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MerteljLhrlich 32 Sgt. 6 $f. . igitt auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Pokauilchlag. Die einzelne Rum.

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Hlimim Anzeiger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Donnerstag den 25. Juni.

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1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister und Ortspolizeiverwalter wol­len für sofortige Einreichung der Klassensteuer-Zu- und Ab­gangsliften pro I. Semester 1874 nebst Belägen an die König­lichen Steuerkassen Sorge tragen.

Hanau am 25. Juni 1874.

Tagesschau.

— Der „R. u. St. A." Nr. 146 enthält: 1) Gesetz, betreffend die Verwendung der verfallenen Kaution für das Halle- SorawGubener Eisenbahn Unternehmen. Vom 8. Juni 1874. 2) Gesetz zur Ergänzung der Gesetze vom 7. Oktober 1865 u. 7. April 1869, die Errichtung von trigonometrischen Marksteinen betreffend. Vom 3. Juni 1874. 3) Gesetz, betreffend die im Jahre 1875 vor Feststellung des Staatshaushalts-Etats zu lei­stenden Staatsausgaben. Vom 4. Juni 1874. 4) Gesetz, be­treffend die Betheiligung der Staatsbeamten bei der Gründung und Verwaltung von Aktien-, Kommandit- und Bergwerks-Ge­sellschaften. Vom 10. Juni 1874.

— Berlin, 24. Juni. Der Bundesrath hat in seiner Sitzung am 11. d. M. beschlossen: 1) dem vom Reichstage beschlossenen Entwürfe eines Gesetzes, betreffend die Beurkundung des Personenstandes und die Form der Eheschließung, die Zu­stimmung nicht zu ertheilen; 2) den Reichskanzler zu ersuchen, unter Betheiligung der Bundesregierungen einen Gesetzentwurf über die Einführung der obligatorischen Civilehe und die Beur­kundung des Personenstandes aufstellen zu lassen und denselben baldthunlichst dem Bundesrath zur Beschlußnahme vorzulegen.

Zur Ausführung des Beschlusses zu 2) wurde ferner be­schlossen: a. die Bundesregierungen zu ersuchen, ihre Bemerkun­gen zur Sache durch formulirte, mit Motiven versehene Abän­derungsvorschläge zu dem vom Reichstage angenommenen Gesetz­entwurf dem Reichskanzler-Amt baldthunlichst mitzutheilen, b. demnächst kommissarische Berathungen über die Sache eintreten zu lassen. (R. u. St.-A.)

— Berlin, 24. Juni. Die „Provinzial-Correspondenz", die Mainzer Katholikenversammlung besprechend, schreibt: Wenn die Mainzer Versammlung als ein Vorzeichen für die Haltung der Bischöfe auf der Konferenz preußischer Bischöfe in Fulda gelten dürfe, so sei ein weiterer Kampf unvermeidlich, in wel­chem der Staat die ihm zustehenden gesetzlichen Mittel und Waffen mit unbedingter Energie anwenden werde, um den Wi­derstand eines kirchlich-politischen Radikalismus wirksam zu bre­chen und damit dem künftigen Frieden zwischen Staat und Kirche erst Bürgschaften zu sichern. Neue Frankf. Pr.

— In einem Artikel des „Schw. M." über die Thronrede, womit der Württembergische Landtag geschlossen wurde, heißt es: Die königliche Rede sieht mit gerechter Befriedigung auf die stattliche Reihe von Gesetzesarbeiten zurück, welche aus den Be­rathungen dieses Landtages hervorgegangen und zum Theil von erheblicher Bedeutung für die Wohlfahrt des Landes sind. Aber mehr noch als zu dem Reichthum dieser Ergebnisse darf sich unser Land beglückwünschen zu dem harmonischen Doppelverhält­niß, welches aus den königlichen Worten hervorleuchtet: einer­seits der Volksvertretung zu den Räthen der Krone, andererseits des Württembergischen Staats zum deutschen Reich. In beiden

Beziehungen trägt die abgelaufene Periode einen Charakter, der sie von den vergangenen Jahren scharf und aufs Glücklichste unterscheidet. Eine Zeit des Friedens und fruchtbarer Geschäfts­thätigkeit hat wieder begonnen, nachdem geraume Jahre die or­ganische Gesetzgebung ins Stocken gerathen war, politischer Zank und Hader zum großen Theil die Berathungen ausgefüllt hatte, ja eine Zeit lang unter fruchtlosen Parteikämpfen selbst die Au­torität der Regierung bedenklich erschüttert worden war. Wer der Wahrheit die Ehre gibt, wird anerkennen müssen, daß es der Aufrichtung des deutschen Reichs zu verdanken ist, wenn wir auf jene Jahre nnnmehr wie auf einen bösen Traum zurück- blicken können, aus dem unser Land zu einer glücklicheren Wirk­lichkeit erwacht ist. Indem das Ganze in gesunder Kraft sich aufrichtete, ist auch den einzelnen Theilen erneute Lebenskraft zugeflossen. Eingefügt in den starken Organismus des Reichs, sieht auch der einzelne Staat sich wieder in die Bahn regel­mäßiger und gedeihlicher Entwicklung gewiesen. Erst jetzt ist ihm das Gefühl der Sicherheit und Stetigkeit zurückgegeben worden. Mit Recht erinnert darum der König aus der befrie­digenden Gegenwart dankbar zurück an die großen weltgeschicht­lichen Tage, unter deren frischem Eindruck der gegenwärtige Landtag zuerst zusammengetreten ist, und an die nationalen Er­folge, als deren bedeutendste Frucht die Verträge zur Herstellung eines durch Kaiser und Reich neu geeinigten Deutschlands be­zeichnet sind. Weit über die Grenzen des Landes hinaus wird die aufrichtig reichsfre kindliche Gesinnung, welche aus der könig­lichen Rede spricht, Anerkennung und freudigen Wiederhall finden.

— Karls ruhe, 22. Juni. Am 20. d. M. wurde ein hiesiges Bankhaus von einem angeblichen Engländer durch Vor­legung eines Creditbriefes, der von einem Londoner Bankhaus ausgestellt sein sollte, sich aber auf erhaltene Nachricht als falsch erwies, um 4700 fl. beschwindelt. Der Betrüger wird nach allen Richtungen hin verfolgt.

— Karlsruhe, 24. Juni. Freitag, den 26. d. M., Mittags 12 Uhr, wird der Landtag von Sr. K. H. dem Groß­herzog in Person geschlossen.

— Straßburg, 23. Juni. Der gegen die Schließung des hiesigen Knabenseminars eingelegte Rekurs ist vom Reichs­kanzleramt als unbegründet verworfen. Die Schließung ist also bevorstehend. Das Rekursverfahren wegen der Zillisheimer Anstalt schwebt noch.

— Seit vierzehn Tagen zieht der schweizerische Ex-Bischof Mermillod von einem Ort in Belgien zum anderen und predigt den heiligen Krieg. Die religiöse Werbe-Trommel wird gerührt, als gälte es, morgen von hier aus den Kreuzzug gegen Italien, Deutschland und die Schweiz zu eröffnen. Die Standarte des Syllabus schwingend, prophezeit er allen liberalen Ideen und Einrichtungen, sowie auch allen ihren Vorkämpfern Verderben und Untergang. „Gürtet Euere Lenden — ruft er den Semi­naristen zu — greift zum Schwert und stürzt Euch dorthin, wo der Pulverdampf am dicksten!" Wo das hinaus soll, begreift Niemand. Und noch weniger, daß die Regierung nicht nur die­sem fanatischen Prälaten nicht das Handwerk legt, sondern ihn sogar öffentlich durch den Minister des Innern, Delcourt, pa- tronisirt. Wären die Kammern vereinigt, so hätten gewiß schon