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Hammer Anzeiaer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

M 156

Mittwoch den 8. Juli

Jttserlions- Preis.

Die ispaltige Garmondzeile od. deren Raum

1 Sgr.

Die 2jpalt. Zeile 2 Sgr.

Die SspaltigeZeile

3 Sgr.

1874

Bekanntmachung.

Mittwoch den 5. August cr., von 9 Uhr Vormittags ab, sol­len hierselbst circa 100 Gestütpferde, bestehend aus Landbeschälern, Mut­terstuten (meistens bedeckt), 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten und jüngeren Fohlen meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.

Sämmtliche 4jährigen und älteren Pferde sind mehr oder weni­ger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 3. und 4. August von 7 bis 10 Uhr Morgens geritten und Nachmittags von 3 bis 6 Uhr auf Wunsch an der Hand gezeigt.

Für Personenbeförderungen zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhöfe wird am 3., 4. und 5. August gesorgt fein.

Trakehnen den 27. April 1874.

Der Landstallmeister gez. von Dasfel.

Heinrich Z o r b a ch zu Frankfurt a. M. hat um Genehmigung zur Anlage zweier Kalkbrennöfen auf den Grundstücken am Heßler, Karte W. 64/63 Seckbacher Gemarkung ohnweit der Straße am Hei­ligenstock nachgesucht.

Etwaige Einwendungen sind binnen 14 Tagen hier anzubringen. Plan und Beschreibung der Anlage können hier eingesehen werden.

Hanau am 2. Juli 1874.

Die 4. Lehrerstelle an der Schule in Seckbach mit einem Einkom­men von 300 Thlr. nebst freier Wohnung ist vacant. Die 4 Lehrer­stellen sind auf 300 bis 400 Thlr. normirt.

Bewerber um dieselbe werden aufgefordert, ihre mit den vorge­schriebenen Zeugnissen versehenen Meldungsgesuche binnen 3 Wochen dahier oder bei dem Herrn Schulinspektor Pfarrer Hartmann in Seckbach einzureichen.

Hanau am 2. Juli 1874.

Tagesschau.

In Fulda hat sich, so schreibt dieTrib.", der Episcopat bei den jüngsten Berathungen in drei Abstufungen dargestellt. Die Mino­rität, die, wie wir vorgestern schon hervorgehoben, aus den Bischöfen von Paderborn, Ermland und Mainz besteht, und die in Paderborn weiter conferirt hat, hält unbeugsam zum Vatican und will von einem Ausgleich, wenn nicht auf dem Boden des Status quo antea, nichts wissen; ihr gegenüber bilden die Bischöfe von Kulm, Osnabrück, Hildes­heim, Limburg und der Generalvikar Hahne von Fulda eine geschlossene Mehrheit, deren Streben nach Versöhnung mit der Staatsgewalt, na­türlich unter den für sie günstigsten Bedingungen, gerichtet ist. Zwischen beiden stehen der Fürstbischof von Breslau und die Vertreter der erz­bischöflichen Stühle von Cöln und Posen als eine weniger prononcirte Mittelpartei. So viel verlautet über die Stellung der geistlichen Ober­hirten zu einander, ohne daß für eine der Parteien eine genaue Grenz­bezeichnung in der Hinsicht gemacht werden könnte, wie weit ihre Nach­giebigkeit geht. Man wird im Wesentlichen aber wohl der Wahrheit ziemlich nahe kommen, wenn man annimmt, daß die Trennung von Staat und Kirche dem preußischen Episcopat nach Lage der Dinge als das zweckentsprechendste Auskunftsmittel erscheint, zumal die Führer des Centrums in der letzten Landtagssession wiederholt dafür das Wort er­hoben haben. Daß die Regierung in eine solche, wie sie jenen vor­schwebt, mit Loslösung der kirchlichen Gewalten auch von jedem Auf- sichts- und Controlrechte des Staates, indeß nicht- willigen kann, steht noch weniger außer Zweifel und ist gleichfalls schon öfter erörtert.

In der Woche vom 14. bis 20. Juni 1874 sind geprägt worden an Goldmünzen: 4,416,260 Mark 20-Markstücke; an Sil­bermünzen: 452,197 Mark 1-Markstücke, 181,412 Mark 20 Pfennige 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 112,162 Mark 90 Pf. 10-Pfennig- stücke, 42,613 Mark 40 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 11,665 Mark 40 Pfennige 2-Pfennigstücke, 12,887 Mark 91 Pf. 1-Pfennig- stucke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 828,297,720 Mark 20-Markstücke, 202,800,640 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen:

19,360,611 Mark 1-Markstücke, 5,833,020 Mark 20 Pfennige 20- Pfennigstücke ; an Nickelmünzen: 2,405,621 Mark 10 Pf. 10-Pfen- nigstücke, 247,215 Mark 70 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 409,340 Mark 56 Pf. 2-Pfennigstücke, 144,153 Mark 13 Pf. 1-Pfen- nigstücke. Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 1,035,514,620 Mark; an Silbermünzen: 25,827,240 Mark 40 Pf.; an Nickelmünzen: 2,807,613 Mark 10 Pf.; an Kupfermünzen: 578,047 Mark Pf.

Paderborn, 7. Juli. Das hiesige Appellationsgericht hat auf den Protest des Bischofs Konrad Martin gegen den Beschluß des hiesigen Kreisgerichts über Annahme der für den Bischof durch einen Dritten erlegten Geldstrafe die Akten des Kreisgerichts eingefordert.

München, 6. Juli. Se. Maj. der deutsche Kaiser wird nächsten Sonntag den 12. d. M., nicht wie von anderer Seite gemeldet wurde am Mittwoch, Nachmittags nach 3 Uhr auf der Reise von Mainau nach Salzburg im hiesigen Bahnhöfe eintreffen und nach andert­halbstündigem Aufenthalt die Reise fortsetzen. Am 13. Juli wird sich der Kaiser von Salzburg zum Besuche der Kaiserin von Oesterreich nach Ischl begeben und Abends wieder in Salzburg eintreffen. Am 15. ds. Mts. Früh erfolgt dann die Weiterreise nach Gastein. cAugsb. Mdztg.)

Kissingen. Nach Aussage des behandelnden Arztes bedarf Fürst Bismarck der größten Ruhe, und er findet solche im Garten sei­ner Wohnung; er besucht den Brunnen nicht, der Rakoczy wird in seine Wohnung geholt.

Königsberg i. Pr., Dienstag, 7. Juli, Vormittags. Nach­dem in der letzten Zeit an mehreren Orten Auflehnungen der Knechte und Jnstleute gegen die Amtsvorsteher stattgefunden hatten, haben ge­stern Ruhestörungen in dem nahe gelegenen Orte Quedenau stattge­funden. Die Ordnung wurde erst nach Heranziehung von Militär wieder hergestellt. Hundert Personen sind verhaftet. (R. ». st. a.)

Wien, 6. Juli. Den Abendblättern zufolge ist der hiesige politische VereinZukunft", der socialpolitische VereinArbeiterbruder­bund", sowie der Fachverein der Manufaktur-Arbeiter- und Arbeiterin­nen durch Verfügung der Statthalterei aufgelöst worden.

Basel, 6. Huli. Die Regierung von Solothurn hat dem Kloster Mariastein, wie dieBaseler Nachrichten" melden, die Verwal­tung seines Vermögens entzogen und von Staatswegen einen Verwal­ter und einen Kommissarius angestellt.

Brüssel, 5. Juli. Zu der am 25. d. Mts. hierselbst zu­sammentretenden internationalen Konferenz sind bereits 42 Delegirte der verschiedenen Regierungen angemeldet.

London, 7. Juli. Die Minenarbeiter in Baresley in Dork- shire lehnten die Herabsetzung der Löhne um 10 pCt. ab und steht in Folge dessen eine Strike von 20,000 Arbeitern bevor. Earl Dal- housie ist gestorben. N. Frlftr. Pr,.

Paris, 5. Juli. Die Debats erzählen, zu welchen werth- vollen Entdeckungen die Haussuchungen bei den Bonapartisten geführt haben. Demnach sind gefunden: Die Protokolle der Sitzungen des Komite's für den Aufruf an's Volk. Das Komite versammelte sich zweimal wöchentlich bei Rouher, demselben Rouher, welcher auf der Tribüne die Existenz des bonapartistischen Komite's leugnete. Er ließ die Kandidaten vor sich erscheinen, um sie zu befragen und zu instruiren und richtete directe Geldsendungen an die bonapartistischen Blätter und Wahlagenten. Gefunden ferner: eine Liste von 74 bonapartistischen Blättern und eine Enquète über den Zustand der Departements, von den ehemaligen Präfekten vorgenommen. Endlich hat die Justiz den Beweis für die Existenz einer Versicherungsgesellschaft, deren Inspek­toren ehemalige kaiserliche Präfekten find und deren Beamten die Pro­paganda in den Departements besorgten. Unter den Agenten, welche mit der Vertheilung der Photographien des kaiserlichen Prinzen beaus- tragt waren, hat man nach der Erzählung der Debats mehrere Mit­glieder der Internationalen entdeckt.

Madrid, 6. Juli. Eine etwa 5000 Mann starke Carlisten- abtheilung hat die Stadt Teruel in Aragonien angegriffen und eine Vorstadt derselben in Asche gelegt. Der Angriff ist jedoch abgeschlagen worden und haben die Carlisten gegen 40 Todte und eine große An-