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M 197.

fjflitnucr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correipondenz.

Dienstag den 25. August.

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1874.

Unter den Schweinen zu Bruchköbel ist die Klauenseuche aus­gebrochen.

Hanau am 24. August 1874.

Tagesschau.

Das Reichseisenbahn-Amt wird, so schreibt dieN. Fr. Pr.", fortan in Ausübung seines Aufsichtsrechts über die Eisenbahnen nicht erst abwarten, bis Beschwerden wegen mangelhafter Handhabung des Betriebsreglements bei ihm selbst eingehen, sondern es hat neuerdings die Anordnung getroffen, daß sämmtliche Eisenbahnverwaltungen die bei ihnen eingelaufenen Beschwerden unter Angabe der darauf ertheilten Bescheide beziehentlich der Art und Weise der erfolgten Abhülfe bei dem Amte einreichen. Ebenso ist von derselben Stelle jetzt eine stati­stische Aufnahme über die Zahl der Beschwerden und ihrer abhelfenden Entscheidungen, sowie über die Zeitdauer bis zum Eintritt der Abhülfe angeordnet worden. Es ist damit eine Controle über den Eisenbahnbe­trieb eingeführt, welche ihre guten Wirkungen für das Publikum sicher nicht verfehlen wird. Ferner wird demnächst zum ersten Male der Wintersahrplan der Eisenbahnen durch das Reichseisenbahnamt festge- stellt und es soll dabei in erster Linie das Interesse des reisenden Pu­blikums hinsichllich möglichst bequemer und schneller Beförderung, nament­lich durch Herbeiführung von practischen Anschlußzügen und wo irgend thunlich, durch Einfügung von Extrazügen berücksichtigt werden.

ImR. u. St.-A." macht das Kaiserliche General-Postamt unterm 22. August cr. folgenden ermäßigten Tarif für Päckereisen­dungen nach Paris bekannt: Vom 1. September ab tritt für diejenigen Päckereisendungen nach Paris, welche auf Verlangen der Absender auf dem Wege über Elsaß-Lothringen weitergesandt werden, ein neuer er­mäßigter Tarif in K-aft. Beispielsweise beträgt für ein 3 Kilogramm schweres Packet ohne Werthangabe von Berlin nach Paris, für welches der Absender, bei der Beförderung über Elsaß-Lothringen, gegenwärtig 28 Sgr. im Frankirungèfalle zu entrichten hat, das gesammte Porto ic. vom 1. September nur 18 Sgr. Die Postanstalten werden über den neuen Tarif auf Nachfragen seiner Zeit nähere Auskunft geben.

Aus Thüringen, 21. Aug. Im Großherzogtbum Weimar, das bis jetzt kein Vereinsgesetz besaß, ist soeben eine Mlnisterialverord- nung über das Vereinswesenerschienen, die bei Androhung von Strafen bis zu 150 Mark oder Gefängniß bis zu 6 Wochen, die Anzeige jeder politischen, kirchlich- und sozial-politischen Versammlung mindestens 12 Stunden vor dem Zusammentreten bei der Polizeibehörde gebietet. Dem überwachenden Polizeibeamten sind auf Verlangen Aufschlüsse über die Redner zu geben, und es steht ihm das Recht zu, Störungen zur Ver­antwortung zu ziehen, die Versammlung aufzulösen rc. (Schw. wert«.)

Leipzig, 23. August. In der heute hier abgehaltenen Sitzung des allgemeinen deutschen Kriegertags waren circa tausend Vereine vertreten. Es wurde beschlossen, alle deutschen Verbände zu einer allgemeinen deutschen Kriegerkameradschaft zu vereinigen und eine Kommission zur Ausarbeitung des bezüglichen Statutes gewählt. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf den Deutschen Kaiser und den König von Sachsen.

Hamburger, Bremer und Braunschweiger Lotterie-Collecteure verstehen sich prächtig darauf, ihre Loose an den Mann zu bringen. In frankirten und unfrankirten Briefen belästigen sie das Publikum, ja in einem derN. Bs. Ztg." bekannt gewordenen Falle hatte ein solcher Ehrenmann den Preis des Looses sogar per Postvorschuß erho­ben. Hat auch das Publikum zu dem Schwindel wenig Vertrauen, so gehen doch manche Leute, und meistens gehören sie den arbeitenden Classen an, auf den Leim. Ein Fabrikant in Minden hatte mehrfach die Beobachtung gemacht, daß seine Arbeiter besonders stark von den Beutesuchern beachtet und gerupft wurden. Gelegentlich fiel ihm ein Schreiben eines Hamburger Hauses in die Hand, das er seines Inhal­tes wegen an die Hamburger Behörde sandte, um derselben zu zeigen, in welch' raffinirter Weise manche Geldmänner der freien Reichsstadt ihren Vortheil suchen. Dieser Tage-nun erhielt der Kaufmann Seitens des Hamburger Staatsanwalts folgendes Schreiben:Hamburg, 18. August.^Auf Ihr an den Herrn Präsidenten der hiesigen Bürgerschaft

gerichtetes und von diesem an mich zur weiteren Verfügung abgegebe­nes Schreiben vom 27. Juni d. I. wird Ihnen hierdurch mitgetheilt, daß der Lotterie-Collecteur ®. Grünthal wegen zudringlichen Zusendens von Loosen zu 15 Thalern Geldbuße vom hiesigen Polizeigericht ver- urtheilt worden ist." Wer also in Zukunft von den Lotterie-Collec- teuren verschont bleiben möchte, weiß nach Vorstehendem, waS er zu thun hat.

Württemberg. Am 20. d. M-., Nachmittags, brach in der neuen Mauserschen Gewehrfabrik Feuer aus, welches den Dachstuhl, das Mezzaningeschoß und den ersten Stock zerstörte.

München, 23. August. Ueber die Reise Sr. Maj. des Kö­nigs nach Frankreich erfahren wir, daß dieselbe eine Daner von acht Tagen haben wird. Der kgl. Oberststallmeister Graf v. Holnstein, wel­cher kurz vor Abgang des Königs mit dem Ingolstädter Schnellzuge hier eingetroffen, war, sowie der k. Generaldirektionsrath Schamberger, dieser als Reisekommissär, befinden sich in Begleitung des Königs. Die Aussicht über die 3 Reisewaggons (1 Salon-, 1 gemischter und 1 Ge­päckwagen) führte der Wagenmeister Olis. Die Reise erfolgt im strengsten Inkognito und wurde dieselbe bis zum letzten Augenblick ge­heim gehalten. Jenes eigenthümlich konstruirte Reisebett, welches für Se. Majestät den König bei dessen Reisen zur Pariser Weltausstellung im Jahre 1867 in Verwendung genommen war, wurde auch bei der jetzigen Tour benützt. (Augrb. Abztg.)

München, 23. August. Die Winterfahrordnung tritt auf den bayerischen Bahnen im heurigen Jahre bereits schon mit dem 1. Oktober d. Js. in Kraft. Die Abendschnellzüge sowohl von hier, als von Frankfurt am Main ausgehend, fallen wieder aus.

Straßb urg, 14. August. Der ehemalige König Franz II. von Neapel hat gestern Vormittag den hiesigen Bahnhof passirt und ist nach kurzem Aufenihalte nach Paris weitergefahren.

' Wien, 20. August. Das Budget für 1875 an dessen Zu­sammenstellung im Finanzministerium gearbeitet wird, soll, nach dem Schw. Meck.", kein Defizit ausweisen, obwohl in den Zolleinnahmeu und einigen indirekten Steuergattungen sich nicht unbeträchtliche Min­dereinnahmen ergeben, während andererseits sich die Auslagen im Ver­hältniß zum Jahre 1874 bedeutend höher stellen. Namentlich wird von fast allen garantirten Eisenbahnen die Staatsunterstützung in Anspruch genommen werden und zwar auch von solchen, bei welchen eine solche Eventualität schon seit langer Zeit nicht vorhanden war, wie z. B. bei der österr. Staatseisenbahngesellschaft, welche für ihr Ergänzung-netz, und bei der Elisabethbahn, die ebenfalls einen beträchtlichen Staats­vorschuß in Anspruch nehmen muß, um die 5proz. Zinsen ihres Aktien­kapitals bezahlen zu können. Auch die Kaiser Ferdinands-Nordbahn tritt für die Mährisch-schlesische Nordbahn als Reflektant für die Staats­garantie auf.

W i en, 23. August. DiePresse theilt mit, daß die Aner­kennung der Regierung Serrano's durch Oesterreich-Ungarn und Deutsch­land feit heute Thatsache sei. Dasselbe Blatt veröffentlicht gleichzeitig ein Telegramm aus Madrid, demzufolge der Minister des Aeußern, Ulloa, am 21. d. M. officiell angezeigt habe, daß das Wiener Kabinet die Regierung Serrano's anerkenne, und daß die gleiche Mittheilung Seitens des Vertreters Deutschlands erfolgt sei. c«. u. et.-««».)

Auf den Kronstadter Rheden liegen gegenwärtig 4 Panzerfre­gatten, 3 Batterie-Schiffe, 2 zweithürmige Böte, 7 Monitors, 1 höl­zerne Schcaubenfregatte, 2 Schraubenkorvetten, 1 Segelkorvette, 3 Schraubenklipper, die Kaiserliche AachtDershawa", 7 Dampfer, 1 Transportdampfer, 2 Schraubenkauonenbote und 5 Segel-Dachten, über­haupt 39 Schiffe, die an der großen Revue theilnehmen werden. Auch die FregatteSsetlana", kommandirt von dem Großfürsten Alexej Alexandrowitsch, ist am 17. d. M. nach Kronstadt zurückgekehrt.

Paris, 23. August. Auf den Wunsch des Königs von Bayer» befahl der Minister der öffentlichen Arbeiten, am Dienstage die großen Fontainen in Versailles springen zu lassen.

Ein Korrespondent desParis-Journal" war von Bazaine in Spaa zu Tische geladen und hatte mit ihm und seiner Familie viel ge­plaudert. Dabei wiederholte Bazaine seine Betheuerung, daß er sich