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düng des Atchinflusses) sowie Kampong von den Niederländern genom­men seien. Dieselben hatten bei den Kämpfen 6 Todte und 47 Ver­wundete, während die Atchinesen 73 Todte verloien. Der Gesundheits­zustand der niederländischen Truppen ist wenig befriedigend.

In Pont â-Mousson an der Mosel auf französischem Gebiet spielte letzten Sonntag eine kleinere Wiederholung der Lunemller Vor­gänge. Es war dort ein Fest. Einige der neuen Bürger von Metz waren mit einem der Extrazüge hinübergegangen; dort wurden sie von einigen der Metzer Chauvins erkannt und dem Pöbel denunzirt, der sich nun alsobald mit Schimpsworten und Schlägen auf die Deutschen stürzte. Die Hetzer sind bekannt und dürften ihrer Strafe nicht ent­gehen

DerMoniteur Universel" schreibt: Man versichert uns, daß das. Kriegsministerium an die Oberbefehlshaber des 16., 17. und 18. Armeecorps Weisungen hinsichtlich der Waffensendungen für die Carlisten hat ergehen lassen. Ebenso sind die Militärbehörden ausgefordert worden, die strengsten Maßregeln zu treffen, um zu verhindern, daß Carlisten in Uniform, um von einem Grenzpunkt zur» andern zu gelangen, fran­zösisches Gebiet betreten. Aus diesen verschieden Gründen werden die an den Pyrenäenpäffey ausgestellten Truppen bedeutend verstärkt wer­den muffen.

Paris, 4. August. DasUnivers" spricht in seiner Wuth üh.er die letzten Vorgänge ein großes Wort gelassen aus. Der Erzbi­schof Guibert hat einen Tadel bekommen; es sieht aus, als ob die An- èrkennung Spaniens bevorstä»de, und selbst die klerikalen Abgeordneten her Rechten, seine letzte Stütze, ziehen die Ferienruhe dem Kampf um Dinge vor, die sie doch nicht ändern können. Alles das treibt dem frommen Blatt das Blut zu Kopfe, und es schreibt:Nun wohl denn, wenn sich Alles gegen uns verbindet, wenn unsere eig ne Regi-rung sich zur Verfolgung hergibt, so mag diese Regierung selbst schl eßlich die Schande dafür trogen, aber das katholische Volk wird das nicht ruhig ansehen." Diese Worte sind im Druck hervorgehoben, und sie geben zu denken. Sie sind geschrieben in derselben Woche, wo die Berliner Ultramontanen von derMobilmachung des Volkes" sprachen und wo ein bayerisches Blatt der schwarzen Sorte den Gedanken an einen in­ternationalen Religionskrieg zu berühren wagte. An derartiges Zu­sammentreffen ist man bei den Ultramontanen gewöhnt; man wird nicht zweiseln können, daß auch diesmal ein und dasselbe Stichwort in Frankreich und Deutschland durch die Partei geht. sein. Ztg.

Versailles, 5. August. Die Nationalversammlung ge­nehmigte heute den Entwurf des Vertrages mit der Bank von Frank­reich über einen Vorschuß von 80 Mill. Frcs. ohne Diskussion, ver­warf aber die Vorlage, betreffend eine Zuschlags-Decime auf drei ver­schiedene direkte Steuern mit 330 gegen 303 Slimmen. Nachdem das Budget von 1875 fast einstimmig nur ein Deputirter stimmte da­gegen genehmigt worden, wurde die Versammlung von dem Präsi­denten Buffet bis zum 30. November d. J. vertagt.

St. Petersburg, 5. August. DerRegierungsanzeiger" publizirt die Ernennung des Grafen Schuwaloff zum Botschafter in London und die Entlassung des Baron v. Brunuow von diesem Posten. Der Kaiser hat bei dieser Veranlassung sowohl an den abtrelenden, wie an den neu ernannten Botschafter ein sehr huldvolles Handschreiben gerichtet.

Madrid, Donnerstag, 6. August- Der Vater von Don Carlos, Don Juan von Bourbon, hat am 28. v. Mts. hie spanische Grenze passirt. Die Journale beklage» sich über neue Grenzver­letzungen der Carlisten. Es sind Truppenabtheilungen abgesqudt, um den beabsichtigten Angriff von Don Alphons von Bourbon stuf Teruel zu verhindern. A » st. st)

Briefe vom katatonischen Kriegsschauplätze bestätigen die Hin­richtung republikanischer Kriegsgefangene» durch die Carliste». Die Ge­fangenen wurden vor ihrer Ersch eßung mit drei Priestern in eine Kirche eingeschlossen, und als ein Offizier einen der Priester wegen seines Ver­haltens tadelte, antwortete der letztere mit einem Bajonnetstich. Kurz daraus wurden 200 Gefangene, darunter 85 Carabiniere (Grenzsoldaten) und 12 Osfiziere erschossen. Die Regierung hat die Veröffentlichung dieser Nachrichten verboten, um das gereizte Volk nicht noch mehr a»f- zuregen. Die Regierung hat alle pxysiynirten Oifiziere einberufen, um ihnen die Kommandos in der außerordentlichen Reserve zu übertragen.

Amerika beschäftigt sich jetzt mit einer eigenthümlichen Frage. Man diskutirt, ob General Grant zum brittenmale zum Präsidenten gewählt werden solle. Die Verfassung ist stramm und gestattet unzäh­lige Wiederwahlen, bisher ist aber Niemand öfter als zweimal Prä­sident gewesen. Washington lehnte die ihm angetragene dritte Wahl yb, Jefferson, Madison, Monroe, Jackson und Lincoln bewarben sich nach ihrer zweiten Wahlperiode nicht mehr, die ander» Präsidenten (John Adams, John Griney Adams, Harrison, Taylor, Tyler, Fyll- more, Polk, Pierce, Buchanan unb Johnson) fielen schon bei der zwei­ten Kandidatur durch oder kandidirten gar nicht mehr zum zweiten- male.

Eine beträchtliche Anzahl falscher Preußischer Aassenanwei- sungen zu 5 Thaler von der bekannten blaugerändeten Sorte de dato 1856, soll seit einiger Zeit nach derTrib." in Berlin in Cirkulation gekommen sein. Es ist um so mehr Vorsicht bei der Annahme dieser Fünfthalerscheine zu empfehlen, als die Falsifikate so vorzüglich ge­lungen sind, daß man sie als solche bei oberflächlicher Betrachtung, ja selbst bei nicht ganz erschöpfender Untersuchung kaum zu erkennen ver­mag. Dem Publikum ist eine verschärftere Aufmerksamkeit um so mehr zu empfehlen, als die Fälscher noch nicht entdeckt sind und daher von den Behörden ein Ersatz nicht geleistet wird. Das Falsifikat ist beson­ders daran kenntlich, daß die UmschriftFünf Thaler", welche aus den echten Scheinen hellblau gehalten ist, bei den Falsifikaten aus der Durchsicht ganz schwarzblau erscheint; sodann zeigt sich der, zurPa- mènsunterschrift des ausfertigenden Beamten dienende, aus den echten Exemplaren ganz fein guillochirte Grund bei der Nachbildung, die nicht wie das Original durch Kupferstich, sondern durch Lithographie hergestellt ist, wie ein grobes Gewebe, und endlich hat der zur Rechten befindliche Engel auf seiner großen Zehe bei den Falsifikaten einen länglichen, bei den echten Scheinen einen breiteren Nagel.

DieNeue Fritr. Pr." schreibt unterm 6. August aus Frank­furt a. M.: Nachdem durch Allerhöchste Verordnung für den Verkehr bei den öffentlichen Cassen und für den allgemeinen Verkehr die Reichs- marknchnung vom 1. Januar 1875 ab eingeführt worden ist, sind in Folge Verfügung des Herrn Finanz Mmifters dem Vernehmen nach nunmehr auch die hiesigen königlichen Cassen angewiesen worden, die Etats, Cassenbücher, Abschlüsse, Abrechnungen und Jahres-Rechnungen vom Jahr 1875 ab, statt der bisherigen RubrikenThaler, Silber­groschen, Pfennige", beziehungsweiseGulden und Kreuzer" mit bey Rubriken:Mark und Pfennige" zu versehen. Wie wir vernehmen, ist die kaiserliche Entscheidung über den neuen Kasernenbau bei Bocken- heim erfolgt. Derfllbe soll nicht, wie früher beabsichtigt wurde, Raum für ein ganzes Regiment, sondern nur für zwei Bataillone haben, wäh­rend das dritte Bataillon in der Stadt bleiben soll. Der Wasser­stand des Maines ist ein selten vorgekommener, nämlich nur 9 Centi- meter, was einer Fahrwassertiefe von 1 Fuß 8 Zoll gleich kommt. In Folge des hierdurch sehr erschwerten Transportes haben die rothèn Sandsteine einen sehr großen Aufschlag erfahren.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 7. August 1874.

A. M. Auf dem Wege vom Bebraer-Frankfurter Bahnhof nach der Stadt wäre gestern Vormittag beinahe der nach der Bahn und zu­rück den Verkehr vermittelnde Omnibus beim Uebergange verunglückt, weil der Barriere-Wärter, trotzdem eine Lokomotive auf dem Geleise s»hr, dieselbe zu schließen versäumte. Sicherem Vernehmen nach wurden beide Barrierewärter sofort für diese Nachlässigkeit aus dem Dseustv entlassen.

Sicherem Vernehmen nach sind nicht allein die Reparaturen per Leichenwagen, sondern auch die Anlegung zweier weiteren Pumpen und unb zweier großen neuen Bütten aus dem Friedhofe Seitens des Stadt­raths schon vor mehreren Wochen genehmigt worden.

7 Heute Nachmittag mit dem Zuge 3 Uhr 20 Miy. taten erye Anzahl Hanauer aus den verschiedenen Gesangvereinen ihre Reise nach München an, um am deutschen Sängerfeste Theil zu nehmen; die Fahne der Vereinigten Gesangvereine macht die Reise mit.

Kassel, 2. Aug. DieWes.-Ztg." schreibt: Gestern Morgen verschied in seinem 75. Lebensjahre der Bibliothekar der hiesigen Lay- desbibliothek, der Dr. theol. Karl Bernhardi. Abgesehen von den Ei­genschaften, die ihn zu einem tüchtigen Vertreter seines Faches und ei­nem guten Vprstaude der ihm anvertrauten Anstalt machten, abgesehen von der Liebenswürdigkeit unb Opferwilligkeit, mit der Bernhard: so vielen Besuchern der Kasseler Bibliotheken von nah und fern stets zu dienen bereit war, waren es die Tugenden des Privatmannes und des für unser engeres und weiteres Vaterland tvarm empfindenden Patrio­ten, die dem Verstorbenen hier ^ine allgemeine Achtung upb Verehrung verschafft haben, wie sich deren in unserer Stadt kaum ein Anderer je erfreut hat. Als intimer Freund Schomburg's hat er an der Entwick­lung unserer Verfassung ben lebhaftesten Antheil genommen. Seinen Idealen von der Wiederherstellung des deutschen Reichs ist er, seitdem er in Marburg die Burschenichaft gründete, nicht untreu geworden. Jn'S deutsche Parlament nach Frankfurt gewählt, gehörte er zur deut­schen Kaiserpartei. Eine zweite Ausfertigung der deutsch n Reichsver­fassung mit den Originalunterschriften der Abgeordneten, von ihm ver­anlaßt, findet sich, wenn wir nicht irren, auf der hiesigen Bibliothek. Als Kurhessen 1866 zusammengebrochen war, wurde Bernhardi als Mitglied des nordd. Reichstages unb des Abgeordnetenhauses nach Ber- [iu entsendet. Da er die dauernde Abwesenheit von Kassel nicht mit den Pflichte» seines Amtes glaubte vereinbaren zu können, legte er vor dem Schluffe ber Session seine Mandate nieder. (Dr. Wehrenpfennlg ist sein Nachfolger geworden.) Seitdem hat er sich immer mehr und