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M 157» Donnerstag den 9. Juli. 1874.

Bekanntmachung,

betreffend den Remonte-Ankauf pro 1874.

Zum Ankauf von Remonten im Aller von vorzugsweise drei, aus­nahmsweise vier und fünf Jahren, ist im Bereich der Königlichen Re­gierung zu Cassel für dieses Jahr nachstehender, Morgens um 8 Uhr beginnender Markt anberaumt worden und zwar:

den 16. Juli in Hanau.

Die von der Militair-Couimiision erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgän­gig machen, find vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen; auch sind Krippensetzer vom Kaufe ausgeschlossen.

Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei, min­destens zwei Meter langen, starken Hanfstriken ohne besondere Ver­gütung milzugeben.

Berlin den 3. März 1874.

Kriegs-Ministerium, Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. von Schön. vonKlüber.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 27. März 1874.

Der Landrath : Schrötter.

Tagesschau.

Berlin, 8. Juli. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet die am 6. Juli durch die Rathskammer des hiesigen Stadt­gerichts erfolgte vorläufige Schließung des Allgemeinen deutschen Mau­rer- und Steinhauervereins, der nächst dem bereits geschlossenen Allge­meinen deutschen Arbeiterverein der zahlreichste und mit Letzterem und den in den Provinzen weitverbreiteten Mitgliedschaften in fortlaufender Verbindung gewesen sei.

Wie dieD. R.-C." hört, hat dem Fürsten Bismarck wäh­rend seiner letzten Anwesenheit in Berlin auch der Plan des früheren Präsidenten des Reichseisenbahnamts auf Errichtung einer technischen Hochschule zur Ausbildung von höheren Eisenbahnbetriebsbeamten vor­gelegen und die Zustimmung des Reichskanzlers gefunden, so daß dem­nächst im Reichseisenbahnamt der Entwurf für die Organisation eines derartigen Instituts ausgearbeitet werden wird. Das'Institut soll den NamenEisenbahn-Akademie" führen, und in dem Etat pro 1875 soll Mr Erhaltung desselben eine Summe von 10,000 Thlrn. ausgeworfen werden.

Das Reichsoberhandelsgericht hat folgenden für die rechtliche Stellung der Reichspost sehr wichtigen Plenarbeschluß gefaßt:Zufolge Art. 44, Absatz 2, des Handelsgesetzbuches ist in Bezug auf Güter- und Geldtransport der Reichspost der einzelne Frachtvertrag als Handels­geschäft anzusehen und gilt darum die Reichspost in Bezug auf diesen Transport als Kaufmann." Die oberste Postverwaltung hat diesen Grundsatz in dem Beihefte zu ihrem Postamtsblatt durch den Oberpost­rath Volkmann einer Kritik unterwerfen lassen, in welcher der Nach­weis versucht wird, daß die Post kein Kaufmann im Sinne des Han­delsgesetzbuchs ist.

~ Die zweite bayerische Kammer verhandelte gestern in der Ge- neraldrscussion über die Gewährung eines Credits für die außerordent- Ä Heeresbedürfnisse. Für die Bewilligung sprachen der Referent Volt und der Abg. Kraushold, gegen dieselbe der Abg. Freitag. Letz­terer rügte insbesondere das Verfahren des Kriegsministers, welcher die jetzt verlangten Gelder bereits vor Genehmigung der Kammern veraus- gabt habe. Der Kriegsminister Freiherr v. Pranckh erklärte darauf:

^âsrzM handle es sich bei Bewilligung dieser Mittel zunächst um die Erfüllung vertragsmäßiger Verpflichtungen und sodann um die Ver- sorgung des Heeres nach den Grundsätzen der Humanität. Dazu ge­

höre, daß das bayerische Heer in derselben Verfassung erhalten werde, wie die übrigen deutschen Heere; bisher habe es hierfür noch keines Befehls von Seiten des Reiches bedurft, welcher hoffentlich auch in Zukunft nicht erforderlich sein werde; was eine Verweigerung der Mit­tel jedoch zur Folge haben werde, wollte er nicht erwähnen. Ebenso sei die Verbesserung der Casernen und des Lazarethwesens unabweisbar. Gegenüber dem Vorwurf, daß er sich unconstitutionell verhalten habe, bekenne er, in der ihm gestellten Alternative zwischen den Pflichten gegen die Verfassung und der Vertretung der Interessen des Landes und des Heeres letztere vorgezogen zu haben, er trage alle Consequenzen der Verfassungsverletzung im Bewußtsein, das Land gegen etwaige Kata­strophen vorbereitet zu haben. Was die Finanzlage des Landes angehe, so habe Bayern 158 Mill. Kriegsentschädigungsgelder erhalten, wovon, abzüglich aller Kosten incl. des verlangten Credits von 24 Mill., ca. 50 M ll. noch dem Lande verbleiben würden. Der verlangte Credit halte sich daher in bescheidenen Grenzen und der Anspruch der Armee sei ein vollberechtigter und wohlbegründeter.

Die Kriegervereine Mittelfrankens haben mit dem Vororte Nürnberg einen Gauverband gebildet; das erste Gaufest soll am 13. Juli daselbst stattfinden.

Wiens 4. Juli. Es gehört augenblicklich zum guten Ton ultramontaner und sranzöselnder Kreise den Besuch des Großfürsten Konstantin am österreichischen Kaiserhofe und das dadurch äußerlich dokumentirte intime Verhältniß zwischen Wien und St. Petersburg, als eine geheime Spitze gegen die Leitung der deutschen Politik enthal­tend, darzustellen. Von der eigenen Denkweise macht man Rückschlüsse auf die Gefühle, welche dieser Gratulationsbesuch bei Kaiser Wilhelm und Fürsten Bismarck rege machen müsse, und kommt so zu dem Fazit, daß man in Berlin, Kissingen und Ems ziemlich scheel sehe zu dem engeren Anschlusse Rußlands an Oesterreich, zu dem doch der deutsche Kaiser bekanntlich nicht ohne eine gewisse moralische Anstrengung erst den Keim gelegt hat. Aber man liebt es, in dieser Beziehung dem Kaiser Wilhelm die Gefühle des Göthe'schen Zauberlehrlings zu ver­leihen, dem die Geister über den Kopf wachsen, die er doch selbst be­rufen. Daß solche Gerüchte und Ausstreuungen Niemandem unange­nehmer sind, als dem Grafen Andraffy, ist bei dem loyalen Staats­manne außer allem Zweifel. Hat er doch, eine in diplomatischen Kreisen hinlänglich beglaubigte Thatsache, mit dem deutschen Reichskanzler bei dessen vorjähriger Anwesenheit in Wien ein Kartell geschlossen, kraft dessen keiner der beiden maßgebenden Minister sich jemals durch irgend eine Journalstimme gegen den andern aufhetzen oder mißtrauisch machen lassen will, selbst wenn die betreffende Zeitung für gewöhnlich im Rufe stehe, für osficiöse Kundgebungen benützt zu werden. Dieser ganzen Auffassung des gegenseitigen Verhältnisses entspricht auch eine Mitthei­lung der Pesther Reform, welche, wie ich erfahre, von einem Manne ausgeht, der Graf Andraffy gewöhnlich sehr nahe steht, und der daher sehr wohl in der Lage ist, Originaläußerungen des Ministers des Aus­wärtigen kolportiren zu können. Einem fremdländischen Neugierigen, so erzählt dieser ungarische Gewährsmann, welchen Andraffy neuerlich empfangen mußte, und welcher, gesprächsweise auf die Freundschaft mit Rußland hindeutend darauf anspielte, daß Oesterreich nun wohl auch um vielesactionsfähiger" geworden fei, gab der österreichisch-ungarische Diplomat nicht ohne Feinheit zur Antwort:Dem Patienten, welcher auf absolute Ruhe angewiesen ist, bleibt es unschätzbarer Gewinn, wenn innerhalb seiner Gehörweite die Nachbarn nicht Eisen hämmern, Unver­nunft aber wäre es, wolle er diesen Gewinn dadurch paralysiren, daß nun der Rekonvalescent selber den Hammer schwänge!" Der neugie­rige Besucher ließ sich dies gesagt sein. Ich habe guten Grund zu der Annahme, daß es der wandlungsreiche französische Politiker, der exkai­serliche Broschürenschreiber Vicomte de la Guerronniöre gewesen, wel­cher sich mit diesem Gleichniß kurz vor seiner Rückkehr nach Paris hat abspeisen lassen müssen. ©4». Merkur.

Wien, 6. Juli. Von militärischer Seite ist derP. L " in die Lage gesetzt, die Grundzüge des Programms des neuen Kriegsmi­nisters mitzutheilen. Danach wären die Hauptpunkte desselben:1- He­bung des Geistes und des moralischen Elements im Heere durch Schaf-