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(Mich Stemvel)
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Mauer Anzeiger
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Eorrespondenz.
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«131.
Montag den 8. Juni.
1874.
Bekanntmachung,
betreffend den Remonte-Ankauf pro 1874.
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Bereich der Königlichen Regierung zu Cassel für dieses Jahr nachstehende, Morgens um 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und
den 13. Juni in
Cassel,
den 27. Juni in
Fulda,
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Eschwege,
„ 30. „ „
Neuhof,
„ 16. „ „
Sontra,
„ 4. Juli „
Ziegenhain,
Rotenburg,
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Gemünden,
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Melsungen,
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Frankenberg,
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Gensungen,
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Kirchhain,
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Fritzlar,
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Marburg,
„ 23. „ „
Homberg,
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Hanau,
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Hersfeld,
„ 2. Sept. „
Rinteln,
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Hünfeld,
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Hofgeismar.
Die von der Militair-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen ; auch sind Krippensetzer vom Kaufe ausgeschlossen.
Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei, mindestens zwei Meter langen, starken Hanfstricken— ohne besondere Vergütung — mitzugeben.
Berlin den 3. März 1874.
Kriegs-Ministerium,
Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. von Schön. von Klüber.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 27. März 1874.
Der Landrath : Schrötter.
Tagesschau.
— Für die Beaufsichtigung der Privat-Eisenbahnen ist jetzt eine engere Abtheilung im Handelsministerium geschaffen worden, an deren Spitze man den Geh. Regierungsrath Maybach berufen hat. Hieraus wird nun dem Handelsminister der Vorwurf der Verletzung des Budgetrechts gemacht, da die für den neuen Posten erforderlichen Mittel im Budget allerdings nicht angewiesen find. Dagegen ist aber thatsächlich anzuführen, daß eine Abzweigung der Aufsicht über die Privatbahnen von derjenigen über die Staatsbahnen ausdrücklich von der Budget- commission verlangt ist, ja daß man die Absicht, eine Resolution auf Einführung einer derartigen Einrichtung zu fassen unterlassen hat, weil man auf die Realisirung des Projects rechnete. Solchen Thatsachen gegenüber würde eine Etatsüberschreituug jedenfalls auf Entgegenkommen des Landtages zu rechnen haben.
— Mit wie tollem Gewäsch die ultramontane Winkelpresse ihr Publicum unterhält, dafür legen wieder zwei angebliche Berliner Briefe der „Köln. Volksztg." eine schlagende Probe ab. Das genannte Blatt berichtet allen Ernstes, daß die Candidatur
des Prinzen Friedrich Carl auf den Spanischen Thron eine zwischen Serrano einerseits und Deutschland, Italien und Rußland anderseits bereits fest abgemachte Sache sei, die „zu verbannenden Deutschen Bischöfe" in Rußland internirt werden sollen und daß die „früher so stattliche Erscheinung des Fürsten Bismarck heute das Bild eines gebrochenen Greises biete." Mit kühnem Selbstbewußtsein verkündet der angebliche Korrespondent zugleich, daß ihn keinerlei Dementi geniren werde. Man könnte der Sache ausschließlich die komische Seite abgewinnen, wenn die Erwägung, daß die große Masse des uÄramontanen Publikums auf die Ehrlichkeit und Ueberzeugungstreue ihrer Caplanè- Presse schwört, nicht zu den ernstesten Bedenken Anlaß gäbe.
— Die Anfertigung des Reichspapiergeldes ist bereits in der Königlichen Staatsdruckerei in Angriff genommen worden; dieselbe beschäftigt sich gegenwärtig mit der typographischen Ausführung der Fünfmarkscheine, welche auf weißem Hanfpapier in grauem Druck ausgeführt werden und als Wasserzeichen die von einem Band umschlungene Kaiserkrone tragen sollen.
— In den Rheinlanden sind bis jetzt 64 Lehrer zum Altkatholicismus übergetreten. Dagegen hat von den Gymnasial- und Realschuldirektoren sich bisher nur einer, nämlich Dr. Hellermann, Realschuldirektor in Essen, zur altkatholischen Richtung bekannt.
— Frankfurt a. M., 5. Juni. Heute sind hier die Vertreter von 40 Handelskammern und wirthschaftlichen Vereinen zusämmengetreten und haben sich zu der Erklärung geeinigt, daß a. eine Erhöhung der Eisenbahntarife bis nach geschehener genügender Begründung zu vertagen, und daß die Frage der Tarifsätze nur in Verbindung mit einer Reform des Tarissystems zu behandeln, daß b. an den Bundesrath das Ersuchen um vorherige Veröffentlichung des gesammten bezüglichen Materials zu richten sei, und daß c. bei den Untersuchungen über die Tariferhöhungsfrage die Vertreter des Handels, der Industrie und der Landwirthschaft ebenfalls gehört werden möchten. Die vorstehende Resolution soll zur Kenntniß des Reichskanzler-Amtes gebracht und der am 12. d. M. in Düsseldorf zusammentretenden Delegirtenversammlung als Antrag unterbreitet werden.
— Darmstadt, 5. Juni. Der Großherzog hat den Ober-Gerichtsrath Görz von Mainz zum Ersten Präsidenten der Zweiten Kammer für die Dauer des gegenwärtigen Landtags ernannt.
— Landshut, 4. Juni. Nachdem die Restauration einer Reihe von Gemächern für Se. Majestät den König auf Schloß Trausnitz zu Ende geführt, werden auch noch die Treppen vollständig erneuert und ist neuestens von München Befehl eingetroffen, diese Arbeit möglichst zu beschleunigen, wodurch die Aussichten, daß der König im Laufe des Sommers oder Herbstes die Stadt Landshut durch seinen Besuch beehren werde, noch mehr an Wahrscheinlichkeit gewinnen. Die Stallungen mußten schon kürzlich zur Aufnahme von ca. 12 Pferden in Stand gesetzt werden. Außerdem höre ich, daß der Monarch die Absicht hegen soll, eine weitere Reihe von Zimmern der alten nieder- baierischen Herzogsburg bewohnbar herstellen zu lassen.
— In Straßburg haben dem bisherigen Oberpostdirector Mießner, der als Geheimer Oberpostrath nach Berlin berufen ist, die Briefträger des dortigen Postamts einen silbernen Becher mit der bemerkenswerthen Inschrift geschenkt: „Ihrem hochver-