworden. (N. F-»nif. Pr.)
— Der Kaiser läßt in einem Gouvernementsbefehl vom 25. d. M. allen Officieren in Berlin, sowohl denen, welche in Berlin in Garnison stehen, als auch denjenigen, welche sich, als commandirt oder beurlaubt, vorübergehend daselbst aufhalttN, sein Mißfallen darüber aus- sprechen, daß viele von ihnen sich in Begleitung von Damen der Suite bei Abnahme von Paraden anschließen. Es wird dabei in Erinnerung gebracht, daß außer den dienstlich berechtigten Officieren, sich nur die Prinzen, Generale und Regimentscommandeure, sowie Officiere in solchen Stellungen und ferner fremdherrliche Officiere der Suite anschließen dürfen. Im Verlauf des Befehls wird des Weiteren bestimmt, wo sich alle übrigen der Parase beiwohnenden Officiere aufzustellen haben. (trib.)
— Die „Germania" meldet aus Bonn, zwei ausländijche katho-