Einzelbild herunterladen
 

Abonnements-

Preis : Jährlich 3 Thlr. Halbj. Thlr. 1.15 Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf. Für auswärtige

Abonnenten mit dem betreffen­den Postausfchlag. Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

lMimer Anzcitzer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Insertions- Preis.

Die tspaltige

Garmondzeile ob.

deren Raum

1 Sgr.

Die 2fpalt. Zeile

2 Sgr.

DieSspaltige Zeile

3 Sgr.

JK 151.

Donnerstag den 2. Juli.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Neue Jagdscheine erhielten Edgar Bödicker zu Hanau, Johann Friedrich Claus, Oekonom zu Bruderdiebacher Hof, Karl Friedrich Otto Deines, Holzhändler zu Hanau, Wolfgang Ernst Dickhardt, Gastwirth, und Wilhelm Dickhardt zu Langendiebach, Justus Hein­rich Hain, Jagdaufseher zu Großkrotzenburg, Ernst Heimel, Etuis­fabrikant zu Hanau, Johannes Ludwig zu Marköbel, Wilhelm Osius, Amtsrichter zu Hanau, Johannes Reidel zu Hüttengesäß, Johannes Schilling zu Oberrodenbach, William Scarisbrick, Rentner zu Hanau, Heinrich Scheerer II., Waldschütz zu Enkheim, Philipp Schmidt zu Mittelbuchen, Heinrich Stange, Jagdaufseher zu Hanau, Adam Weifenbach, Jagdaufseher zu Hochstadt, Otto Weber, Kaufmann zu Langenselbold, Philipp Zeh, Jagdaufseher zu Kilianstädten und Philipp Wild, Waldschütz zu Kesselstadt.

Hanau am 25. Juni 1874.

Tagesschau.

Berlin, 1. Juli. Der R.- u. St.-Anz. schreibt: Nachdem der Bundesrath, wie bereits mitgetheilt, in seiner Sitzung vom 11. v. Mts. sich, den Anträgen der vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen entsprechend, mit einer mäßigen, im Durchschnitt den Betrag von 20 Prozent nicht über­schreitenden Erhöhung der Eisenbahn-Frachttarife bedingungsweise ein­verstanden erklärt, hat der Handels-Minister an demselben Tage die Direktionen der Staatseisenbahnen, sowie diejenigen Verwaltungen von Privatbahnen, welche das von dem Reichs-Eisenbahn-Ämt empfohlene, oder das auf den Reichs-Eisenbahnen bestehende sogenanntenatürliche" Tarifsystem spätestens mit dem 1. Januar 1875 im Lokal- und Ver­bandsverkehr eiuzuführen sich verpflichten, ermächtigt, unter Beobachtung der gesetzlichen Publikationsfrist vom 1. August er. ab und längstens bis zum 31. Dezember cr. eine Erhöhung der bestehenden Lokal-Fracht­sätze und derjenigen Frachtantheile, welche sie in den verschiedenen Ver­bandsverkehren beziehen mit Ausschluß jedoch der Frachtsätze und Frachtantheile für Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Salz, Mehl und Mühlenfabrikate, durch Erhebung eines prozentuellen Zuschlags bis höchstens zwanzig Prozent der bestehenden Frachtsätze resp. Frachtan­theile eintreten zu lassen, sowie den Minimalsatz für Eilgut auf 6 Sgr. und für Frachtgut auf 4 Sgr. festzusetzen. Hierbei ist vorausgesetzt, daß die Eisenbahnverwaltungen im eigenen Interesse auf die zeitige ungünstige Lage der Industrie und des Handels gebührende Rücksicht nehmen und von der ertheilten Ermächtigung zur Erhöhung der Tarife nur insoweit Gebrauch machen werden, als sie die Erhöhung unter an­gemessener Beachtung der Interessen des Handels und der Industrie gegenüber dem finanziellen Ergebnisse des Betriebs der eigenen Bahn für nothwendig erachten. Auch, hat der Minister darauf aufmerksam gemacht, daß etwaige Frachtdisparitäten, wenn solche in Folge von Verhandlungen über die Erhöhung der Tarife in dem einen oder dem anderen der Eisenbahnverbände vorübergehend nicht sollten vermieden werden können, doch keinensalls für längere Zeit beibehalten werden dürfen.

In Bonn ist die Probenummer der neuen ultramontanen Wochenschriftdas deutsche Vaterland" versandt worden. Sie tritt im Format derKölnischen Zeitnng" auf, enthält einen Leitartikel:Gott zum Gruß", betitelt, worin die Pflege des rheinischen Particular-Be- wußtseins versprochen und um Abonnements und Annoncen gebeten wird, ferner die Leidensgeschichte eines gemaßregelten protestantischen Pfarrers, die Beschreibung eines Besuches bei der gottbegnadeten (stig- matisirten Lateau" re.

In Leipzig fand am Montag eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung von Bürgern und Bewohnern Leipzigs statt, in welcher über das Vorgehen des Ministeriums des Innern und der Kreisdirection gegen dje hiesigen Gemeindebehörden wegen der amtlichen Publicationen imLeipziger Tägeblatte" berathen wurde. Die Ver­sammlung faßte den einstimmigen Beschluß, daß in diesem Vorgehen eine schwere Beeinträchtigung der Gemeindefreiheit und der bisher schon durch die Verfassung unh durch die Landesgesetze, von nun ab auch

durch das Reichspreßgesetz gewährleisteten Preßfreiheit zu erblicken fei. Die Versammlung spreche daher der gesetzlichen Vertretung der Stadt Leipzig zu ihrer in dieser Angelegenheit beobachteten Haltung die volle Zustimmung, sowie die feste Zuversicht aus, daß dieselbe dieser Haltung getreu auch ferner verfahren werde. (Trib).

Posen, 30. Juni. Dem Weihbischof Janiszewski ist sein Gehalt vom 1. Juli d. I. ab durch die Regierung gesperrt worden.

Nürnberg, 29. Juli. Bei dem hiesigen Bezirksgerichte kommt, nach demSchw. Merk.", demnächst eine aus der Gründer­poche stammende cause célèbre zur Verhandlung: Der Prozeß gegen den früheren Direktor Philipp Dessauer in Aschaffenburg. Dessauer besaß vor Eintritt des Krachs ein sehr bedeutendes, Vermögen, das er durch unglückliche Börsenspekulationen gänzlich verlor. Da Dessauer an der Spitze vieler Aktienunternehmungen war, an deren Gründung er sich betheiligte, wird die 3 Tage währende Verhandlung manche interessante Enthüllung bringen.

Vom Bodensee, 29. Juni. Der Landesherr hat fast zu derselben Stunde, in welcher das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Altkatholiken dem Lande durch das Regierungsbl. verkündigt wurde, von seiner persönlichen Prärogative, über den Kämpfen des konstitutio­nellen Lebens stehen zu dürfen, einen schönen Gebrauch gemacht. Die Thronrede zum Schluß der Ständeversammlung deutet nur ganz leise mit der Hochschätzung der Wirksamkeit der Kircheunter Wahrung der Gesetze und der für Alle gleichen Gerechtigkeit" auf jene Gesetze hin, welche durch den politisch-kirchlichen Kampf geworden sind und welche, wie der Zusatz zum Grundgesetz von 1860 und das Altkatholikengesetz, einen hervorragenden Theil der Kammerthätigkeit bilden mußten. Selbst jene andeutenden Worte sind nur der Erwähnung der Kammeranträge über die kirchliche Besteuerung angefügt. Auch bei dem Abschiedsmahl im Schlosse hat der Großherzog in beredten Worten die Aufgaben des Friedens den heimkehrenden Abg. gegenüber betont. Schw. «t.

Die beabsichtigte Gradelegung des schleswig-holstein'schen Ka­nals, der bei Kiel in die Ostsee und bei Tönning in der Nordsee mün­det und meistens den kleinen kaiserlichen Kriegsschiffen als Verbindungs­weg, anstatt des früher projektirten großen Nord-Ostsee-Kanals, dienen soll, wird die Länge des Kanals, durch Beseitigung der zahlreichen Krümmungen in der Eider um reichlich 4 Meilen abkürzen. Es hat sich bei den jetzt stattgehabten gründlichen Untersuchungen herausgestellt, daß das Fahrwasser der Eider an sich vortrefflich und durch verhält- nißmäßig geringe Kosten die Tiefe auf 5 Meter herzustellen ist. Durch gleichzeitige Vertiefung des Kanals zwischen den diversen Schleusen auf 18 Fuß wird es ermöglicht, daß die kleineren kaiserlichen Kriegsschiffe, die MonitorsPrinz Adalbert" undArminium", die kleineren Kor­vetten, die Dampfkanonenboote von der Albatroß-Klasse und sämmtliche Dransport- und Hafen-Fahrzeuge, den Kanal von dem Kieler Kriegs­hafen bis in die Nordsee benutzen können, endlich eine wesentliche Ver­stärkung einer in der Ost- resp. Nordsee zusammengezogenen Flotte in kürzester Zeit und unbemerkt vom Feinde, stattfinden kann. Das Pro­jekt liegt jetzt dem Handelsminister behufs Aufstellung der Kosten-An­schläge vor.

Freiburg, 26. Juni. Gestern Nachmittags fand die Ver­steigerung der dem Erzbisthums-Verweser T)r. Kübel neuerdings (am 15. d.) gepfändeten Gegenstände statt. Alleiniger Steigerer war und blieb auch diesmal wieder Rechtsanwalt Marbe. Er kaufte sämmtliche Möbel um 615 fl. (um 10 fl. billiger als sie angeschlagen waren). Nach der Steigerung wurden dieselben von den aulPsenden katholischen Männern alsbald nach der bischöflichen Wohnung gefahren und getra­gen, wo sie durch notariellen Akt von dem Eigenthümer, Hrn. Marbe, dem Bischofzur Benützung überlassen" wnrden. '

Straßburg, 1. Juli. Der Ober-Präsident hat den Unter­zeichnern der wegen Erweiterung der -Stadt eingereichten Bittschrift mitgetheilt, daß der Kaiser mit Interesse von den gestellten Anträgen Kenntniß genommen habe und der Kriegs-Minister demgemäß zu einer thnnlichsten Förderung der Ausführung der Stadterweiterung bereit sei. Die für die Vorschiebung der Enceinte erforderlichen Geldmittel würden in der Herbstsession des Reichstages beantragt werden. ' Sobald die